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Missa solemnis

Der lateinische Begriff Missa solemnis bedeutet übersetzt „feierliche Messe“ und bezeichnet ein festliches Hochamt in der römisch-katholischen Kirche. Eine große Messe geht sowohl im Umfang als auch in ihrer symphonischen Komposition weit über eine Aufführung im liturgischem Rahmen hinaus. Auch bezeichnet dieser Terminus eine besonders feierliche und umfangreiche Vertonung des Ordinarium Missae in größerer Form und mit entsprechender Besetzung.

In der Missa solemnis wird der gesamte Messtext vertont (Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei), während im Gegensatz dazu in der Missa brevis der Ordinariumstext mit Rücksicht auf die Gesamtlänge des Gottesdienstes in betont knapper Weise vertont wird. Als evangelisches Gegenstück der Missa solemnis kann die Missa tota angesehen werden, während in der evangelisch-lutherischen Form der Missa brevis lediglich Kyrie und Gloria vertont werden.

Die bekannteste Missa solemnis ist wohl die von Ludwig van Beethoven. Die Petite Messe solennelle (frz. kleine feierliche Messe) von Gioachino Rossini ist in einigen Elementen dem Vorbild der Beethovenschen Missa solemnis verpflichtet. Weitere Beispiele für diese Gattung sind die Messe solennelle en l'honneur de Sainte-Cécile von Charles Gounod oder die Messe solennelle von Hector Berlioz.