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Wuppertal

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 16′ N, 7° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Höhe: 100–350 m ü. NN
Fläche: 168,41 km²
Einwohner: 356.420 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 2116 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 42001–42399 (alt: 5600)
Vorwahlen: 0202,
02058 (Wülfrath), 02053 (Neviges)
Kfz-Kennzeichen: W
Gemeindeschlüssel: 05 1 24 000
Stadtgliederung: 10 Stadtbezirke
Adresse der Stadtverwaltung: 42269 Wuppertal
Webpräsenz:
www.wuppertal.de
Oberbürgermeister: Peter Jung (CDU)
Lage der Stadt in Nordrhein-Westfalen

Wuppertal ist die größte Stadt des Bergischen Landes und versteht sich als Hauptstadt, Wirtschafts-, Industrie- und Kulturzentrum dieser Region. Die „Großstadt im Grünen“ liegt südlich des Ruhrgebiets etwa in der geographischen Mitte der Metropolregion Rhein-Ruhr, zirka 30 Kilometer östlich von Düsseldorf, etwa 40 Kilometer nordöstlich von Köln und zirka 23 Kilometer südöstlich von Essen.

Die Universitätsstadt Wuppertal ist mit rund 360.000 Einwohnern siebzehntgrößte Stadt Deutschlands und eines der Oberzentren des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen.

Neben der weltberühmten Schwebebahn ist die Stadt vor allem bekannt für das international renommierte Tanztheater Pina Bausch, den landschaftlich reizvollen Zoo, die historische Stadthalle sowie das Von-der-Heydt-Museum für bildende Kunst.

Inhaltsverzeichnis

Stadtgründung

Die Stadt Wuppertal wurde zum 1. August 1929 durch Vereinigung der kreisfreien Städte Elberfeld (Großstadt seit etwa 1883) und Barmen (Großstadt seit etwa 1884), der Städte Cronenberg, Ronsdorf und Vohwinkel sowie des Ortsteils Beyenburg der damaligen Stadt Lüttringhausen (heute zu Remscheid gehörig) unter dem Namen Barmen-Elberfeld als kreisfreie Stadt gegründet. Im Jahr 1930 erfolgte nach einer Bürgerbefragung die Umbenennung in Wuppertal, womit die geographische Lage der Stadt an der Wupper zum Ausdruck gebracht wurde.

Diese Städtefusion spiegelt sich auch heute noch im Stadtbild wider. So hat Wuppertal mit Elberfeld und Barmen nach wie vor zwei größere urbane Zentren und fünf weitere Stadtteile (Beyenburg, Cronenberg, Langerfeld, Ronsdorf und Vohwinkel) mit überwiegend kleinstädtischen Elementen. Von nahezu jedem Ort aus lässt sich in kurzer Zeit eine erholsame Grünzone oder ein ausgedehntes Waldgebiet auf den Höhen erreichen.

Geographie

Wuppertal liegt in einem Bogen der Wupper entlang der Grenze zum Niederbergischen im Norden und den Oberbergischen Hochflächen im Süden. Aufgrund der erheblichen Höhenunterschiede innerhalb des Stadtgebiets gibt es zahlreiche steile Straßen und viele Treppen. Daher gilt Wuppertal als die Stadt Deutschlands mit den meisten öffentlichen Treppen. Wuppertal wurde wegen seiner zahlreichen steilen, geraden Straßen (zum Beispiel in der Elberfelder Nordstadt) auch als „San Francisco“ Deutschlands bezeichnet.

Die Länge der Stadtgrenze beträgt 94,5 Kilometer, die Länge der Wupper im Stadtgebiet 33,9 Kilometer. Höchster Punkt im Stadtgebiet ist Lichtscheid mit 350 Meter über NN, der tiefste Punkt im Stadtgebiet liegt an der Wupper bei Müngsten mit 100 Meter über NN.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an Wuppertal; sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:

Hattingen, Sprockhövel, Schwelm und Ennepetal (alle Ennepe-Ruhr-Kreis), Radevormwald (Oberbergischer Kreis), Remscheid und Solingen (beides kreisfreie Städte) sowie Haan, Mettmann, Wülfrath und Velbert (alle Kreis Mettmann).

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Wuppertals ist in zehn Stadtbezirke eingeteilt.

Die Stadtbezirke sind für statistische Zwecke in insgesamt 69 Quartiere unterteilt.

Siehe hierzu Liste der Stadtbezirke und Stadtteile von Wuppertal

Geschichte

Vorbemerkung

Die Stadt Wuppertal besteht, abgesehen von einer kleineren Gebietsreform in 1975, in der heutigen Form erst seit dem Jahr 1929. Die in diesem Jahr zu Wuppertal vereinten Städte und Gemeinden besitzen eine lange eigene Geschichte, die detailliert in den jeweiligen Artikeln zu den Vorgängerkommunen aufgeführt wird.

Frühgeschichte und Mittelalter

Erste Spuren von Menschen im Tal der Wupper gehen auf das Jahr 1000 v. Chr. zurück. Eine zwei Mal drei Meter große bronzezeitliche Fundstelle mit Bruchstücken von Keramik wurde im Jahr 2003 bei Erdarbeiten unter dem Deweerth’schen Garten in Elberfeld entdeckt.

Ab dem 7. Jahrhundert erfolgte die relativ späte und spärliche Besiedelung des Wupperraums durch germanische Volksstämme. Einzelne Höfe Barmens werden aufgrund von topnomastischen Forschungen auch ohne urkundliche Belege auf eine Besiedlung durch die unter sächsischer Herrschaft stehenden Borchter im 8. bis 9. Jahrhundert datiert. Die Region war lange Zeit Grenzgebiet zwischen dem Herrschaftsraum der Franken und Sachsen, was größere Siedlungsstrukturen verhinderte. Karl der Große ließ in Folge zur Sicherung des Wuppergebiets fränkische Herrenhöfe anlegen, unter anderem vermutlich auch Elberfeld. Der Bau einer Kirche in Sonnborn ist um 874 belegt. Der in Corvey wirkende Geschichtsschreiber Widukind berichtete gegen Ende des 10. Jahrhunderts von dem ersten Herren einer Fliehburg Elberfeld. Diese Fliehburg war ab 955 im Besitz des Kölner Erzbischofs und diente vermutlich als Versorgungsstation an der Heerstraße nach Soest.

Urkunden belegen die ursprünglichen Vorgängersiedlungen der heutigen Stadt Wuppertal größtenteils etwa um die erste Jahrtausendwende. Sie wurden wie folgt erstmals gesichert urkundlich erwähnt: Cronenberg 1050, Barmen 1070, Elberfeld 1161, Schöller 1182, Ronsdorf 1246, Beyenburg 1298 (einzelne Ortslagen bereits 1189), Langerfeld 1304, Dönberg 1355 und Vohwinkel 1356.

Nach der Gründung des Deutschen Reiches im 10. Jahrhundert setzte die große Rodungszeit im Wuppergebiet ein, die bis ins 16. Jahrhundert dauerte. Damit verbunden waren viele neue Siedlungen und ein Ausbau der Herrenhöfe zu Burgen. 1101 wurde Adolf von Berg erstmals urkundlich als Graf erwähnt. Die Grafen und später Herzöge von Berg erwarben durch Kauf, Heirat, Erbschaft und Verpfändungen im Laufe der nächsten Jahrhunderte den größten Teil des heutigen Wuppertaler Stadtgebiets und verwalteten es durch die Burg Elberfeld und die Burg Beyenburg.

Geschichte Elberfelds

Wie oben erwähnt ist die Entstehung Elberfelds ohne nähere urkundliche Belege. Die Chroniken Widukinds sprechen von einem sächsischen Burgherrn Droste Brüning, Lehnsmann Kaiser Konrad I.. Nach dessen Tod beanspruchte laut Widukind Eberhard von Franken die Burg. Trotz Belagerung konnte er seine Ansprüche nicht durchsetzen. 1161 wurde ein Schulte (villicus) vom Tafelhof Elverfeldt erstmals urkundlich erwähnt. Der Erzbischof von Köln verpfändete 1176 Elberfeld an den Grafen Engelbert von Berg. Nach wechselnden Herrschaftsverhältnissen blieb Elberfeld ab 1428 nun ständiger bergischer Besitz. Elberfeld wurde ab 1444 als „Freiheit“ bezeichnet (1530 als Stadt) und hatte damit eine städtische Ratsverfassung. Das Stadtprivileg wurde jedoch erst 1610 erteilt und 1623 erweitert. Am 22. Mai 1687 zerstörte ein Stadtbrand 350 Häuser und das gesamte Ortszentrum, erst 1707 wurde das Rathaus neu aufgebaut. Nach dem Übergang an Preußen 1815 wurde Elberfeld Sitz eines Landkreises, der aus den Bürgermeistereien Elberfeld und Barmen gebildet wurde. Ihm wurden 1820 die Gemeinden des Landkreises Mettmann angegliedert.

