Frankfurt am Main
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Frankfurt am Main

Wappen Karte
DEC
Wahlspruch: Stark im Recht
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Kreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 248,31 km²
Einwohner: 667.468
(Stand: 31. Dezember 2007)
Bevölkerungsdichte: 2.688 Einwohner je km²
Ausländeranteil: 24,6 %
(Stand: 31. Dezember 2007)
Arbeitslosenquote (Stadtgebiet): 8,8 %
(Stand: Mai 2008)
Verschuldung: 1,26 Mrd. € (1.881 € pro Kopf)
(Stand: Dezember 2007)
Höhe: 112 m ü. NN
Postleitzahlen: 60001–60599 (alt: 6000)
65901–65936 (alt: 6230)
Vorwahlen: 069
06101 (Harheim, Nieder-Erlenbach)
06109 (Bergen-Enkheim)
Geographische Lage: 50° 07′ N, 8° 41′ O Koordinaten: 50° 07′ N, 8° 41′ O
Kfz-Kennzeichen: F
Gemeindeschlüssel: 06 4 12 000
UN/LOCODE: DE FRA
NUTS-Region: Frankfurt am Main
(DE712)
Stadtgliederung:
16 Ortsbezirke,
46 Stadtteile,
118 Stadtbezirke
Offizielle Website: www.frankfurt.de
Politik
Oberbürgermeisterin: Petra Roth (CDU)
Bürgermeisterin: Jutta Ebeling (Grüne)
Regierende Parteien: CDU, Grüne

Goethes Geburtshaus im Großen Hirschgraben
Der Römer ist Frankfurts Rathaus und Wahrzeichen.
Frankfurter Skyline, im Vordergrund Main und Flößerbrücke

Frankfurt am Main ist mit über 667.000 Einwohnern die größte Stadt Hessens und nach Berlin, Hamburg, München und Köln die fünftgrößte Deutschlands.

Seit dem Mittelalter gehört Frankfurt zu den bedeutendsten urbanen Zentren Deutschlands. 794 erstmals urkundlich erwähnt, war es seit dem Hochmittelalter Freie Reichsstadt und bis 1806 Wahl- und Krönungsstadt der römisch-deutschen Kaiser. Von 1816 bis 1866 war Frankfurt Sitz des Deutschen Bundes und 1848/49 des ersten frei gewählten deutschen Parlaments.

Heute ist Frankfurt ein bedeutendes europäisches Finanz- und Messezentrum. Die Stadt ist Sitz der Europäischen Zentralbank, der Deutschen Bundesbank, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Frankfurter Messe. Durch ihre zentrale Lage gehört sie mit dem Frankfurter Flughafen, dem Hauptbahnhof und dem Frankfurter Kreuz zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten Europas.

1875 zählte Frankfurt erstmals über 100.000, 1928 zum ersten Mal mehr als 500.000 Einwohner. In der engeren Stadtregion leben heute etwa 1,8 Millionen, im gesamten Rhein-Main-Gebiet 5,8 Millionen Einwohner. Frankfurt ist damit das Zentrum der nach dem Ballungsraum Rhein-Ruhr zweitgrößten deutschen Metropolregion.

Eine Besonderheit Frankfurts ist seine Skyline, deren Wolkenkratzer zu den höchsten Gebäuden Europas gehören.

Inhaltsverzeichnis

Name

Frankonovurd bzw. Vadum Francorum lautet der Name der Siedlung auf dem Domhügel in den beiden ersten urkundlichen Erwähnungen 794 in althochdeutscher und lateinischer Sprache. Beides bedeutet Furt der Franken, eine Felsbarriere im Untergrund des Mains, die es ermöglichte, an dieser wahrscheinlich etwas oberhalb der Alten Brücke gelegenen Stelle den Fluss – der damals viel breiter war als heute – bei normalem Wasserstand gefahrlos zu überqueren. Die Furt hatte in der Römerzeit wohl noch keine strategische Bedeutung gehabt, da die von Mainz aus in das Innere Germaniens führenden Straßen den Domhügel und die sumpfige Mainniederung umgingen.

Nach dem Abzug der Römer um das Jahr 260 war der Domhügel von den Alamannen übernommen worden. Etwa um 530 lösten die Franken die Alamannen in der Herrschaft über das Untermaingebiet ab. Wahrscheinlich nutzten die neuen Herrscher die Furt nun als wichtigen Verkehrsweg, den ihre Handelspartner deshalb mit dem Namen Frankenfurt belegten.[1]

Bereits im Mittelalter erzählt der Chronist Thietmar von Merseburg eine bis heute bekannte Legende von der Gründung der Stadt durch Karl den Großen.[2] Er bringt sie in Verbindung mit den Sachsenkriegen:

„Die Herkunft dieses Ortsnamens soll dir nicht länger unklar bleiben, lieber Leser. Deshalb will ich dir jetzt erzählen, was ich von glaubwürdigen Männern darüber gehört habe. Unter der Regierung Kaiser Karls des Großen, des Sohnes König Pippins, kam es zwischen den Seinen und unseren Vorfahren (den Sachsen) zum Kriege. In diesem Kampfe wurden die Franken von den Unsrigen besiegt. Als sie nun, unkundig einer Furt, über den Main zurück mußten, ging vor ihnen eine Hirschkuh hinüber und zeigte ihnen so durch Gottes Erbarmen gleichsam den Weg. Ihr folgten sie und erreichten frohen Mutes das rettende Ufer. Danach heißt der Ort Frankfurt. Als sich der Kaiser auf diesem Feldzuge schon von den Feinden überwunden sah, wich er als erster zurück und erklärte: ‚Es ist mir lieber, daß die Leute mich schmähen und sagen, ich sei von hier geflohen, als ich sei hier gefallen. Denn so lange ich lebe, darf ich hoffen, die mir angetane schwere Schmach zu rächen.‘“

Thietmar von Merseburg: Chronicon VII, 75

Tatsächlich führte Karl der Große niemals in der Maingegend Krieg gegen die Sachsen. Auch der Name der Frankfurter Vorstadt Sachsenhausen, als vermeintlicher Ort der Ansiedlung gefangener Sachsen durch den siegreichen Kaiser, ist nur eine Legende. Sachsenhausen wurde wahrscheinlich nicht vor dem 12. Jahrhundert besiedelt.

Andere Legenden um den Namen und die Gründung Frankfurts sind heute weniger bekannt. Sie dienten vor allem in der frühen Neuzeit dazu, die Bedeutung Frankfurts mythisch zu überhöhen. Der Humanist Johannes Trithemius prägte im 15. Jahrhundert den Namen Helenopolis als Synonym für Frankfurt, das bis ins 18. Jahrhundert gelegentlich von anderen Humanisten genutzt wurde. Der Ursprung des Namens ist unklar. So soll Helenopolis eine Gründung des Helenos, eines Sohnes des Priamos, gewesen sein, der sich nach der Flucht aus Troja hier niedergelassen habe. Frankfurt hätte danach den gleichen mythischen Ursprung wie Rom, dessen legendäre Gründer Romulus und Remus Nachfahren geflohener Trojaner waren. Andere Autoren führten den Namen auf die Kaiserin Helena, die Mutter Konstantins des Großen, zurück.

