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Luftangriffe auf Dresden

Die Luftangriffe auf Dresden wurden im Zweiten Weltkrieg von der Royal Air Force (RAF) und der United States Army Air Forces (USAAF) auf den Großraum Dresden geflogen. Davon sind die vier aufeinander folgenden Angriffswellen vom 13. bis 15. Februar 1945 in die Geschichte eingegangen. Sie töteten nach Schätzungen heutiger Historiker zwischen 25.000 und 40.000 Menschen und verletzten weitere 30.000.[1] Große Teile der Innenstadt und der industriellen und militärischen Infrastruktur Dresdens wurden zerstört.

Diese Angriffe waren nicht die schwersten im Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg, doch veranlassten oft gerade sie Kritik an der alliierten Kriegführung der letzten Kriegsjahre. Besonders im Blick auf die britische Area Bombing Directive wird gefragt, ob solche Städtebombardierungen militärisch notwendig bzw. zweckmäßig waren und ob sie als Kriegsverbrechen zu werten sind.

Inhaltsverzeichnis

Hintergründe und Ziele

Im Herbst 1944 und im darauffolgenden Winter rückten die Alliierten langsamer vor als von den Nationalsozialisten erwartet. Obwohl die deutschen Truppen in Europa verstreut und teilweise voneinander isoliert waren, scheiterte die Operation Market Garden zunächst. Anschließend gelang es den Deutschen, ihre Truppen zur Ardennenoffensive zusammenzuführen. Der sowjetische Vormarsch stockte 1944 in Ostpreußen und Ungarn und kam an der Oder im Februar 1945 zunächst zum Stillstand; die „Festungen“ Breslau und Königsberg sowie weitere Städte wurden noch immer von den Deutschen gehalten.

Zum Jahresanfang 1945 war das Ende des Krieges keineswegs so eindeutig abzusehen, wie heute oft dargestellt.[2] Der Dresdner Gauleiter Martin Mutschmann freute sich noch Weihnachten 1944, sein „Volk wieder im Angriff zu sehen“.[3]

Zu Beginn des Jahres 1945 setzten die Alliierten zur Entscheidungsschlacht im Kampf gegen Deutschland an. Die Westalliierten hatten bereits im November 1944 den Rhein erreicht, die Rote Armee war bis Ende Januar auf der geografischen Breite Berlins an die Oder vorgedrungen und kurz davor, Schlesien zu erobern. Aus dem Osten strömten Millionen Flüchtlinge vor allem nach Mitteldeutschland. Versprengte Wehrmachtseinheiten versuchten, die Wiederaufstellungsräume jenseits der noch ungefestigten sowjetischen Frontlinie zu erreichen. Erst im Februar und März wuchs die Sowjetarmee auf die für die Schlacht um Berlin notwendige Stärke an. Planungsschwerpunkt der westalliierten Armeen war jetzt das Ruhrgebiet.

In diesem Moment des Kräftesammelns nutzten die alliierten Truppen ihre Luftüberlegenheit zu Luftangriffen, um die Entscheidungsschlacht am Boden, den Einmarsch in die „Festung Deutschland“, vorzubereiten. Ihre Schläge waren neben Militär-, Verkehrs- und Verwaltungseinrichtungen sowie Produktionsstätten auch gegen die Moral der deutschen Bevölkerung und der Regierungsbehörden gerichtet. Dabei wurden in den letzten Kriegsmonaten zahlreiche große und kleine deutsche Städte in Flächenbombardements angegriffen und teilweise großflächig zerstört.

Seit Sommer 1944 plante das britische Bomber Command einen besonders schweren Vernichtungsschlag (thunderclap), um den Durchhaltewillen der Deutschen endgültig zu brechen. Doch im Januar 1945 errechnete der britische Geheimdienst, dass die Wehrmacht nochmals bis zu 42 Divisionen an die Ostfront verlegen könnte. Nun wurden die Angriffspläne für die RAF modifiziert. Dresden wurde neben Berlin, Leipzig und Chemnitz zum vorrangigen militärischen Zielgebiet.

Auf der Konferenz von Jalta vom 4. bis 11. Februar 1945 vereinbarten die Alliierten auf Drängen der Sowjetunion weitere westliche Fliegerangriffe, darunter auch die auf Dresden. Sie sollten ein wichtiges Produktions- und Verkehrszentrum hinter der Ostfront funktionsuntüchtig machen und so weitere Truppentransporte verhindern. Zugleich sollten sie Evakuierungen erschweren, die Rote Armee von Gegenangriffen entlasten und so das sowjetische Vorrücken erleichtern.[1]

Dresden im Krieg

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs war Dresden mit 642.143 Einwohnern die siebtgrößte deutsche Stadt. Ihr Gebiet blieb bis zum August 1944 von Luftangriffen verschont, weil es bis dahin außerhalb der Reichweite und Zielplanungen alliierter Bomber lag. Im Herbst 1944 war Dresden neben Breslau der letzte größere unbeschädigte Industrie-, Wirtschafts- und Verwaltungsstandort und Verkehrsknotenpunkt des Deutschen Reiches.[4]

Verkehr

Dresden war drittgrößter Bahnumschlagplatz des Deutschen Reichs[4]. Hier kreuzten sich die Bahnstrecken nach Berlin, Prag, Breslau, Warschau, Leipzig und Nürnberg. Da Bahnanlagen anderer Städte bereits schwer beschädigt waren, wurde der Bahnverkehr des Raums Leipzig–Berlin–Dresden ab 1944 großenteils über den Güter- und Rangierbahnhof Friedrichstadt, den Hauptbahnhof und den Bahnhof Dresden-Neustadt abgewickelt. Zudem versorgten die Anlagen die Industriebetriebe Freitals und Bergbaubetriebe im Erzgebirge sowie die Industriegebiete von Pirna, Heidenau, Radebeul, Coswig, Bautzen und Görlitz. Die großen Industriebetriebe Dresdens waren über den Kohlebahnhof mit dem Alberthafen und dem Güterbahnhof in der Leipziger Vorstadt (Neustadt) verbunden. Dresden war Sitz der Reichsbahndirektion Dresden, die den Eisenbahnbetrieb im größten Teil Sachsens und im nordwestlichen Sudetenland organisierte. Weiterhin besaß die Deutsche Reichsbahn in Dresden ein Ausbesserungswerk und ein Bahnbetriebswerk. Auf den verkehrsarmen Strecken im Umland und in Tunnels wurden Lokomotiven und Waggons aus gefährdeteren Regionen Deutschlands abgestellt.

Sowohl Gefangenentransporte in die Vernichtungslager als auch Truppen- und Materialtransporte wurden über Dresden abgewickelt. Aus dem Osten strömten Millionen Flüchtlinge vor allem nach Mitteldeutschland. Als Ende 1944 immer mehr Menschen aus dem Osten flohen, war Dresden, für das ein Zuzugsverbot galt[5], für sie Durchgangsstation.

Industrie

Nach den Angaben der Dresdner Industrie- und Handelskammer von 1941 war die Stadt „einer der ersten Industriestandorte des Reiches“[4]. Bis 1944 war die Mehrzahl der Betriebe fast vollständig auf Rüstung umgestellt. Nach Angaben der USAAF waren im Februar 1945 „mindestens 110“ Fabriken und Unternehmen in Dresden ansässig, die „legitime militärische Ziele“ darstellten.[1] 50.000 Arbeiter habe allein die Rüstungsindustrie beschäftigt, darunter auch Zulieferindustrie für die Flugzeugwerke in Dresden-Klotzsche[5].Die Archive des Haupstaatsarchives Dresden lassen die wirtschaftliche Bedeutung und die Produktivität des intakten und mit Zwangsarbeitern gut versorgten Großraums erahnen. Dort findet man z. B. 44 Betriebe des Geld-, Bank- und Versicherungswesens, 29 Maschinenbauwerke, 13 auf Elektrotechnik und Gerätebau spezialisierte Industriebetriebe, zwölf Betriebe der Lebens- und Genussmittelindustrie, vorwiegend der Zigarettenindustrie, sechs feinmechanische und optische Industriebetriebe sowie weitere Werke, die bis dahin weitgehend auf die Kriegswirtschaft umgestellt und unzerstört waren.[6] Als militärisch bedeutsam werden außerdem insbesondere nach lokalen Quellen folgende Betriebe genannt:

Das Sachsenwerk, Avus und MIAG produzierten Maschinenteile in Leuben; der MIAG-Mühlenbau (Panzerwerk, ehemals Mühlenbau Gebr. Seck) befand sich im damaligen Zschachwitzer Ortsteil Sporbitz.[10] Betriebe in Dresden (Löbtau) und im südlichen Umland (Erzgebirge) stellten Glasgranaten her. Die Rüstungsfabrik Universelle-Werke J. C. Müller & Co.[11] produzierte in der Südvorstadt (Zwickauer Straße, Florastraße) mit Kriegsgefangenen, die auf dem Gelände des MIAG-Mühlenbaus in Leuben und in mehreren weiteren, über die gesamte Stadt verteilten Zwangsarbeiterlagern interniert waren. Bisher weiß man von 10 Außenstellen der Konzentrationslager Flossenbürg, Auschwitz-Birkenau und anderer in der Stadt. Seit Ende 1944 wurden nochmals weitere 5.000 Häftlinge nach Dresden transportiert, darunter etwa 2.000 Juden, um sie „durch Arbeit zu vernichten“. Sie wurden bis zu den Angriffen, wie die wenigen verbliebenen, in Judenhäusern zusammengepferchten Dresdner Bürger jüdischen Glaubens auch in den Rüstungsbetrieben Goehle-Werke, bei der Osram GmbH, Bernsdorf & Co. und beim Reichbahnausbesserungswerk zur Arbeit gezwungen.[12]