Geschichte Barmens

siehe auch Hauptartikel Barmen

Der Name Barmen wurde 1070 das erste Mal als Barmon in einer Abgabenliste des Klosters Werden urkundlich erwähnt. 1244 gingen die Güter in Barmen („Bona de Barme“) aus dem Besitz des Grafen Ludwig von Ravensberg in den des Grafen von Berg über. Die dazugehörige Vertragsurkunde ist die zweite urkundliche Erwähnung Barmens. Barmen war also zunächst die Sammelbezeichnung für ein Gebiet, das aus einem lockeren Verbund von Einzelhöfen und Siedlungsplätzen bestand. 1399 wird schließlich erstmals die Verwaltungszugehörigkeit Barmens zu dem frisch gegründeten bergischen Amt Beyenburg deutlich. Hauptort war Gemarke. 1808 wurde Barmen zur Stadt erhoben und gehörte ab 1815 zum Landkreis Elberfeld. Die Bürgermeisterei Barmen bestand aus der Stadt Gemarke, dem Flecken Wupperfeld (ab 1780 entstanden), den Dörfern Heckinghausen, Rittershausen und Wichlinghausen, dem Weiler Karnap und 58 kleineren Ortschaften und Gehöften.

Das Zusammenwachsen

1861 schieden Elberfeld und Barmen aus dem Landkreis Elberfeld aus und wurden kreisfreie Städte. Der verbleibende Rest des Landkreises Elberfeld wurde in Landkreis Mettmann (ab 1929 Landkreis Düsseldorf-Mettmann und ab 1975 erneut inKreis Mettmann) umbenannt.

Ab 1885 wurden im Stadtkreis Barmen nur noch sieben Wohnplätze unterschieden: Stadt Barmen, Hatzfeld, Lichtenplatz, Westen, Heckinghausen, Heidt, Karnap. 1922 erfolgte die Eingliederung der Gemeinden Langerfeld und Nächstebreck. In Elberfeld unterschied man 1885 insgesamt 20 Wohnplätze: Stadt Elberfeld, die Weiler Arrenberg, Hahnerberg, Hipkenberg, Ruthenbeck, Steinbeck, Stockmannsmühle, Theishahn, Uellendahl, Weinberg, Wolfshahn und Wüstenhof, ferner einzelne Häuser wie Funkloch. Später wurden weitere Güter erworben, so etwa Buchenhofen, Evertsaue, Kirberg und Schloss Lüntenbeck.

Wirtschaftlicher Aufschwung und Vereinigung

Barmen-Elberfeld war seit dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts eines der größten Wirtschaftszentren des Deutschen Reiches, noch vor dem Ruhrgebiet, das einen Gutteil seines Aufschwungs der Funktion als Rohstofflieferant der Wuppertaler Region zu verdanken hatte und sich erst später entwickelte. Zahlreiche historische Transportstrecken führten zu den Stadtkreisen, wie die Bergische Eisenstraße oder mehrere Kohlenwege aus dem Ruhrgebiet. Die heutige Bundesstraße 7 (B 7) nach Hagen war eine der allerersten befestigten Straßen in Preußen. Eine bereits relativ frühe Industrialisierung basierte auf der starken Nutzung der Wasserkraft als Antrieb etwa für Hammerwerke oder sonstige Maschinen.

Der Eisenbahnbau nach Barmen-Elberfeld wurde frühzeitig von Düsseldorf (Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn-Gesellschaft) mit der ersten dampfbetriebenen Eisenbahnstrecke im Westen Deutschlands und von Essen mit der 1831 gegründeten Prinz-Wilhelm-Eisenbahn-Gesellschaft forciert. Der Streckenbau nach Köln und Hagen (Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft) folgte Mitte des 19. Jahrhunderts. Mehrere Gesellschaften erschlossen eigene Trassen durch das Stadtgebiet. Auch hier standen die benötigte Transportkapazität für Rohstoffe und der weltweite Versand der Erzeugnisse im Vordergrund.

Das Bahnnetz erlaubte in seiner Vollausbaustufe den direkten Anschluss von Cronenberg (Burgholzbahn), Solingen (Korkenzieherbahn) und (Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn), Remscheid (Bahnstrecke Wuppertal–Opladen/Solingen und Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn), Essen (Bahnstrecke Wuppertal-Vohwinkel–Essen-Überruhr), Witten (Elbschetalbahn), Hattingen (Bahnstrecke Wuppertal-Wichlinghausen–Hattingen), Gevelsberg-Silschede (Bahnstrecke Schee–Silschede), Mettmann (Bahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd), Velbert (Niederbergbahn), Ratingen (Angertalbahn), dem Oberbergischen Land (Wippertalbahn) und dem märkischen Sauerland (Wuppertalbahn) mit jeweils einer eigenen Strecke.

Das Barmen-Elberfelder Straßenbahnnetz zählte zu den vier größten des Deutschen Reichs und reichte von Hagen im Osten bis nach Düsseldorf-Benrath im Westen und von Essen im Norden bis nach Wermelskirchen im Süden.

Um die Jahrhundertwende 1900 brachten Kleineisenhandwerk und Textilindustrie mit florierender Produktion und beachtlichem Handel beiden Städten einen kräftigen Wachstumsschub, der freilich den Ersten Weltkrieg nicht überdauerte. 1920 ging der Widerstand gegen den Kapp-Putsch von Elberfeld aus, wo sich Vertreter von KPD, USPD und SPD getroffen, in einem gemeinsamen Aufruf zum Widerstand gegen die Putschisten durch Streik und Erringung der politischen Macht aufgerufen und so den Ruhraufstand in Gang gesetzt hatten. Der Ruhraufstand führte auch in Wuppertal zu schweren und opferreichen Kämpfen zwischen Freicorps und Polizei auf der einen sowie bewaffneten Arbeitern der Roten Ruhrarmee auf der anderen Seite.

Die Vereinigung von Elberfeld und Barmen erfolgte zum 1. August 1929.

1934 formierte sich der christliche Widerstand gegen Hitler in Wuppertal in der Barmer Bekenntnissynode. Unter der Federführung von Karl Barth verabschiedete die von Reformierten, Lutherischen und Unierten gebildete Bekennende Kirche die Barmer Erklärung, das wichtigste Dokument kirchlicher Ablehnung der Naziherrschaft.

Zweiter Weltkrieg und Nachkriegsgeschichte

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt durch schwere Angriffe der Alliierten (zweimal mit mehreren tausend Toten) zu großen Teilen zerstört. Die historische Bausubstanz in den urbanen Hauptzentren wurde bis auf wenige Ausnahmen zerstört oder so schwer beschädigt, dass etliche sehenswerte Gebäude der Gründerzeit abgerissen werden mussten. Zum Opfer fielen kulturhistorisch bedeutende Gebäude wie beispielsweise die Barmer Stadthalle und das weltweit zweite Planetarium, aber auch hunderte der alten Bürgerhäuser.

Die heute von vielen als unattraktiv empfundenen Zentrumsbereiche Elberfelds und Barmens verdanken ihr Aussehen dieser Zerstörung und den vermeintlich „modernen“ Bauplanungen der 1950er Jahre, die vor allem die schnelle Errichtung von funktionellen wie schnörkellosen Baukörpern und die Schaffung breiter Straßenschneisen für den wachsenden Individualverkehr im Blick hatten. Überlegungen, auch das schwer zerstörte Schwebebahngerüst abzureißen, wurden schnell verworfen.

Die Stadt konnte insgesamt einen guten Neuanfang machen. Die Textilindustrie war bis weit in die siebziger Jahre wesentlicher wirtschaftlicher Faktor der Stadt, bis diese durch die Globalisierung des Textilmarktes an Bedeutung verlor. Weltweit führend ist Wuppertal heute vor allem noch in der Werkzeugfertigung.

Der Strukturwandel machte Wuppertal als Industriestadt ähnlich wie den Ruhrgebietsstädten schwer zu schaffen. Während das Ruhrgebiet seit den 1980er Jahren öffentliche Mittel für den Strukturwandel zur Verfügung gestellt bekam, wurde Wuppertal mit seinen gleichgelagerten Problemen von Seiten der Landesregierung fast vollkommen allein gelassen. Erst durch den großen persönlichen Einsatz der Wuppertaler Oberbürgermeister Hans Kremendahl und Peter Jung in Form von politischer Arbeit und medienwirksamen Protestaktionen findet allmählich ein Umdenken statt.

Im Zuge der Gemeindereform 1975 wurden weitere Gebiete nach Wuppertal eingegliedert. Damit erreichte das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung.

