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Spiel des Zufalls

Spiel des Zufalls. Eine Geschichte in 2 Teilen (engl. Chance) ist ein Roman des englischen Schriftstellers Joseph Conrad. Er erschien 1913. Mit diesem Buch gelang ihm der internationale Durchbruch und finanzielle Sicherheit. Fast zwanzig Jahre war Conrad auf Mäzene zusätzlich zu seinen Einnahmen aus den weltliterarisch bedeutsameren Romanen und Erzählungen, die er zuvor veröffentlicht hatte, angewiesen.

Inhaltsverzeichnis

Die Erzählung

Der Roman ist in zwei Teile gegliedert, so wie es der Untertitel bereits ankündigt. Das Besondere ist die raffinierte Erzählweise. Conrad entfaltet hier in höchster Perfektion seine schon aus Lord Jim bekannte Standpunkttechnik. Marlow (bekannt aus Herz der Finsternis und Jugend) werden im ersten Teil von den unterschiedlichen Figuren des Romans die eigenen Erlebnisse geschildert. Dem Leser bleibt es überlassen, die Zusammenhänge zwischen den Ereignissen herzustellen. Im zweiten Teil schließlich entfaltet sich das "Thema vom schrankenlosen Walten des Zufalls im Leben der Menschen"[1].

Inhalt (kurzgefasst, ohne das Ende zu verraten)

Die junge Flora de Barral verliert mit ihrem Vater, einen bankrotten Geschäftsmann, der deshalb im Schuldgefängnis einsitzt, gleichzeitig ihren Lebensinhalt und will Selbstmord verüben. Die Welt ist für sie voller Hass, Lieblosigkeit und Missgunst. Da lernt sie den Seemann und Kapitän Roderick Anthony kennen, der ihr viel Liebe und Hinwendung zuteil werden lässt. Sie aber misstraut seiner Zuneigung.

Deutsche Übersetzungen

Im Verlag S. Fischer erschien der Roman 1926 zusammen mit drei anderen Werken als Beginn der ersten Gesamtausgabe in der Übersetzung von Ernst Wolfgang Freissler. 1984 bildete er den Abschluss der zweiten Gesamtausgabe der Werke Conrads in Neuübersetzungen (hier von Fritz Lorch). In der DDR erschien bereits 1974 im Aufbau-Verlag eine Übertragung von Lore Krüger.

Quellen

  1. Helmut Winter, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. August 1984

Literatur