Nach Trithemius soll um das Jahr 130 nach Christus ein gewisser Francus, ein Herzog der Hogier, die alte Stadt Helenopolis wiederhergestellt und nach seinem Namen Franckenfurt genannt haben.[3]

Wappen

Blasonierung: Das Wappen zeigt in Rot einen golden gekrönten silbernen Adler, in Gold und Blau bewehrt und bezungt.[4]

Der Frankfurter Adler geht auf den einköpfigen Reichsadler aus dem dreizehnten Jahrhundert zurück. Als Zeichen der Abhängigkeit der Reichsstadt zum Reich trägt der Adler eine Krone. Im Jahre 1841 entwarf der Bildhauer Eduard Schmidt von der Launitz die heutige Darstellung des Wappens. Allerdings sollte eine radikal vereinfachte Version des Grafikers Hans Leistikow das Wappen in den zwanziger Jahren ersetzen[5]: Oberbürgermeister Ludwig Landmann wollte sich nach dem Zeitgeist richten und setzte sich für diese expressionistische Fassung des Adlers ein. Der Bevölkerung missfiel der Vorschlag allerdings. 1936 wurde das alte Wappen wieder eingeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgten erneut verschiedenen Darstellungsweisen des Adlers, bis 1952 die Hauptsatzung das Wappen von 1936 festlegte. Der Leistikow-Adler wird heute nur noch in Einzelfällen, z. B. auf der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt oder auf der Fahne des Instituts für Stadtgeschichte, verwendet.

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt liegt auf beiden Seiten des Untermains südöstlich des Taunus in Südwestdeutschland zentral im wichtigsten Wirtschaftsraum Deutschlands. Im Süden verfügt Frankfurt über den größten Stadtwald Deutschlands. Ihren höchsten natürlichen Punkt hat die Stadt an der Berger Warte auf dem Berger Rücken im Stadtteil Seckbach mit 212 Meter über Normalnull. Ihr tiefster Punkt liegt am Mainufer in Sindlingen bei 88 Meter über Normalnull. Die Stadt liegt am nördlichsten Rand der Oberrheinischen Tiefebene, die von Basel bis ins Rhein-Main-Gebiet reicht.

Nachbargemeinden und Kreise

Frankfurt grenzt im Westen an den Main-Taunus-Kreis (Städte und Gemeinden Hattersheim am Main, Kriftel, Hofheim am Taunus, Kelkheim (Taunus), Liederbach am Taunus, Sulzbach (Taunus), Schwalbach am Taunus und Eschborn), im Nordwesten an den Hochtaunuskreis (Städte Steinbach (Taunus), Oberursel (Taunus) und Bad Homburg vor der Höhe), im Norden an den Wetteraukreis (Städte Friedberg, Karben und Bad Vilbel), im Nordosten an den Main-Kinzig-Kreis (Gemeinde Niederdorfelden und Stadt Maintal), im Südosten an die Stadt Offenbach am Main, im Süden an den Landkreis Offenbach (Stadt Neu-Isenburg) und im Südwesten an den Kreis Groß-Gerau (Städte Mörfelden-Walldorf, Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach).

Klima

Die ältesten Temperaturmessungen stammen aus dem Dezember 1695 und sind in der Chronik des Achilles Augustus von Lersner überliefert. Seit 1826 existieren kontinuierliche Messreihen[7], wenn auch für unterschiedliche Stationen. Heute bestehen in Frankfurt mehrere Stationen des Deutschen Wetterdienstes, darunter diejenige am Flughafen, deren Messreihen bis ins Jahr 1949 zurückreichen.

Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet liegen am nördlichen Ende der Oberrheinischen Tiefebene, die klimatisch zu den wärmsten Regionen in Deutschland zählt. Die Jahresmitteltemperatur liegt mit 9,7 °C (Langjähriges Mittel für den Referenzzeitraum 1961–1990) über der anderer deutscher Metropolen (Berlin 8,9 °C, Hamburg 9,0 °C, München 7,6 °C).

Das Frankfurter Klima ist deshalb insgesamt recht mild. In der Zeit von November bis Januar gibt es tagsüber im Mittel nur ein bis zwei Sonnenstunden. Im Winter liegt die mittlere Tageshöchsttemperatur im Januar bei etwa 3,8 °C, die mittlere nächtliche Tiefsttemperatur bei −1,1 °C (Referenzzeitraum 1971–2000). Schnee liegt im Januar im Mittel an etwa sieben Tagen; Die Schneehöhe liegt nur selten über zehn Zentimeter und der Schnee bleibt meist auch nicht lange liegen. Nur im Taunus nordwestlich der Stadt liegt im Winter häufiger Schnee.

Der Sommer ist mit Höchstwerten um 25° C (an durchschnittlich zehn Tagen im Jahr auch über 30 °C) recht warm. Dazu ist es leicht wechselhaft mit gelegentlichen Schauern oder Gewittern, jedoch ist dies mit täglich sieben bis acht Stunden auch die sonnenreichste Zeit. Vor allem in der Innenstadt kann es im Sommer manchmal recht schwül werden.

Die wärmsten Monate sind Juni bis August mit durchschnittlich 17,1 bis 19,4 °C und die kältesten Dezember bis Februar mit 1,6 bis 2,7 °C im Mittel. Die Extremwerte liegen bei −21,6° C im Januar 1929 und +39,2 °C im August 2003.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur stieg im Mittel der Jahre 1971 bis 2000 um 0,4 auf 10,1 °C, die mittlere jährliche Niederschlagsmenge betrug 611 Millimeter. In der Innenstadt liegen die mittleren Temperaturen aufgrund des Mikroklimas um etwa 0,6 °C höher als am Flughafen, während die Niederschläge im Lee des Taunus geringer sind als im Umland.

Die vorherrschende Windrichtung ist West. Der meiste Niederschlag fällt im Juli mit durchschnittlich 63 Millimeter, der geringste im Februar mit 38 Millimeter im Mittel.[8]

Stadtgliederung

Stadtteile und Bezirke

Die Stadt ist in 46 Ortsteile und diese wiederum in 118 Stadtbezirke aufgeteilt. Der flächengrößte Ortsteil ist Sachsenhausen-Süd. Die meisten Stadtteile sind eingemeindete Vororte oder auch ehemalige Städte (zum Beispiel Höchst). Einige, wie das Nordend, entstanden während des rasanten Wachstums der Stadt in der Gründerzeit. Andere wiederum entstanden aus Siedlungen, die bisher anderen Stadtteilen angehörten, wie beispielsweise Dornbusch und Frankfurter Berg.

Die 46 Ortsteile sind zu 16 Ortsbezirken zusammengefasst, die jeweils einen Ortsbeirat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden haben.

Eingemeindungen

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bestand das Stadtgebiet von Frankfurt am Main aus den heutigen Stadtteilen Altstadt, Innenstadt, Bahnhofsviertel, Gutleutviertel, Gallusviertel, Westend, Ostend, Riederwald, Sachsenhausen und Teilen von Nordend. Ab 1877 wurden zahlreiche selbständige Gemeinden in die Stadt Frankfurt eingegliedert.

Siehe auch:

Stadtbild

Panoramaansicht vom Maintower. Die Blickrichtungen sind Osten (links), Süden (Bildmitte) und Westen (rechts).