Aussicht über Wuppertal-Elberfeld
Der „Ölberg“ in Wuppertal-Elberfeld
Wuppertal Barmen bei Nacht

Stadtstruktur

Der Stadtkörper Wuppertals stellt als räumliche Typologie eine Besonderheit dar. Die heutige Gesamtstadt ist durch die Genese aus mehreren Einzelstädten und -dörfern zwar im gemeinsamen Tal eindeutig fixiert, zugleich jedoch dezentral organisiert. Die geographisch-topographische Lage bedingt den Zusammenhalt als städtische Einheit, die auch historisch und strukturell logisch-zwingend ist (gemeinsame Industriegeschichte, ähnliche Wachstumsbedingungen und Identifikation bereits lange vor der Fusionierung). Historisch gesehen war Barmen aber immer eher die Arbeiterstadt, in der die Fabrikation der Waren dominierte, und in Elberfeld (z.B. Briller Viertel) wohnten die Firmenbesitzer; dort dominierte der Handel.

Durch die längliche ost-westliche Tallage ergibt sich nun ein geradliniges Agglomerationsband, das stadträumlich als Typ keine Parallele im Deutschen Raum hat. Entlang einer Achse aus Hauptverkehrsstraße (Bundesstraße 7), Haupteisenbahnlinie und Fluss mit dem örtlichen Hauptverkehrsmittel, der Schwebebahn, reihen sich alle wichtigen Funktionen der Stadt auf einer Länge von etwas weniger als 15 Kilometer aneinander.

Hierdurch ist eine klare Zentrenbildung erschwert, was heute als strukturelle Schwäche im Wettbewerb der Nachbarstädte erkennbar wird: Die immer noch konkurrierenden Mittelpunkte der beiden annähernd gleichgewichtigen Großstädte Barmen und Elberfeld behindern die Entwicklung einer kritischen Zentrumsgröße, die eine Anziehungskraft im Verhältnis zur Gesamteinwohnerzahl somit nicht entfalten können. Die schleichende Verlagerung aller kommerziellen Gewichte ins Elberfelder Zentrum kann diesen Zustand nur unzureichend ausgleichen. Außerdem sind hiermit strukturelle Ausblutungseffekte im Barmer Innenstadtkern verbunden.

Die Vorzüge der Bandstadt stellen sich in der äußerst einfachen Verkehrsführung dar, die konsequent auf den Talverlauf bzw. auf seine Parallelen (u. a. A 46 am Nordhang des Tals) konzentriert ist. Damit lassen sich die Personenströme hoch effizient bündeln. Die Installation eines schnellen autonomen Verkehrsmittels wie der Schwebebahn führt somit zu einem Idealangebot und ist nach wie vor hoch frequentiert und funktional, jenseits aller historischen Romantik angesichts dieses verkehrstechnischen Denkmals. Die urbanistische Wahrnehmung der Stadt führt zu einer der Tallänge entsprechenden optischen Vergrößerung, da innerhalb des Zentrumsbandes ein mehr oder weniger kontinuierlicher städtischer Dichtegrad erlebt wird.

Der topographisch bedingt häufig mögliche Überblick über die Talstadt zeigt diese in scheinbarer Größe, was subjektiv ebenfalls verstärkend wirkt. Ein weiterer Vorteil der Bandstadt ist ihre parallele Begleitung durch nahegelegene Grünflächen bzw. Hangwälder, die das Ausweichen aus dem Tal in grüne Randbereiche bereits nach wenigen hundert Metern erlauben. Somit sind auch zahlreiche gründerzeitlich-hochwertige Villengebiete äußerst zentrums- bzw. talbandnah gelegen (Briller Viertel, Zoo-Viertel, mittelbar auch Elberfelder Südhöhen und Barmer Toelleturmgegend).

Da die Entwicklung zur Bandstadt ihren Ursprung in der industriellen Nutzung des Wuppertales bzw. der Wupper selbst hat, ergeben sich durch den seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts endgültig einsetzenden Strukturwandel (De-Industrialisierung) zahlreiche Verfalls- und Leerflächen inmitten des Zentrumsbandes der Stadt. Dies bewirkt eine subjektive (optische) wie auch objektive Strukturschwäche (Entvölkerung, De-Funktionalisierung) gerade im Innenstadtbereich, die nicht ausreichend mit nachwachsenden Tertiärnutzungen (Dienstleistungen, Verwaltung) gefüllt werden kann. Die eher mittelständische Industriestruktur führt in Wuppertal nicht zu ausreichenden Modernisierungseffekten, die etwa nun zu wissenschaftlichen oder administrativen Zentrumsaufgaben führen würden.

Dies ist im Übrigen ebenfalls ein Ergebnis der geographischen Lage, da eine Ansiedlung von Großindustrie im engen Wuppertal nicht möglich war; bereits der hier entstandene Bayer-Konzern musste mangels Erweiterungsmöglichkeit Anfang des 20. Jahrhunderts ausweichen und expandierte im noch in der mittleren Umgebung Wuppertals gelegenen Leverkusen. Die genannte funktionale oder tatsächliche Brachflächenbildung führt zu einer stärkeren Schwächung des Stadtzusammenhangs, als dies bei zentral-radial organisierten Städten ähnlicher Größe auftreten würde. Die aus den Nutzungsveränderungen bedingten Suburbanisierungsprozesse entlang der Talachse unterstützen diese Schwächung.

Grundsätzlich bietet die Bandstadt-Struktur interessante Potenziale der funktionalen Optimierung wie auch der Erzeugung besonderer urbaner Wahrnehmung. Diese können üblicherweise innerhalb von Bandstädten durch die optische wie funktionale Pflege der Zentrumsfunktion des ganzen Bandes (durchaus mit örtlich spezifischen, unterschiedlichen Schwerpunkten) genutzt werden. Faktoren sind: Die städtische Dichte, die erlebbare Bandlinie (unter anderem durch optische Identifikationsverstärker – wie unter anderem durch die Schwebebahn als grünes Stahlband bereits hergestellt), das perlenkettenartige Auftauchen wichtiger Objekte, Gebäude und Landmarken entlang der Zentrumsachse.

Die Ursachen für die Bandstadt-Bildung sind zugleich die begrenzenden Faktoren der Stadtentwicklung für Wuppertal: Die Topographie lässt die Erweiterung von Gewerbe- und Industrieflächen kaum zu. Dies unterscheidet die natürlich gewachsene Bandstadt Wuppertal von künstlichen Planungen der Moderne, wie es beispielsweise Berlin nach dem Krieg werden sollte (Hans Scharoun et. al.), wie es Brasília zu Beginn seiner Idealplanung war oder auch seit den 90er Jahren die Stadt Shenzhen in China, als langes Band am Rande der Grenze zu Hongkong gelegen.

Religionen

Wuppertal gilt als die Stadt Deutschlands mit den meisten unterschiedlichen Religionen und Gemeinden mit großer konfessioneller Vielfalt. Der heutige Stadtteil Ronsdorf zum Beispiel wurde für eine religiöse Gemeinde gegründet.

Das Gebiet der heutigen Stadt Wuppertal gehörte ursprünglich zum Erzbistum Köln, Elberfeld zum Archidiakonat des Domdekans und zum Dekanat Neuss. Zum Kirchspiel Elberfeld gehörte auch Unterbarmen. Oberbarmen hingegen war Teil des Archidiakonats St. Georg im Dekanat Lüdenscheid. Erst um 1300 wurde Elberfeld eine eigene Gemeinde, nachdem sie zuvor zu Richrath gehörte.

Turm der Alten reformierten Kirche Elberfeld

In Elberfeld wurde 1566 durch Peter Loh die Reformation nach reformiertem Bekenntnis eingeführt. Während der spanischen Besatzung wurde der evangelische Gottesdienst zwischen 1625 bis 1627 vorübergehend verboten. Ab 1690 gab es auch eine lutherische Gemeinde. Nach dem Übergang der Stadt an Preußen unterstanden die reformierten und lutherischen Gemeinden Elberfelds zunächst dem Konsistorium in Düsseldorf, dann in Köln und schließlich ab 1822 in Koblenz, das seinerzeit Sitz der rheinischen Provinzialkirche wurde (heute Evangelische Kirche im Rheinland). Elberfeld wurde Sitz einer Kreissynode (heute Kirchenkreis), zu dem auch die evangelischen Gemeinden von Sonnborn, Vohwinkel, Cronenberg und Ronsdorf gehörten und bis heute gehören, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt.

Auch in Barmen, das aus einer Vielzahl von Siedlungen hervorging, wurde im 16. Jahrhundert die Reformation eingeführt. Doch trennte sich die reformierte Gemeinde Gemarke erst 1702 von der Pfarrei Schwelm. Die lutherische Gemeinde Wichlinghausen erst 1744. Von dieser trennte sich 1778 die Wupperfelder Gemeinde ab. Unterbarmen gehörte kirchlich zu Elberfeld. Auch Barmen wurde in preußischer Zeit Sitz einer Kreissynode (heute Kirchenkreis), zu dem heute alle protestantischen Gemeinden des Stadtteils Barmen gehören, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt.

