Heim

Tischtennisweltmeisterschaft 1995

Die 43. Tischtennis-Weltmeisterschaft fand vom 1. bis zum 14. Mai 1995 in Tianjin (China) statt. Spielort war das Tianjin-Gymnasium. Es waren 88 Herren- und 79 Damenmannschaften sowie insgesamt 963 Aktive aus 104 Nationen vertreten.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

China demonstriert eindrucksvoll seine Vormachtstellung. Alle 7 Goldmedaillen bleiben im „Reich der Mitte“. Im Damen- und Herreneinzel sind die chinesischen Spieler und Spielerinnen ab dem Halbfinale unter sich. Nur in den Doppelwettbewerben können nicht-chinesische Spieler eine Silber- und drei Bronzemedaillen erringen.

Die deutschen Teams erreichen mit Platz 5 (Herren) und 6 (Damen) gute Resultate.

Spielsystem der Mannschaftswettbewerbe

Die Mannschaftswettbewerbe der Damen und Herren wurden nach dem gleichen System ausgetragen wie bei der WM 1993.

Abschneiden der Deutschen

Mannschaftswettbewerb Herren

Das deutsche Team musste sich zunächst in Gruppe B qualifizieren. Nach Siegen über die Niederlande (3:1), England (3:0), Österreich (3:0), Polen (3:0) und Hongkong (3:0) sowie Niederlagen gegen Belgien (1:3) und China (0:3) gelangte Deutschland auf Platz 3 und somit ins Viertelfinale. Hier musste man sich gegen Schweden mit 2:3 geschlagen geben. Dabei gewann Roßkopf als einziger im Mannschaftswettbewerb gegen Jan-Ove Waldner. Bei den Platzierungsspielen um Rang 5 bis 8 setzte sich Deutschland gegen Jugoslawien (3:0) und Japan (3:1) durch und wurde somit Fünfter.

Roßkopf erzielte in den Mannschaftskämpfen eine Bilanz von 9:2, lediglich gegen den Belgier Jean-Michel Saive und den Chinesen Ding Song verlor er.

Mannschaftswettbewerb Damen

Die deutschen Damen traten in Gruppe B an. Hier standen den vier Siegen gegen die USA (3:0), Litauen (3:1), Taiwan (3:2) und England (3:0) drei Niederlagen gegen Hongkong (1:3), Ungarn (2:3) und Südkorea (1:3) gegenüber. Dies bedeutete Platz vier, weshalb man sich in einem zusätzlichen Spiel für das Viertelfinale qualifizieren mußte. Dies gelang durch ein 3:0 gegen Belgien. Im Viertelfinale traf das Team auf den späteren Weltmeister China und war mit 0:3 chancenlos. Bei den Platzierungsspielen um Rang 5 bis 8 gewann Deutschland gegen Ungarn (3:1), verlor dann aber mit 0:3 gegen Schweden. Somit erreichte das Team Platz sechs.

Herreneinzel

Jörg Roßkopf kam nach Siegen über Kayode Kadiri (SVE), Andrei Masunow (RUS) und Lin Zhigang (CHN) ins Achtelfinale. Hier unterlag er dem Russen Wladimir Samsonow in fünf Sätzen.

Auch Peter Franz erreichte das Achtelfinale. Er besiegte Thierry Cabrera (BEL) und Hiroshi Shibutani (JPN). Gegen Peter Karlsson (SVE) verlor er in drei Sätzen.

Steffen Fetzner überstand Runde 1 gegen Ferenc Pazsy (HUN), konnte sich dann aber gegen den Schweden Jörgen Persson nicht durchsetzen.

Torben Wosik blieb bereits im Qualifikationsturnier hängen, wo er Zhuang Yongxiang (USA) und S. Phanhngoulath (LAO) gewann, aber gegen Saubana Ayemojuba (NGR) verlor.

Das Qualifikationsturnier überstand Richard Prause nach Siegen über Juan Papic Vilca (CHI) und Shahzad Wasim (PAK). Der österreichische Abwehrspieler Ding Yi war dann aber zu stark.

Herrendoppel

Roßkopf/Fetzner waren weit von ihrer weltmeisterschaftlichen Form von 1989 entfernt, kamen aber dennoch am weitesten. Sie schlugen Petr Korbel/Radek Mrkvicka (CZE) und Kayode Kadiri/Erik Lindh (SWE). Im Achtelfinale war Endstation gegen Zoran Primorac/Wladimir Samsonow (CRO/RUS).

Peter Franz/Torben Wosik scheiterten bereits in der ersten Runde an den Dänen Lars Hauth/Martin Monrad.

Kurioses widerfuhr Richard Prause. Er wollte mit dem Österreicher Ding Yi Doppel spielen, aber dieser erschien bei dem angesetzten Spielbeginn nicht[1]. Somit schied das Doppel kampflos aus.

Dameneinzel

Bereits in der ersten Runde schieden Olga Nemes (gegen Alessia Arisi, ITA) und Elke Schall (gegen Marina Kravchenko, UKR) aus.

Jie Schöpp gelangte durch Freilos in Runde zwei. Hier besiegte sie Lily Yip Hugh (USA), danach Rika Sato (JAP), ehe sie im Achtelfinale gegen Liu Wei (CHN) verlor.