Militär

Dresden war im Februar 1945 die letzte intakte Garnisonsstadt im Rücken der Ostfront. Schon im 19. Jahrhundert war die Albertstadt als Militärbezirk am nördlichen Stadtrand errichtet worden. Sie umfasste weitläufige Kasernenkomplexe und Versorgungseinrichtungen mit Gleisanschluss und eigenem Bahnhof, Speichern, Verladerampen, Heeresbäckerei, Metallverarbeitungs- und Handwerksbetrieben wie Sattlerei und Schneiderei. Zudem war sie mit Exerzierplätzen, Kanonenschussbahnen, einer Kirche und der Offizierschule des Heeres versorgt. Auch in Mickten sowie in Johannstadt wurden Kasernen errichtet bzw. ausgebaut.[13]

Reste der Reichswehr von 1918 wurden ab 1921 in Dresden untergebracht. Anfang der 1930er Jahre begann der Bau des Flugplatzes in Klotzsche. Die erste Luftkriegsschule (LKS 1) des Deutschen Reiches nahm 1936 an der „Hermann-Göring-Straße“ (heute „Zur Wetterwarte“) in Klotzsche ihren Betrieb in 60 Gebäuden auf. Ab 1940 wurde der Flugplatz ausschließlich militärisch genutzt.[14] Nach der „Machtübernahme“ der Nationalsozialisten wurde auch die Stadt bis 1939 nochmals militärisch ausgebaut und erhielt das Wehrbereichskommando. Das Luftgaukommando IV wurde in Strehlen am Rand der Innenstadt errichtet. Bei Nickern im Süden der Stadt entstand 1939/40 ein weiterer ausgedehnter Kasernenkomplex der Luftwaffe.[13]

Zudem standen 1939 etwa 20.000 Mann des IV. Wehrbereichs (Armeekorps) der 6. Armee in Dresden. Im Kriegsverlauf wurden die meisten regulären Truppenteile an die Front verlegt, darunter auch die Flak. Die Kasernen wurden meist mit auszubildenden Ersatztruppen wieder aufgefüllt. Die Garnisonsstadt wurde zu einer Lazarett- und Versorgungsstadt. Auch die bekannten Ballhäuser, Gaststätten und Elbdampfer wurden zu Lazaretten und Lagern umfunktioniert.[15]

„Verteidigungs-“ und „Festungsbereich“

In Stalingrad und später Königsberg lernte die Wehrmacht, dass Panzerfäuste und Granaten selbst von Kindern oder alten Menschen aus kürzester Distanz effektiv gegen Panzer eingesetzt werden konnten. Im November 1944 wurden daher auch in Dresden 10 Bataillone des „Volkssturms“ rekrutiert und vereidigt: darunter Einheiten zum Schanzenbau, Panzerjagdkommandos, Nachrichteneinheiten, Transportbataillone aus sämtlichen Dresdner LKWs samt Fahrern. Einige davon wurden im Januar an die Ostfront abkommandiert. Der Großteil – etwa 20.000 Mann aus Volkssturm und Hitlerjugend – blieb jedoch in Dresden kaserniert. Diese Truppen wurden auch in Schulen wie Heereseinheiten ausgebildet, konnten aber aufgrund der vorrangigen Versorgung von Wehrmacht, SS und Polizei nicht mehr ausreichend bewaffnet werden und wurden daher zum Stellungsbau eingesetzt.[15]

Die Nationalsozialisten wollten die Elbe von Hamburg bis Prag zur letzten deutschen Verteidigungslinie gegen den Vormarsch der Roten Armee machen. Die flussnahen Städte sollten zu „Festungen“ ausgebaut und vom „Volkssturm“ verteidigt werden. Den vorerst geheimen Befehl zur Errichtung des Verteidigungsbereichs Dresden-Riesa gab Generaloberst Heinz Guderian bereits am 1. Dezember 1944: Rund um die Stadt sollten Panzersperren, Panzergräben, Schützengräben, Artilleriestellungen und Minenfelder angelegt werden. Die Behörden in der Stadt wurden dazu dem Befehl des Korpsstabes unterstellt.[15]

Nach den ersten Luftangriffen häuften sich seit Januar 1945 die Ersatzanfragen von den Fronten. Mehrere wurden abgelehnt, u. a. die Anfrage des Kommandeurs der vor der Stadt kämpfenden 4. Panzerarmee. Daher behielt die Garnison Dresden bis zum Mai eine beachtliche Truppenstärke, die vor allem aus der Division 404, der Waffen-SS, Luftwaffe, schlecht ausgerüsteter Flakersatzabteilung und der Kriegsmarine (in Tharandt und Ottendorf-Okrilla) bestand. Die militärischen Polizeitruppen rückten jedoch im März zur Ostfront.[15]

Noch im April 1945 gab der Gauleiter Martin Mutschmann die Devise aus „Die Stadt wird mit allen Mitteln und bis zum letzten verteidigt“ und startete einen Aufruf an die Bevölkerung „Der Feind bedroht unsere Heimat – Kampf bis zum Letzten“.[15]

„Luftschutz“

1940 wurde auch in Dresden mit kräftigem Werberummel der Propagandafilm Feuertaufe gezeigt, woraufhin nach Berichten der SS jedoch angesichts des zerstörten Warschaus bei den Zuschauern „keine heroisch stolze, sondern eine bedrückende, verängstigte Stimmung über die ,Schrecken des Krieges‘ entstand“.[16] Spätestens seit 1943 war auch für Dresden diese Bedrohung abzusehen, da das nur 120 km entfernte Leipzig bereits seit dem Frühjahr 1943 bombardiert worden war (siehe Luftangriffe auf Leipzig); die Dresdner Bürger hätten, so der Dresdner Historiker Neutzner, täglich Bombenangriffe erwartet und sich mit der Angst im Alltag eingerichtet. Die Gefahr wurde wahrgenommen und ist in Briefen und Tagebucheinträgen dokumentiert. Zwischen August 1944 und April 1945 wurden von den Westalliierten ca. 10 Millionen Kriegsflugblätter über Dresden abgeworfen, in denen die Bevölkerung zum Aufgeben aufgerufen wurde.[17][18]

Seit 1935 wurden im gesamten Deutschen Reich Luftschutzvorbereitungen getroffen. Die Gauhauptstadt Dresden galt als „überaus gefährdet“. Es gab ein Zuzugsverbot und die Vorschrift, dass Durchreisende und Flüchtlinge nicht länger als eine Nacht in der Stadt bleiben durften, was auch rigoros durchgesetzt wurde. Ab 1944 wurden die Kinder aus der Stadt mittels der Kinderlandverschickung evakuiert. Die Einwohner der Innenstadt wurden aufgerufen, die Nächte nicht in ihren Wohnungen zu verbringen, sondern sich Quartiere am Stadtrand zu suchen.[19]

Die Industrie und die Verwaltung bereiteten sich sorgfältig auf Angriffe vor, denn nach den Erfahrungen in anderen Städten ließ sich das mögliche Ausmaß der Zerstörung abschätzen. Am 13. Oktober 1944, anlässlich der Trauerfeier der Toten nach dem Angriff vom 7. Oktober, ließ Mutschmann in der Dresdner Zeitung verlauten:

„Niemand sollte in der Illusion leben, gerade sein Ort, seine Stadt, würden nicht angegriffen. […] Es gibt keine friedlichen Inseln in Deutschland.“

Dies war die einzige Pressemitteilung über den ersten Luftangriff auf Dresden.[5]

Erste Luftangriffe

Seit März 1944 besaßen die Alliierten zunehmend die Lufthoheit über Deutschland und den besetzten Gebieten. Seit Herbst 1944 gab es häufiger Voralarm und Luftalarm in Dresden.

Am 24. August 1944 erfolgte ein erster Bombenangriff auf die Industrie in Freital (Mineralölwerk), das Industriegelände Dresden-Gittersee und Freital-Birkigt. Eine Bombe fiel auf Dresden-Coschütz. Bei dem Angriff starb eine unbekannte Anzahl Menschen; die Sächsische Zeitung nennt 241 Tote[20], die USAAF macht keine Angaben dazu.

Am 7. Oktober 1944 griffen 30 amerikanische Bomber mit ca. 80 US-Tonnen Sprengbomben, als Ersatz für das Primärziel Brüx (Hydrierwerk Oberleutensdorf), den Bahnhof Friedrichstadt und die Rüstungsfabrik Lehmann an. Einige Bomben fielen auf die westliche Altstadt (Seevorstadt) und töteten 312 Menschen.

Am 16. Januar 1945 bombardierte die USAAF mit 133 Flugzeugen, 279,8 US-Tonnen Sprengbomben und 41,6 Tonnen Brandbomben tagsüber erneut den Bahnhof Friedrichstadt. Auch Dresden-Cotta, Löbtau und Leutewitz wurden getroffen. Der Angriff forderte 334 Tote.

Die Flugabwehr Dresdens war geschwächt. Trotz der Angriffe wurde die Flak im Januar an die Ostfront verlegt. Auf dem Flughafen in Dresden-Klotzsche standen noch 30 Abfangjäger bereit, die allerdings kaum noch Treibstoffreserven hatten.