Auch in den anderen heutigen Wuppertaler Stadtteilen wurde im 16. Jahrhundert die Reformation meist nach reformiertem Bekenntnis eingeführt. Später gab es auch lutherische Gemeinden. In einigen kleineren Orten entstanden erst sehr spät eigene reformierte beziehungsweise lutherische Gemeinden, so etwa in Beyenburg 1854 und in Vohwinkel 1886.

Wenngleich in ganz Preußen 1817 die Union zwischen reformierten und lutherischen Gemeinden eingeführt wurde, so blieben die jeweiligen Gemeinden in ihrer Wahrnehmung jedoch ihren bisherigen Traditionen treu. So unterscheidet man heute in Wuppertal nach wie vor zwischen reformierten und lutherischen Gemeinden innerhalb der unierten Landeskirche. Einige Gemeinden wurden jedoch auch von Anfang an als „unierte“ Gemeinden gegründet. Hierzu gehört die unierte Gemeinde Unterbarmen. Als Reaktion auf die Rheinisch-Westfälische Kirchenordnung 1835, die eine vereinheitlichte Liturgie für die preußischen protestantischen Kirchen vorschrieb, trennten sich aus Bekenntnisgründen eine altlutherische Kirchengemeinde und die Niederländisch-reformierte Gemeinde von der unierten preußischen Kirche. Noch heute gibt es zwei lutherische Kirchengemeinden (in Barmen und Elberfeld), die zum Kirchenbezirk Rheinland der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche gehören, und die Niederländisch-reformierte Gemeinde, die sich der Evangelisch-altreformierten Kirche in Niedersachsen angeschlossen hat.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Wuppertal-Barmen berühmt durch die Bekenntnissynode, die in der Zeit vom 29. bis 31. Mai 1934 in der Kirche Gemarke stattfand. Sie wurde von der Bekennenden Kirche einberufen und von lutherischen, reformierten und unierten Abgeordneten besucht. Hier entstand die so genannte Barmer Theologische Erklärung, die als eine der Bekenntnisgrundlagen der evangelischen Kirche gilt.

Heute bilden die evangelischen Christen mit 35,3 Prozent bzw. rund 126.000 Gläubigen die größte religiöse Gruppe in Wuppertal [2].

Die wenigen Katholiken Wuppertals gehörten auch nach der Reformation zum Erzbistum Köln. So gab es etwa in Elberfeld 1658 nur noch sechs, in Barmen 1708 nur noch drei katholische Familien. In Barmen wurde jedoch zwischen 1708 und 1721 wieder eine katholische Kirche gebaut, die von Franziskanern aus Wipperfürth pastorisiert wurde. Um 1800 gab es in Barmen bereits 2000 Katholiken. Im 19. Jahrhundert nahm der Anteil der katholischen Bevölkerung im gesamten Wuppertal stark zu. 1830 wurden in Elberfeld bereits 5.800 Katholiken gegenüber 24.300 Protestanten gezählt. In beiden Städten entstanden mehrere Pfarrgemeinden. Sowohl Elberfeld als auch Barmen wurde Sitz eines Dekanats innerhalb des Erzbistums Köln. Beide Dekanate bilden heute zusammen das „Stadtdekanat Wuppertal“. Zum Dekanat Elberfeld gehören auch die Pfarrgemeinden Cronenberg, Ronsdorf (früher zu Barmen) und Vohwinkel, zum Dekanat Barmen die Pfarrgemeinden Langerfeld und Beyenburg. Heute leben rund 82.000 Katholiken in der Stadt, was einer Quote von 23 % entspricht [2].

Zu den frühen freikirchlichen Gemeindegründungen gehören die einer deutsch-katholischen Gemeinde (1840), der Niederländisch-reformierten Gemeinde (1847), einer altlutherischen Gemeinde (1847), der ersten Baptistengemeinde (durch Julius Köbner 1852), der Freien evangelischen Gemeinde Elberfeld-Barmen (durch Hermann Heinrich Grafe 1854) und einer altkatholischen Gemeinde (um 1870). Die Neuapostolische Kirche zählt in Wuppertal ungefähr 2.000 Mitglieder, verteilt auf 10 Gemeinden. Zu den „christlichen Sondergemeinschaften“ zählen unter anderem die Zeugen Jehovas, deren erste deutsche Niederlassung sich (1903) in Elberfeld befand.

Merkez-Moschee Elberfeld

Die Anzahl der Muslime in Wuppertal wird amtlich auf rund 28.000 geschätzt. Davon sind geschätzte 60 % türkischer Herkunft, etwa ein Viertel der Muslime dürften Einwanderer aus Marokko [2] sein. Sie sind überwiegend Sunniten und organisieren sich in verschiedenen Gemeinden, die in etwa die verschiedenen Gruppierungen türkischer religiöser Vereine (DİTİB, VIKZ, Milli Görüş) in Deutschland repräsentieren. Daneben gibt es auch zwei Gemeindezentren der Aleviten sowie einige arabischsprachige Gemeinden.

Jüdische Gemeindemitglieder gab es in Elberfeld erst wieder ab 1694, nachdem sie 1595 auf Befehl des Herzogs von Berg vertrieben worden waren. In Barmen wurden 1802 zwei Familien gezählt. Im Jahre 1861 konnten die Juden beider Städte eine gemeinsame israelitische Gemeinde gründen, die jedoch in der Zeit der Nationalsozialisten unterging. Die Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal erinnert seit 1994 am ehemaligen Standort der Elberfelder Synagoge an die jüdische Gemeinde in Wuppertal, deren Mitglieder während der Naziherrschaft fast vollständig vertrieben und ermordet wurden. Durch den Zuzug von Juden aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion stieg die Zahl der Gemeindemitglieder in den 1990er Jahren von 65 auf über 2.000 Personen, was 0,6 Prozent der Wuppertaler Bevölkerung entspricht[2]. Am 8. Dezember 2002 wurde mit der Bergischen Synagoge in Barmen wieder ein Synagogen-Neubau eingeweiht.

Dem jüdisch-christlichen Dialog widmet sich die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Wuppertal e.V. [3].

Im interreligiösen Arbeitskreis Runder Tisch Wuppertal, an dem sich die jüdische Kultusgemeinde, die evangelische und die katholische Kirche sowie die örtliche islamische Gemeinde beteiligen, wird alljährlich ein jüdisch-christlich-muslimischer Kalender erarbeitet und herausgegeben.

Siehe auch: Liste religiöser Gemeinden in Wuppertal, Liste Wuppertaler Sakralbauten

Eingemeindungen

Bereits im Jahre 1807 wurde der Ort Sonnborn nach Elberfeld eingemeindet, jedoch später wieder ausgegliedert und 1888 erneut eingemeindet. 1922 kamen Langerfeld und Nächstebreck zu Barmen. Am 1. August 1929 fusionierten auf Grund des Gesetzes über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes Barmen, Elberfeld, Cronenberg, Vohwinkel, Ronsdorf sowie der Ortsteil Beyenburg der damaligen Stadt Lüttringhausen und Teile von Haan, Wülfrath, Hardenberg-Neviges, Schöller, Gruiten und Gennebreck zur Stadt Barmen-Elberfeld.

Am 25. Januar 1930 wurde die neue kreisfreie Stadt in Wuppertal umbenannt. Schließlich erfolgte am 1. Januar 1975 im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform die Eingliederung der Ortsteile Dönberg (vorher Stadt Neviges) und Dornap (vorher Stadt Wülfrath) sowie der Gemeinde Schöller (vorher Amt Gruiten), die alle bis dahin zum Kreis Mettmann gehörten.

Einwohnerentwicklung

Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Wuppertal

1884 überschritten die Bevölkerungszahlen der Städte Barmen und Elberfeld die Grenze von jeweils 100.000, wodurch beide zu Großstädten wurden. 1929 schlossen sich folgende Gemeinden zur Stadt „Barmen-Elberfeld“ (ab 1930 Wuppertal) mit 415.000 Einwohnern zusammen (in Klammern die Einwohnerzahl der Volkszählung vom 16. Juni 1925): Barmen (187.239), Elberfeld (167.025), Vohwinkel (16.105), Cronenberg (14.039) und Ronsdorf (12.526). Im Jahre 1963 erreichte die Bevölkerungszahl mit 423.453 ihren historischen Höchststand. Am 31. März 2008 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Wuppertal nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 355.361. Die Bevölkerungsprognose des Landesamtes sieht eine rückläufige Einwohnerzahl für Wuppertal voraus. Demnach wird geschätzt, dass im Jahr 2025 noch etwa 324.500 Einwohner in der Stadt leben.

Sprache

siehe Hauptartikel Dialekte in Wuppertal

Ursprünglich lag Wuppertal auf der Sprachgrenze zwischen rheinischen (ripuarischen), südniederfränkischen und oberbergischen Mundarten. Heute herrscht Hochdeutsch mit geringem rheinisch-niederfränkischem Substrat vor.

