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Schwetzinger Festspiele

Die Schwetzinger Festspiele präsentieren seit 1952 Opern und Konzerte aus dem Rokokotheater und den Konzertsälen des Schwetzinger Schlosses, der ehemaligen Sommerresidenz des pfälzischen Carl Theodor.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

"Altes wiederentdecken, Neues initiieren, dem Nachwuchs eine Chance", so lautet auf eine kurze Formel gebracht die Schwetzinger Dramaturgie. Einerseits werden Werke des 18. Jahrhunderts, die in Vergessenheit geraten oder weniger bekannt sind, nach langer Zeit wieder in zeitgemäßen Produktionen aufgeführt, wie z.B. Henry Purcells Ballett-Oper "The Fairy Queen" oder Alessandro Scarlattis "Telemaco". Andererseits wird die zeitgenössische Kunst gefördert.

Mehr als 35 Opernkompositionen wurden von den Schwetzinger Festspielen in Auftrag gegeben und in Schwetzingen uraufgeführt. Die Liste der Komponisten liest sich wie ein "Who is Who" der Musikgeschichte seit 1945. Ob Hans Werner Henze oder Werner Egk, ob Udo Zimmermann, Aribert Reimann, Salvatore Sciarrino oder Adriana Hölszky, sie alle hinterließen mit ihren für Schwetzingen komponierten Werken deutliche Spuren in der Operngeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Neben dem Opernprogramm ist der Konzertbereich die zweite Säule der Festspiele. Kammer- und Orchesterkonzerte sowie Klavier- und Liederabende sind dabei wesentlicher Programmbestandteil. Weltstars wie Alfred Brendel, Gidon Kremer, Jewgeni Kissin, Lang Lang, das Emerson String Quartet oder das Hagen-Quartett stehen neben jungen, wenig bekannten Künstlern und Ensembles auf der Schwetzinger Konzertbühne. Sängerinnen wie Jessye Norman, Cecilia Bartoli oder Teresa Berganza sangen schon in Schwetzingen, lange bevor sie zu internationalen Stars wurden. Dem Nachwuchs widmen sich die Sonntagsmatineen und die "Woche der Begegnung Junger Musiker", bei der Nachwuchskünstler aus Deutschland und dem Ausland gemeinsam proben und konzertieren. Durch den internationalen Programmaustausch der Rundfunkanstalten erleben nicht nur die Festspielbesucher das Schwetzinger Opern- und Konzertprogramm. Mit jährlich rund 700 Rundfunkausstrahlungen weltweit entstand das größte Radio-Festival für Klassische Musik.

Die kulturhistorisch bedeutende Theater- und Landschaftsarchitektur des Schwetzinger Schlosses mit den historischen Konzertsälen, dem einzigen im Zeitstil der Erbauung erhaltenen Hoftheater in Deutschland und der weitläufigen Parkanlage geben den Festspielen ihr einmaliges Ambiente.

Das Schwetzinger Schloss mit Park und Hoftheater waren die Sommerresidenz der Kurpfälzischen Kurfürsten, die im nahe gelegenen Heidelberg bzw. Mannheim residierten. Das heute so genannte Rokokotheater wurde von Nicolas de Pigage erbaut und am 15. Juni 1753 eingeweiht. Nach der Übersiedlung des letzten Kurfürsten Karl Theodor nach München (Jahresbeginn 1778) fiel nicht nur die Residenz in Mannheim in einen Dornröschenschlaf, sondern auch das Sommerschloss in Schwetzingen. Erst 1937 wurde das Rokokotheater mit original erhaltener Bühnenmaschinerie wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt. Aus feuerpolizeilichen Gründen musste 1971 die Entscheidung gefällt werden, ob das Theater künftig als Museum geführt, oder aber bespielt werden solle. Man entschied sich für die Bespielung und dafür für einen kompletten Abriss und Neubau des Bühnenhauses (der historische Zuschauerraum blieb erhalten).

Wichtige Uraufführungen (Auswahl)

Weitere Schlosstheater aus dieser Epoche (Auswahl)

Literatur