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Karin Dor

Karin Dor (* 22. Februar 1938 in Wiesbaden; bürgerlich Kätherose Derr) ist eine deutsche Schauspielerin.

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Leben

Die gebürtige Wiesbadenerin versuchte sich in jungen Jahren zunächst als Filmkomparsin, wobei sie Gefallen an der Arbeit vor der Kamera fand. Von 1954 bis 1968 war sie mit dem 30 Jahre älteren deutschen Regisseur Harald Reinl verheiratet, der ihr ihre erste Sprechrolle gab und sie auch danach in vielen seiner Filme einsetzte. Viele Quellen nennen 1936 als ihr Geburtsjahr; sie hatte sich selbst als zwei Jahre älter ausgegeben, um 1954 ohne Schwierigkeiten heiraten zu können.

In den 1960er Jahren zählte sie zu den populärsten Darstellerinnen des deutschen Unterhaltungskinos. Sie spielte in verschiedenen Kinoserien, unter anderem in Karl May- und Edgar Wallace-, Dr. Mabuse- und Fu Manchu-Verfilmungen mit. Dabei gab sie meist die „verfolgte Unschuld“, die mit entschlossener Tapferkeit dem Schurken trotzt, bis der „Gute“ sie errettet. Im Karl-May-Western „Winnetou 2. Teil“ war sie Ribanna, die große Liebe von Winnetou. Noch 1994 erhielt sie den Scharlih-Preis, die bekannteste Auszeichnung, die mit dem Namen Karl May verbunden ist.

International bekannt wurde die dunkelhaarige Schöne durch den James-Bond-Film Man lebt nur zweimal (1967) und durch Topas von Alfred Hitchcock (1969). Sie stirbt hier spektakuläre Filmtode: Im Bond-Film wird sie als (rothaarige) Agentin Helga Brandt von Piranhas gefressen, bei Hitchcock wird sie als Kubanerin Juanita von ihrem eifersüchtigen Liebhaber erschossen. Hitchcock wollte die Sterbeszene wie eine Liebesszene aussehen lassen: Die Kamera hängt direkt über ihr und John Vernon, ihrem Szenenpartner. Man hört den Schuss, sie fällt zu Boden und ihr violettfarbenes Kleid öffnet sich wie eine Blüte. Hitchcock hatte Fäden an dem Kleid anbringen lassen, die von mehreren Personen außerhalb des Kamera-Blickwinkels im Moment des Fallens gezogen wurden. Bemerkenswert am Cast ist, dass zwei blonde Schauspielerinnen, Dany Robin als Frau und Claude Jade als Tochter des französischen Agenten Frederick Stafford, ebenfalls zentrale Hauptrollen spielen - und Karin Dor als Brünette den Part der Geliebten übernimmt.

Bis in die frühen 1970er erhielt sie immer wieder Gastrollen in internationalen Film- und auch Fernsehproduktionen wie „Ihr Auftritt Al Mundy“ (It Takes a Thief) oder „Der Chef“ (Ironside). Die damalige allgemeine Filmflaute und eigene kurzfristige psychische Tiefs verhinderten jedoch eine echte Weltkarriere.

So orientierte sich Karin Dor neu und spielt seither viel Theater, sowohl in Klassikern wie „Tartuffe“, als auch in Boulevard-Komödien wie „Der Neurosenkavalier“, in dem sie bis heute weit über 500 mal auftrat. Karin Dor lebte lange Zeit in den USA. Sie kehrte wegen ihres an Alzheimer erkrankten dritten Mannes George Robotham erst kürzlich nach Deutschland zurück. Er starb im Februar 2007 im Alter von 86 Jahren.

Karin Dor wirkt noch gelegentlich in Fernseh- und Kinoproduktionen mit. Ihr Comeback im Kino hatte sie 2006 als Katja Riemanns alkoholkranke Mutter in Ich bin die Andere.

Filmografie

Fernsehen (Auswahl)

Personendaten
Dor, Karin
Derr, Kätherose (bürgerlicher Name)
deutsche Schauspielerin
22. Februar 1938
Wiesbaden