Politik

In Elberfeld gab es bereits ab 1444 eine städtische Ratsverfassung mit einem Bürgermeister, einem Rat, einem Schultheißen und Schöffen. Nach der offiziellen Stadterhebung 1610 leitete ein herzoglicher Amtmann jährlich am 1. Mai die Wahlen zum Bürgermeister, zu den Ratsverwandten (Senatoren) und den Beigeordneten. Ab 1807 wurde die Stadtverwaltung nach französischem Vorbild eingeführt. Ab 1845 galt die rheinische Gemeindeordnung, ab 1857 die rheinische Städteordnung. An der Spitze der Stadt stand in der Folgezeit der Oberbürgermeister.

In Barmen wurde nach der Stadterhebung 1808 zunächst die Munizipalverfassung mit einem Direktor an der Spitze der Stadt eingeführt. Ihm standen zwei Beigeordnete und 20 Munizipalräte zur Seite. 1809 leitete ein Maire die Stadt und später ein Bürgermeister. Spätestens seit 1861, als Barmen zur kreisfreien Stadt erhoben wurde, war auch hier ein Oberbürgermeister für die Leitung der Stadt zuständig.

Nach der Vereinigung zur neuen Stadt Barmen-Elberfeld leitete der bisherige Barmer Oberbürgermeister zunächst die Gesamtstadt. Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt. Er war ehrenamtlich tätig. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. Diese Regelung galt bis 1996, dann wurde die Doppelspitze aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird direkt vom Volk gewählt.

Oberstadtdirektoren von Wuppertal

Stadtrat

Der Rat der Stadt Wuppertal hat gegenwärtig (Stand: Juni 2008) 74 Sitze (mit Überhangmandaten), die sich auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen:

CDU SPD GRÜNE FDP WfW DIE LINKE REP FWG* Gesamt
2004 28 21 9 5 4 3 2 2 74

Die nächste Wahl findet 2009 statt.

* Die Mitglieder der FWG Wuppertaler Generationenbündnis waren ursprünglich Mitglieder der Grauen respektive der WfW-Fraktion.

Bürgermeister

Oberbürgermeister von Barmen Oberbürgermeister von Elberfeld
Oberbürgermeister von Wuppertal

Wappen

Das Wappen der Stadt Wuppertal zeigt in Silber einen blau gekrönten, gezungten und bewehrten, zwiegeschwänzten roten Löwen auf einem goldenen Garnknäuel stehend und in den Pranken einen schwarzen Rost haltend. Die Stadtfarben sind rot-weiß. Das Wappen wurde am 29. Juni 1934 vom preußischen Staatsministerium verliehen.

Bedeutung

Die Wappensymbole verbinden einerseits den Bergischen Löwen mit dem Rost als Attribut des heiligen Laurentius (ehemalige Wappenbilder Elberfelds) und andererseits den bergischen Löwen und das Garnknäuel als Sinnbild der Garnproduktion (ehemalige Wappenbilder Barmens). Diese Symbole sind bereits seit dem 14. Jahrhundert in den Siegeln beider Städte nachweisbar.

Städtepartnerschaften

Die älteste Städtepartnerschaft besteht zur englischen Stadt South Tyneside, zu der Kontakte und Freundschaften gepflegt werden. Mit dem 1951 geschlossenen Vertrag gehörte Wuppertal mit zu den ersten deutschen Städten, die eine Städtepartnerschaft eingingen. Im Jahr 1960 waren freundschaftliche Kontakte ehemaliger Kriegsteilnehmer aus Saint Etienne in Frankreich und Wuppertal Grundstein für die Städtepartnerschaft, die mit Ratsbeschluss am 12. Januar 1960 offiziell geschlossen wurde. Der Kontakt wird heute über einen Freundeskreis in beiden Städten gepflegt. Auch zu deutschen Städten unterhält Wuppertal Partnerschaften, so mit dem Berliner Stadtbezirk Schöneberg (heute Tempelhof-Schöneberg). Wegen der isolierten Lage Westberlins während der Zeit des Kalten Krieges wollte man so ein Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts geben. Am 17. Februar 1964 wurde der Vertrag geschlossen. Schon vorher gab es vielfältige Kontakte zwischen den Bürgern. Als erste deutsche Großstadt besiegelte Wuppertal am 29. September 1977 eine Freundschaftsvereinbarung mit der Israelischen Großstadt Beer Sheva, die Kontakte werden auf deutscher Seite durch einen Freundeskreis organisiert.

Auch bei der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages im Jahr 1980 mit der slowakischen Stadt Košice (dt.: Kaschau) gingen die Vertreter Wuppertals neue Wege, denn Wuppertal war die erste bundesdeutsche Großstadt, die partnerschaftliche Beziehungen zu einer Stadt in der damaligen Tschechoslowakei aufnahm und damit im politisch geteilten Europa ein Modellfall für Städtepartnerschaften zwischen Ost und West wurde. Maßgeblich beteiligt an dieser Beziehung war auch der mehrfache Oberbürgermeister Košices und zeitweilige Staatspräsident der Slowakei Rudolf Schuster. Wuppertal schloss bereits vor der Wende eine Partnerschaft mit einer Stadt in der damaligen DDR. Um einen aktiven Beitrag zu gutnachbarschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Teilen Deutschlands zu leisten, wurden am 9. Februar 1987 in Wuppertal und am 26. Februar 1987 in Schwerin die Verträge unterzeichnet. Ein weiterer Städtepartnerschaftsvertrag wurde am 14. Dezember 1987 unterzeichnet. Über das Informationsbüro Nicaragua gab es bereits intensive Beziehungen zu der Stadt Matagalpa. Daraus entstand die Idee einer Bindung, um humanitären Hilfsprojekten eine Perspektive zu geben. Der am 15. Juni 1993 geschlossene Partnerschaftsvertrag festigte die schon seit 1952 existierende Patenschaft – für die ehemaligen Einwohner der ehemals deutschen Stadt Liegnitz – zum polnischen Legnica. Auch hier organisiert ein Freundeskreis die Kontakte.[4] Seit 1993 bestehen außerdem freundschaftliche Beziehungen zur russischen Stadt Jekaterinburg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Weltberühmt ist die Stadt für ihre Schwebebahn, eine kurze Beschreibung findet sich im Abschnitt Bauwerke.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

Im Gebiet um Wuppertal verlaufen mehrere Dialektgrenzen, siehe Dialekte in Wuppertal.

Theater und Musik

Zu den städtischen Wuppertaler Bühnen gehören das Opernhaus im Stadtteil Barmen (1907 erbaut, im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, bis 1956 wieder aufgebaut, seit 2003 wegen Renovierung geschlossen, Wiedereröffnung voraussichtlich 2008/09) und das Schauspielhaus im Stadtteil Elberfeld (erbaut 1966). Neben einem Opern- und Schauspielsensemble hat auch das für avantgardistische Choreographien weltweit bekannte Tanztheater Pina Bausch seinen Sitz bei den Wuppertaler Bühnen.

Weitere Theater sind Müllers Marionettentheater, das Forum Maximum im Rex-Theater, das TiC Theater in Cronenberg sowie zahlreiche Theaterensembles ohne eigene Spielstätte wie beispielsweise das Wuppertaler Kinder- und Jugendtheater, das Griechische Theater Wuppertal und Das Vollplaybacktheater.

Die Stadt Wuppertal unterhält das Sinfonieorchester Wuppertal, welches 1919 aus den beiden Orchestern von Barmen und Elberfeld hervorgegangen ist.

Weitere überregional bekannte Orchester und Musikvereine sind das Akkordeon-Orchester Wupperspatzen e.V., das Bundesbahn-Orchester Wuppertal, das Kammerorchester Wuppertal, die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal und der Orchesterverein Bayer Wuppertal. Ferner gibt es eine Vielzahl von Chören, darunter den überregional bekannten Knabenchor Wuppertaler Kurrende. Dienstsitz des Landespolizeiorchester Nordrhein-Westfalen ist auf dem Lichtscheid.

Im Bereich des freien Jazz hat Wuppertal einen besonderen Ruf, da sich hier bereits in den 1960ern ein Kraftfeld entwickeln konnte, das weit über Deutschland hinausstrahlte: Musiker um Peter Brötzmann und Peter Kowald werden zur ersten Generation des europäischen Free Jazz gezählt und spielten bald in ganz Europa. Seit den 1980ern erfuhren sie auch im amerikanischen „Mutterland des Jazz“ und in Japan Anerkennung. Auch danach hat das Tal originelle Improvisatoren wie Hans Reichel, Rüdiger Carl oder Gunda Gottschalk hervorgebracht. Der Ort, das ehemalige Atelier von Peter Kowald, beherbergt heute Musiker oder andere Artists in Residence.

