Heim

Paschtunische Sprache

Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (Literatur, Webseiten oder Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst gelöscht. Hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Paschtunisch

Gesprochen in

Afghanistan, Iran, Pakistan
Sprecher 33 Millionen
Linguistische
Klassifikation
Paschtunisch
Offizieller Status
Amtssprache von Afghanistan
Sprachcodes
ISO 639-1:

ps

ISO 639-2: (B) pus (T) -

Paschtu, auch Paschto bzw. Pashto oder Afghanisch, ist die Sprache der Paschtunen und wird in Afghanistan (dort Amtssprache neben Dari) und Pakistan von ca. 33 Millionen Menschen gesprochen. Als iranische Sprache gehört sie zur indoiranischen Untergruppe der indogermanischen Sprachen. Genauer gesagt gehört Paschtu zu der südöstlichen Gruppe der ostiranischen Sprachen.

Die ostiranischen Sprachen, deren prominentester Vertreter heute das Paschtu ist, unterscheiden sich von anderen iranischen Sprachen durch bestimmte Lautgesetze, die ihre unterschiedliche Entwicklung erklären. Indische Elemente in der Sprache der Paschtunen, wie zum Beispiel retroflexe Konsonanten oder Ergativ-Bildung, deuten auf eine eindeutig südöstliche Abstammung der Sprache hin. Damit unterscheidet sich Paschtu als südöstliche iranische Sprache von den nordöstlichen iranischen Sprachen, wie zum Beispiel Jaghnobi. Da Paschtu nur von Paschtunen gesprochen wird und keinen bedeutenden Einfluss auf benachbarte Sprachen hatte, kann man direkte Rückschlüsse auf die Abstammung und das Abstammungsgebiet des Volkes der Paschtunen ziehen. Demnach müsste das Ursprungsgebiet der Paschtunen im südöstlichen Teil des iranischen Hochlands, d. h. südlich des Hindukusch, gelegen haben. Das erklärt auch den starken Einfluss indischer Sprachen auf Paschtu. Viele Wörter des Paschtu lassen sich insgesamt nicht auf die ursprünglichen iranischen Sprachen der Region zurückführen, was auch auf eine (teilweise) nicht-iranische Herkunft hindeutet.

Persische und arabische Lehnwörter sind recht häufig, was nicht zuletzt eine Folge der dominierenden Rolle des Persischen nach der Verlegung der afghanischen Hauptstadt von Kandahar nach Kabul im 18. Jahrhundert ist. Ein Hauptgrund jedoch ist, dass Paschtu seit mehreren Jahrhunderten unter dem persischen Einfluss stand.

Paschtu wurde 1936 unter dem Regenten Hashim Khan zur Nationalsprache in Afghanistan erklärt.

Grammatik und Wortschatz

Im direkten Vergleich mit Persisch zeichnet sich Paschtu durch eine komplexere Phonologie und Morphologie aus. Im Präteritum finden sich Ergativ-Strukturen. Paschtu wurde in der Zeit der Ausbreitung des Islam in Zentralasien in einer modifizierten Form der arabischen Schrift geschrieben. Heutzutage wird aber auch, nicht zuletzt wegen des verbreiteten Gebrauchs im Internet, eine Umschrift im lateinischen Alphabet verwendet. Die Wortstellung ist SOV.

Das afghanische (Paschtu) Alphabet enthält im Vergleich zum Persischen mit 46 Buchstaben einige Buchstaben mehr.

Einige Worte im Paschtu zeigen deutlich den indogermanischen Charakter, vor allem die Zahlen:

Dua دوه (Zwei), Dree دری (Drei), Ate اته (Acht), noha نهه (neun)

aber auch Wörter aus anderen Bereichen,

zum Beispiel Stori ستوری (Stern), Newä نوی (neu), Na نه (nein), Kor (Haus), Chaista (schön)

Familienangehörige:

Plaar (Vater), Mur (Mutter), Chor (Schwester), Wrohr (Bruder), Ama (Tante), Kakah (Onkel), Anah (Großmutter), Nika (Großvater)

Literatur

Paschtu brachte eine durchaus nennenswerte, jedoch außerhalb des paschtunischen Sprachraums kaum beachtete bzw. wenig bekannte Literatur hervor.

Als bekannteste Dichter und Literaten dieser Sprache gelten Khoshal Khan Khattak (1613–1689), der als Mann des Schwertes und der Feder gilt, Rahman Baba, ein Mystiker, Hamid, ein feinfühliger Liebesdichter, und Kabir Stori ein patriotischer Dichter. Aber auch der erste König Afghanistans, Ahmad Schah Durrani (1724–1773), ging nicht nur als Herrscher, sondern auch als großer Dichter in die Geschichte ein.