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Operative Information

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Die Operative Information ist ein Begriff aus dem Sprachgebrauch der deutschen Bundeswehr. Er umfasst alle Methoden und Maßnahmen zur Beeinflussung des Verhaltens und der Einstellungen von gegnerischen Streitkräften sowie fremder Zivilbevölkerungen im Rahmen militärischer Operationen. Ziel der Operativen Information ist es, das Agieren der eigenen Streitkräfte zu erleichtern. Zur Planung und Umsetzung nutzt sie Erkenntnisse der Kommunikationswissenschaft, der Werbung und der Public Relations. Verwendet werden Medien aller Art (Hörfunk, Fernsehen, Lautsprecheraufrufe, Handzettel, Plakate, Zeitungen, Give-aways, E-Mails, SMS, Gesprächsmedien usw.).

Inhaltsverzeichnis

Begriff

Operative Information ist der heute von der Bundeswehr verwandte Begriff für die Psychologische Kriegführung. Letzterer wird wie der zwischenzeitlich genutzte Name Psychologische Verteidigung nicht mehr benutzt. Der Grund dafür ist, das sich heute der Einsatz von Militärmacht nicht nur auf Ebenen des unmittelbaren kriegerischen Konfliktes bewegt, sondern häufig auch zur Befriedung oder Stabilisierung in Spannungs- oder Konfliktgebieten dient (z. B. UN-Friedens- und Friedenserzwingungsmissionen). Außerdem erhebt die Bundeswehr für sich den Anspruch, keine unwahren Informationen zu verbreiten. Sie versucht jedoch trotzdem durch selektive Information Meinungen zu beeinflussen. Im NATO-Sprachgebrauch hat sich der Begriff Psychological Operations (PSYOPS) durchgesetzt. Dies ist ein Parallelverfahren zu MEDIAOPS (Media Operations), worunter im zivilen Sprachgebrauch Public Relations/Medienarbeit zu verstehen ist. PSYOPS und MEDIAOPS sind in einigen Einsatzgebieten Teilgebiete von INFOOPS (Information Operations). Hierbei handelt es sich um ein übergreifendes Konzept, welches in den sogenannten Informationsraum wirken soll, und alle Fähigkeiten, die darin zur Wirkung kommen, koordiniert.

Bundeswehr

Die Truppe Operative Information ist heute eine eigene Truppengattung der Bundeswehr. Bis vor wenigen Jahren gehörte sie zur Fernmeldetruppe des Heeres. Teilweise waren die OpInfo-Kräfte Teil des Stabes des nun aufgelösten Fernmeldekommandos 900 /Führungsunterstützungsbrigade 900 in Rheinbach (nämlich der 1991 aufgestellte Spezialstab ATV FmTr OpInfo). Es gab jedoch zeitweise auch eigene OpInfo-Bataillone (FmBtl 950 OpInfo / OpInfoBtl 950, damals in Andernach/Neuwied und Mayen). Derzeit ist die Operative Information als Truppengattung der Streitkräftebasis zugeteilt.

Wichtigste Unterscheidung im Selbstverständnis der Operativen Information der Bundeswehr zum Prinzip der psychologischen Kriegführung ist die Tatsache, dass die OpInfo, will sie langfristig funktionieren, nur nachprüfbare Informationen verbreiten soll. Diese Aussage kann freilich schon Teil der Taktik sein. Das Eingeständnis, aus taktischen Gründen „zu lügen“, wäre jedenfalls stets kontraproduktiv. Ansonsten, so die offizielle Doktrin der Bundeswehr, würde sie, und mit ihr auch die gesamten Streitkräfte im Einsatzland, ihre Glaubwürdigkeit verlieren.