Einen Überblick über aktuelle Veranstaltungstermine bieten die in Wuppertal kostenlos erhältlichen Stadtmagazine Italien, coolibri und Heinz, außerdem die Termindatenbank wuppertal-live.de

Museen

Die Sammlung des Von-der-Heydt-Museums ist vor allem aus privaten Schenkungen der Wuppertaler Industrie des 19./20. Jahrhunderts hervorgegangen und birgt eine exzellente Sammlung mit Kunst vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Das Museum für Frühindustrialisierung dokumentiert am Geburtsort Friedrich Engels' den Beginn der industriellen Revolution.

Mit dem Fuhlrott-Museum verfügte Wuppertal auch über ein regionales naturkundliches Museum, das seit März 2008 geschlossen ist. Das bisher teilweise vom Fuhlrott-Museum genutzte Gebäude wird zur Zeit saniert. Nach der Sanierung ist derzeit eine vollständige Nutzung durch die VHS Wuppertal vorgesehen. Ob und an welchem Ort die einzigartigen Exponate der Öffentlichkeit wieder zugänglich sein werden ist zur Zeit unklar.

Des Weiteren befinden sich in Wuppertal ein Völkerkundemuseum, ein Uhrenmuseum und ein Bibelmuseum sowie die Bergische Museumsbahn. Die Begegnungsstätte Alte Synagoge erinnert an die alte jüdische Gemeinde in Wuppertal.

Bauwerke

Schwebebahn

Wuppertal ist vor allem bekannt durch die weltberühmte, von Eugen Langen konstruierte und 1901 offiziell eröffnete Schwebebahn. Die 13,3 Kilometer lange Bahn ist technisch eigentlich eine Hängebahn und wurde schon bald nach ihrer Eröffnung zum Wahrzeichen der Stadt beziehungsweise der damaligen Städte. Ihr Tragegerüst wird seit 1997 weitgehend und historisch werktreu erneuert; gleichzeitig werden die Haltestellen umgebaut und modernisiert. Die Schwebebahn bleibt damit, nach über 100 Jahren Betriebszeit, ein hochmodernes, sicheres und verhältnismäßig schnelles Nahverkehrssystem, das täglich von über 75.000 Fahrgästen genutzt wird. Durch die Neubauten bspw. der beiden Endbahnhöfe gehen allerdings Aspekte der Historie dieses Bauwerkes verloren. Legendär ist die Geschichte des Elefanten Tuffi, der 1950 aus der Schwebebahn in die Wupper sprang.

Kirchen

Durch die vielen religiösen Gemeinschaften, die in Wuppertal existieren (s.o.) gibt es auch zahlreiche Kirchen. Da erst in den 1980er Jahren die lutherischen und reformierten Gemeinden vereint wurden, gibt es in vielen Stadtteilen eine katholische und zwei evangelische Kirchen. Dies hat auch zur Säkularisation einiger Bauten wie der Immanuelskirche geführt. Die älteste Wuppertaler Kirche ist die Alte reformierte Kirche in der Innenstadt Elberfelds, die architektonische bedeutendste Kirche der Stadt ist die St. Laurentiuskirche im Luisenviertel.

Türme

Auf den die Wupper säumenden Höhen stehen zahlreiche Türme, darunter fünf Aussichtstürme aus dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Es sind ein Bismarckturm, der Elisenturm, der Toelleturm, der Von-der-Heydt-Turm und der Weyerbuschturm.

Außerdem prägen mehrere Wassertürme das Stadtbild, so z. B. das sog. Atadösken.

Das höchste Bauwerk in Wuppertal ist der 198 Meter hohe Kamin des Heizkraftwerks Elberfeld.

Treppen

Die Wohngebiete des 19. Jahrhunderts wurden noch für Fußgänger eingerichtet. Man zählt 469 öffentliche Treppen mit insgesamt 12.383 Stufen, 23 Treppen stehen unter Denkmalschutz. Die wohl bekannteste Treppe in Elberfeld ist das Tippen-Tappen-Tönchen, die längste durchgehend gerade ist die Jakobstreppe mit 155 Stufen, die die Friedrich-Ebert-Straße in Elberfeld-West mit dem Nützenberg verbindet. Einige der Treppen führen eigene Namen.

Parks

Die Topografie Wuppertals bedingt, dass einige innenstadtnahe Gebiete wegen des steilen Geländes nicht bebaut wurden. Manche Felsformationen reichen bis an die Wupper heran und sind bis heute baumbestanden. Einige dieser Gebiete wurden zu Parks oder Landschaftgärten gestaltet und machen Wuppertal zu einer verhältnismäßig ‚grünen‘ Stadt.

Zoo

In einem ausgedehnten Parkgelände am Hang des Kiesbergs befindet sich der Zoo Wuppertal. Das Gesamtgelände erstreckt sich auf rund 20 Hektar, wobei etwas mehr als die Hälfte auf die Tieranlagen entfällt. Im Mai 2007 wurde eine der modernsten und größten Raubtier-Anlagen Deutschlands eröffnet. Im gesamten Zoo sind rund 5.000 Exemplare von knapp 500 Tierarten aus allen Teilen der Erde zu finden. In zahlreichen Tierhäusern findet man unter anderem Menschenaffen, Affen, Bären, Großkatzen, Elefanten, Vögel, Fische oder Reptilien. Besonders beliebt sind die vier Elefantenkinder Bongi (geb. 2005), Kibo (geb. 2005), Tika (geb. 2007) und Tamo (geb. 2008) sowie die Tapire, die die einzigen ihrer Art in einem europäischen Zoo sind. Im Jahr 2006 feierte der Wuppertaler Zoo sein 125-jähriges Bestehen mit der Pinguinale. Hierzu wurden im gesamten Stadtgebiet große, künstlerische Pinguinfiguren aufgestellt, von denen einige noch heute im Zoo zu sehen sind.

Barmer Anlagen

Die Barmer Anlagen sind ein ausgedehnter Landschaftspark am Hang der Barmer Südhöhen. Die parkähnliche Anlage am Südrand Barmens geht in ein Waldgebiet über, an das sich der Vorwerk-Park anschließt, der von der Familie Vorwerk (Gründer des gleichnamigen Unternehmens) angelegt wurde, als diese noch die dort gelegene Villa bewohnte.

In den Barmer Anlagen stand unter anderem bis 1947 das erste Großplanetarium der Welt, das jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach aus finanziellen Gründen nie wieder erbaut wurde.

Hardt

Der zentral gelegene Bergrücken der Hardt beherbergt einen Park mit unterschiedlichen Einrichtungen. So befindet sich hier eine große Freilichtbühne, auf der auch Musik-Stars wie Seeed oder Silbermond auftreten, der Botanische Garten, der mehr als 5.000 interkontinentale Pflanzen sowie ein „Spezialhaus“ für Sonderpflanzen aufweist, sowie zwei Türme, der Elisenturm und der Wuppertaler Bismarckturm.

Sonstige Parks und Talsperren

Ansonsten findet man in Wuppertal zahlreiche Parks und Waldstücke wie den Mirker Hain, den Vohwinkeler Stadtwald, die Ronsdorfer Anlagen, den Wuppertaler Nordpark, das Gelände um den Weyerbuschturm, den Cronenberger Wald und das Gebiet um die Herbringhauser Talsperre sowie die Ronsdorfer Talsperre.

Sport

Fußball

Der bekannteste Verein aus Wuppertal ist der 1.200 Mitglieder zählende Wuppertaler SV Borussia, der als Wuppertaler SV unter anderem von 1972 bis 1975 in der 1. Bundesliga spielte, zudem noch sieben Jahre in der 2. Bundesliga. Aktuell spielt der Verein in der Regionalliga Nord. In der „Ewigen Tabelle“ des DFB steht er auf Platz 37.

Handball

Der bekannteste Handballverein Wuppertals ist der LTV Wuppertal, der vergangene Saison in die Oberliga abgestiegen ist. Zudem entstand 2006 der Bergische HC, als sich die vormalige Managementführung des LTV und der Hauptsponsor des Vereins mit dem Zweitligisten SG Solingen zusammenschlossen. Aktuell spielt der Bergische HC in der 2. Bundesliga Süd.

Die ranghöchste Damenmannschaft Wuppertals ist der TV Beyeröhde in der 1. Bundesliga.

Weiterer Sport

Mit dem SV Bayer Wuppertal ist die Stadt auch in der 1. Volleyball-Bundesliga erfolgreich vertreten. Außerdem war der elffache Deutsche Basketballmeister der Damen (1989, 1993–2002), der Barmer TV bzw. Gold-Zack Wuppertal, bis zu seinem Konkurs hier beheimatet. Einer der berühmtesten Wuppertaler Sportler ist der in Barmen geborene Springreiter Hans Günter Winkler. Und mit Walter Sirrenberg stammt ein vielfacher Deutscher Meister der 1960er Jahre im 4er-Gespannfahren aus der Bergischen Metropole. Zudem gibt es im Süden der Stadt den Rollhockey-Club RSC Cronenberg, der sowohl bei den Herren als auch bei den Damen in der Rollhockey-Bundesliga bereits mehrere Meistertitel gewinnen konnte. Die städtische Skatehalle Wicked Woods ist für Skater und BMX-Fahrer von überregionaler Bedeutung.

