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Gladenbach

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 46′ N, 8° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Marburg-Biedenkopf
Höhe: 262 m ü. NN
Fläche: 72,28 km²
Einwohner: 12.384 (30. Juni 2007)
Bevölkerungsdichte: 171 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35075 (alt: 3554)
Vorwahl: 06462
Kfz-Kennzeichen: MR
Gemeindeschlüssel: 06 5 34 010
Stadtgliederung: 15 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Karl-Waldschmidt-Straße 3
35075 Gladenbach
Webpräsenz:
www.gladenbach.de
Bürgermeister: Klaus-Dieter Knierim (CDU)
Lage der Stadt Gladenbach im Landkreis Marburg-Biedenkopf

Gladenbach ist eine Stadt in Hessen im Westen des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt Gladenbach liegt am östlichen Rand des Westerwaldes der sich hier mit dem Südausläufer des Rothaargebirges überschneidet. Dieser Teil des Lahn-Dill-Berglandes wird häufig auch als „Gladenbacher Bergland“ bezeichnet. Dies begründet sich aus der weitgehenden Übereinstimmung des heutigen Stadtgebietes mit dem Gebiet des historischen Amtes Blankenstein, dem ostsüdöstlichen Teil des sogenannten Hessischen Hinterlandes und des späteren, nunmehr aber ebenfalls ehemaligen, Landkreises Biedenkopf.

In den Gemarkungen der südlichen Stadtteile Weidenhausen, Erdhausen, Gladenbach und Mornshausen fließt von Westen die auf dem Gebiet der Gemeinde Bad Endbach entspringende Salzböde durch das Stadtgebiet und dann östlich weiter in die Gemeinden Lohra, Fronhausen und Lollar, wo sie bei Odenhausen in die Lahn mündet. Die Gemarkungen der weiter nördlich gelegenen Stadtteile Runzhausen, Bellnhausen, Sinkershausen, Frohnhausen und Friebertshausen durchquert ebenfalls weitgehend west-östlich die Allna, die im weiteren Verlauf im Gebiet der Gemeinde Weimar (Lahn) dann bereits vor der Salzböde in die Lahn mündet. Beide Flußläufe sind durch Höhenrücken auch in ihrem jeweiligen Einzugsgebiet für kleinere Zuflüsse deutlich voneinander getrennt. Dennoch wird die Stadt Gladenbach insgesamt als im Salzbödetal gelegen angesprochen.

Eine wichtige durchgehende Verkehrsachse in ost-westlicher Orientierung ist die Bundesstraße 255, die das Stadtgebiet aus Richtung Marburg durch die Gemeinden Weimar und Lohra kommend quert, um in Weidenhausen im Bereich der Zollbuche das Stadtgebiet in südwestlicher Richtung auf das Gebiet der Gemeinde Bischoffen im Lahn-Dill-Kreis zu verlassen. Hier führt sie zunächst entlang des Aartalsees weiter nach Herborn und letztlich Montabaur. In der Gemarkung Gladenbach mündet die Bundesstraße 453 von Norden aus Richtung Biedenkopf kommend ein, nachdem sie das Gebiet der Gemeinde Dautphetal und die Gemarkung Runzhausen durchquert hat.

Die im Stadtgebiet im Salzbödetal verlaufende eingleisige Bahnstrecke der Aar-Salzböde-Bahn ist seit 1995 stillgelegt und inzwischen durch Abbruch einer Strassenüberquerung in Ortslage Weidenhausen und mangelnde Unterhaltung mit daraus resultierenden Überwucherungen durch Gehölze weitgehend verfallen. Eine angeregte Nutzung als Draisinen-Strecke für touristische Zwecke fand bei den Politikern keine Unterstützung.

