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Cairn (Steingrab)

Cairn (von schottisch-gälisch: Steinmal) ist die hauptsächlich auf den Britischen Inseln und in Frankreich benutzte Bezeichnung für einen artifiziellen Hügel aus Bruchgestein, mit dem eine oder mehrere (multi-chambered) Kammern einer steinzeitlichen Megalithanlage bedeckt wurden. Den oft runden Hügeln wurden aber auch komplexe Formen gegeben, die mittels randlicher Mauern, einem Steinkreis oder (inzwischen vergangenen) hölzernen Pfählen gefasst wurden.

Inhaltsverzeichnis

Abgrenzung

Die zumeist neolithischen Cairns sind nicht zu verwechseln mit so genannten Steinmännern, Steinhaufen, die mitunter ebenfalls als Cairns bezeichnet werden. Die Grabhügel aus Erde heißen im englischen Sprachraum barrow.

Vorkommen

Britische Insel

Cairns gibt es als runde und gestreckte Hügel, die Long cairn (Cairns von Camster) bzw. Round cairn (z. B. Clava Cairns) genannt werden. Unregelmäßiger Formen hat die Gruppe der Clyde tombs und der Court-Cairns, die auch als horned bzw. heel-shaped (absatzförmig) (Pettigarth’s Field), oder D-förmig bezeichnet werden (Ormiegill). Eine Gruppe ostschottischer Anlagen wird als chamberless Longcairns bezeichnet. Die Kammern dieser Anlagen waren, da mit steinzeitlichen Methoden verarbeitbare große Steine in diesem Landesteil nicht zur Verfügung stand, aus Pfahlbauten, wie sie auch im Kontext mit den Barrows vorkommen und sind zusammengestürzt. Eine relativ kurze Form ist bei den Passage tombs auf den nordschottischen Inseln vertreten. Bei den Passage tombs finden sich mitunter auch Kombinationen von Stein- und Erdhügel. Auf den Scilly-Inseln gibt es etwa 50 Cairns und etwa 20 in Cornwall.

Siehe Britische Megalithik

Irische Insel

Es gibt über 500 Cairns in Irland. Die Cairns (A−M) von Carrowkeel im County Sligo und die etwa 30, zum Teil mit Felsritzungen versehenen Cairns von Loughcrew im County Meath, Heapstone und Knocknarea, im County Sligo sowie die auf dem Slieve Gullion sind rund bis oval. Lange komplex gestaltete Cairns haben die meisten der primär in der Nordhälfte der Insel verbreiteten Court tombs. Einen keilförmigen Hügel haben die frühbronzezeitlichen Wedge tombs (Keilgräber). Hier sind es oft sehr kurze Steinhügel, die an der geraden oder konkaven Zugangsseite der Anlage eine aus größeren Steinen errichtete Schaufassade (forecourt) besitzen.

Auf der der Osthälfte der irischen Insel sind überwiegend Erdhügel anzutreffen. Der wohl bekannteste enthielt die Steinkiste von Linkardstown und ist bronzezeitlich. Aber auch eine Anzahl von Portal tombs war wahrscheinlich von Erdhügeln bedeckt.

Frankreich

In Frankreich bezeichnet man mit Cairn (oder "Galgal") Steinsetzungen unterschiedlicher Art. Der Ort Carnac, wo auch etwa 3000 Menhire stehen, leitet seinen Namen von dem gleichbedeutenden bretonischen Wort Carn ab. Hauptsächlich steht der Begriff jedoch für jene großen Anlagen im Finistère, die auf den Inseln Carn bei Ploudalmézeau und kaum 5 km entfernt auf der Guennoc (Gaignoc) bei Landéda liegen. Bekannter ist der auf dem Festland liegende Hügel von Barnenez an der Bucht von Morlaix, bei Plouézoc’h. In Frankreich sind das Calvados, das Morbihan und die Charente Regionen, in denen weitere Cairns vorkommen.

Daneben gibt es hier den Begriff Tumulus (plur. Tumuli), der primär irdene Rund- oder Langhügel bezeichnet, die einen oder mehrere Megalithanlagen (Dolmen) des unterschiedlichsten Typs enthalten können. Sie sind entweder unmittelbar mit Erde bedeckt (Kercado), oder ihr Bruchgesteinmantel (Gavrinis, Dissignac) wurde abschließend mit einer Erdschicht abgedeckt.

Skandinavien

Eine bronzezeitliche Variante der Cairns sind die skandinavischen Röser (Röjr), die vor allem in Schweden endneolithische Steinkisten bedecken.

Literatur