Stadien / Hallen

Das Wuppertaler Stadion am Zoo wurde 1924 eröffnet und ist das größte Stadion im Bergischen Land. Hier wurden schon verschiedene Spitzensportveranstaltungen im Radsport, Motorradsport, Leichtathletik, Fußball und American Football abgehalten. Es ist unter anderem Austragungsort der Meisterschaftsspiele des Fußballregionalligisten Wuppertaler Sportverein. Die alte Radrennbahn im Stadion ist teilweise heute noch erhalten und steht unter Denkmalschutz, wird jedoch zurzeit durch eine neue Tribüne ersetzt.

Ein weiteres großes Veranstaltungszentrum für Sport, aber auch für Unterhaltung, ist die Uni-Halle, die im November 1987 eröffnet wurde. Sie ist die größte Mehrzweckhalle im Bergischen Land mit circa 3.000 Sitzplätzen. Hier wird unter anderem jeden Januar die Wuppertaler Hallenfußball-Meisterschaft ausgetragen.

Wandern und Radfahren

Ein markierter Wanderweg, der Wuppertaler Rundweg, umrundet mit einer Länge von 106 Kilometer das ganze Stadtgebiet. Weitere 350 Kilometer markierte Ortswanderwege erschließen fast sämtliche Erholungsgebiete und Wälder der Stadt. Viele der Wanderwege besitzen über das Naturerlebnis hinaus auch eine kulturhistorische und naturwissenschaftliche Bedeutung, wie der 42 Kilometer lange Eulenkopfweg des Fuhlrott-Museums, die Kleingartenwanderwege, die Arboretumswege im Staatsforst Burgholz, der Industriegeschichtspfad im historischen Gelpetal oder ein geologischer Lehrpfad.

Der Verein Wuppertal Bewegung e.V. setzt sich für die Reaktivierung der Nordbahntrasse in Wuppertal zu einem Fuß- und Radweg, eventuell mit gleichzeitiger möglicher Weiternutzung eines noch verbliebenen Gleises für eine Museumsbahn oder Draisinenverkehr ein. Dadurch soll es möglich sein, ohne Ansteige von Langerfeld bis nach Vohwinkel zu radeln, wo Anschlüsse ins Ruhrgebiet bzw. nach Düsseldorf bereits vorhanden sind.

Als überregionale markierte Wanderwege durchqueren der Jakobsweg, der Residenzenweg X7 (Arnsberg–Düsseldorf–Gerresheim, 153 km), der Bergische Weg X29 (EssenUckerath, 133 km) und der Wupperweg (von der Quelle der Wupper zur Mündung, 125 km) das Stadtgebiet.

Zudem gibt es, vor allem rund um Dönberg, zahlreiche hügelige Radwege, die teilweise bis nach Velbert, Wülfrath und Sprockhövel führen. Ab ca. 2008 wird unter anderem die ehemalige Nordtrasse der Wuppertaler Eisenbahn in einen rad- und Wanderweg umgewandelt. Damit wäre Wuppertal hervorragend an die Radnetze im Ruhrgebiet und in Schwelm angefügt. Die Kaiserroute (AachenPaderborn) berührt Wuppertal-Schöller.

Regelmäßige Veranstaltungen

Wuppertal richtet 2008 den Nordrhein-Westfalen-Tag aus. Zu diesem großen Landesgeburtstag, der künftig jährlich in einer anderen Stadt gefeiert werden wird, erwarten die Organisatoren mehrere hunderttausend Besucher. Außerdem fand vom 30. April bis zum 4. Mai 2008 der Deutsche Orchesterwettbewerb in Wuppertal statt.


Wirtschaft und Infrastruktur

Die industrielle Entwicklung wurde im 19. Jahrhundert durch die Textilindustrie geprägt, die bereits auf das Jahr 1527 durch die Verleihung des landesherrlichen Prvilegs der Garnnahrung und damit auf die seit Jahrhunderten bestehende Verarbeitung von Garnen, Bänder und Tuche hinweist. So hat auch das Zeichen der Bleicher – idS Textilveredlung Eingang in das Stadtwappen gefunden. Heute sind die Industriezweige Chemie, Maschinenbau und Elektrotechnik vorherrschend. Zudem gibt es Verlage und Landwirtschaft. In Cronenberg haben einige führende Unternehmen der Werkzeugindustrie ihren Sitz. 26 Wuppertaler Unternehmen haben sich mit der Stadt Wuppertal zur Wuppertal Marketing GmbH zusammengeschlossen. Mehrere Inhaber und Führungskräfte von Wuppertaler Unternehmen werben als Wuppertal-Botschafter für ihre Stadt.

Die Arbeitslosenquote beträgt zurzeit 12,4 Prozent (Stand: Dezember 2007)

Schulden

Die Stadt hat aktuell 1,5 Milliarden € Schulden. (Stand: 22. Oktober 2007)

Bauvorhaben

Schon seit 1991 ist im Auftrag der Stadt und der Stadtwerke ein Entlastungssammler Wupper in Bau, die meisten Arbeiten werden unter Tage durchgeführt. Dieses Bauwerk wird parallel zur Wupper verlaufen und in diesem Abwasserkanal soll das Oberflächenwasser bzw. das Regenwasser gesammelt und der Kläranlage zugeführt werden. Dadurch soll vermieden werden, dass verschmutztes Wasser in den Fluss gelangt. Die Fertigstellung dieses Bauwerk sollte bis 2010 erfolgen, ist aber vom Abschluss des Bauprojektes Döppersberg abhängig, so dass eine Verzögerung der Fertigstellung wahrscheinlich wird.

Der Döppersberg, größter Verkehrsknotenpunkt in der Innenstadt Elberfelds, soll neu gestaltet werden. Seit den späten 1990er Jahren sind dort sämtliche Sanierungsarbeiten auf einen niedrigen Stand herunter gefahren. Nach dem zunächst unklar war, wie die Finanzierung gestaltet werden sollte, erfolgte im September 2006 die Zusage für Finanzmitteln des Landes, so dass nun ab 2009 die Bauarbeiten beginnen können.

Die größte Baustelle eines privaten Investors in Wuppertal ist zurzeit der Bau der Hauptverwaltungen der Barmenia Versicherungen an der Kronprinzenallee. Bis Anfang 2010 entstehen hier drei neue Gebäudetrakte und bieten künftig bis zu 1.550 Mitarbeitern Platz.

Verkehr

Eisenbahn

An das Eisenbahnnetz ist Wuppertal gut angebunden. Die Stadt liegt an der Eisenbahnstrecke Köln–Hagen beziehungsweise Düsseldorf–Hagen und ist Fernverkehrshalt. Der Hauptbahnhof befindet sich im Stadtteil Elberfeld, die RegionalBahn-Züge und einige Regional-Express-Züge halten auch in Oberbarmen, Barmen und in Vohwinkel. Daneben gibt es noch die Haltepunkte der S-Bahn in Langerfeld, Unterbarmen, Steinbeck, Zoologischer Garten und Sonnborn.

Die Linien, die das Tal durchqueren, sind: RE4, RE7, RE13, RB47, RB48, S8, S9, S11 sowie alle 30 Minuten jeweils ein ICE (bzw. IC, EC, NZ) pro Richtung.

Mit Ausnahme der Strecke von Wuppertal nach Remscheid (und weiter nach Solingen, RB47) und der Strecke der Prinz-Wilhelm-Bahn nach Essen (S9) sind sämtliche auf Wuppertaler Stadtgebiet von der oben genannten Hauptstrecke abzweigenden Äste mittlerweile stillgelegt. Zu nennen sind hier unter anderen die Bahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd („Wuppertaler Nordbahn“), die Burgholzbahn, auch „Samba“ genannt, die Kohlenbahn, die Wuppertalbahn, die Korkenzieherbahn und weitere. Somit sind von einstmals 31 Bahnhöfen und Haltepunkten auf Wuppertaler Gebiet noch zehn in Betrieb, davon neun Bahnhöfe auf der Hauptstrecke. Seit einiger Zeit kümmert sich der private Verein Wuppertal Bewegung darum, die Rheinische Strecke für Radfahrer, Fußgänger und Skater nutzbar zu machen und dabei gleichzeitig die zahlreichen Tunnels und Viadukte vor dem Verfall zu bewahren.

In Langerfeld befindet sich ein Containerbahnhof.

Siehe auch: Liste Wuppertaler Bahnhöfe

Autobahnen

Die Stadt Wuppertal ist gut an das Verkehrsnetz angebunden. Durch das Stadtgebiet führt die A 46, die von Düsseldorf kommend am nördlichen Stadtrand entlangführt und im Osten des Wuppertaler Stadtgebiets beim Autobahnkreuz Wuppertal-Nord auf die von Köln kommende Bundesautobahn A 1 in Richtung Dortmund trifft. Dort beginnt ebenfalls die über Recklinghausen nach Münster führende A 43. Im Westen zweigt am Sonnborner Kreuz von der A 46 die A 535/B 224n in Richtung Velbert ab.