Altstadt und Innenstadt

Rekonstruierte Häuser an der Ostseite des Römerbergs

Wie bei vielen anderen deutschen Großstädten hat sich Frankfurts Stadtbild nach dem Zweiten Weltkrieg radikal geändert. Dies war bedingt durch die enormen Bombenschäden des Krieges und den darauf folgenden modernen Wiederaufbau, dem die Stadt ein autogerechtes Straßennetz und eine moderne, aber nicht innenstadttypische Altstadtbebauung verdankt. Von der ehemals größten zusammenhängenden Altstadt Deutschlands ist nur noch wenig übrig geblieben, von über 4.000 Fachwerkhäusern überlebte nur eines weitgehend unversehrt, das Haus Wertheym am Fahrtor. Um die vorletzte Jahrhundertwende wurden Straßendurchbrüche geschaffen (Braubachstraße) und ganze Quartiere abgerissen (Judengasse). Die Überreste der historischen Altstadt befinden sich rund um dem Römerberg, einem der bekanntesten Stadtplätze der Bundesrepublik. Die Grenzen des Stadtviertels Frankfurt-Altstadt entsprechen dem Verlauf der alten Stadtmauer des 12. Jahrhunderts, der sogenannten Staufenmauer. Dies entspricht etwa den Straßenzügen Neue Mainzer Straße-Kaiserstraße-Roßmarkt-Zeil-Kurt-Schumacher-Straße. In der Altstadt befinden sich auch der Frankfurter Kaiserdom und die berühmte Paulskirche. Ein Grafiker, der das alte Frankfurt des 17. Jahrhunderts detailgetreu in Stadtansichten darstellte, war Matthäus Merian.

Die heutige Innenstadt, 1333 als Neustadt gegründet, erlebte im frühen 19. Jahrhundert starke Veränderungen. Die barocke Stadtbefestigung mit ihren großen Bastionen, die seit dem 17. Jahrhundert die Alt- und die Neustadt umfassten, wurde geschleift und stattdessen die Wallanlagen als ringförmiger Park um die alte Stadt geschaffen. Das Fischerfeld wurde bebaut. Der Stadtplaner Georg Heß verfasste ein Statut, in dem geregelt wurde, wie die Neubauten aussehen sollten. Er verlangte, dass sich die Bauherren an den Stil des Klassizismus zu halten hätten. Ein Beispiel für den Frankfurter Klassizismus ist die 1820 bis 1825 entstandene und 1944 zerstörte Alte Stadtbibliothek, die als „Literaturhaus“ 2005 im Originalzustand wiederaufgebaut worden ist. In der Wallservitut wurde 1827 festgelegt, dass die in Spazierwege umgewandelten Wallanlagen nicht bebaut werden dürfen. Diese Bestimmung gilt noch heute, auch wenn die Stadt einzelne Ausnahmen zugelassen hat (Alte Oper, Schauspielhaus, Hilton-Hotel).

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Hauptwache zum Mittelpunkt der Stadt. Die Zeil wurde zur Hauptgeschäftsstraße. Die 1678–1681 am Eingang der Zeil errichtete barocke Katharinenkirche, heute die größte evangelische Kirche Frankfurts, ist eng mit der Familie Goethe verbunden.

Die radikalste bauliche Veränderung vollzieht Frankfurt im Moment an der Einkaufsstraße Zeil. Dort entsteht derzeit auf dem ehemaligen Gelände der Telekom zwischen dem Eschenheimer Tor und der Zeil ein exklusives Einkaufszentrum, zwei Hochhäuser mit Büro- und Hotelnutzung sowie die Rekonstruktion des Palais Thurn und Taxis (erbaut 1727–1741, zerstört 1944) in einem dem Original ähnlichen Zustand. Für das PalaisQuartier genannte Projekt wurde u.a. das Fernmeldehochhaus, eines der ersten Frankfurter Hochhäuser aus dem Jahr 1956, abgerissen. Die Fertigstellung des Gebäudeensembles ist für Herbst 2009 geplant. Auf dem direkt nördlich angrenzenden Grundstück wurde das 1953 errichtete Rundschau-Haus der Frankfurter Rundschau abgerissen um Wohn- und Geschäftshäusern Platz zu machen. Das gesamte 2,25 Hektar große Areal wird vom niederländischen Projektentwickler Bouwfonds MAB bis 2010 neu bebaut.

Gründerzeitliche Bezirke

Seit etwa 1830 entstanden außerhalb der Wallanlagen die Stadtteile Westend, Nordend und Ostend. Nach dem Bau des Hauptbahnhofes entstand in den 1890er Jahren auch das Bahnhofsviertel auf dem Gelände der drei zuvor direkt westlich an den Anlagenring angrenzenden Westbahnhöfe.

Als Wohngebiete wuchsen vor allem die drei erstgenannten Stadtteile enorm. Die Frankfurter Bürger wollten an die frische Luft. Heute lebt gerade mal ein Prozent der Bevölkerung innerhalb der ehemaligen Stadtmauern. Die Bebauung erfolgte entlang breiter Ausfallstraßen wie der Eschersheimer Landstraße oder der Bockenheimer Landstraße. Üblicherweise wurden vier Stockwerke im Wilhelminischen Gründerzeit-Stil gebaut – und dabei die Gebäude des Klassizismus größtenteils abgerissen und ersetzt. Die 1877 und 1895 eingemeindeten Stadtteile Bornheim und Bockenheim wurden in dieses Stadtbild integriert, erhielten neue Straßen und einen Anschluss an die Frankfurter Straßenbahn, konnten aber bis heute ihren eigenen Charakter bewahren. Anfang des 20. Jahrhunderts unter Oberbürgermeister Franz Adickes entstand der Frankfurter Alleenring, eine stark befahrene Ringstraße, welche die gründerzeitlichen Stadtviertel miteinander verband. Er folgt in weiten Bereichen etwa dem Verlauf der alten Frankfurter Landwehr.

Neben den Wallanlagen erhielt die Stadt im 19. Jahrhundert weitere Grünanlagen. Im Stadtteil Nordend-Ost befindet sich zum Beispiel der Bethmannpark mit seinem chinesischen Garten des Himmlischen Friedens. Im Nordend sind auch der Holzhausenpark und der Günthersburgpark gelegen. Weiter westlich im Stadtteil Westend-Nord liegt der Grüneburgpark, im Ostend der Ostpark.

Höchst und die äußeren Stadtteile

Panorama des Mainufers in Höchst

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in mehreren Schritten die nördlich der Innenstadt gelegenen Stadtteile eingemeindet. Einige dieser Stadtteile hatten bereits bis 1866 zum Besitz der Freien Stadt Frankfurt gehört, andere waren zuvor nie mit Frankfurt verbunden. Um 1914 gehörte Frankfurt zu den flächenmäßig größten Städten Deutschlands. In den neuen Stadtvierteln errichtete Ernst May in den 1920er Jahren große Wohnsiedlungen außerhalb des Alleenrings, die das Neue Frankfurt symbolisieren: Dazu gehören die Siedlung Römerstadt und die Siedlung Westhausen im Norden, die Siedlung Bornheimer Hang im Osten, die Hellerhofsiedlung sowie die Heimatsiedlung im Süden.

