Heim

Premiere (Medienkonzern)

Senderlogo
Allgemeine Informationen
Empfang: Kabel, IPTV und Satellit
Länder: Deutschland, Österreich
Eigentümer: Premiere AG
Geschäftsführer: Michael Börnicke (Vorstandsvorsitzender)
Vor 1. September 2007:
Dr. Georg Kofler
Sendebeginn: 28. Februar 1991
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Programmtyp: Bezahlfernsehen
Liste der Fernsehsender
Premiere Aktiengesellschaft
Gründung: 1990
Firmensitz: München
Vorstand: Michael Börnicke,
Carsten Schmidt,
Hans Seger,
Alexander Teschner
Vorstandsvorsitzender: Michael Börnicke
Vor 1. Sept. 2007: Georg Kofler
Mitarbeiter: 1.595
Veröffentlichungs-
richtlinien:
Am Ende des Geschäftsjahres

Die Premiere AG ist ein deutscher Medienkonzern und besitzt 100 Prozent an der Tochtergesellschaft Premiere Fernsehen GmbH & Co. KG, die das gleichnamige Bezahlfernsehen-Programm betreibt. Die angebotenen Kanäle sind digital (DVB) via Satellit (DVB-S, Astra 19,2° E; 23,5° E), über Kabelanschluss (DVB-C) sowie über das IPTV-Angebot der Deutschen Telekom beziehbar. Premiere besitzt Senderechte in Deutschland und in Österreich; in der Schweiz können ausgewählte Pakete über das Bezahlfernseh-Angebot Teleclub bezogen werden. Seit Januar 2008 hält Premiere zudem 100% an der GIGA Digital Television GmbH.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Premiere AG

Premiere wurde 1990 auf Basis des Deutschland-Geschäfts des schweizer Bezahlfernsehsenders Teleclub gebildet. Aufgrund roter Zahlen fusionierte das Unternehmen unter dem Dach der KirchGruppe mit dem Konkurrenten DF1 zu Premiere World. 2002 führten die hohen Verluste von Premiere World maßgeblich zur Insolvenz der KirchGruppe, eine Pleite von Premiere selbst konnte nur knapp abgewendet werden. Das Unternehmen benannte sich in Premiere zurück und schafft durch große Sparanstrengungen 2004 (?) den Sprung in die Gewinnzone. Im Laufe der Zeit hat sich Premiere immer mehr von einem Programmveranstalter zu einem Plattformbetreiber gewandelt, jedoch werden bis heute einige der angebotenen Programm selbst produziert.

Konzernstruktur

Der Konzern besteht heute aus der Premiere AG, die als Muttergesellschaft für den eigentlichen Fernsehsender, der 100 %-Tochter Premiere Fernsehen GmbH & Co. KG fungiert.

Premiere Fernsehen

Die Premiere Fernsehen GmbH & Co. KG als Kerngesellschaft des Konzern hat mehrere Aufgaben. Zum einen tritt sie als Plattformbetreiber auf und hält die Kundenbeziehungen zu den Abonnenten. Zum anderen tritt sie als Veranstalter der meisten eigenproduzierten Sender des Konzerns auf. In der Geschichte des Konzerns hat erstere Funktion deutlich zugunsten der letzten an Bedeutung gewonnen, an ein immer größerer Teil der Sender der Plattform extern produziert wird.

Premiere Österreich

Premiere Fernsehen hat wiederum mehrere Tochtergesellschaften, wie z. B. der Anbieterin des Bezahlfernseh-Programms für Österreich (Premiere Fernsehen GmbH (Österreich)). Premiere Österreich veranstaltet das nur in Österreich verbreitete Programm Premiere Austria und hält die Kundenbeziehungen zu den Abonnenten in Österreich.

Premiere Star

Die Premiere Star GmbH betreibt seit 2007 eine eigene Sender-Plattform innerhalb des Premiere-Angebots. Über die Premiere Star GmbH sollen digitale Satellitenprogramme gemeinsam mit der Entavio AG, Betreiberin der Astra Satelliten, vermarktet werden. Im Unterschied zum Premiere-Stammangebot ist Premiere Star nur über Satellit zu empfangen, außerdem beansprucht Premiere für die Programme dieser Plattform keine Exklusivität in Deutschland, während die eingekauften Programme des Premiere-Stammangebots in Deutschland und Österreich ausschließlich über Premiere zu empfangen sind.

weitere Beteiligungen

Außerdem werden Anteile an der Premiere Service Center Schwerin GmbH gehalten, die für die Kundenbetreuung bei Premiere zuständig ist, der Premus Logistik und Service GmbH, die z. B. den Versand von notwendigen Digitalreceivern und Smartcards durchführt, sowie der Premiere Hotel Entertainment GmbH, die einen Teil des Premiere-Programms für Hotels vertreibt. Darüber sollen neue und bestehende Partnersender und Abo-TV-Sender vermarktet werden.

