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Weimar (Lahn)

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 45′ N, 8° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Marburg-Biedenkopf
Höhe: 195–250 m ü. NN
Fläche: 47,05 km²
Einwohner: 7021 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte: 149 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35096
Vorwahlen: 06421, 06426
Kfz-Kennzeichen: MR
Gemeindeschlüssel: 06 5 34 020
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Alte Bahnhofstraße 31
35096 Weimar (Lahn)
Webpräsenz:
www.weimar-lahn.de
Bürgermeister: Volker Muth (SPD)
Lage der Gemeinde Weimar (Lahn) im Landkreis Marburg-Biedenkopf

Weimar (Lahn) ist eine Gemeinde im Süden des Landkreises Marburg-Biedenkopf im Regierungsbezirk Gießen des Landes Hessen. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Niederweimar.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Das Gemeindegebiet erstreckt sich südlich von Marburg im Lahntal und westlich mit dem Allnatal ins Gladenbacher Bergland hinein und umfasst eine Fläche von zirka 47 Quadratkilometern.

Nachbargemeinden

Weimar grenzt im Norden an die Stadt Marburg, im Osten an die Gemeinde Ebsdorfergrund, im Süden an die Gemeinde Fronhausen, im Südwesten an die Gemeinde Lohra, sowie im äußersten Westen an die Stadt Gladenbach (alle im Landkreis Marburg-Biedenkopf).

Entstehung und Geschichte

Die Bezeichnung Weimar soll sich aus den altgermanischen Worten wih (heilig, geweiht) und dem althochdeutschen mar (See, Sumpf oder Moor) zusammensetzen.

Allna wurde bereits um 807 erstmals urkundlich erwähnt und ist damit der am frühesten genannte Ortsteil der Gemeinde. Daneben gelten Kehna, Oberweimar und Niederweimar allein aufgrund ihrer Namen als die ältesten Orte im Gemeindegebiet. Die Gründung der Martinskirche in Oberweimar wird in vorbonifazianischer Zeit, also etwa um 600, zur Zeit der Missionierung durch iroschottische Mönche, angenommen.

In den letzten Jahren wurden in bei Erweiterungen der Kiesgrube bei Niederweimar große neolithische und frühkaiserzeitliche Siedlungen gefunden, die in Notgrabungen gesichert wurden.

Frühere Gliederung

Vor der Gründung der Gemeinde gehörten die Orte zu Gerichtsbezirken, die auch Verwaltungsfunktionen wahrnahmen. Die Orte Allna, Oberweimar (mit Germershausen), Weiershausen, Kehna, Nesselbrunn, Niederwalgern und Wolfshausen gehörten zum Gericht Reizberg. Die Gerichtsstätte Reizberg befand sich auf einem, bei Oberweimar gelegenen, Hügel. Oberweimar war auch kirchliches Zentrum der weiteren Umgebung; bis zur Errichtung einer eigenen Pfarrei im zwölften Jahrhundert gehörte auch Marburg zum Pfarrbezirk der Martinskirche in Oberweimar. Die Orte Argenstein, Wenkbach und Roth waren zum Gericht Schenkisch Eigen der adeligen Schenken zu Schweinsberg zusammengefasst. Stedebach war Eigentum des Deutschen Ordens, während Niederweimar ein landgräfliches Eigengericht war.

Großgemeinde Weimar

Die Gemeinde Weimar bestand bei ihrer Gründung am 1. Januar 1971 aus den Orten Allna, Niederweimar und Oberweimar. Am 1. Juli 1972 traten nach langwierigen Verhandlungen die Orte Roth, Weiershausen und Wenkbach der Gemeinde Weimar bei. Im Zuge der vom Hessischen Landtag beschlossenen Gebietsreform wurde die Gemeinde am 1. Juli 1974 erneut um die Orte Argenstein, Kehna, Nesselbrunn, Niederwalgern, Stedebach und Wolfshausen vergrößert.

Statistiken

Stand: 1. Januar 2008; Quelle: Oberhessische Presse, 23. April 2008

Politik

Gemeindevertretung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,2 11 35,8 11
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,0 11 38,9 12
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 8,6 3 9,4 3
FDP Freie Demokratische Partei 6,6 2 5,6 2
FBW Freie Bürgerliste Weimar 14,6 4
BLN Bürgerliste Niederwalgern 5,6 2
FWG Freie Wählergemeinschaft Weimar 4,7 1
Gesamt 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 55,5 62,3

Bürgermeister

Bürgermeister der Gemeinde Weimar (Lahn) ist seit 2004 Volker Muth (SPD). Er löste Karl Krantz (CDU) ab, der das Amt seit der Gründung der Großgemeinde inne hatte.

