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Erhard Krack

Erhard Krack (* 9. Januar 1931 in Danzig; † 13. Dezember 2000 in Berlin) war ein deutscher Politiker (SED).

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Leben

Nach einer Ausbildung als Installateur machte Krack Abitur und trat 1951 in die SED ein. Er studierte Wirtschaftswissenschaften und war an der Warnow-Werft in Warnemünde tätig. Von 1974 bis 1990 war er Oberbürgermeister von Ost-Berlin. Zuvor gehörte er dem Ministerrat als Minister für bezirksgeleitete und Lebensmittelindustrie an. Er war auch Abgeordneter der Volkskammer und Mitglied des Zentralkomitees der SED. Als Oberbürgermeister setzte er sich gegen Kahlschlag-Sanierungen ein und erreichte, dass manche Viertel vor allem in Berlin-Mitte und im Prenzlauer Berg saniert statt abgerissen wurden. Auch der Wiederaufbau des Gendarmenmarktes, der Friedrichstraße und des Nikolaiviertels geht auf ihn zurück. Krack war wegen seiner Volksnähe beliebt und galt nicht als "Bonze".

Die Wende

Bei den Kommunalwahlen der DDR am 7. Mai 1989 war Krack als Wahlleiter in Ost-Berlin aktiv an der Manipulation dieser Wahl zugunsten der SED beteiligt. Im Oktober dieses Jahres begannen die Sonntagsgespräche, auf dem Platz vor dem Rathaus versammelten sich tausende von Menschen, um mit dem Bürgermeister über ihre Wünsche nach Reformen und Demokratisierung zu diskutieren. Im Rathaus fand später auch der Berliner Runde Tisch statt, der Krack doch für seinen späten Einsatz für die Wende bei den Sonntagsgesprächen akzeptiert hatte. Bei der Öffnung des Brandenburger Tors traf er mit dem damaligen Regierenden Bürgermeister West-Berlins, Walter Momper, und Helmut Kohl zusammen.

Späte Jahre

Am 12. Februar 1990 erklärte Krack seinen Rücktritt und übernahm somit die Mitverantwortung für die Fälschung der Ost-Berliner Kommunalwahl von 1989. Im Jahr 1993 wurde er aufgrund dessen, unter Berücksichtigung eines Geständnisses, zu einer Haftstrafe von zehn Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Als sein Nachfolger hatte die Stadtverordnetenversammlung am 27. Februar 1990 Christian Hartenhauer gewählt, der übergangsweise bis zum Mai 1990, den ersten freien Wahlen, das Amt des Oberbürgermeisters übernahm.

Die letzte Ruhe fand er auf einem Pankower Friedhof.

Quelle

Personendaten
Krack, Erhard
deutscher Politiker (SED)
9. Januar 1931
Danzig
13. Dezember 2000
Berlin