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Vorarlbergerisch

Vorarlbergerisch (auch: Vorarlbergisch) ist eine Sammelbezeichnung für im österreichischen Bundesland Vorarlberg verbreitete Mundarten der Sprachgruppe der alemannischen Dialekte.

Inhaltsverzeichnis

Dialekt

Die Vorarlbergerischen Dialekte gehören zum alemannischen Dialektkontinuum und unterscheiden sich teils erheblich voneinander. Als osthochalemannische und höchstalemannische Dialekte (Die Walserdialekte) sind sie nahe verwandt mit den angrenzenden Mundarten des Liechtensteinischen/St.-Gallerdeutschen und dem Allgäuerischen. Vorarlberg ist das einzige österreichische Bundesland, in dem keine bairischen Mundarten gesprochen werden.

Besonders ausgeprägte hochalemannische Dialekte sind der Montafoner, Lustenauer und Bregenzer Wälder Dialekt. Es bestehen zahlreiche regionale Unterdialekte im Dialektkontinuum, speziell im „Wälderischen“ (Bregenzer Wald), im Dornbirner Dialekt und den Dialekten im Raum Walgau und Bludenz.

Kommunikation

Aufgrund der alemannischen Sprachverwandtschaft ist die mundartliche Kommunikation zwischen Vorarlbergern und den meisten Deutsch-Schweizern in der Regel problemlos möglich. Da im übrigen Österreich nur bairische Mundarten gesprochen werden, werden die Vorarlberger Mundarten nicht von allen Österreichern gleich gut verstanden.

Die im Vorarlbergerischen nicht oder nur teilweises übernommene Diphthongierung (Hu:s statt Haus, mi:n statt mein, Fü:r statt Feuer), ist vor allem im Alemannischen anzutreffen, aber auch das in Teilen Tirols gebräuchliche „sch“ statt „s“ (bischt statt bist, Mascht statt Mast) kommt vor, außerdem die häufige Verwendung des Diminutiv (Hüsle), die Verwendung zahlreicher im Schriftdeutsch unbekannter Vokabeln (Hä:s für Kleidung, Gälta für Zuber, Goga, Goba oder Gova für Kinder, Schmelga - bregenzerwälderisch für Mädchen) sowie grammatikalische Eigenheiten wie die Verwendung der alemannischen, stark verkürzten Vergangenheitsformen „i bin gsi:“ (ich bin gewesen), „i han ghaa“ (ich habe gehabt), „i han gseaha:“ (ich habe gesehen), „i han gset:“ (ich habe gesagt). Da im Unterschied zu den bairischen Dialekten Österreichs die Mitvergangenheitsform auch beim Verb "sein" fehlt und „i bin gsi:“ anstelle des sonst üblichen „i wår“ verwendet wird, werden die Vorarlberger im übrigen Österreich scherzhaft auch als "Gsiberger" bezeichnet.

Beispiele

Viele Beispiele der Vorarlberger Sprache sind in der Liste Vorarlberger Dialektausdrücke zu finden.

Regionalunterschiede im Walgau

(„ein Stein“)

Textbeispiel

Aus dem Mundartgedicht „Der Wasser-Schada“ vom Seeger an der Lutz (1831-1893)

A Wässerle, so kli und klar,
ma ment, as künn nit si -
und doch, es grift vertüflet a,
’s ischt Kriesewasser gsi!
(Ein Wässerchen, so klein und klar,
man meint, es könnte nicht sein -
und doch, es greift verteufelt an,
es war Kirschwasser!)

Regionalfärbung: Thüringerisch („ma ment“ mit langem e)

Begrüßung

Wie in allen Teilen der Welt spielt auch in Vorarlberg die korrekte Begrüßung eine große Rolle. Besonders ältere Menschen legen hier großen Wert auf eine anständige und höfliche Begrüßung. Die in Deutschland gebräuchliche Floskeln "Guten Tag" und "Hallo" werden in Vorarlberg nahezu überhaupt nicht verwendet. Anstelle von diesen tritt ein höfliches "Grüß Gott" oder je nach Tageszeit "Guten Morgen" oder "Guten Abend". Häufiger wird man unter Vorarlbergern jedoch den Gruß "Servus" (häufig als "Zeawas" oder "Seas" ausgesprochen) oder "Heil" bzw. Abwandlungen wie "Heile" hören. Dieses "Heil" hat nichts mit dem Heil-Ruf aus der Zeit des Nationalsozialismus zu tun, es ist ein weitestgehend unpolitisch gebrauchter Gruß, der allerdings nur unter guten Bekannten und ausschließlich Vorarlbergern benutzt wird. Generell gilt es als unausgesprochene Regel, dass man als Vorarlberger nur Personen die man gut kennt oder die nicht älter als man selbst sind mit "Servus", alle anderen mit dem höflicheren "Grüß Gott" grüßt. Ein weiterer, nur regional genutzter Gruß ist "Hoi". Dieses Wort wird man hauptsächlich im Bregenzerwald, in Lustenau, im Rheindelta (Höchst, Fußach, Gaißau), in Feldkirch und auch in Götzis und insbesondere im Schweizerdeutschen zu hören bekommen.

Siehe auch

 Wikipedia auf Alemannisch (inklusive Vorarlbergisch)