Das Stadtgebiet wuchs 1928 durch Eingemeindungen weiter. Die Stadt Höchst am Main bereicherte Frankfurt um eine Altstadt, die noch heute sehr gut erhalten ist und seit 1972 unter Denkmalschutz steht. Das älteste Gebäude Frankfurts befindet sich ebenfalls dort, die Justinuskirche. Die spätesten Eingemeindungen fanden 1972 und 1977 im Nordosten statt. Diese Stadtteile haben sich zum Teil bis heute ihren ländlichen Charakter bewahrt (Kalbach, Harheim, Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach; dazu im Osten Bergen-Enkheim).

Grüngürtel

Der Frankfurter Grüngürtel umfasst mit 8.000 Hektar etwa ein Drittel des Frankfurter Stadtgebiets. Er zieht sich ringförmig um den Stadtkern und ist seit 1994 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Zum Grüngürtel gehört auch der 4.902 Hektar große Frankfurter Stadtwald im Süden der Stadt. Dieser zählt zu den größten innerstädtischen Wäldern in Deutschland und bedeckt die südlichen Teile von Schwanheim, Niederrad, Sachsenhausen und Oberrad sowie den nördlichen Teil des Stadtteils Flughafen.

Daneben zählen die Schwanheimer Düne, das Niddatal, der Lohrberg, der Huthpark, das Enkheimer Ried, das Seckbacher Ried, der Fechenheimer Mainbogen und zahlreiche Kleingartenanlagen zum Grüngürtel.

Der Palmengarten Frankfurt ist ein seit 1871 bestehender international renommierter Botanischer Garten, der etwa 2500 Pflanzenarten kultiviert. Direkt an diesen anschließend befinden sich der Botanische Garten Frankfurt und der Grüneburgpark. Diese drei Gärten bilden die größte innenstadtnahe Grünanlage Frankfurts.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte von Frankfurt am Main

Stadtansicht (etwa 1612)

Frankfurt am Main wurde erstmals am 22. Februar 794 in einer Urkunde Karls des Großen für das Regensburger Kloster St. Emmeram erwähnt. In dem in Latein verfassten Dokument heißt es: „… actum super fluvium Moin in loco nuncupante Franconofurd“ – „gegeben (ausgestellt) am Flusse Main in einem Orte, genannt Frankfurt.“ Eine kontinuierliche Besiedlung des Domhügels ist allerdings schon seit jungsteinzeitlicher Zeit nachgewiesen. Am selben Ort entstand in der Folge ein römisches Militärlager und in merowingischer Zeit ein fränkischer Königshof. 843 wurde Frankfurt die zeitweise wichtigste königliche Pfalz der Ostfranken und Ort von Reichstagen. 1220 wurde Frankfurt freie Reichsstadt.

Die Goldene Bulle von 1356 bestätigte Frankfurt ab 1356 als ständige Wahlstadt der römischen Könige, nachdem hier schon seit 1147 die meisten Königswahlen stattgefunden hatten. Ab 1562 wurde der Kaiser auch in Frankfurt gekrönt, als letzter 1792 der Habsburger Franz II.

1806 mit dem Ende des Alten Reiches fiel Frankfurt unter die Herrschaft des Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg, der es mit seinen Fürstentümern Regensburg und Aschaffenburg zu einem selbständigen Staat innerhalb des Rheinbunds vereinigte. 1810 trat Dalberg Regensburg an Bayern ab und wurde mit den Gebieten von Hanau und Fulda entschädigt. Zusammen mit der Stadt Frankfurt und dem Aschaffenburger Gebiet bildete dieser Territorialkomplex schließlich von 1810 bis 1813 das kurzlebige Großherzogtum Frankfurt.

Mit dem Zusammenbruch des napoleonischen Systems wurde Frankfurt am 14. Dezember 1813 von den siegreichen Alliierten einer provisorischen Verwaltung unter dem Präfekten Friedrich Maximilian von Günderrode unterstellt.

Auf dem Wiener Kongress plante das Königreich Bayern die Annexion Frankfurts, doch beschloss der Kongress am 8. Juni 1815 die Wiederherstellung Frankfurts als Freie Stadt innerhalb des Deutschen Bundes. Es war damit neben Hamburg, Bremen und Lübeck eine von vier Freien Städten, die ihre traditionelle Stadtfreiheit bis in die Zeit der Moderne behaupten konnten. Der Bundestag des Deutschen Bundes richtete sich in Frankfurt ein. 1848 kam es in den deutschen Staaten zur Märzrevolution. Die einberufene Nationalversammlung tagte in der Frankfurter Paulskirche.

Im Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 blieb Frankfurt bundestreu. Die öffentliche Meinung stand eher auf Seiten Österreichs und des Kaisers, obwohl es auch in Frankfurt schon länger Stimmen gab, die aus wirtschaftlichen und außenpolitischen Gründen für einen freiwilligen Anschluss an Preußen plädierten. Am 18. Juli wurde die Stadt von der preußischen Rheinarmee besetzt und mit schweren Kontributionen belegt. Am 2. Oktober annektierte Preußen die Stadt, die damit endgültig ihren Status als unabhängiger Staat verlor; Frankfurt wurde dem Regierungsbezirk Wiesbaden der Provinz Hessen-Nassau zugeordnet, die Zahlung der Kontributionen erlassen. Als versöhnendes Symbol wurde 1871 in Frankfurt der Deutsch-Französische Krieg mit dem Frankfurter Frieden offiziell beendet.

Für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt zu einem Industriezentrum mit raschem Bevölkerungswachstum war die Annexion vorteilhaft. Frankfurt gemeindete im Laufe der nächsten Jahrzehnte zahlreiche umliegende Orte ein und verdoppelte seine Fläche gegenüber der Zeit vor 1866. Damit wurde es schließlich sogar Anfang des 20. Jahrhunderts für kurze Zeit Deutschlands flächengrößte Stadt.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden 11.134 Juden aus Frankfurt deportiert und ermordet. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten alliierte Luftangriffe etwa 70 Prozent der Gebäude, darunter fast die komplette Alt- und Innenstadt. Das bis 1944 nahezu geschlossen mittelalterliche Stadtbild – in dieser Form bereits damals einzigartig für eine deutsche Großstadt – ging dadurch verloren, da der Wiederaufbau in den fünfziger Jahren sich nicht an den alten Strukturen orientierte. Weite Teile der einstigen Altstadt werden bis heute von den damals entstandenen nüchternen Zweckbauten und Verkehrsachsen geprägt.

Nach Kriegsende richtete die amerikanische Militärregierung in der Stadt ihren Hauptsitz ein. Anschließend wurde Frankfurt zum Verwaltungssitz der Trizone. Bei der Wahl zur Bundeshauptstadt unterlag Frankfurt gegen Konrad Adenauers Favoriten Bonn.[9] Ein Parlamentsgebäude war in Frankfurt bereits gebaut worden. Es beherbergt heute den Hessischen Rundfunk. In der Nachkriegszeit entwickelte sich die Stadt erneut zu einer wirtschaftlichen Metropole und wurde 1998 Sitz der Europäischen Zentralbank.

Einwohnerentwicklung

Zur Entwicklung der Einwohnerzahl siehe Einwohnerentwicklung von Frankfurt am Main (Tabelle mit Diagramm).