Die OpInfo-Truppe besteht heute aus dem Zentrum Operative Information (ZOpInfo) in Mayen sowie dem unterstellten Bataillon für Operative Information 950 (OpInfoBtl 950) in Koblenz. Auch das Betreuungsradio der Bundeswehr (Radio Andernach) gehört zur OpInfo-Truppe, auch wenn Radio Andernach keine PSYOPS-Tätigkeiten wahrnimmt. Das Hörfunkprogramm von Radio Andernach richtet sich ausschließlich an die deutschen Soldaten im jeweiligen Auslandseinsatz und hat nichts mit dem OpInfo-Radio, dem sogenannten Zielgruppenradio, zu tun. Besonders die Sendung "Meet and Greet" erfreut sich bei den deutschen Soldaten großer Beliebtheit. In dieser Sendung werden Grüße und Wünsche aus der Heimat in den Einsatz übertragen. Die Sendung wird am Vormittag live ausgestrahlt und am Abend wiederholt. Die Grüße der Angehörigen, Freunde und Bekannten können per Telefon, Internet oder Postkarte übermittelt werden. Das entsprechende Sendeteam bereitet die oftmals große Flut an Grüßen auf und stellt eine Sendung zusammen.

Das Zielgruppenradio strahlt dagegen Programme in der jeweiligen Landessprache (z. B. im Rahmen des ISAF- Einsatzes in Afghanistan in Dari und Paschtu) aus. Ein deutscher Redakteur leitet direkt im Einsatzland afghanische Redakteure an. Die Produktion des Radios wird durch afghanische Redakteure sichergestellt. Somit können lokale, sprachliche und kulturelle Besonderheiten sehr gut berücksichtigt werden. Sie produzieren diverse Sendungen zu verschiedenen aktuellen Themen.

Des weiteren verfügt OpInfo über eigene Fernseh-Produktions- und Redaktionseinheiten. Die Beiträge werden fast alle im Einsatzland produziert und über die lokalen Sender im Einsatzland abgestrahlt. Vor Ort werden neben einem deutschen TV Redakteur ebenfalls afghanische Redakteure eingesetzt, die sowohl für die Anmoderation, als auch für die Vertonung der Beiträge zuständig sind.

Alle von OpInfo eingesetzten Redakteure werden entsprechend ausgebildet und verfügen über hohe Kompetenzen im jeweiligen Medienbereich.

Eine weitere Einheit, die die OpInfo bereitstellt, sind die Einsatz-Kamera-Trupps (EKT). Die EKT fliegen auf Wunsch des Bundesministeriums der Verteidigung in die jeweiligen Einsatzländer und übertragen von dort live (mittels eigener SNG) nach Deutschland. Sie sollen eine bessere Lagebeurteilung und Einsatzdokumentierung ermöglichen. Im Standort Mayen verfügt OpInfo über ein branchenübliches voll ausgerüstetes und einsatzbereites Fernsehstudio (Sende und Aufzeichnungsformate: DVCPRO 50 und DigiBeta). Auch im Internet ist OpInfo tätig.

Geschichte der Operativen Information

Bereits kurz nach Gründung der Bundeswehr 1955 befasste man sich auch damit, eigene Kräfte für die sogenannte „Psychologischer Kriegführung” (PSK) aufzustellen. Ab 1970 nannte man den Bereich „Psychologische Verteidigung” (PSV). Sie wurde von der damaligen PSK/PSV-Truppe (der Vorgänger der heutigen OpInfo-Truppe) wahrgenommen, mit den wichtigsten Standorten in Andernach und Clausthal-Zellerfeld. Seit 1990 spricht man von „Operativer Information” (OpInfo).

Zielgruppen

Zielgruppen werden bei internationalen Einsätzen auf NATO-Ebene abgestimmt und durch das NAC sowie die nationalen Autoritäten freigegeben. Änderungen daran bedürfen der erneuten internationalen Abstimmung. In den aktuellen Auslandseinsätzen der Bundeswehr wirkt die Operative Information auf die Menschen in den Einsatzgebieten ein, mit dem Ziel, durch Information den Abbau der Spannungen und Feinseligkeiten zu fördern, sowie ein für Friedensschlüsse günstiges Klima herzustellen. Für den Auslandseinsatz gilt: Die Zielgruppe(n) wird in der jeweiligen Einsatzbefehlsgebung durch ACO (Allied Command For Operations, vormals SHAPE) veröffentlicht und für alle multinational eingesetzten Einheiten damit verbindlich.

Für den Verteidigungsfall in Deutschland gilt: Die Zielgruppe der OpInfo wird direkt durch den Deutschen Bundestag festgelegt.

Verboten ist den deutschen Truppen grundsätzlich:

Methoden

Zu den „traditionellen” Methoden der Operativen Information gehören:

Beispiele