Die Luftangriffe vom 13. bis 15. Februar 1945

Zerstörte Gebiete in Dresden und einzelne Ziele. Rot umrandet: total zerstörte Kernbereiche der Bombardierung. Rosa abgestuft: bebaute Gebiete. Braun: strategische Ziele

Den Angriffsbefehl zu den im Folgenden beschriebenen schweren Bombardierungen gab Arthur Harris, seit 1942 Oberbefehlshaber des britischen „Bomber Command“. Seitdem war der Wechsel von Nachtangriffen der RAF und Tagesangriffen der USAAF üblich. Das Codewort für die Angriffe auf Dresden lautete „Chevin". Sechs Bomberstaffeln flogen gegen 17:30 von ihren Horsten in Südengland über zwei Routen in das Reichsgebiet ein. Hinter der Westfront flogen einige Begleitjäger andere Routen zur Irreführung der deutschen Luftabwehr.

Erste Angriffswelle in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar

Am Faschingsdienstag, 13. Februar 1945 um 21:45, wurde in Dresden der 175.[5] Fliegeralarm ausgelöst. Die Menschen begaben sich in die Keller ihrer Häuser oder Wohnblocks. Luftschutzbunker gab es kaum, da die Behörden unter Gauleiter Mutschmann den Schutz der Bevölkerung, trotz lange bestehender Pläne, zu Gunsten der Kriegswirtschaft vernachlässigt hatten.

Die Angriffe begannen bei aufgeklartem wolkenlosen Nachthimmel. Um 22:03 wurde die Innenstadt mit Lichtkaskaden („Christbäumen“) ausgeleuchtet, zwei Minuten darauf wurden rote Zielmarkierungen auf das gut sichtbare Heinz-Steyer-Stadion nordwestlich des Stadtkerns, im Ostragehege, abgeworfen. Von 22:13 Uhr bis 22:28 fielen die ersten Bomben. 244 britische Bomber einer „Pfadfinder“-Einheit der No. 5 Bomber Group zerstörten die Gebäudedächer mit 529 Luftminen und 1800 Spreng- und Brandbomben, insgesamt 900 Tonnen. Sie gingen südwestlich des Zielpunktes in einem 45-Grad-Fächer zwischen der großen Elbschleife im Westen der Stadt, dem industriell bebauten „Ostragehege“ (heute Messegelände) und dem Hauptbahnhof, etwa 2,5 km Luftlinie entfernt, nieder.

In diesen 15 Minuten wurde bereits eine Fläche von etwa drei Vierteln der Dresdner Altstadt in Brand gesetzt. Gezielte Treffer einzelner Gebäude waren bei diesen Nachtangriffen der RAF weder beabsichtigt noch möglich. Vielmehr sollte ein Bombenteppich die Innenstadt flächig zerstören.

Zweite Angriffswelle in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar

Um 1:23 Uhr begann die zweite Angriffswelle mit 529 britischen Lancaster-Bombern. Sie warfen bis 1:54 Uhr insgesamt 650.000 Stabbrandbomben – 1.500 Tonnen – über einem Gebiet von Löbtau bis Blasewitz und von der Neustadt bis Zschertnitz ab. Die von der ersten Angriffswelle verursachten Brände dienten nach Augenzeugenberichten englischer Fliegerbesatzungen zur Orientierung für die nachfolgenden Bomber. Ihre Bomben trafen auch die Elbwiesen und den Großen Garten, wohin viele Dresdner nach der ersten Welle geflüchtet waren, und beschädigten auch Kliniken, wie die Frauenklinik Pfotenhauer Straße und das Diakonissenhaus Neustadt, schwer. Beide Bombardements betrafen ein Stadtgebiet von etwa 15 Quadratkilometern.

Die zweite Angriffswelle verhinderte weitere Löschaktionen, so dass sich die zahlreichen Einzelfeuer rasch zu einem orkanartigen Feuersturm vereinten. Dieser zerstörte ganze Straßenzüge; in der extremen Hitze schmolzen Glas und Metall. Der starke Luftsog wirbelte auch größere Gegenstände und Menschen umher oder zog sie ins Feuer hinein. Menschen verbrannten, starben durch Hitzeschock und Luftdruck oder erstickten in den Luftschutzkellern an Brandgasen. Wer sich ins Freie retten konnte, war auch dort dem Feuersturm und detonierenden Bomben ausgesetzt.

Die Luftabwehr hatte nach den ersten Bombenangriffen 1944 für viele Mauerdurchbrüche in den Kellern zu Nachbarhäusern gesorgt. Nach Zeugenaussagen konnten einige Menschen so durch die geschlossenen Häuserzeilen in unversehrte Häuser und Stadtteile fliehen; andere fanden durch die Gewölbe unterhalb der Altstadt ins Freie der Elbwiesen – zum Beispiel überlebten etwa 1.000 Menschen den Angriff in der Annenkirche. Viele wurden jedoch auf der Flucht von Brandgasen ereilt und erstickten; Familien wurden im Chaos auseinandergerissen. Überlebende, die in Bunkern und Kellern ausgeharrt oder den Weg ins Freie gefunden hatten, wurden für den Rest ihres Lebens schwer traumatisiert.

Tausende Menschen flohen in weniger beschädigte Stadtteile wie Mockritz, Leuben, Blasewitz, Pieschen, Löbtau oder in das Umland. Öffentliche Gebäude, wie NSDAP-Stellen, Gasthöfe und Schulen, wurden als Auffangstellen genutzt und zu provisorischen Notaufnahmen umfunktioniert. Allein in den fünf Auffangstellen des Dresdner Ortsteils Plauen wurden bis Mitte März 16.000 Flüchtlinge registriert. Die Behörden schickten viele der Ausgebombten in das Umland.

Tagesangriff am 14. Februar

Den Nachtangriffen folgte am 14. Februar von 12:17 bis 12:27 Uhr ein Tagesangriff von 311 B-17-Bombern nebst 5 Begleitjägern der USAAF. Sie warfen bei schlechtem Wetter nach Zielradar nochmals 1.800 Sprengbomben und 136.800 Stabbrandbomben ab. Angriffsziele waren diesmal einige Rüstungsbetriebe und erneut der Bahnhof und das RAW Friedrichstadt. Getroffen wurden auch das dortige Krankenhaus und umliegende Stadtteile.

Juden war die Nutzung von Luftschutzräumen im ganzen Deutschen Reich untersagt. Bei Beginn der Bombardierung gelang es dennoch einigen jüdischen Bürgern Dresdens, in Keller zu flüchten. Da die Bomben auch die Gestapozentrale zerstörten, kam es nicht mehr zur Deportation der letzten 174 Dresdner Juden, die zwischen dem 14. und 16. Februar 1945 angesetzt war.[12] So entkamen einige wenige Dresdner Juden dem Holocaust, darunter Henny Brenner und der Literaturwissenschaftler Victor Klemperer (LTI):

„Wen aber von den etwa 70 Sternträgern diese Nacht verschonte, dem bedeutete sie Errettung, denn im allgemeinen Chaos konnte er der Gestapo entkommen.[2]

Tagesangriff am 15. Februar

Am 15. Februar um ca. 10:15 stürzte die ausgebrannte Frauenkirche ein. Von 11:51 bis 12:01 Uhr folgte ein weiterer Tagesangriff von 211 amerikanischen B 17. Bei schlechter Sicht warfen sie 460 t Bomben, verstreut auf das gesamte Gebiet zwischen Meißen und Pirna.

Die Flammen des Feuersturms nach der ersten Angriffswelle waren im weiten Umkreis am Himmel zu sehen. Im etwa 35 km entfernten Neustadt ging am 14. Februar auch Ascheregen nieder. Manche Brände loderten noch vier Tage. In den folgenden Tagen wurden die Leichen in der Stadt mit Lastwagen oder Handkarren eingesammelt, zu öffentlichen Plätzen zur Identifizierung gebracht und dort zu Tausenden gestapelt. Die meisten geborgenen Opfer konnten nicht mehr identifiziert werden. Aus Furcht vor Seuchen wurden am 25. Februar 6.865 Leichen auf dem heutigen Altmarkt, weitere im Krematorium Tolkewitz verbrannt. Bis zum 17. April wurden auf dem Heidefriedhof (Dresden) rund 25.000 Tote begraben. Weitere Opfer fanden auf dem damaligen Standortfriedhof ihre letzte Ruhestätte. Der Gauleiter ließ ganze Stadtteile abriegeln und zu „toten Gebieten“ erklären.

Weitere Angriffe

Am 2. März flogen 455 B-17-Bomber nach Angaben der USAAF zunächst das Hydrierwerk Schwarzheide an, wichen aber auf das Ersatzziel Dresden aus. Ab 10:27 Uhr fielen 853 Tonnen Sprengbomben und 127 Tonnen Brandbomben auf die Bahnanlagen in Friedrichstadt und Neustadt sowie in die angrenzende Bebauung.

Werner von Gilsa war nach den Februarangriffen in Dresden eingetroffen und übernahm nun als Nachfolger von Friedrich-Wilhelm Liegmann das Kommando über den Festungsbereich. Sein Stab befand sich vorerst noch im Taschenbergpalais (Altstadt), anschließend in der Albertstadt. Er ließ die Lebensmittellager öffnen und stellte den Bombenflüchtlingen die Luftwaffensanitätseinheit in Nickern zur Verfügung. Andere Truppenteile und Durchreisende ließ er abfangen und abkommandieren; Beurlaubte und sogar Leichtverletzte wurden zu neuen Truppen zusammengestellt.

