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RS09

Der Traktor und Geräteträger RS09 auch als GT122 oder GT124 bekannt, von seinen Fahrern liebevoll „Molli“ oder „Mull“ genannt, wurde der würdige Nachfolger des zwar genial konzipierten, insgesamt jedoch noch recht störanfälligen RS08 und einer der meistgebauten Traktoren der DDR und des Ostblocks insgesamt. Er wurde von 1955 bis 1964, in Kleinserie auch einige Jahre darüber hinaus zunächst im VEB Traktorenwerk Schönebeck und später im VEB Landmaschinenbau Haldensleben in der DDR gefertigt.

Es gab ihn in zwei Grundausführungen, der RS09 bezeichneten, als RS09/122 (Zweizylinder) sowie der als GT124 bezeichneten, als RS09/124 (Vierzylinder). Die ersten RS09 besaßen einen luftgekühlten Zweizylinder-Ottomotor (Benzin) oder einen nicht ganz legal gefertigten ebenfalls luftgekühlten Zweizylinder-Dieselmotor der österreichischen Firma Warchalowski, der später nachlizenziert wurde. Ab 1962 erhielt der nun im VEB Landmaschinenbau Haldensleben weitergebaute, GT124 genannte RS09/124 den im VEB Motorenwerk Cunewalde entwickelten und gefertigten, sogenannten „Cunewalder“, einen luftgekühlten Vierzylinder-Dieselmotor. Eine weitere bauliche Änderung war die zusätzliche Sturzkabine, die das gefürchtete Überrollen des RS09 beim Umkippen verhindern sollte.

Die Geräteträger vom Typ RS09 waren die mit Abstand wichtigsten Arbeitsmaschinen in den LPG und VEG der DDR, selbst die Architektur der Stallgebäude wurden an Spurbreite, Höhe und Wendekreis dieser Maschine angepasst. Auch heute noch sind aufgrund der robusten Ausführung, der Wartungsarmut und der Einsatzvielfalt nicht wenige davon im Einsatz.

Literatur