Religionen

Hauptartikel: Religionen in Frankfurt am Main

Der Kaiserdom ist die größte Kirche der Stadt

Als multikulturelle Vielvölkerstadt verfügt Frankfurt über zahlreiche religiöse Gruppierungen, von denen längst nicht alle offiziell registriert sind.

Bereits im siebten Jahrhundert existierte an der Stelle des Domes eine kleine Kirche. Seit Ende des 12. Jahrhunderts entstanden in rascher Folge zahlreiche weitere Kirchen und Kapellen, teils als Stiftungen Frankfurter Bürger, teils als Ordensniederlassungen.

1533 führte die Freie Reichsstadt die Reformation ein. Nach dem Augsburger Interim von 1548 wurden die katholischen Stiftskirchen und Klöster in Frankfurt an die katholische Kirche zurückgegeben, um den Konflikt mit dem katholischen Kaiser zu vermeiden und die städtischen Privilegien (vor allem die Messen und die Kaiserwahlen) nicht zu gefährden. Die wenigen verbliebenen Katholiken hatten seit dem Augsburger Religionsfrieden von 1552 Glaubensfreiheit, konnten jedoch bis 1806 nur in Ausnahmefällen das Bürgerrecht erwerben. Aus Frankreich kamen sogenannte Réfugiés, verfolgte Hugenotten, die die erste Gemeinde von Réfugiés in Deutschland im Jahre 1554 entstehen ließen. Die Reformierte Kirche durfte in Frankfurt erst ab 1786 eigene Kirchen errichten. 1866 schloss sie sich mit der lutherischen Kirche zu einer Frankfurter Landeskirche zusammen. Durch Zuwanderung im 18., vor allem aber im 19. und 20. Jahrhundert konnten die Katholiken zahlenmäßig nahezu wieder zu den Protestanten aufschließen.

Frankfurts evangelisch-lutherische Gemeinden gehören seit 1945 zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (außer Bergen-Enkheim, das zur evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gehört). Die katholischen Gemeinden gehören zum Bistum Limburg, außer Bergen-Enkheim (Bistum Fulda), sowie Harheim, Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach (Bistum Mainz).

Eine Jüdische Gemeinde wird in Frankfurt erstmals 1150 erwähnt. Zweimal, 1241 und 1349, wurden die Frankfurter Juden im Mittelalter Opfer von Pogromen. Von 1462 bis 1796 mussten sie in einem Ghetto, der Judengasse, leben. Erst 1806 wurden sie den übrigen Konfessionen gleichberechtigt. 1864 gewährte Frankfurt den Juden als einer der ersten deutschen Staaten die uneingeschränkte Gleichberechtigung.

Um 1930 lebten etwa 28.000 Juden in Frankfurt. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden fast alle deportiert oder vertrieben, die vier großen Synagogen während der Novemberpogrome 1938 zerstört. 11.134 Frankfurter Juden wurden während des Holocaust ermordet. Bei Kriegsende hatten nur etwa 160 in der Stadt überlebt. Bereits kurz nach Kriegsende wurde von deportierten osteuropäischen Juden eine neue jüdische Gemeinde gegründet. Sie ist heute mit ungefähr 7.200 Mitgliedern eine der großen Gemeinden in der Bundesrepublik. Größte Frankfurter Synagoge ist die Westendsynagoge.

Die 1959 in Sachsenhausen erbaute Nuur-Moschee der Ahmadiyya Muslim Dschamaat war die erste Moschee Frankfurts und die dritte Deutschlands. Inzwischen gibt es in Frankfurt eine Reihe weiterer Moscheen verschiedener islamischer Glaubensgemeinschaften.

Politik

Hauptartikel: Politik in Frankfurt am Main

Die Satzung von Frankfurt und die Hessische Gemeindeordnung bestimmen heute den konstitutionellen Aufbau der Stadt.

Frankfurt wird zurzeit von einer Koalition aus CDU und Grünen unter Oberbürgermeisterin Petra Roth regiert.

Aktuelle Themen, mit denen sich Magistrat und Stadtverordnete befassen, sind unter anderem der bevorstehende Ausbau des Frankfurter Flughafens oder der sogenannte Hochhausrahmenplan.

Frankfurt ist seit der Bundestagswahl 2002 in die Wahlkreise 183 und 184 aufgeteilt. Direktmandate bekamen Gregor Amann (SPD) und Erika Steinbach (CDU). Über die Landesliste zogen Hans-Joachim Otto (FDP) und Joschka Fischer (Grüne) in den Bundestag ein.

Siehe auch: Liste der Stadtoberhäupter von Frankfurt am Main

Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften gibt es mit folgenden Städten[10]:

Ferner besteht seit 1967 eine Partnerschaft zwischen dem damals noch selbständigen Stadtteil Nieder-Eschbach und der Stadt Deuil-la-Barre (Frankreich).

Freundschaftsverträge gibt es mit folgenden Städten:

Seit 2006 besteht zudem ein Städtekontakt mit der südchinesischen Stadt Shenzhen zur Förderung der wirtschaftlichen Kooperation, seit März 2007 auch mit Tianjin.

Stadthaushalt

Frankfurt hatte nach einer großzügigen öffentlichen Baupolitik in den 1980er Jahren unter den CDU-Oberbürgermeistern Walter Wallmann und Wolfram Brück zeitweise die höchste Pro-Kopf-Verschuldung (ohne Stadtstaaten) Deutschlands (1993: 4.600 Euro pro Kopf). Die Verschuldung ging allerdings danach deutlich zurück, vor allem seit Mitte der 1990er Jahre aufgrund des damaligen Sparkurses des Magistrats und seit 2000 aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung und einer vergleichsweise gemäßigten Ausgabenpolitik.

Aktueller Haushalt (2006): Die Verschuldung lag im Jahr 2006 bei nur noch rund 2.200 Euro pro Kopf und damit auf dem sechsten Platz unter den fünfzehn größten deutschen Städten (Bremen etwa 17.000, Berlin etwa 16.000, Hamburg etwa 13.000, Köln etwa 3.800, München rund 2.700 Euro pro Kopf).[11] Die hohen Steuereinnahmen und eine besonnene Steuerpolitik führen allmählich zu einem konsolidierten Haushalt, was eine Seltenheit in Deutschland darstellt.

Eckdaten Haushalt 2007[12]:

Nach Berechnungen von 2007 wuchs die Frankfurter Wirtschaftswelt wesentlich stärker als erwartet, so wird nun ein Überschuss von 350 Millionen Euro eingenommen.[13]

1.145 Kilometer Straße; 44.266 Grundstücke; etwa 1.800 Gebäude; 58,6 Kilometer U-Bahn-Gleise; etwa 2.500 Pflanzenarten im Palmengarten; etwa 4.500 Tiere aus 580 Arten im Zoo; 4.902 Hektar Stadtwald.