Am 10. April befahl Gauleiter Mutschmann auch Schülern, Stellungen zu bauen. Auf der Brühlschen Terrasse wurden Geschütze aufgestellt.

Die 8. Bomberflotte der USAAF flog am 17. April mit 572 Maschinen einen weiteren, letzten Angriff auf das Stadtgebiet. Über den Rangierbahnhöfen warf sie 1385 Tonnen Sprengbomben und 150 Tonnen Brandbomben, auf ein nicht genanntes Industriegebiet weitere 25 Tonnen Sprengbomben ab. Erst dabei wurde der Bahnverkehr durch Dresden wirksam unterbrochen.

Das NS-Regime nutzte die verheerenden Angriffe zur Propaganda gegen die Alliierten, um die letzten Kräfte der Überlebenden zu mobilisieren. Man hoffte, die Anti-Hitler-Koalition könnte im letzten Moment zerfallen, und erteilte deshalb für die Elblinie den Befehl: Halten bis zum Letzten!. Am 14. April erklärte Mutschmann Dresden offiziell zur „Festung“. Luftbilder der USAAF bestätigen den Fortschritt beim Bau der Verteidigungsanlagen.

Am 23. April warf die RAF erneut 40.000 Flugblätter über Dresden ab[17], das von der Front umgangen wurde. Am 2. Mai kapitulierten die Berliner Wehrmachtseinheiten. Nun erst löste Gilsa den „Verteidigungsbereich Dresden“ auf und befahl seine Räumung. Dennoch verteidigten versprengte Gruppen die zerstörte Stadt bis zum Inkrafttreten der Bedingungslosen Gesamtkapitulation am 8. Mai 1945. Erst an diesem letzten Kriegstag nahm die Rote Armee das Stadtgebiet vollständig ein.

Folgen

Für Dresden

Dresdens dicht besiedelte Innenstadt bestand hauptsächlich aus Bauten der Renaissance, des Barock und Mischgebieten der Gründerzeit auf mittelalterlichem Grundriss. Damals wurden Industriebetriebe in Hinterhöfen der Wohnbebauung oder als größere Komplexe direkt neben Siedlungen errichtet.

Die Altstadt brannte zu einem großen Teil aus; außer Ruinen blieben nur wenige Gebäude schwer beschädigt erhalten. Die Seevorstadt, Johannstadt, die östliche Südvorstadt waren weitgehend abgebrannt oder zertrümmert. Auch die alten Ortskerne und historischen Bauten von Mickten, Strehlen und Gruna waren vernichtet. Hinzu kamen schwere Schäden in Reick, Friedrichstadt, Plauen, Zschertnitz, der Inneren Neustadt sowie Brände in Prohlis. Zwischen Schandauer Straße und Bodenbacher Straße wurden fast 800 Häuser mit rund 7.000 Wohnungen, Fabriken und Werkstätten vollständig zerstört.[21] „Leichtere Schäden“ an einzelnen Häuserzeilen gab es im Hechtviertel, in Pieschen, Niedersedlitz und Albertstadt; die am dichtesten besiedelte Äußere Neustadt blieb weitgehend verschont.

Die Bombenangriffe zerstörten viele unersetzliche Kulturdenkmäler des spätbarocken „Florenz an der Elbe“, darunter Semperoper, Frauenkirche, Dresdner Schloss, Sophienkirche und Zwinger. Der spätere Wiederaufbau in der DDR ignorierte den früheren Stadtgrundriss, ließ viele ausgebrannte Gebäude abreißen (z. B. Sophienkirche, Große Meißner Straße, Secundogenitur u. a.); andere Ruinen oder Trümmerhaufen als „Mahnmal“ erhalten (Frauenkirche, Kurländer Palais) und verstärkte so noch den Eindruck einer fast völligen Zerstörung des Stadtkerns.[22]

Obwohl die Nachtangriffe der RAF nicht direkt auf die Dresdner Rüstungsindustrie zielten, zerstörten sie 70 Prozent der Dresdner Industriebetriebe und beschädigten viele Versorgungseinrichtungen wie Gas-, Wasser- und Kraftwerke. Auch die folgenden Tagesangriffe der USAAF waren wegen der schlechten Sicht sehr ungenau. In den Wohngebieten wurden bis Mai 1945 60.000 bis 75.000 von insgesamt 222.000 Wohnungen mitsamt Hausrat und Kleidung völlig zerstört, weitere 18.000 Wohnungen schwer und 81.000 leicht beschädigt. 30 Prozent der Einzelhandelsbetriebe waren funktionsuntüchtig, darunter drei Kaufhäuser der Altstadt und die Markthallen Weißeritzstraße, Antonsplatz und Innere Neustadt, in denen sich der Handel mit Obst und Gemüse damals konzentrierte.[1]

Der Straßenverkehr war nach dem 13. Februar zunächst vollständig blockiert. Die Oberleitungen der Straßenbahn waren zu 75 Prozent zerstört, Straßen verschüttet oder mit Bombentrichtern übersät; das Bauamt zählte 1.100 davon. Alle Elbbrücken im Stadtgebiet waren beschädigt. Das Zentrum war als Verkehrsknotenpunkt unpassierbar geworden. Arbeitstellen und Behörden mussten zu Fuß meist durch die Trümmerwüste der Altstadt erreicht werden. Der Eisenbahnverkehr wurde jedoch nach zwei Wochen behelfsmäßig wieder in Betrieb genommen. Truppentransporte fuhren sogar schon nach wenigen Tagen wieder, da die Fernstrecken durch Dresden bis zur Bombardierung am 2. März 1945 nahezu unversehrt blieben.[21]

Die meisten Betriebe mussten ihre Produktion jedoch einstellen. Sie waren beschädigt oder zerstört, ihre Arbeiter waren umgekommen, ausgebombt oder konnten die Betriebe nicht erreichen. Die Versorgung mit Elektrizität, Wasser und Gas war zusammengebrochen. Die „Schlussmeldung“ des SS- und Polizeiführers Elbe vom 15. März 1945 nannte noch sechs Betriebe, die die Produktion mit unbestimmter Menge fortsetzen konnten. Der „Städtische Vieh- und Schlachthof“ im Ostragehege nahm den Betrieb am 19. Februar, die Brotfabrik und Großfleischerei Rosenstraße Ende März behelfsmäßig wieder auf.[21]

Im Stadtzentrum, Bezirk IV, wurden im März noch 4.000 Einwohner festgestellt. Der nördliche Teil Striesens musste tausende Flüchtlinge aufnehmen. Trotz der Öffnung der Nahrungsmitteldepots wurden die Nahrungsmittel bald knapp, und selbst Lebensmittelkarten konnten nicht mehr gedruckt werden. Erst Mitte April wurde die Verpflegung der Ausgebombten durch die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt eingestellt. „Volksgenossen ohne eigene Kochgelegenheit“ wurden laut Bezirksverwaltung am 10. April 1945 auf die gemeinsame Benutzung vorhandener „Kochstellen“ verwiesen. Die NS-Behörden waren arbeitsunfähig, als Auffangstellen umfunktioniert oder ausgebrannt; viele Beamte waren geflüchtet oder umgekommen. Die Stadt war laut Mutschmann nicht mehr in der Lage, „ihre laufenden Verwaltungsarbeiten durchzuführen“. Wegen Personalmangel wurden Beamte aus ganz Sachsen verpflichtet.[21]

Für die Alliierten

Unter den Westalliierten war das nächtliche area bombing in den letzten Kriegsmonaten umstritten. Besonders nach den Februarangriffen auf Dresden drängte die US-Militärführung die Briten dazu, diese Taktik aufzugeben. Doch die RAF war überwiegend für Flächenbombardements ausgerüstet und ausgebildet.

Am 28. März 1945 erwog Winston Churchill, den Luftkrieg gegen deutsche Städte einzustellen, und distanzierte sich in einem Telegrammentwurf an General Ismay und die britischen Chiefs of Staff und Chief of the Air Staff von dessen Ausrichtung:

„Mir scheint, dass der Moment gekommen ist, wo das Bombardieren deutscher Städte, nur um den Terror zu vermehren, wenngleich andere Vorwände angeführt werden, überdacht werden sollte. Andernfalls werden wir ein völlig zerstörtes Land kontrollieren…Die Zerstörung von Dresden stellt die Ausführung alliierter Bombardierungen von nun an ernsthaft in Frage.… Ich sehe die Notwendigkeit für eine präzisere Konzentration auf militärische Ziele… anstelle von bloßen Terrorakten und mutwilligen Zerstörungen, wie imposant diese auch sein mögen.“[23]

Dieser erste Telegrammentwurf zeigt Churchills undiplomatische Einschätzung der Bombenangriffe. Gesendet wurde schließlich eine kürzere und abgeschwächte Fassung, die vornehmlich betonte, dass weitere Zerstörungen von Wohnräumen und ähnlichem Großbritanniens eigenen Interessen nach dem Krieg zuwider laufen würden.[24]

Am Folgetag schätzte Arthur Harris die Wirkung in einem Schreiben an das Air Ministry so ein:

„Dresden war eine Ansammlung von Munitionsfabriken, ein intaktes Verwaltungszentrum und ein Knotenpunkt für Transporte nach Osten. Nun ist es nichts mehr davon.“

Historische Debatte

Propaganda

Die Betrachtung der Luftangriffe wird bis heute von politischen Interessen mitbestimmt. Schon das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda von Joseph Goebbels benutzte Dresdens Bombardierung, um die deutsche Kriegsschuld zu relativieren und eine Opferrolle der Deutschen zu behaupten. Im Kalten Krieg behinderten dann erneut ideologische Vorurteile die sachliche historische Erforschung des Kriegsverlaufs.