Wappen

Beschreibung: Das Wappen der Gemeinde zeigt im von rot und silber (weiß) gespaltenen Schild eine Rose in gewechselten Farben.

Das Wappen wurde am 11. März 1971 durch den Hessischen Minister des Innern verliehen. Das Wappen wird auch als Flagge geführt, die in den Farben rot/weiß gehalten ist.

Gemeindepartnerschaften

Die Gemeinde Weimar (Lahn) unterhält Partnerschaften zu den Gemeinden Sawtry im englischen Distrikt Huntingdonshire und zur Gemeinde Wutha-Farnroda in Thüringen. Im April 2007 wurde eine Partnerschaftsurkunde mit der polnischen Gemeinde Słupca unterzeichnet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Zu den sehenswerten Bauwerken der Gemeinde zählt unter anderem die Wehrkirche im Ortsteil Wenkbach sowie die Kirchen in Niederweimar, Niederwalgern, Allna und Roth. Die Mühle in Argenstein und die Landsynagoge in Roth gehören ebenso dazu, wie auch alte Fachwerkhäuser, die sich in einigen Ortsteilen finden.

Musik

Diverse Vereine in den Ortsteilen der Gemeinde bieten ein vielfältiges musikalisches Angebot. Über mehrere Gesangvereine und Chöre gibt es bis zu einem Posaunenchor und dem Orchester des Bürger- und Kulturvereins Wenkbach alle Arten von Musikvereinen in Weimar (Lahn).

Sport

Größte Sportvereine in der Gemeinde sind die SG Niederwalgern/Wenkbach, der SC Roth/Argenstein und der TSV Niederweimar. Im Fußball bilden die Vereine aus Niederwalgern und Wenkbach sowie Roth und Argenstein eine Spielgemeinschaft und nehmen als FSG Südkreis am Spielbetrieb teil. Der TSV Niederweimar hat eine eigenständige Mannschaft. Auch für andere Sportarten gibt es Vereine: Tennis wird beispielsweise bei der SG Niederwalgern/Wenkbach wie auch beim in Wolfshausen ansässigen TV Weimar angeboten. Tischtennis kann man unter anderem in Wenkbach in der entsprechenden Abteilung des Bürger- und Kulturvereins spielen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Das größte Industriegebiet der Gemeinde befindet sich am südlichen Ende des Ortsteils Wenkbach. Dort befinden sich die Firmen YKK und Pauly. Verteilt auf die Ortsteile gibt es zudem vor allem kleine Handwerksbetriebe.

Verkehr

Durch die Gemeinde führen die zwischen Niederweimar und Roth noch nicht vierspurig ausgebaute Bundesstraße 3 von Marburg nach Gießen und die Bundesstraße 255 in Richtung Gladenbach und Herborn. In Niederwalgern und Niederweimar befinden sich Haltepunkte an der Main-Weser-Bahn Kassel-Frankfurt, an denen Regionalbahnen und Regionalexpresszüge (nur in Niederwalgern) halten. Verschiedene Buslinien verbinden die Ortsteile untereinander und mit den Nachbargemeinden.

Freizeitmöglichkeiten

Neben einigen kleineren Freizeiteinrichtungen, beispielsweise Spielplätze, gibt es in den meisten der Ortsteile. Überregional bekannt ist der Seepark in Niederweimar.

Medien

In der Gemeinde Weimar (Lahn) erscheinen als Tageszeitungen die Oberhessische Presse (OP) sowie die Marburger Neue Zeitung (MNZ), wobei die OP den mit großem Abstand größeren Marktanteil hat. Kostenlos werden die Wochenzeitungen Marburg extra mittwochs sowie win samstags, beide vom Verlag der OP herausgegeben, sowie die Mittelhessische Anzeigen-Zeitung (MAZ) am Mittwoch und das Sonntagmorgenmagazin (SMM) verteilt. Durch den Wittich-Verlag wird das wöchentliche Gemeinde-Mitteilungsblatt herausgegeben. Einmal im Monat erscheint das kostenlose Informationsblatt Lahnblick.

Bekannte Einwohner

 Commons: Weimar (Lahn) – Bilder, Videos und Audiodateien