Johannes von Nepomuk
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Johannes von Nepomuk

Johannes von Nepomuk (tschechisch: Jan Nepomucký, auch Jan z Pomuku oder Jan z Nepomuku, * um 1350 als Johannes Welflin oder Wolfflin in Pomuk bei Pilsen; † 20. März 1393 in Prag) war ein böhmischer Priester und Märtyrer.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Johannes von Nepomuk entstammte vermutlich einer deutsch-böhmischen Familie. Er studierte zunächst Rechtswissenschaften an den Universitäten von Prag und Padua, bevor er als Notar in die Kanzlei des Erzbistums Prag eintrat, deren Leiter er 1377 wurde. 1380 in der Zeit des Abendländischen Schismas zum Priester geweiht, wurde er 1389 zum Generalvikar des Prager Erzbischofs Johann von Jenstein ernannt.

Der Bischof geriet 1393 mit König Wenzel IV. in einen Streit um das Kloster Kladrau. Der König hatte vor, seinen Kanzler Wenzel Gerard von Burenitz zum Abt des Klosters und gleichzeitig zum Bischof eines neuen westböhmischen, aus der Prager Diözese herausgelösten Suffraganbistums zu machen. Dies hätte die Einkünfte des Prager Erzbischofs erheblich gemindert. Zudem kam es ihm darauf an, Eingriffe des Königs in kirchliche Belange zurückzuweisen.

Johannes von Nepomuk ergriff in diesem Streit Partei auf Seiten des Bischofs, und setzte einen vom König nicht gewünschten Kandidaten als Abt ein. Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzungen wurde Johannes von Nepomuk verhaftet, gefoltert und schließlich in der Moldau ertränkt. Der Bischof ließ ihn im Prager Veitsdom bestatten, und schon kurze Zeit später setzte seine Verehrung als Märtyrer ein, auch wenn die Kanonisation durch die Kirche erst Jahrhunderte später erfolgte.

Sein Begräbnisstätte im Veitsdom wurde im 17. Jahrhundert von Joseph Emanuel Fischer von Erlach im Stil des Hochbarock neu gestaltet. Das kunsthistorisch bemerkenswerte Hochgrab besteht aus 16,5 Tonnen Silber.

Legende und religiöse Bedeutung

Nach der Legende, die zur Heiligsprechung des Johannes von Nepomuk führte, entsprang sein Streit mit dem König nicht dem kirchenpolitischen Konflikt, sondern seiner Weigerung, das Beichtgeheimnis zu brechen. Danach habe der Priester dem König nicht preisgeben wollen, was dessen Frau ihm anvertraut habe. Deshalb habe Wenzel ihn foltern und anschließend von der Prager Karlsbrücke ins Wasser stürzen lassen.

Fast 350 Jahre nach seinem Tod wurde er 1721 von Papst Innozenz XIII. selig und 1729 von Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen. So findet sich auf barocken Darstellungen aus den dazwischen liegenden Jahren nur das Attribut beatus statt sanctus.

Johannes von Nepomuk gilt als Schutzpatron

Daneben tragen zahlreiche Kirchen sein Patrozinium, siehe: Johannes-Nepomuk-Kirche.

Statuen des Heiligen stehen häufig auf oder neben Brücken. Eine der bekanntesten, 1683 von Johann Brokoff geschaffen, befindet sich auf der Prager Karlsbrücke an der Stelle, wo er angeblich in die Moldau gestürzt wurde. Bildliche Darstellungen zeigen ihn meist mit einem Kreuz in einer Hand und bisweilen – als Zeichen der Verschwiegenheit – mit einer Hand vor dem Mund. Sein Heiligenschein zeigt fünf Sterne, die als die fünf Buchstaben des lateinischen Wortes tacui („ich habe geschwiegen“) gedeutet werden.

Heraldik

Bilder

Siehe auch

Literatur

 Commons: Saint John Nepomucene – Bilder, Videos und Audiodateien
Personendaten
Nepomuk, Johann von
Nepomucký, Jan; Welflin, Johannes; Wolfflin, Johannes
Priester und Märtyrer
um 1350
Nepomuk in Westböhmen
20. März 1393
Prag