Dresdens erster Nachkriegsbürgermeister Walter Weidauer hatte die Angriffe 1946 noch als vermeidbare, aber von deutschen Faschisten provozierte Katastrophe dargestellt: Drei Jahre später beschuldigte er allein die Westmächte der verbrecherischen Bombardierung Dresdens ohne jede militärische Notwendigkeit. Seit 1949 unterstellte die DDR-Propaganda den Alliierten entgegen den heute bekannten Tatsachen, sie hätten der Sowjetunion ein unnötig zerstörtes Ostdeutschland hinterlassen wollen.

In diese Ideologisierung wird auch der Streit um die Opferzahlen hineingezogen. Vor allem Rechtsextremisten und Geschichtsrevisionisten kolportieren aus ähnlichem Kalkül wie die Nationalsozialisten Zahlen von 130.000 bis zu 600.000 Toten. Glaubhaft können diese Zahlen zunächst erscheinen, wenn man die hohe Zahl zerstörter Wohnungen bedenkt und Bilder total zerstörter Straßen vor Augen hat. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass die meisten totalzerstörten Gebiete in der meistgefährdeten Innenstadt vom relativen großen Dresden lagen und auch da in der Regel keine bis zum Kellergeschoss unmittelbar durchschlagende Bombenwirkung erreicht wurde.

Ungewisse Zahlen der Getöteten

Hohe Schätzungen berufen sich meist auf Aussagen von Zeitzeugen, die nicht mehr überprüft werden können, sowie auf schon früh verbreitete Fehlinformationen:

Die ungenauen Schätzungen beruhen auch darauf, dass einige Faktoren nicht exakt bekannt sind:

Die USAAF hielt es für möglich, dass sich bis zu einer Million Personen am 13. und 14. Februar im gesamten Großraum aufhielten. Der Dresdner Historiker Götz Bergander ging davon aus, dass Dresden 1944 etwa 700.000 Einwohner hatte. Etwa 200.000 Flüchtlinge hätten sich im Februar 1945 vorübergehend im Großraum Dresden aufgehalten; davon hätten höchstens 85.000 in Notunterkünften der Innenstadt Platz finden können.[25] Berücksichtigt wird auch die Kinderlandverschickung seit 1944, ein Zuzugsverbot und die Anweisung, nicht in der Innenstadt zu übernachten.[19]

Die historische Forschung hat einige relativ zuverlässige Dokumente von damals durchgeführten behördlichen Zählungen der Todesopfer entdeckt:

Auf dieser Basis schätzen die meisten Historiker heute, dass mindestens etwa 25.000[27], höchstens 40.000 Menschen durch die Bombenangriffe ihr Leben verloren haben.

Die Stadt Dresden beauftragte zum 60. Jahrestag der Angriffe eine Historikerkommission mit der Überprüfung der bekannten Quellen und weiteren Nachforschungen.[28] Leiter ist Rolf-Dieter Müller, Militärhistoriker am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam, Mitglieder sind u. a. Wolfgang Fleischer vom Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden, Götz Bergander, Thomas Widera vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung, Luftkriegsexperte Horst Boog, Stadtarchivleiter Thomas Kübler und der Historiker Friedrich Reichert.[29] Bis zum 800-jährigen Stadtjubiläum 2006 sollte eine möglichst verlässliche Gesamtzahl der Getöteten ermittelt werden, um die Unsicherheitsfaktoren zu reduzieren und Geschichtsfälschungen zu begegnen.

Die Kommission arbeitete ergebnisoffen und zog außer den Primärquellen neuere Berechnungen und Zeitzeugenberichte heran, zu denen die Bevölkerung aufgerufen wurde. Ausgehend von den Bestattungsakten und dokumentierten Leichenfunden ermittelte sie bis Juni 2006 eine Gesamtzahl von mindestens 25.000 Toten, bei einem Unsicherheitsfaktor von bis zu 20 Prozent.[30] Dann beschloss der Finanzausschuss des Dresdner Stadtrats, der ehrenamtlich arbeitenden Kommission die Sachmittel zu sperren. Diesen Beschluss revidierte der Stadtrat jedoch am 18. Januar 2007, so dass damit gerechnet wurde, dass die Kommission ihre Arbeit bis Ende 2007 abschließt und ihren Bericht 2008 veröffentlicht.[31]

Legenden

Zur festen Überlieferung von den Ereignissen während der Bombardierungen gehören Berichte von Phosphorregen und Tieffliegerangriffen auf Flüchtlinge. Die Historiker Götz Bergander[32], Helmut Schnatz[33] und Frederick Taylor[34] sind diesen Berichten nachgegangen und bezeichnen sie als „Legenden“. Ihre Veröffentlichungen stießen in Dresden anfangs teilweise auf heftigen Widerspruch.

Schnatz bestreitet, dass am 13. Februar 1945 weißer Phosphor „abgeregnet“ worden sein kann: Phosphorkautschuk wurde damals allenfalls als Brandbeschleuniger in Bombenkanistern verwendet und ließ sich nicht „abregnen“.[33] 1945 hatte die RAF – anders als im August 1943 bei der „Operation Gomorrha“ gegen Hamburg – Phosphorkanister schon ausrangiert. Bergander weist darauf hin, dass Joseph Goebbels damals gegen die Panik in der Bevölkerung korrekt mitteilte, dass „in Deutschland noch niemals Phosphor abgeregnet“ worden und dies eine optische Täuschung beim Aufschlag anderer Bombentypen sei. Demgemäß können auch in Dresden weiße Leuchtmunition und Stabbrandbomben mit leuchtendem Phosphor verwechselt worden sein.

Von direktem Tieffliegerbeschuss berichten Augenzeugen, die am 14. und 15. Februar als Flüchtlinge auf den Elbwiesen, im Großen Garten oder auf Ausfallstraßen unterwegs waren. Außer diesen Zeugenaussagen fanden neuere Forschungen dafür jedoch keine Beweise, weder Militärbefehle noch Pilotenaussagen noch Angaben der Nationalsozialisten in Meldungen oder Totenscheinen.[35] Die RAF und USAAF bestreiten, dass solche Angriffe in Dresden stattfanden.

Die alliierten Begleitjäger sollten beim Ausbleiben eines Luftkampfs sonst nahe Bodenziele angreifen. Schnatz, der die Befehlsketten intensiv überprüfte, fand jedoch in diesem Fall den ausdrücklichen Befehl an die Eighth Air Force, im Luftraum Dresden nicht einzugreifen. Die RAF erwähnt allerdings einen Befehl an die amerikanischen Mustangs, den Verkehr in Dresdens Umgebung zu beschießen, um das Chaos zu vergrößern:

“Part of the American Mustang fighter-escort was ordered to strafe traffic on the roads around Dresden to increase the chaos and disruption to the important transportation network in the region.”

Dies war jedoch während einer Bombardierung kaum möglich und nicht üblich, da tieffliegende Jagdflugzeuge und höher fliegende Bomber sich gegenseitig gefährdet hätten. Schnatz zufolge schloss der Feuersturm nach dem ersten Nachtangriff Tiefflug über der brennenden Innenstadt aus. Bei den folgenden Tagesangriffen hätten die Begleitjäger – wie bei US-Operationen typisch – eigene Angriffe allenfalls nach dem Abflug der Bomber starten können. Auch das hält er u. a. wegen der sehr dichten Bewölkung und begrenzten Treibstoffmenge für unwahrscheinlich.[33]

Bergander, der die Luftangriffe als Kind selbst erlebte, fand unabhängig von Schnatz heraus, dass sich die Augenzeugenberichte nur auf den Tagesangriff vom 14. Februar bezogen und Tiefflüge an diesem Tag nur von einer Bomberstaffel auf dem Weg nach Prag weitab von Dresden belegt sind. Weder in den Wehrmachtberichten, die sonst jeden Tieffliegerangriff auf Zivilisten vermerkten, noch den Polizeiberichten über Todesursachen sei für die fragliche Zeit dergleichen erwähnt.[36]

Obwohl der heutige Forschungsstand direkten Beschuss von Flüchtenden in Dresden daher weitgehend ausschließt, beschwören manche der damals Betroffenen bis heute, dies persönlich erlebt zu haben.[37] Details ihrer Erinnerungen – z. B. die Außenmarkierungen der US-Flieger – sind nachweislich falsch; keiner dieser Berichte gilt daher als historisch zuverlässiger Beweis. Bergander erklärt die wenigen glaubwürdigen Augenzeugenberichte wie folgt:[38]

„Mit großer Wahrscheinlichkeit waren es amerikanische Begleitjäger, die deutsche Jäger verfolgten; Luftkämpfe verlagerten sich oft aus größeren Höhen in Bodennähe, und Luftkämpfe mit deutschen Verlusten sind im Raum Dresden-Chemnitz zweifelsfrei nachweisbar … Bei einer Verfolgungsjagd in Bodennähe können Geschossgarben auch im Boden einschlagen, und es ist ganz natürlich und psychologisch verständlich, dass Menschen im Freien Maschinengewehrsalven als auf sich abgefeuert erleben.“

Hier wie auch sonst machten die Nationalsozialisten aus dem subjektiven Erleben der traumatisierten Ausgebombten die offizielle Nachricht eines Kriegsverbrechens von „alliierten Terrorfliegern“, um den Hass der Bevölkerung zu schüren. So behauptete bereits die Zeitschrift Das Reich am 4. März 1945 in einem Artikel „Der Tod von Dresden“:

„Um Mitternacht erschien am glutroten Himmel des Elbtals eine zweite britische Luftflotte und richtete mit Sprengbomben und Bordwaffen unter den Menschenmassen auf den Grünflächen ein Blutbad an, wie es bis dahin allenfalls die Fantasie eines Ilja Ehrenburg hätte ersinnen können.“

Diese Propagandalüge ging dann ungeprüft in die deutsche Nachkriegsliteratur ein (z. B. Axel Rodenberger: Der Tod von Dresden, 1951[39]) und wurde auch von David Irving (Der Untergang Dresdens, 1964) in veränderter Form übernommen.

