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Archivar

Der Archivar bewertet, sichert und erschließt vor allem Schriftgut, das in der Regel von öffentlichen und privaten Verwaltungen an das Archiv abgegeben wird. Vor der Übernahme des Archivguts berät er die ablieferungspflichtigen Behörden bei der Schriftgutverwaltung.

Nach der Bewertung, Übernahme wird das Archivgut für die Benutzung bereitgestellt. Hierfür erstellt der Archivar im Rahmen der Erschließung Findhilfsmittel bereit. Die Benutzung des Archivguts steht grundsätzlich jedem offen. Allerdings kennen die Archivgesetze der Länder und des Bundes bestimmte Benutzungsbeschränkungen (z.B. Schutzfristen, während derer das Archivgut i.d.R. nicht eingesehen werden darf). Ein Archivar kennt sich daher auf dem Gebiet des archivischen und des Datenzugangsrechts aus. Kenntnisse auf dem Gebiet des Verwaltungsrechts sind v.a. in Tätigkeitsfeldern der staatlichen und kommunalen Archive unerlässlich.

Archive werden in Zukunft auch vermehrt elektronisches Schriftgut übernehmen. Archivare beschäftigen sich daher auch vermehrt mit elektronischen Bürosystemen und der Übernahme und Erhaltung elektronischer Daten.


Die meisten Archivare der größeren Archive (Staatsarchive und andere) müssen eine archivfachliche Ausbildung absolviert haben. In Privatarchiven oder in Kommunalarchiven muss der Archivar nicht unbedingt ein Studium oder die Ausbildung zum Archivinspektor nachweisen.

Archivare können Autoren von entsprechender Fachliteratur, insbesondere von Nachschlagewerken wie biographische Lexika sein.

Ausbildungsstätten in Deutschland sind die Archivschule Marburg und die Fachhochschule Potsdam.

Siehe auch: Dokumentar, Archivwesen, Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare, Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V., Archivrat

Zeitschrift

Seit 2008 heißt die Fachzeitschrift Der Archivar nur noch Archivar.

Literatur