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Epiphone

Epiphone ist heute eine Marke der „Chicago Musical Instrument Company“, unter der E-Gitarren und E-Bässe vertrieben werden.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Geschichte Epiphones beginnt als Familienunternehmen in Griechenland, wo Anastasios Stathopoulos 1873 sein erstes Instrument baut. Die Familie übersiedelt 1877 in die Türkei, von wo sie 1903 vertrieben, in die USA auswandert. Beim Einwanderungsprozess verliert der Familienname das „s“ am Ende. Gebaut werden vorerst Violinen. 1915 stirbt Anastasios, seine Söhne Epimanondas (Epi) und Orpheus (Orphie) übernehmen die Firmenleitung.

1917 wird begonnen, die Instrumente mit dem Markennamen „the House of Stathopoulo“ zu versehen. 1923 werden hochwertige Banjos gebaut, die mit dem Namen Epiphone versehen werden. 1924 registriert Epimanondas den Namen Epiphone als Marke. 1925 wird die „Favoran Banjo Company“ in Long Island City gekauft und man beginnt mit der Produktion der „Epiphone Recording“ Banjos. 1928 wird das Unternehmen offiziell auf „Epiphone Banjo Co.“ umbenannt. 1931 wird die Produktion von Archtop-Gitarren aufgenommen und damit eine Konkurrenz zur Gibson geschaffen. Epiphone ist somit das einzige Unternehmen, das erfolgreich den Sprung von der Banjo– in die Gitarrenbranche schafft.

1943 stirbt Epi Stathopoulo an Leukämie. Orphie Stathopoulo wird Präsident, Frixo Stathopoulo, der dritte Bruder, Vizepräsident. Die Brüder zerstreiten sich, und Frixo Stathopoulo verkauft seine Anteile 1948. Die Nachkriegszeit ist hart für das Unternehmen, es werden nur wenige Instrumente produziert, hauptsächlich aber Kontrabässe und die „Harry Volpe Model“–Gitarre.

1953 kriselt es bei Epiphone. Die Arbeiter (Gewerkschaft) und die Stathopoulos verkrachen sich, die „C.G. Conn Company“ kauft Epiphone auf und verlagert die Produktion nach Philadelphia. Fälschlicherweise wird weiterhin angegeben, dass die Instrumente noch immer in New York hergestellt werden. Zwei Jahre später bekommen die Stathopoulos die Firma wieder zurück, allerdings werden zwischen 1956 und 1957 kaum noch Instrumente hergestellt.

1957 kauft die „Chicago Musical Instrument Company“ (kurz: CMI), die auch die Gibson Guitar Corporation besitzt, Epiphone für 20.000 US-Dollar. Hiermit wird für Gibson im Bereich der Archtop-Gitarren der größte Konkurrent ausgeschaltet. Als CMI Epiphone übernimmt, nimmt man kurzerhand die übrigen auf Vorrat produzierten Epiphone Teile, mischt diese mit den Gibson Teilen und produziert so neue Epiphones. Aus dieser Zeit (1958 bis 1961) stammt auch eines der bekanntesten Modelle: die „Epiphone Sheraton“. Um 1961 sind alle Epiphone-„Made in New York“-Teile verbraucht und es kommen nur noch Teile aus der Gibsonfabrik zum Einsatz. Somit wird Epiphone nur noch ein anderes Label für Gibson-Gitarren.

Dies geht so bis 1969, nun werden die Epiphones in Japan hergestellt. Als dieser Produktionsstandort zu teuer wird, verlagert man Anfang der 1980er Jahre die Produktion nach Korea, wo nicht in eigenen Werken produziert wird, sondern ausschließlich als Lohnfertigung durch koreanische Hersteller, die auch für andere Marken fertigen und zum Teil fast identische Gitarren unter ihrem eigenen Namen in den Markt brachten (z.B. Samick). Ab Anfang 2000 wird auch in China produziert; seit 2002 gibt es ein Gibson-Werk in Qingdao, das Epiphone-Gitarren produziert. Während die koreanischen Epiphones somit zum Teil eher von Gibson autorisierte Gibson-Kopien waren oder sind (mit generell guter Verarbeitung, aber manchmal Verwendung von Erle statt Mahagoni innerhalb einer Modellserie, je nach Materialverfügbarkeit), sind die Qingdao-Gitarren eher "Gibsons aus China". Die "Elitist"-Serie von E-Gitarren wird in Japan hergestellt, die "Masterbilt"-Akustikgitarren in China.

Epiphone-Bässe

Dass Gibson damals die Epiphone Company aufkaufte, lag nicht nur an der Konkurrenz im Archtopbereich, sondern auch daran, dass man sich die großartigen Upright-Bässe sichern wollte, die damals unter dem Namen "Embassy" bekannt waren. Unterstützend zum mittlerweile breiten Epiphone-Bassangebot bietet Epiphone heute wieder Embassybässe an, die allerdings mit dem damaligen Uprightbass nichts zu tun haben. Es sind grundsolide E-Bässe, die vom Einsteigermodell "Embassy Special" über das Standardmodell "Embassy Standard" bis hin zum fünfsaitigen "Embassy 5-String" für jeden etwas bieten. Unter dem Epiphone-Label erscheinen auch, wie bei den Gitarren, in Asien gefertigte Versionen der bekannten Gibson-Bässe wie Thunderbird und EB-3. Der kleine Bruder des EB-3, der EB-0, ist ein Shortscalebass und hat einen geschraubten Hals, der EB-3 ist ein Longscale-Bass mit zwei Pickups und eingeleimtem Hals. (Während der aktuell wieder aufgelegte EB-3 oder "SG reissue bass" von Gibson eine kurze Mensur hat.)

Seriennummercodierung

Die Seriennummern geben nach Einträgen in verschiedenen Internet-Foren folgenden Aufschluss:

Beispielnummer:U8034853 U= Unsung 8= 1998 03 = März ( = 3. Monat) 4853= Produktionsnummer

siehe auch http://www.guitardaterproject.org

Siehe auch

 Commons: Epiphone – Bilder, Videos und Audiodateien