Erzählerische Dramatisierungen

Bis heute werden die Luftangriffe auf Dresden in Erlebnisberichten, Dokumentationen, Romanen und Spielfilmen verarbeitet. Autoren wie Alexander McKee, britischer Kriegsberichterstatter, und ein damaliger US-Kriegsgefangener der Deutschen, Kurt Vonnegut, haben Erlebnisberichte über die Luftangriffe auf Dresden veröffentlicht, ohne sie abschließend zu bewerten. Vonnegut überlebte sie als junger Mann und verarbeitete seine Erinnerungen in dem Roman Slaughterhouse Five[40], der nach dem Städtischen Schlacht- und Viehhof im Ostragehege benannt ist.

Matthias Neutzner zufolge trugen solche Darstellungen dazu bei, dass sich in der kollektiven Erinnerung der Ereignisse ein emotionaler Kern verfestigte. Die Bombardierung Dresdens wurde im Englischen zu einer festen sprichwörtlichen Wendung: Like Dresden bezeichnet ein verheerendes Feuer oder die Zerstörung von Kulturgütern. Die Angriffe seien häufig als plötzliche, unerwartete, sinnlose Zerstörung einer einzigartigen und unschuldigen Stadt, kurz vor dem absehbaren Ende des Krieges beschrieben worden. Die als prächtige Residenz weithin bekannte, nahezu unbeschädigte Stadt sei aber auch im Februar 1945 noch ein kriegswichtiges Ziel gewesen und nicht allein „die unschuldige Kulturschöne“.[5]

Militärische Rationalität und Kriegsverbrechen

Heute diskutieren Historiker ausgiebig und öffentlich militärische und ethische Aspekte des Luftkriegs und ihr Verhältnis zueinander. Zum einen wird gefragt, ob das moral bombing zusammen mit dem Abwurf von Millionen von Flugblättern Risse zwischen Volk und Führung erzeugen und die Kampfmoral der Deutschen brechen konnte oder aber eher das Gegenteil erreichte. Zum anderen wird hinterfragt, ob der Luftkrieg in den letzten Kriegsmonaten überhaupt noch primär militärische Zwecke verfolgte.

Die Luftangriffe auf Dresden gelten oft als Paradebeispiel für eine verfehlte Kriegführung der Alliierten, die ab 1945 primär der Zivilbevölkerung gegolten und keine kriegsentscheidende Bedeutung mehr gehabt habe. Als Indizien dafür werden die Pläne für einen Vernichtungsschlag und die Auswahl dicht besiedelter Innenstädte ohne größere Industriestandorte genannt. Bezweifelt wird, dass die Angriffe primär Dresdens militärische Infrastruktur treffen sollten: Dagegen sprächen die Abwurfstellen der Zielmarkierungen, der nächtliche Abwurf von Brandbomben auf die Altstadt und der Umstand, dass Flughafen, Fabriken und Kasernen im Norden der Stadt weniger stark beschädigt wurden. Zudem wird behauptet, dass Dresden militärisch schutz- und bedeutungslos gewesen sei.[5]

Dem wird entgegengehalten, dass punktgenaue Bombenabwürfe damals wegen fehlender Zielradartechnik und Wetterabhängigkeit noch erschwert waren. Gerade die schlechte Trefferquote bei Punktzielen war 1943 Anlass zur Verstärkung des area bombings. Andererseits soll die RAF an der Westfront mit neuer Radarausrüstung zu zielgenaueren Treffern gekommen sein, die den Vormarsch der alliierten Bodentruppen entscheidend begünstigt hätten.

Zweckmäßigkeit und ethische Verantwortbarkeit der alliierten Luftkriegsstrategie waren in Großbritannien seit ihrem Beginn umstritten, wurden aber seit der Luftschlacht um England nur sehr selten öffentlich kritisiert. Dass die britischen Städtebombardierungen Völkerrecht brechen, die ethischen Grundlagen der westlichen Zivilisation bedrohen und die Chancen zur künftigen Versöhnung mit den Deutschen zerstören, vertrat im House of Lords ab Februar 1943 vehement und wiederholt der anglikanische Bischof George Bell. Neben ihm opponierten nur noch zwei Labour-Abgeordnete im House of Commons gegen das area bombing. Dass Arthur Harris, anders als andere führende Militärs in Großbritannien, nach dem Krieg keine staatliche Ehrung erhielt und erst spät in den Adelsstand erhoben wurde, gilt manchen als Hinweis auf eine Distanzierung Winston Churchills von seinem „Bomber“, obgleich er selbst die Entscheidung zum area bombing traf.

Der Historiker Jörg Friedrich hat mit seinem Buch Der Brand[41] 2002 den Blickwinkel der Betroffenen in den Vordergrund gerückt. Für ihn waren die Bombardierungen vieler deutscher Städte nicht erst seit den letzten Kriegsmonaten militärisch sinnlos und zielten bewusst auf Massenvernichtung. Friedrich löste damit eine neue, bis heute anhaltende Debatte über den Luftkrieg in Großbritannien und Deutschland aus. Der Historiker Hans-Ulrich Wehler wirft ihm vor, sein Sprachstil und seine Metaphorik legten eine ahistorische Gleichsetzung der alliierten Bombenangriffe mit den nationalsozialistischen Massenmorden nahe.[42] Auch Geschichtsrevisionisten berufen sich auf sein Buch.

Die USAF und die RAF hingegen bezeichneten Dresden anhand von umfangreichem Material als „legitimes militärisches Ziel“.[1] Auch der britische Historiker Frederick Taylor hat 2004 viele Dokumente vorgelegt, die erneut die kriegswirtschaftliche Bedeutung der Industrie Dresdens, die Pläne der Deutschen an der Ostfront und Absprachen der Alliierten mit den Sowjets belegen. Er betont, dass die Deutschen den Luftkrieg eröffnet und rücksichtslos geführt hatten, so dass die Briten damals nur noch die Bomber als Offensivwaffe einsetzen konnten. Er spricht den Angriffen damit eine militärische Rationalität zu, ohne auszuschließen, dass sie völkerrechtswidrig gewesen sein könnten.

Die Haager Landkriegsordnung von 1907 verbot den Unterzeichnerstaaten, darunter Großbritannien und Deutschland, die Auswahl ziviler Ziele, damit auch von Innenstädten. Die Reichweite des für den Landkrieg konzipierten Völkerrechts berieten Völkerrechtsexperten 1922/23. Sie entwarfen Regeln für den Luftkrieg, in denen es hieß: „Das Luftbombardement zur Terrorisierung der Zivilbevölkerung und Zerstörung oder Beschädigung von Privateigentum nichtmilitärischen Charakters ist verboten.“ Doch dieser Entwurf wurde nicht in das Kriegsvölkerrecht aufgenommen, so dass dieses Flächenbombardements nicht ausdrücklich verbot.

Dennoch beurteilt der britische Philosoph Anthony Grayling in seinem Buch Among the Dead Cities (erschienen Februar 2007) das area bombing der Royal Airforce ebenso wie die US-amerikanischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki als militärstrategisch sinnlos und rechtlich wie ethisch als Kriegsverbrechen. Geschichtsrevisionistischen Missbrauch dieser Feststellung schließt er aus: „Selbst wenn die alliierte Bomberoffensive teilweise oder völlig moralisch verwerflich gewesen sein sollte, reicht dieses Unrecht auch nicht annähernd an die moralische Ungeheuerlichkeit des Holocaust heran.“[43]

Ob das Völkerrecht 1945 eine Strafverfolgung der Verantwortlichen für den Luftkrieg ermöglicht hätte und ob eine (real fehlende) Rechtsinstanz ein Urteil hätte durchsetzen können, wird bezweifelt. Nach dem seit 1977 auch von Großbritannien und Deutschland ratifizierten Zusatzprotokoll zur Genfer Konvention ist eine flächendeckende Städtebombardierung verboten.[44] Jedoch ist dieses Verbot juristisch nicht rückwirkend anwendbar.