Bundesstraßen

An Bundesstraßen führen die B 7, die B 51, die B 224 und die B 228 (welche im Stadtteil Vohwinkel ihr östliches Ende hat) durch Wuppertal. Die B 7 ist die Hauptverkehrsachse der Stadt, denn sie verbindet seit 1788 die Stadtteile Barmen und Elberfeld.

Landstraßen

Am südlichen Stadtrand führt die Landesstraße L 418 als vierspurige Schnellstraße von Elberfeld-West nach Ronsdorf. Im Südwesten entlang der Wupper und dem Staatsforst Burgholz führt die L 74 aus Remscheid im Süden kommend. Vom Osten her über Wuppertal-Beyenburg bis nach Wuppertal-Oberbarmen verläuft die L 527. Wieder aus Remscheid kommt die L 415, die in die Wuppertal-Cronenberger Hauptstraße mündet.

Nahe gelegene Flughäfen

Von Wuppertal aus sind mehrere Flughäfen in kurzer Zeit zu erreichen: Flughafen Düsseldorf International in weniger als 40 Minuten und Flughafen Köln-Bonn und Flughafen Dortmund in ca. 45 Minuten. Die Zeitangaben beziehen sich alle auf Wuppertal-Elberfeld.

Öffentlicher Personennahverkehr

Die Wuppertaler Stadtwerke betreiben neben der weltberühmten Schwebebahn (näheres siehe bei Sehenswürdigkeiten) ein Stadtbusnetz mit CityExpress- und normalen Stadtlinien. In die Nachbarstädte fahren StädteSchnellBusse. Bis 1987 fuhren auch zahlreiche Straßenbahnlinien durch die Stadt. Außerdem gab es im vergangenen Jahrhundert die Barmer Bergbahn, eine Zahnradbahn, die zwischen Toelleturm und der Straße Am Clef in Barmen verkehrte.

Der aktuelle Fuhrpark der Wuppertaler Stadtwerke mobil GmbH besteht aus ca. 265 Bussen auf ca. 60 Linien (332, 600-647, 649, 650, 669, die CityExpress-Linien CE61, 62, 64, 65 und die am Wochenende verkehrenden NachtExpress-Linien NE 1-8, 10 und 15). Jährlich werden neue, moderne Niederflurbusse der aktuellen Generation der Hersteller MAN, Mercedes-Benz und Irisbus beschafft. In 2008 werden insgesamt elf Mercedes-Benz O 530 G (Citaro) in Dienst gestellt werden, welche 15 Jahre alte Gelenkwagen ersetzen werden. Die Busse werden zum größten Teil im Betriebshof Varresbeck im Westen, aber auch im Betriebshof Nächstebreck im Nordosten unterhalten.

Alle Verkehrsmittel in Wuppertal sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) zu benutzen.

Regionale 2006

Die Regionale 2006 ist ein vom Land Nordrhein-Westfalen gefördertes Projekt gemeinsam mit den Nachbarstädten Solingen und Remscheid. Seit 2001 haben die drei Städte gemeinsam Projekte für die städtebauliche, kulturelle und wirtschaftliche Weiterentwicklung des Bergischen Städtedreiecks entwickelt. Ziel ist es, sowohl auf die Region aufmerksam als auch die Region zukunftssicher zu machen. Mittlerweile ist ein großes Netzwerk von sachverständigen aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Institutionen für die Arbeit entstanden. Die Regionale 2006 wird in Wuppertal ein Meilenstein in der Geschichte sein, da sich dadurch spürbar viel verändert.

2006 wurden dann zum Abschluss des Programms auf der Bergischen Expo ’06 neben dem Stadion am Zoo in Wuppertal die Ergebnisse sowie Leistungen und Qualitäten des Städtedreiecks veröffentlicht.

Folgende Projekte wurden bzw. werden in Wuppertal verwirklicht:

Ansässige Unternehmen

ehemals in Wuppertal ansässige Unternehmen:
Akzo Nobel, Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft (1843–1886), ELBA, Gold-Zack-Werke AG, Glanzstoff, JP Bemberg AG, Kaufhaus Tietz (erstes Kaufhaus Deutschlands in der Herzogstraße in Elberfeld), Wicküler-Brauerei, Zinco/Robert Zinn, Engels & Co (deren historisches Fabrikgebäude nach Umbau jetzt ein Hotel, Art Fabrik & Hotel, beherbergt)
Siehe auch: Kategorie:Unternehmen (Wuppertal)

Medien

Rundfunk und Fernsehen – In Wuppertal befindet sich seit 1983 ein Studio des Westdeutschen Rundfunks (WDR), zuvor gab es dort nur ein Büro für das Bergische Land. In diesem Studio werden die Regionalsendungen für Hörfunk und Fernsehen des WDR produziert, die unter den Namen WDR 2 – Nachrichten für das Bergische Land (im Hörfunk) bzw. WDR Lokalzeit Bergisches Land (im Fernsehen) laufen.

Ferner sendet aus Wuppertal die Lokalradiostation Radio Wuppertal.

Printmedien – Als einzige lokale Tageszeitung erscheint der General-Anzeiger, die Wuppertaler Ausgabe der Westdeutschen Zeitung (WZ). Diese Zeitung hat in Wuppertal neben Düsseldorf und Krefeld ein Pressehaus. Daneben gibt es in Wuppertal eine Vielzahl von regionalen Anzeigenblättern beziehungsweise Wochenmagazinen, darunter z.B. Wuppertaler Rundschau, Ronsdorfer Sonntagsblatt, Ronsdorfer Wochenschau, Cronenberger Woche, Cronenberger Anzeiger und Bergische Blätter.

Öffentliche Einrichtungen

Wuppertal ist Sitz der Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Remscheid-Solingen, des Vereins Blaues Kreuz in Deutschland e.V. und des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Landesverband Nordrhein-Westfalen.

Bildung

Persönlichkeiten

siehe Hauptartikel Liste der Wuppertaler Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Die Stadt Wuppertal hat seit ihrer Gründung 1929/30 elf Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen.

siehe Hauptartikel Liste der Ehrenbürger von Wuppertal

Neben dem Ehrenbürgerrecht stiftet die Stadt seit 1966 den Ehrenring der Stadt Wuppertal, der an Persönlichkeiten verliehen werden kann, die sich um das Wohl der Stadt in besonderer Weise verdient gemacht haben. Er wurde seither schon mehr als fünfzig Mal verliehen.

Söhne und Töchter der Stadt

In Wuppertal und den bis 1929 selbstständigen Vorgängerstädten sind eine Reihe von Personen geboren, die über die Stadtgrenzen hinaus berühmt geworden sind. Ihr Wirkungskreis selbst lag häufig außerhalb der Stadt. Zu erwähnen ist der 1820 geborene Friedrich Engels, der gemeinsam mit Karl Marx den Marxismus entwickelte. Der Architekt Wilhelm Dörpfeld, 1853 in Barmen geboren, war unter anderem als Mitarbeiter von Heinrich Schliemann an den Ausgrabungen von Troja, Tiryns und Pergamon beteiligt. Friedrich Carl Duisberg, geboren 1861, war als Chemiker und Industrieller Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich an der Entwicklung der chemischen Industrie in Deutschland beteiligt. Im Bereich der Lyrik machte sich die 1869 geborene Else Lasker-Schüler einen Namen. 1875 wurde Ferdinand Sauerbruch geboren, der bedeutendste Chirurg seiner Zeit. 1891 wurde der Philosoph Rudolf Carnap in Rondorf geboren, er war ein bedeutender Vertreter des logischen Empirismus.

Beliebt als Fernsehkommissar ist der Schauspieler Horst Tappert, der im Jahr 1923 im Ortsteil Elberfeld geboren wurde. Zwei Jahre lang war der in Barmen geborene Johannes Rau (1931–2006) Oberbürgermeister von Wuppertal, bekannt wurde er später als langjähriger Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und als achter deutscher Bundespräsident. Die bekannteste Vertreterin der Feministinnen, Alice Schwarzer, ist 1942 in Wuppertal geboren.

siehe Hauptartikel Liste der Söhne und Töchter der Stadt Wuppertal

Andere Persönlichkeiten

siehe Hauptartikel Liste der Wuppertaler Originale

Sonstiges

Siehe auch

 Portal: Wuppertal – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Wuppertal

Literatur

Quellen

  1. LDS NRW: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. a b c d Statistik u.a. über Religionszugehörigkeit der Stadt Wuppertal vom 30. September 2006 (PDF) von wuppertal.de
  3. Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit
  4. Städtepartnerschaften. In: Stadt Wuppertal. (Stand: 8. März 2008).
 Wikinews: Wuppertal – Nachrichten
 Commons: Wuppertal – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Wuppertal – Zitate