Am 13. Juni 2008 veröffentlichte die Stadt ihre Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2007, mit der die Umstellung auf kaufmännische Buchführung eingeleitet wird. Die Stadt Frankfurt verfügt demnach über ein Vermögen von 12,52 Milliarden Euro, wovon 11,8 Milliarden auf das Anlagevermögen entfallen. Das städtische Eigenkapital liegt bei 8,29 Milliarden, das entspricht einer Eigenkapitalquote von 66,2 Prozent. Die Verbindlichkeiten lagen bei 1,8 Milliarden, die im wesentlichen zur Deckung von Pensionsansprüchen gebildeten Rückstellungen bei 1,2 Milliarden.[14]

Wirtschaft und Standortfaktoren

Laut einer 2001 erstellten Rangliste der Universität Liverpool kann Frankfurt als die produktivste Stadt Europas (nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf) gelten (vor Karlsruhe, Paris und München).[15] Die Stadt ist heute eine der reichsten und leistungsfähigsten Metropolen Europas. Das macht sich auch an der hohen Anzahl internationaler Unternehmensvertretungen bemerkbar. In einer jährlichen Studie (2007) von Cushman & Wakefield wurde Frankfurt als der drittbeste Standort (nach London und Paris) für internationale Konzerne in Europa bewertet.[16]

Arbeiten in Frankfurt

Der Frankfurter Flughafen ist die größte Arbeitsstätte Deutschlands. Frankfurt hat mit 922 Arbeitsplätzen auf 1000 Einwohner die höchste Arbeitsplatzdichte Deutschlands. Die hohe Zahl von ca. 600.000 Arbeitsplätzen bei nur etwa 650.000 Einwohnern führt dazu, dass Frankfurt die Stadt mit den meisten Einpendlern in Deutschland ist.

Die hohe Wirtschaftskraft der Stadt schlägt sich in den Kassen umliegender Städte und Gemeinden des Speckgürtels hauptsächlich im Vordertaunus nieder, die von überdurchschnittlichen Steuerzahlungen ihrer in Frankfurt verdienenden Pendler profitieren. Frankfurt selbst hat mit 2.119 Euro die höchsten Steuereinnahmen pro Einwohner unter den 50 größten Städten.[17] Die Stadt hat zudem das höchste Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner sowie pro Erwerbstätigen unter allen deutschen Großstädten.[18]

Lebensqualität

Laut einer aktuellen Studie[19] belegt Frankfurt in einer Rangliste internationaler Großstädte mit der höchsten Lebensqualität weltweit den siebten, in Deutschland (nach Düsseldorf und zusammen mit München) den zweiten Platz. Andererseits steht Frankfurt seit Jahren an der Spitze der Kriminalitätsstatistik aller Kommunen in Deutschland. 2006 wurden 16.378 Delikte je 100.000 Einwohnern registriert.[20] Allerdings fließen unter anderem sämtliche am Flughafen registrierten Straftaten (z. B. Schmuggel und Passvergehen) mit in die Statistik ein.

Ansässige Unternehmen

Entgegen einer landläufigen Meinung sind in Frankfurt nicht nur Finanzunternehmen ansässig. In kaum einer anderen deutschen Stadt gibt es so viele international führende Unternehmen aus den verschiedensten Branchen, darunter Chemiekonzerne, Werbeagenturen (u.a. die Deutschland-Zentrale von Saatchi & Saatchi sowie eine Niederlassung von JWT), Softwareunternehmen und Call-Center. Die Konzernentwicklung sowie weitere bedeutende Abteilungen der Deutschen Bahn und die Tochtergesellschaft DB Netz befinden sich in der DB-Zentrale im Gallus. Frankfurt galt durch die Hoechst AG jahrelang als „Apotheke der Welt“. Der Industriepark Höchst ist einer der drei größten Standorte der chemischen und pharmazeutischen Industrie in Europa. Auch finden sich in Frankfurt die Deutschland-Zentralen von großen Lebensmittelkonzernen wie Nestlé und Ferrero. Mit PricewaterhouseCoopers und KPMG haben zwei der vier größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ihren Deutschland-Sitz in Frankfurt. Von den verbliebenen zwei hat Deloitte Touche Tohmatsu eine Niederlassung in Frankfurt, Ernst & Young hat eine Niederlassung jenseits der Stadtgrenze in Eschborn. Einige der größten Unternehmensberatungen wie McKinsey, Boston Consulting Group und Bain & Company sind ebenfalls in der Stadt vertreten.

Finanzsektor

Frankfurt am Main ist als internationaler Finanzstandort und Börsenplatz weltweit bekannt. Im Frankfurter Bankenviertel in der Innenstadt befinden sich die Unternehmenszentralen der vier größten deutschen Banken.[21] Die Zentrale der Deutschen Bank liegt an der Mainzer Landstraße in der Nähe der Taunusanlage. Der Konzernsitz der Commerzbank ist das zweithöchste Bürogebäude Europas. Auch die Dresdner Bank wird von Frankfurt aus geleitet; sie gehört jedoch der Allianz SE mit Sitz in München an. Die DZ Bank hat ihren Sitz an der Mainzer Landstraße im Westend.

Ebenso findet sich die größte deutsche Direktbank, die ING-DiBa, in Frankfurt. Zudem haben einige bedeutende Privatbanken ihren Hauptsitz in Frankfurt, diese sind das Bankhaus Metzler, Hauck & Aufhäuser, das zur niederländischen ABN Amro-Bank gehörende Bankhaus Delbrück Bethmann Maffei und die BHF-Bank.

Zu den großen Privatbanken kommen noch die Deka, die Union Investment, die Frankfurter Sparkasse, sowie die Landesbank Hessen-Thüringen (HELABA) hinzu. Die meisten der beinahe 300 weiteren Banken sind keine inländischen Unternehmen.

Mit den von der Deutsche Börse AG betriebenen Handelsplattformen Frankfurter Wertpapierbörse und XETRA ist Frankfurt der zweitgrößte Aktienmarkt Europas und wickelt den Löwenanteil des deutschen Wertpapierhandels ab. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist die Deutsche Börse AG die größte Börse der Welt.

Automobilhersteller

Frankfurt ist Sitz zahlreicher Deutschland- und Europazentralen ausländischer Automobilkonzerne, wie Fiat (mit Alfa-Romeo und Lancia) und KIA. Vor den Toren der Stadt residieren neben Opel in Rüsselsheim auch noch Jaguar und Saab, im angrenzenden Mörfelden hat SEAT Deutschland seinen Hauptsitz. Der japanische Hersteller Mazda betreibt in Oberursel ein Designzentrum. In Offenbach am Main ist der Sitz der Nord-Europa-Zentrale sowie der Entwicklungs- und Designabteilung von Honda und der europäischen Vertriebszentrale von Hyundai. Darüber hinaus ist auch die Zulieferindustrie stark vertreten. So ist die Continental AG mit Produktions-, Verwaltungs- und Entwicklungsstandorten in Frankfurt, Eschborn, Schwalbach, Karben und Friedberg vertreten. Die Automobil-Hersteller und Zulieferer der Region haben sich im Automotive Cluster Rhein Main Neckar zusammengeschlossen.

IT- und Telekommunikationsunternehmen

Frankfurt ist der Sitz zahlreicher Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche. Dazu zählen große konzerngebundene Unternehmen wie T-Systems, DB Systel und Sparkassen Informatik. Die Telekommunikationsdienstleister Colt und Level 3 sowie der Telekommunikationsausrüster Avaya haben hier ihre Deutschlandzentrale. Das Internationale Netzmanagement-Center (INMC) am Europaturm koordiniert und sichert den Betrieb des globalen Sprach- und Datennetzwerkes der Deutschen Telekom AG. Die Firma Crytek ist ein renommierter Hersteller von Computerspielen, ebenso haben Atari-Deutschland und Konami-Europe hier ihren Sitz. Eine besonders hohe Konzentration von IT-Unternehmen findet sich in ehemaligen Industriegebieten entlang der Hanauer Landstraße, der Mainzer Landstraße und der Gutleutstraße. Im Großraum Frankfurt finden sich IT-Unternehmen vor allem in Bad Homburg, Eschborn, Kronberg, Langen und Neu-Isenburg.