Gedenken

Kirche

Jedes Jahr am 13. Februar finden Gedenkveranstaltungen in Dresden statt. Am ersten Jahrestag der Zerstörung gegen 22:00 kletterten zwei Schuljungen auf den Turm der Kreuzkirche und läuteten die Glocken. Seitdem läuten an diesem Tag um 21:45 – dem Zeitpunkt des damaligen Fliegeralarms – alle Dresdner Kirchenglocken. 1995, zum 50. Jahrestag der Angriffe, wurde eine Glockensinfonie unter Einbeziehung aller Dresdner Glocken gespielt.

Bereits unmittelbar nach Kriegsende nahm die anglikanische Gemeinde des britischen Coventry, das im Zweiten Weltkrieg von deutscher Flächenbombardierung nahezu zerstört wurde, Kontakt mit Dresden auf. 1956 begann die Partnerschaft zwischen beiden Städten. 2002 trafen Gäste aus Coventry mit Dresdner Partnern zusammen, um unter dem Motto „Brücken bauen – Versöhnung leben“ ein Zeichen gegen Krieg und Hass zu setzen. Die Begegnung fand an der Baustelle der Dresdner Frauenkirche statt, deren Wiederaufbau 1990 begonnen wurde.

Sie ist inzwischen mit Hilfe von intensiven Spendensammlungen vor allem britischer und deutscher Fördervereine vollständig wiedererbaut und zum Mittelpunkt der Versöhnungsarbeit geworden. Das „Cross of Nails“ (Nagelkreuz von Coventry) aus den Trümmern der am 14. November 1940 zerstörten Kathedrale von Coventry wurde seither zum berühmten Symbol einer internationalen Gemeinschaft, die heute in Hunderten von Bombardierungen betroffenen Städten der Welt existiert. Seit dem 13. Februar 2005 gehört die Frauenkirche Dresden dazu.

Politik

In Dresden gab es bereits von 1946 an – früher als in anderen deutschen Städten – regelmäßige politische Gedenkveranstaltungen. Das offizielle Gedenken an die Toten der Luftangriffe erfuhr seit Kriegsende eine Reihe von Schwerpunktverlagerungen. Zunächst wurde dabei von einer „… bewusst von den faschistischen Verbrechern provozierte(n) Zerstörung Dresdens…“ gesprochen und festgestellt, dass „… die politische Schwäche des deutschen Volks mit Schuld trägt an diesem Krieg…“ Auf Anweisung der sowjetischen Militäradministration sollte ein Trauercharakter der Gedenkveranstaltungen vermieden werden.

Im Kalten Krieg wurden die Luftangriffe in den 1950er Jahren zunehmend propagandistisch gegen die Westalliierten verwendet. In einem nun DDR-weiten offiziellen Gedenken an die Dresdner Toten trat die Frage nach der Schuld der Deutschen am Krieg zurück. In den Vordergrund traten dafür Äußerungen von Politikern, es habe in Dresden keine militärischen Ziele gegeben und die Bombardements hätten somit keinerlei strategische Bedeutung für das Kriegsende gehabt, sondern seien barbarisch und kulturfeindlich gewesen. Zuweilen wurde sogar behauptet, die Alliierten hätten Dresden bewusst zerstört, um die Stadt nicht in die Hände der Sowjetunion gelangen zu lassen. Dabei wurde erstmals die Goebbelssche Wortschöpfung von den „anglo-amerikanischen Luftgangstern“ wieder aufgegriffen.

Ein von solchen Interessen unabhängiges Gedenken etablierte die Friedensbewegung in der DDR. 1981 führte eine Gruppe innerhalb der kirchlichen Opposition vor der Frauenkirche eine symbolische Kerzenaktion durch und wandte sich in Flugblättern gegen die zunehmende Militarisierung. 1982 versammelten sich erstmals hunderte Menschen vor der Frauenkirche und forderten: „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“ Zum 40. Jahrestag der Luftangriffe gab es 1985 erstmals wieder zentrale Staatsfeierlichkeiten in der Innenstadt; die Frauenkirche blieb dagegen aber Ort individueller gesellschaftskritischer Proteste. Beide Seiten berücksichtigten die Ursachen der Angriffe – deutsche Kriegsschuld und Terrorangriffe, Holocaust – und ihre mögliche militärische Notwendigkeit – Ostfront, Volkssturm, die Bomber als verbliebene britische Offensivwaffe – nur unzureichend.

Nach der politischen Wende in der DDR 1989 setzte sich die Stadt intensiver als zuvor vor allem während der Jahrestage der Luftangriffe mit ihrer Vergangenheit auseinander. 1990 jedoch fand David Irving bei einer Veranstaltung in Dresden 500 zustimmende Teilnehmer; Helmut Schnatz dagegen wurde bei der Vorstellung seines Buches, das die Tieffliegerlegenden kritisiert, von wütenden Dresdnern gestört. Inzwischen ist seine Arbeit auch seitens der Stadtbevölkerung weithin akzeptiert.

Rechtsextremisten

Fronttransparent der rechtsextremen Kundgebung am 13. Februar 2005 mit den Trägern Holger Apfel (NPD), Gerhard Frey (DVU), Udo Voigt (NPD) und Franz Schönhuber (Ex-REP)

Seit 1998 nehmen immer mehr Rechtsextremisten an den jährlichen Gedenkveranstaltungen Dresdens teil. 1998 versuchten 30 bis 40 junge Neonazis zur Frauenkirche zu gelangen, wurden dabei von der Polizei eingekesselt und sangen Protestlieder. Im Jahr darauf waren es bereits etwa 200 Rechtsextremisten, die sich unter die trauernden Dresdner Bürger mischten und ihrerseits zahlreiche mit deutschnationalen Farben und Symbolen geschmückte Kränze an den Bauzäunen der im Wiederaufbau befindlichen Frauenkirche niederlegten.

Im Jahr 2000 organisierte erstmals die Junge Landsmannschaft Ostpreußen (JLO) einen eigenen nächtlichen „Trauermarsch“ unter dem Motto „Ehre den Opfern des Bombenterrors“, an dem etwa 500 Personen teilnahmen, darunter bekannte Rechtsextremisten wie Franz Schönhuber, Horst Mahler und Gert Sudholt. Von 2001 bis 2004 stieg die Teilnehmerzahl dieser Veranstaltung von 750 auf etwa 2100 an. Im Jahr 2005 lagen Organisation und Anmeldung dieses Gedenkmarsches in den Händen der NPD, die dabei eine „rechte Volksfront“ zur Schau stellte. Nachdem Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) die ihm für 2005 angetragene Schirmherrschaft abgelehnt hatte, übernahm Holger Apfel (NPD) diese. Am 13. Februar 2005 demonstrierten etwa 6500 Rechtsextremisten in einem mehrstündigen Marsch durch die Dresdner Innenstadt.

Diese Märsche etablierten sich als eine der größten regelmäßigen bundesweiten Veranstaltungen von Rechtsextremisten seit Bestehen der Bundesrepublik. Sie dienen nicht nur als Machtdemonstration, sondern auch zur Vernetzung zwischen verschiedenen rechtsextremen Gruppen. Unter den Teilnehmern sind Angehörige, Wähler und Sympathisanten jeden Alters aller als rechtsextrem geltenden Parteien, aber auch neonazistische Freie Kameradschaften und einige Vertriebenenverbände. Hinzu kommen zunehmend auch Personen und Organisationen aus anderen europäischen und außereuropäischen Ländern.

Die Märsche werden stets zur rechtsextremen Propaganda genutzt, etwa indem auf Transparenten und in Reden vom „Bombenholocaust“ gesprochen wird, nicht jedoch vom Holocaust. Damit wird die Kriegführung der alliierten Kriegsgegner Deutschlands insgesamt mit dem nationalsozialistischen Völkermord verglichen. Kritiker sehen darin eine geschichtsrevisionistische Strategie der Täter-Opfer-Umkehr, die die Kriegsgegner Deutschlands als Verbrecher darstellen soll, um ihnen die eigentliche Kriegsschuld anzulasten und die des nationalsozialistischen Deutschland zu verharmlosen oder zu leugnen. Dazu wird die Massentötung, die die alliierte Luftkriegsplanung bewirkte, aus ihrem historischen Kontext gelöst und zur einseitigen Anklage verwendet. Man attestiert besonders Großbritannien und den Vereinigten Staaten besondere Unmenschlichkeit und Grausamkeit.

Dagegen protestieren einige Gruppen der Autonomen und „Antideutschen“ mit Parolen wie „Deutsche Täter sind keine Opfer“, „Keine Träne für Dresden“ oder „Bomber-Harris do it again“. Da sie fürchten, dass mit der „Enttabuisierung der deutschen Kriegsopfer“ eine fortschreitende Rehabilitierung nazistischer Einstellungen einhergeht, feiern sie im Gegenzug die Bombardierung Dresdens als notwendigen Teil der militärischen Niederschlagung des nationalsozialistischen Deutschlands.