Nachbargemeinden

Gladenbach grenzt im Norden an die Gemeinde Dautphetal, im Nordosten an die Stadt Marburg, im Osten an die Gemeinde Weimar (Lahn), im Südosten an die Gemeinde Lohra (alle im Landkreis Marburg-Biedenkopf), im Südwesten an die Gemeinde Bischoffen (Lahn-Dill-Kreis), sowie im Westen an die Gemeinde Bad Endbach (Landkreis Marburg-Biedenkopf).

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet von Gladenbach ist in 15 Stadtteile gegliedert.

  • Rachelshausen
  • Runzhausen
  • Bellnhausen
  • Sinkershausen
  • Diedenshausen
  • Weitershausen
  • Frohnhausen
  • Friebertshausen
  • Rüchenbach
  • Mornshausen

Geschichte

Gladenbach wurde 1237 als Gerichtsort erstmals urkundlich erwähnt. Zuvor, etwa in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts hatten Gladenbacher Ritter die heute nur noch als Ruine vorhandene Burg Blankenstein erbauen lassen. Diese wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut, zuletzt jedoch 1647 wurde anstelle des Schlosses dann lediglich ein Amtshaus errichtet. Ab 1775 wurden dann die Mauerreste als Steinbruch genutzt. Erst 1937 erhielt Gladenbach das Stadtrecht. [1]

Eingemeindungen

Der Postraub in der Subach

Im Gemeindegebiet, zwischen Mornshausen und Erdhausen, fand 1822 der "Postraub in der Subach" statt. Die Details der Geschichte sind durch einen Polizeibericht überliefert, welcher die Grundlage des Fernsehfilms "Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach" von Volker Schlöndorff darstellt.

Politik

Im Jahr 2004 gab es vier mit großem Polizeischutzaufgebot durchgeführte, legal angemeldete Aufmärsche von auswärtigen Neonazis, die größere Gegendemonstrationen auslösten. Zu letzteren hatte das Bürgerbündnis Gladenbach, ein auf Anregung des Schulleiters Siegfried Seyler gegründeter Zusammenschluss von Kirchen, Jusos, DGB und Bürgern, aufgerufen. Zentrum der rechtsextremistischen Aktivitäten waren Gladenbach, Kirtorf (Vogelsberg) und Marburg. Die größte Gruppe der Rechtsextremisten mit einer Personenanzahl von ca. 30 Rechtsextremisten sowie einem großem Sympathisantenumfeldes ist das Aktionsbündnis Mittelhessen (ABM), ein Zusammenschluss regionaler freier Kameradschaften. Ende 2004 löste sich das ABM eigenständig auf um ein Verbot durch das hessische Innenministerium zu umgehen. Deren Aktivisten führten die Aktivitäten in anderen neonazistischen Gruppen fort. Das Aktionsbündnis Mittelhessen (ABM) war die aktivste und größte neonazistische Gruppe in Hessen (vergl. Verfassungsschutzbericht Hessen 2004).


Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 50,9 19 43,8 16
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 34,8 13 34,6 13
FW Freie Wählergemeinschaft 6,5 2 7,5 3
JL/GRÜNE Junge Liste/Bündnis 90/Die Grünen 4,4 2 5,6 2
ÜPL Überparteiliche Liste 3,4 1 8,5 3
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 49,6 59,9

Wappen

Das Wappen der Stadt zeigt im geteilten Schild: oben in blau, den wachsenden, dreimal von silber (weiß) und rot geteilten, golden gekrönten, hessischen Löwen; unten in grün ein goldenes (gelbes) Schrägkreuz. Der Löwe versinnbildlicht die frühe Zugehörigkeit zu Hessen, das Schrägkreuz steht für den Einfluss der Herren von Merenberg vor dieser Zeit.

Städtepartnerschaften

Gerichtszuständigkeiten

Für Gladenbach sind das Amtsgericht Biedenkopf und das Landgericht Marburg zuständig.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Regelmäßige Veranstaltungen

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Literatur

Vereine

 Commons: Gladenbach – Bilder, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.gladenbach.de/Framesets/unserestadt.htm