Ebenfalls das Achtelfinale erreichte Nicole Struse. Auch sie hatte zunächst Freilos und gewann dann gegen Mirjam Hooman (NLD) und Li Ju (CHN). Danach verlor sie knapp im fünften Satz gegen Tong Feiming (TPE).

Damendoppel

Am weitesten kamen Schall/Struse, die gegen Adriana Simion-Nastase/Mihaela Ioana Steff (ROM) und Tatyana Kostromina/Viktoria Pavlovich (BLR) gewannen und dann im Achtelfinale durch die Niederlage gegen die Chinesinnen Wang Chen/Wu Na ausschieden.

Dagegen war für Nemes/Schöpp bereits in Runde 1 Endstation. Sie verloren gegen Chen Jing/Chen Jiu Tan (CHN).

Mixed

Etwas tragisch verlief diese WM für Christina Fischer. Sie kam lediglich im Mixed zum Einsatz und verlor an der Seite von Richard Prause bereits in der Qualifikationsrunde gegen Man Li/Kim Bong Chul (CHN/KOR).

Bis in Runde 3 gelangten Schöpp mit dem Griechen Daniel Cioca (Siege gegen Linda Mesan/Taric Hodzic (BIH) und Namal Gunasekera/Dushmanta Chamara Fernando (SRI), Niederlage gegen Wang Chen/Xiong Ke (CHN)) und Schall/Torben Wosik (Siege gegen Hana Placha/Josef Plachý (CZE) und Tawny Ai Banh Thua/Zhuang Yongxiang (USA), Niederlage gegen Yang Ying/Lin Zhigang (TPE)).

Bis ins Viertelfinale spielten sich Struse/Franz. Sie gewannen gegen Kerri Tepper/Dennis Makaling (AUS), Katalina Vitceva/Ivan Stojanov (BUL), Chen Jing/Wu Wen Chia (TPE) und Kim Boon Sik/Park Sang Joon (KOR). Danach verloren sie in drei Sätzen gegen das China-Mixed Liu Wei/Wang Tao, das später den Titel gewann.

ITTF Kongress

Parallel zu den Spielen fand der Kongress des TT-Weltverbandes ITTF statt. Hier wurden folgende Beschlüsse gefasst[2]:

Wissenswertes

Ergebnisse

Wettbewerb Rang Sieger
Mannschaft Herren 1. China (Ding Song, Ma Wenge, Wang Tao, Kong Linghui, Liu Guoliang)
2. Schweden (Jörgen Persson, Erik Lindh, Mikael Appelgren, Jan-Ove Waldner, Peter Karlsson)
3. Korea (Bong Chul Kim, Kyo Sung Chu, Yoo Nam-Kyu, Kim Taek Soo, Chul Seung Lee)
5. Deutschland (Steffen Fetzner, Peter Franz, Richard Prause, Jörg Roßkopf, Torben Wosik)
9. Österreich (Yi Ding, Karl Jindrak, Kostadin Lengerov, Qianli Qian, Werner Schlager)
43. Schweiz (Thierry Miller, Roland Schmid, Jens Sidler, Beat Staufer)
Mannschaft Damen 1. China (Deng Yaping, Qiao Yunping, Qiao Hong, Liu Wie)
2. Südkorea (Park Kyung Ae, Park Hae Jung, Ryu Ji Hye, Kim Moo Kyo,)
3. Hongkong (Po Wa Chai, Wun Tong, Tan Lui Chan, Shuk Kwan Wan)
6. Deutschland (Elke Schall, Jie Schöpp, Nicole Struse)
31. Österreich (Karin Albustin, Petra Fichtinger, Michaela Zillner)
42. Schweiz (Sandra Busin, Daniela Oberholzer, Yong Tu)
Herren Einzel 1. Kong Linghui – CHN
2. Liu Guoliang – CHN
3. Ding Song – CHN
3. Wang Tao – CHN
Damen Einzel 1. Deng Yaping – CHN
2. Qiao Hong – CHN
3. Liu Wei – CHN
3. Qiao Yunping – CHN
Herren Doppel 1. Wang Tao/Lu Lin – CHN
2. Zoran Primorac – CRO/Wladimir Samsonow – BLR
3. Lin Zhigang/Liu Guoliang – CHN
3. Jean-Philippe Gatien/Damien Eloi – FRA
Damen Doppel 1. Deng Yaping/Hong Qiao – CHN
2. Liu Wei/Qiao Junping – CHN
3. Wu Na/Wang Chen – CHN
3. Krisztina Toth/Csilla Bátorfi – HUN
Mixed 1. Wang Tao/Liu Wei – CHN
2. Kong Linghui/Deng Yaping – CHN
3. Erik Lindh/Marie Svensson – SWE
3. Chul Seung Lee/Ji Hae Ryu – KOR

Quellen und Einzelnachweise

  1. (DTS-Juni) S.19
  2. (DTS-Juni) S.29
  3. Zeitschrift DTS, 1992/10 S.38
  4. (DTS-Mai) S.13
  5. (DTS-Juni) S.15
  6. (DTS-Juni) S.21
  7. (DTS-Juni) S.25