Am 13. Februar 2007 nahmen etwa 1.500 Personen am „Trauermarsch“ teil, zu dem ein „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ von der JLO, der NPD und regionalen rechtsextremen Gruppen aufgerufen hatte. Zudem sollte diesmal um den Jahrestag herum eine „Aktionswoche“ deutsche Kriegsverbrechen vergessen machen, bei der u. a. eine Lichterdemonstration und Stadtwanderung „auf den Spuren der Angriffe“ vorgesehen war.[45] An einer Gegendemonstration unter dem Motto „Geh Denken“ nahmen etwa 4000 Personen teil.[46]

Reaktionen der Stadt

Wegen rechtsextremen Missbrauchs und befürchteter Zusammenstöße mit Gegendemonstranten erlässt die Stadt Dresden seit Jahren ein Demonstrationsverbot für den 13. und 14. Februar rund um die Frauenkirche. Zugleich versucht sie, die Initiative zur Gestaltung des Erinnerungsdatums mit eigenen Veranstaltungen wiederzugewinnen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Städtepartnerschaft mit Coventry und die kirchliche Versöhnungsarbeit. Diese Kontakte wollen heute über nationale Grenzen hinweg Verständnis dafür wecken, dass die deutsche Kriegsschuld mit Kriegsverbrechen anderer nicht aufgewogen, in keiner Weise angezweifelt oder relativiert werden kann. Die große Mehrheit der Dresdner will mit dem gemeinsamen Gedenken an alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zeigen, dass für sie die Versöhnung die einzige Option für eine friedliche Zukunft darstellt.

Dresdens Schicksal wird in die lange Liste der durch Kriege zerstörten Städte eingereiht: Dresden stand auf dem städtischen Plakat zum 60. Jahrestag der Luftangriffe vom 13. Februar 1945 zwischen Guernica, Warschau, Coventry, Leningrad, Hamburg, Hiroshima, Monrovia, Sarajevo, Grosny und Bagdad.

Einzelnachweise

  1. a b c d e USAF: The Bombing of Dresden
  2. a b Victor Klemperer: Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten – Tagebücher 1933–1945. Berlin (Aufbau) 1995, ISBN 3-351-02340-5.
  3. Dresdner Zeitung vom 23. Dezember 1944, zitiert in: Matthias Neutzner, 2005: Die Erzählung vom 13. Februar. Dresdner Hefte, Bd. 84: Mythos Dresden. ISBN 3-910055-79-6.
  4. a b c Statistisches Handbuch von Deutschland: 1928–1944. München 1949.
  5. a b c d e f Matthias Neutzner, 2005: Die Erzählung vom 13. Februar. Dresdner Hefte, Bd. 84: Mythos Dresden. ISBN 3-910055-79-6
  6. Hauptstaatsarchiv Dresden 9. Wirtschaft
  7. http://www.archiv.sachsen.de/archive/dresden/4456_3131363139.htm Hauptstaatsarchiv Dresden 9.2. Metallurgische Industrie
  8. http://www.archiv.sachsen.de/archive/dresden/4446_3131363434.htm Hauptstaatsarchiv Dresden 9.7. Elektrotechnik, Elektronik, Gerätebau
  9. http://www.archiv.sachsen.de/archive/dresden/4458_3131373235.htm Hauptstaatsarchiv Dresden 9.11 Feinmechanische und optische Industrie
  10. http://www.linksfraktion-dresden.de/daten/downloaddok/zwangsarbeiter.pdf
  11. http://www.archiv.sachsen.de/archive/dresden/4444_3131363833.htm Hauptstaatsarchiv Dresden 9.8 Maschinenbau
  12. a b Nora Goldbogen: Nationalsozialistische Judenverfolgung in Dresden seit 1938. Dresdner Hefte 45: Zwischen Integration und Vernichtung - Jüdisches Leben in Dresden im 19. und 20. Jahrhundert. ISBN 3-910055-34-6.
  13. a b Dresdner Geschichtsverein e.V. (Hrsg.): Dresden als Garnisonstadt. Dresdner Hefte, Band 35. ISBN 3-910055-43-5
  14. Franz Spur: Dresdner Fliegerschmiede 1935 - 1945. Geschichte der Luftkriegsschule 1 Dresden in Klotzsche. Militärhistorische Schriften des Arbeitskreises Sächsische Militärgeschichte e.V., Sonderheft. ISBN 3-9809520-1-0.
  15. a b c d e Hermmann Rahne: Die „Festung Dresden“ von 1945. In: Dresden - Das Jahr 1945. Dresdner Hefte, Bd. 41. ISBN 3-910055-27-3.
  16. Joachim Trenkner: „Ziel vernichtet“, in: Die Zeit, 07/2003.
  17. a b Christian Hermann: „Millionen Kriegsflugblätter für Dresden“, in: Dresden - Das Jahr 1945. Dresdner Hefte, Bd. 41. ISBN 3-910055-27-3
  18. Heinz Starkulla jr.: Invasion und alliierte Flugblattpropaganda. Militärhistorisches Museum Dresden.
  19. a b Matthias Neutzner (Hrsg.): Martha Heinrich Acht - Dresden 1944/45. Dresden 2003 (4. erweiterte Auflage, Erstauflage 1995).
  20. Sächsische Zeitung vom 12. Februar 2005: Der Ablauf der Angriffe.
  21. a b c d Matthias Neutzner: „Wozu leben wir noch? Um zu warten, bis die Russen kommen?“, in: Dresden - Das Jahr 1945. Dresdner Hefte, Bd. 41. ISBN 3-910055-27-3
  22. Dresdner Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): Wiederaufbau und Dogma. Dresden in den fünfziger Jahren. Dresdner Hefte, Bd. 28. ISBN 3-910055-12-5
  23. Telegramm Churchills - Erster Entwurf
  24. Telegramm Churchills - Gesendeter Entwurf
  25. Götz Bergander: Dresden im Luftkrieg – Vorgeschichte, Zerstörung, Folgen, 2. erweiterte Auflage. Böhlau, Weimar/Köln/Wien 1994, ISBN 3-412-10193-1, S. 213.
  26. Richard J. Evans: David Irving, Hitler and Holocaust Denial: Electronic Edition (Gutachten im Prozess Irvings gegen Deborah Lipstadt zu den Opferzahlen in Dresden; siehe auch die Folgeseite)
  27. Friedrich Reichert: Verbrannt bis zur Unkenntlichkeit - Die Zerstörung Dresdens 1945. Stadtmuseum der Landeshauptstadt Dresden (Hrsg.), DZA Verlag für Kultur und Wissenschaft 1994, S. 58
  28. Sven Heitkamp: „Kontroverse um Zahl der Dresdner Bombenopfer“, in: Lausitzer Rundschau, 18. Januar 2005.
  29. Präsentation der Historikerkommission auf der Website der Stadt Dresden.
  30. Wie viele Menschen starben im Dresdner Feuersturm?“, Interview mit Rolf-Dieter Müller, in: Welt Online, 20. Februar 2007.
  31. Sven F. Kellerhoff: „Niemand stirbt in Deutschland ohne Registrierung“, in: Welt Online, 13. Februar 2007.
  32. Götz Bergander: „Vom Gerücht zur Legende. Der Luftkrieg über Deutschland im Spiegel von Tatsachen, erlebter Geschichte, Erinnerung, Erinnerungsverzerrung“, in: Thomas Stamm-Kuhlmann u. a. (Hrsg.): Geschichtsbilder. Festschrift für Michael Salewski zum 65. Geburtstag, Stuttgart 2003.
  33. a b c Helmut Schnatz: Tiefflieger über Dresden? Legenden und Wirklichkeit. Mit einem Vorwort von Götz Bergander. Köln/Weimar/Wien 2000, ISBN 3-412-13699-9.
  34. Frederick Taylor: Dresden, Dienstag, 13. Februar 1945. Militärische Logik oder blanker Terror? Bertelsmann, München, Dezember 2004, ISBN 3-570-00625-5.
  35. Helmut Schnatz: Luftkriegslegenden in Dresden
  36. Götz Bergander: Dresden im Luftkrieg, a.a.O. S. 198ff.
  37. Lothar Metzger: Die Bombardierung Dresdens : Ein Augenzeugenbericht; Angela: Angela's story : Machine-gunning civilian refugees
  38. Götz Bergander,Dresden im Luftkrieg, a.a.O. S. 209.
  39. Axel Rodenberger: Der Tod von Dresden. Bericht vom Sterben einer Stadt in Augenzeugenberichten. Berlin 1995, ISBN 3-550-07074-8.
  40. Kurt Vonnegut jr.: Slaughterhouse-Five or The Children's Crusade. Dell Verlag, New York, März 1985, ISBN 0-440-18029-5.
  41. Jörg Friedrich: Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940–1945. Ullstein-Heine-List, München 2002, ISBN 3-548-60432-3.
  42. Hans-Ulrich Wehler in einer Rezension in der Sendung Das politische Buch im Deutschlandradio.
  43. Sven F. Kellerhoff: „Warum der Luftkrieg ein Kriegsverbrechen war“, in: Welt Online, 1. Februar 2007.
  44. Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (PDF)
  45. Rechtsextreme ‚Aktionswoche‘“, in: Blick nach Rechts, 8. Februar 2007.
  46. dpa: „Dresdner zeigen Courage gegen Rechts“, in: Sächsische Zeitung, 14. Februar 2007.

Literatur

Gesamtdarstellungen
Gewaltschraube des Krieges, Rezension von Stephan Reinhardt, Frankfurter Rundschau, 10. Februar 2005
Bomben auf Dresden, Rezension von Volker Ullrich, Die Zeit, 10. Februar 2005
Sachbücher, Monografien und Einzelbeiträge
Insbesondere Nr. 41: Dresden – Das Jahr 1945. Dresden 1995, ISBN 3-910055-27-3
Darin: Matthias Neutzner: „Wozu leben wir nun noch? Um zu warten, bis die Russen kommen?“ Die Dresdner Bevölkerung vom 13. Februar bis zum 17. April 1945
Romane, Erlebnisberichte, autobiografische Erzählungen
Aufsätze und aktuelle Artikel

Filme

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