Aktionärsstruktur

Zum 8. Februar 2007 hatte sich das Grundkapital der Premiere AG zunächst von 82 auf 98,4 Millionen EUR, die Anzahl der ausgegebenen Aktien von 82 auf 98,4 Millionen Stück, erhöht. Premiere hatte im Rahmen der Transaktion mit dem Bundesliga-Sender Arena 16,4 Millionen neue Aktien aus dem genehmigten Kapital an Unitymedia ausgegeben. Im August 2007 trat Georg Kofler als Vorstandsvorsitzender zurück und verkaufte alle seine noch verbleibenden Aktien.

Unter Ausnutzung des genehmigten Kapitals hat der Vorstand am 6. September mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, dass Grundkapital von 98,4 Millionen EUR auf 112,46 Millionen EUR durch die Ausgabe von 14,06 Millionen neuen Aktien unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals gegen Bareinlage zu erhöhen. Die neuen Aktien wurden den Aktionären im Verhältnis 7:1 zu einem Bezugspreis von 12,50 EUR angeboten.

Am 7. Januar 2008 gab die News Corporation bekannt, von Unitymedia 14,58 Prozent an Premiere erworben zu haben. Am 21. Februar 2008 gab die News Corporation bekannt, den Anteil an der Premiere AG auf 19,90 Prozent erhöht zu haben. Die übrigen Aktien (80,10 Prozent) sind nach den Standards der Deutschen Börse dem Streubesitz zuzurechnen.

Verschlüsselung

Ein großes Problem für Premiere war lange Zeit das Verschlüsselungssystem Betacrypt, welches schon lange Zeit zu umgehen war. Aus diesem Grund stellte Premiere im Herbst 2003 auf das neue Verschlüsselungssystem Nagravision der Firma Kudelski um. Das System Nagravision galt lange Zeit als unknackbar und konnte nur mittels der sogenannten Card-Sharing-Methode umgangen werden, bei dem die benötigten Decoderschlüssel über ein tatsächlich bestehendes Abonnement aus dem Internet nachgeladen werden mussten. Seit November 2005 kann die Verschlüsselung mit einer speziellen Smartcard umgangen werden, welche illegal erworben werden kann, oder aber per DVB-Applikation mit einem speziellen Plugin. Gegen Händler und Käufer dieser Karte geht Premiere juristisch vor. Später wurde auch die Entschlüsselung über einen Software-Emulator möglich. Im 2. Quartal 2008 führt Premiere ein neues Verschlüsselungssystem ein. Neben einer überarbeiteten Version des bisherigen Systems Nagravision will Premiere künftig auch die NDS-Videoguard-Software von Rupert Murdochs News Corp. nutzen. Für die Umstellung wird die neue Videoguard-Software von Premiere direkt auf die Receiver aufgespielt. Nach dieser Aktualisierung erhält der Abonnent eine Meldung seines Receivers mit einer Telefonnummer, unter der er bei Premiere eine neue Smartcard für das Gerät bestellen kann.

eigenproduzierte Sendungen

Fußball

Das Fußballangebot, was aktuell aus der Bundesliga, der UEFA Champions League, verschiedenen europäischen Top-Ligen (wie z.B. die Primera Division und die Premier League) und dem UEFA Cup besteht (siehe Programm), wird durch verschiedene Fußball-Kommentatoren und Moderatoren begleitet. Bekanntester Vertreter bei Premiere ist Marcel Reif, der Chefkommentator bei Premiere ist. Fritz von Thurn und Taxis; Kai Dittmann, Tom Bayer, Marcus Lindemann, Wolff-Christoph Fuss, Matthias Stach, Roland Evers und Marco Hagemann sind weitere bekannte Kommentatoren.

Zusätzlich überträgt Premiere ab der Spielzeit 2008/2009 den DFB-Pokal. Es werden alle 63 Spiele live sowie in der Konferenz übertragen. Zudem findet auch die Auslosung der ersten Spielrunde der Saison 08/09 im Rahmen einer Premiere Übertragung statt. Der Vertrag mit dem DFB ist bis zum 30. Juni 2012 gültig.

Fußball-Bundesliga

Bereits seit 1991 übertrug Premiere einmal wöchentlich live ein Top-Spiel der deutschen Fußballbundesliga.

Mit Beginn der Saison 2000/01 übertrug Premiere erstmals alle Spiele der Fußballbundesliga live.

Der Kampf um die Fußball-Bundesliga

Am 21. Dezember 2005 verlor Premiere die Ausschreibung für die Bezahlfernseh-Rechte an der Fußballbundesliga für drei Spielzeiten ab der Saison 2006/2007 an das Konsortium Arena, da Premiere nicht bereit war, für eine von der DFL geforderten früheren Ausstrahlung im Free-TV 250 Millionen Euro zu zahlen. Premiere bot für dieses Modell lediglich 15.000 Euro. An diesem Tag verlor die Premiere-Aktie über 40 Prozent ihres Wertes.