Verbände und Normenkommissionen

Auch Verbände wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI), der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) mit der angeschlossenen elektrotechnischen Normenkommission (DKE im DIN und VDE) und der Verband der deutschen Automobilhersteller (VDA) siedelten sich in Frankfurt an. Der VDA richtet auch alle zwei Jahre die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt aus. Zudem hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der auch die Buchmesse organisiert, seinen Sitz in Frankfurt. Die DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V., eine gemeinnützige wissenschaftlich-technische Gesellschaft, verleiht zahlreiche wissenschaftliche Preise und organisiert alle drei Jahre zusammen mit der Messe Frankfurt die Achema, die weltgrößte Messe für Chemische Technik, Umweltschutz und Biotechnologie.

Gewerkschaften

Die Arbeitnehmerseite ist in Frankfurt mit dem Hauptsitz der Gewerkschaften IG Metall, der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer und der IG Bauen-Agrar-Umwelt vertreten.

Messe

Handelsmessen finden in Frankfurt am Main seit dem Mittelalter statt. 1240 gewährte Kaiser Friedrich II. der Stadt das Messeprivileg, unter dessen Schutz sich die alljährlich stattfindende Herbstmesse zur Drehscheibe für den europäischen Fernhandel entwickelte. 1330 kam die Frühjahrsmesse hinzu. Mit Leipzig, dem zweiten großen Messestandort im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation (Leipziger Messe), war Frankfurt durch eine Fernstraße, die Via Regia, verbunden. Nach einer Zeit des Niedergangs seit dem 18. Jahrhundert konnte die Stadt nach dem zweiten Weltkrieg wieder an die alte Messetradition anknüpfen.

Wichtige Messen in Frankfurt sind u. a. die Frankfurter Buchmesse, die Internationale Automobilausstellung, die Achema und die Ambiente Frankfurt. Die traditionsreichste Messe, die heute Tendence genannte Herbstmesse, hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung verloren.

Jüngere wirtschaftliche Entwicklung

Eine Studiengruppe von Ökonomen untersucht jährlich im Auftrag von MasterCard die wichtigsten Geschäftszentren der Welt. Frankfurt am Main kam dabei 2007 auf den siebten Platz, weit vor allen anderen deutschen Standorten, da diese mehr national als global ausgerichtet sind.[22] Die Bedeutung der Globalisierung für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt zeigt sich auch in einem umfassenden Strukturwandel, dem die Frankfurter Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten ausgesetzt war.

Ab 1988 waren fünf, zwischen 1990 und 1996 sogar 6 von 30 DAX-Unternehmen in Frankfurt ansässig, darunter drei Banken (Commerzbank AG, Deutsche Bank AG, Dresdner Bank AG) und drei Industriekonzerne (Degussa AG, Hoechst AG und Metallgesellschaft). Mitte 2007 gibt es in Frankfurt nur noch drei Dax-Konzerne, zwei Banken (Commerzbank und Deutsche Bank) und ein Dienstleistungsunternehmen (Deutsche Börse). Der Strukturwandel hatte in den 1980er Jahren zunächst die in Frankfurt traditionell sehr starke Metall- und Elektrobranche erfasst. Unternehmen wie Hartmann & Braun, Vereinigte Deutsche Metallwerke, Demag, Naxos-Union, Adlerwerke oder VDO legten ihre Frankfurter Werke still bzw. verlagerten ihren Sitz, zumeist nach Fusionen oder Übernahmen. Der ehemals zweitgrößte deutsche Elektronikkonzern AEG wurde 1982 nach einem Vergleich von Daimler-Benz übernommen und 1996 nach jahrelangem wirtschaftlichem Niedergang liquidiert. Die Metallgesellschaft verlegte nach ihrer Umfirmierung als GEA Group 2005 ihren Sitz nach Bochum.

Obwohl Frankfurt einer der größten Standorte der Chemie- und Pharmaindustrie in Europa ist, hat heute keines der großen Unternehmen mehr seinen Sitz in Frankfurt. Die Hoechst AG war in den 1970er und 1980er Jahren zeitweise das nach Umsatz größte Chemie- und Pharmaunternehmen der Welt. 1997 spaltete sie sich unter ihrem Vorstandsvorsitzenden Jürgen Dormann in mehrere Unternehmen auf, die nach verschiedenen Fusionen und Übernahmen heute aus den USA (Celanese), der Schweiz (Clariant) und Frankreich (Sanofi-aventis) geführt werden. Der Industriepark Höchst, das ehemalige Werksgelände in Höchst, ist jedoch nach wie vor einer der drei größten Chemiestandorte Europas und hat heute mehr Arbeitsplätze als in den 1990er Jahren.

1995 wurde die Cassella AG in Fechenheim, einst einer der größten Hersteller von Farbstoffen, auf die Hoechst AG verschmolzen. Der Geschäftsbereich fiel 1997 bei der Aufteilung von Hoechst an Clariant. Das ehemalige Cassella-Werk an der Mainkur besteht noch heute als Sitz der AllessaChemie GmbH. Der Name des Unternehmens enthält ein Ananym von Cassella.

Die Degussa verlegte 2001 ihren Sitz nach Düsseldorf und gehört heute zum Essener Evonik-Konzern.

Die Deutsche Bahn verlegte im Zuge der Wiedervereinigung im Jahr 2000 ihre Konzernzentrale nach Berlin, die Konzernentwicklung und andere zentrale Abteilungen sowie die Tochtergesellschaften DB Netz und DB Systems sind jedoch weiterhin in Frankfurt ansässig.

Die hohe Gewerbesteuer, die hohen Büromieten und die hohen Grundstückspreise Frankfurts brachten einige Unternehmen dazu, in den Speckgürtel vor die Tore der Stadt auszuweichen. So errichtete die Deutsche Bank ihr neues Rechenzentrum in den 1990er-Jahren in Eschborn, die BHF-Bank ihr Rechenzentrum 1997 in Offenbach.

Kaufkraft

Trotz des Strukturwandels behauptete Frankfurt seine Position beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und Erwerbstätigen in den Jahren 2002 bis 2007 unter den deutschen Großstädten, ebenso bei der Lebensqualität und der Zuzugsattraktivität. Der Rückgang klassischer Industrien wurde zum einen kompensiert durch Wachstum im Dienstleistungssektor, darunter Unternehmen wie Fraport und Deutsche Börse, zum anderen durch Neuansiedlungen der Deutschland- oder Europazentralen ausländischer Großunternehmen, z. B. in der Automobil- und IT-Industrie. Die Stadt versucht eine einseitige Ausrichtung auf die Finanzbranche zu vermeiden und unterstützt z. B. den Ausbau Frankfurts als Forschungsstandort der Biotechnologie. Bei Kriterien wie Zuwachs an Einwohnern, Arbeitslosenrate oder BIP pro Einwohner und Erwerbstätigen hat Frankfurt daher seine starke Stellung behalten. Die Einkommen sind die höchsten Deutschlands.[23] Die meisten besserverdienenden Arbeitskräfte wohnen allerdings in den direkt an Frankfurt angrenzenden großen und dichtbesiedelten Landkreisen des Vordertaunus.[24]

Verkehr und Infrastruktur

Die Stadt Frankfurt am Main ist dank ihrer zentralen Lage einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in Europa. Hier treffen Bahn, Straßenverkehr, Binnenschifffahrt und Luftverkehr aufeinander. Hier wurde 1909 die DELAG, die erste Fluggesellschaft der Welt, gegründet.