Am 19. Mai 2006 kündigten Premiere und die Deutsche Telekom an, über IPTV ab der Saison 2006/2007 die Fußball-Bundesliga zu übertragen. Drei Millionen Zuschauer sollten den neuen Dienst empfangen können. Der Empfang der Bundesliga ist zurzeit nur über VDSL in ausgewählten Städten möglich.

Durch fehlende flächendeckende Verbreitungsverträge im Kabelnetz konnte Premiere am 13. Juli 2006 bekannt geben, dass das Programm von Arena und somit die Liveübertragungen der Fußballbundesliga in den Kabelnetzen von Kabel Deutschland zu verbreiten.

Am 8. Februar 2007 ging Premiere eine umfangreiche Marketing- und Vertriebskooperation mit dem Konkurrenten Arena ein, die es Premiere nunmehr gestattet, die Fußballbundesliga wieder seinen Kunden in Deutschland flächendeckend über Satellit und in dem größten Teilen des Kabelnetzes (ausgenommen ish und iesy) anzubieten. Dies beflügelte den Aktienkurs von Premiere. Am 18. April 2007 stellte Premiere die Vermarktung von arena allerdings auf Verlangen des Kartellamtes auf unbestimmte Zeit wieder ein. Nach Abschluss der Prüfung kam das Bundeskartelamt jedoch zu der Überzeugung, diese Kooperation wenigstens befristet bis zum 30. Juni 2009 tolerieren zu können, so dass der Zusammenarbeit von Premiere und Arena vorerst keine weiteren Hindernisse im Wege stehen[1].

Arena erklärte schließlich Mitte Juli 2007, aus dem defizitären Bundesliga Geschäft aussteigen zu wollen und seine Bundesligarechte für die Saison 2007/2008 und 2008/2009 an Premiere verkaufen zu wollen. Dafür erhält Arena insgesamt 200 Millionen Euro in bar (= 100 Millionen Euro pro Saison) sowie ein Aktienpakt über 17% an Premiere im Wert von 300 Millionen Euro[2].

UEFA Champions League

Im September 2005 erwarb das Unternehmen die Free-TV- und Bezahlfernseh-Rechte an der UEFA Champions League für drei Jahre ab der Saison 2006/2007. Dieser Schritt sorgte für Aufsehen unter den Fußballfans und Vereinen, welche die zeitnahe Übertragung im freien Fernsehen gefährdet sehen.

Magazine

Zu Zeiten des alten Premiere gab es unverschlüsselte Eigenproduktionen wie Zapping und Kalkofes Mattscheibe.

Filme

Ebenfalls zu Zeiten des alten Premiere trat das Unternehmen auch als Co-Produzent von Fernsehfilmen auf, man kooperiert zumeist (getrennt voneinander) mit der ARD und mit RTL. Die Filme waren dann vor der Free-TV-Premiere zuerst bei Premiere zu sehen. Nach der Übernahme von Kirch verzichtete Premiere auf weitere Filmproduktionen.

Programme der Premiere-Plattform

für eine ausführliche Liste siehe unter Liste der Programme der Premiere-Plattform

Der Schwerpunkt des Premiere-Programmangebotes liegt im Film- und Sportbereich. Erweitert wird das Angebot durch Themenkanäle von Drittanbietern wie z. B. dem Discovery Channel, SciFi, 13th Street. Ebenfalls hat Premiere ein digitales Radioangebot, Premiere Music Studio, das in Kooperation mit dem Anbieter Music Choice betrieben wird.

Ursprünglich veranstaltete Premiere alle Programme seiner Plattform selbstständig, heute trifft dies nur noch für eine Minderheit der Programme zu, die meisten Sender werden von Drittanbietern eingekauft. Die eigenen Programme umfassen die Film- und Serienkanäle Premiere 1 bis 4, -Serie, -Krimi, -Filmclassics, -Filmfest und -Nostalgie und die Premiere-Sportkanäle. Eingekauft werden vor allem Spielfilmkanäle der großen Hollywoodstudius und Dokumentationsprogramme.

Seit 2007 beteibt Premiere die Plattform Premiere Star. Im Unterschied zum Premiere-Stammangebot ist Premiere Star nur über Satellit zu empfangen, außerdem beansprucht Premiere für die Programme dieser Plattform keine Exklusivität in Deutschland, während die eingekauften Programme des Premiere-Stammangebots in Deutschland und Österreich ausschließlich über Premiere zu empfangen sind.

Quellen

  1. Kartellamt billigt Fußballmonopol
  2. Premiere muss für die Bundesliga teuer bezahlen

für Kunden

das Unternehmen

Meldungen