Flughafen

Hauptartikel: Flughafen Frankfurt am Main

Die Stadt verfügt mit dem Flughafen Frankfurt am Main über einen der größten internationalen Flughäfen der Welt. In Europa ist er gemessen an der Zahl der Passagiere der drittgrößte nach den Flughäfen London-Heathrow und Paris-Charles de Gaulle. Beim Frachtaufkommen steht der Frankfurter Flughafen an erster Stelle in Europa. Im Jahr 2007 wurden 54,2 Millionen Passagiere und 2,1 Millionen Tonnen Fracht befördert.

Anders als es der Name vermuten lässt, befindet sich der Flughafen Frankfurt-Hahn nicht in Frankfurt, sondern liegt etwa 120 Kilometer westlich in Lautzenhausen (Rheinland-Pfalz). Der elfgrößte Passagierflughafen Deutschlands transportierte 2007 4,0 Millionen Fluggäste.

Der Flugplatz Frankfurt-Egelsbach liegt ebenfalls nicht im Frankfurter Stadtgebiet sondern 17 km südlich in Egelsbach.

Straße

Hauptartikel: Wichtige Straßen und Plätze in Frankfurt am Main

Am Frankfurter Kreuz in der Nähe des Flughafens kreuzen sich die Autobahnen A 5 (Hattenbacher Dreieck–Weil am Rhein) und A 3 (ArnheimPassau). Es ist mit etwa 310.000 Fahrzeugen pro Tag das meist befahrene Autobahnkreuz in Deutschland.

Weitere an Frankfurt angeschlossene Autobahnen sind die A 66, die im Westen bis Wiesbaden und im Osten bis Fulda führt, die kurze A 648 als wichtiger Zubringer zum Messegelände und der Innenstadt sowie die A 661, die in Nord-Süd-Richtung von Oberursel nach Egelsbach verläuft. Die A 5 im Westen, die A 661 im Nordosten und die A 3 im Süden umgeben Frankfurt als Autobahnring.

In kommunalen Besitz befinden sich 1.145 Kilometer Straße.

Frankfurt hat mit 715 Autos pro 1.000 Einwohner die größte Autodichte aller deutschen Großstädte.

Eisenbahn

Hauptartikel: Eisenbahnverkehr in Frankfurt am Main

Im Bahnverkehr besitzt Frankfurt mit dem Frankfurter Hauptbahnhof einen der verkehrsreichsten Personenbahnhöfe Europas. Die Deutsche Bahn AG bezeichnet ihn als die wichtigste Verkehrsdrehscheibe im Eisenbahnverkehr in Deutschland.[25]

Mit ca. 350.000 Fahrgästen pro Tag belegt er in Deutschland zusammen mit dem Münchener Hauptbahnhof den zweiten Platz nach dem Hamburger Hauptbahnhof (etwa 450.000 Fahrgäste täglich). Seiner Fläche nach gehört er zusammen mit dem Leipziger Hauptbahnhof und dem Zürcher Hauptbahnhof zu den größten Bahnhöfen Europas. Seit dem Jahr 2002 ist die ICE-Neubaustrecke nach Köln in Betrieb, die die Fahrzeit zwischen beiden Städten auf 1¼ Stunden verkürzt. Zudem existiert eine Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Paris im Rahmen des Rhealys-Projekts. Passagiere können innerhalb von vier Stunden zwischen dem Frankfurter Hauptbahnhof und dem Gare de l’Est in Paris verkehren.

Die Bedeutung im Güterverkehr auf der Schiene ist allerdings zurückgegangen: Von den zwei Rangierbahnhöfen ist nur mehr der kleinere in Betrieb (Frankfurt am Main-Ost), während der größere (Frankfurt am Main-Hauptgüterbahnhof) stillgelegt ist und sein Gelände teilweise von der Frankfurter Messe genutzt wird. Zudem wird auf dem Areal der neue Stadtteil Europaviertel entstehen. Jedoch ist Frankfurt weiterhin ein zentraler Logistikstandort und bei der Luftfracht europäischer Marktführer.

Öffentlicher Verkehr

Hauptartikel: Nahverkehr in Frankfurt am Main

Das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Frankfurt und der Region besteht aus dem S-Bahn-Netz, der teilweise zur U-Bahn ausgebauten Stadtbahn, der Straßenbahn, Stadtbussen sowie mehreren Vorort- und Regionalbahnen. Von neun S-Bahn-Linien befahren acht den sieben Stationen umfassenden City-Tunnel durch die Innenstadt. An den Stationen Hauptbahnhof, Hauptwache, Konstablerwache und Südbahnhof bilden S- und U-Bahn gemeinsame unterirdische Schnellbahnknoten.

Das größte Verkehrsunternehmen für die lokalen Verkehrsmittel in der Stadt ist die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF). Die Lokale Nahverkehrsgesellschaft traffiQ GmbH übernimmt die Koordination und Bestellung des lokalen Nahverkehrsangebots. Sie ist Partner des Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der für die regionalen Verkehre und ein einheitliches Tarifsystem zuständig ist.

Durch zahlreiche Stadtautobahnen (teilweise als Bundesautobahn, teilweise als autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraßen) kann die Stadtregion als für den Individualverkehr überdurchschnittlich erschlossen betrachtet werden.

Mehrere Fernbuslinien verbinden Frankfurt unter anderem mit Berlin, Hamburg, Mannheim und München.

siehe auch: Fernbusse in Deutschland

Binnenschifffahrt

Hauptartikel: Häfen in Frankfurt am Main

In der Binnenschifffahrt ist Frankfurt über den Rhein mit den wichtigen Industrieregionen in Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden und über den Main-Donau-Kanal mit dem südöstlichen Mitteleuropa verbunden. Frankfurt besitzt nach der Umwandlung des Westhafens in ein Wohn- und Büroquartier noch den Osthafen, den Flusshafen Gutleutstraße und den Hafen des Industrieparks Höchst.

Elektronische Kommunikation

Auch für das Internet stellt Frankfurt einen wichtigen Standort dar. Unter anderem befindet sich hier der größte deutsche Internet-Knoten DE-CIX und die DeNIC, die Domainregistrierungsstelle für die Top-Level-Domain „.de“. Der DE-CIX ist gemessen am Datenvolumen inzwischen der zweitwichtigste Datenknoten der Welt.[26]

Krankenhäuser

In der Stadt befinden sich 27 Kliniken.

Kanalisation

Das Rohrsystem der Frankfurter Kanalisation verläuft rund 1.600 Kilometer lang unter den Straßen. 1877 wurden die ersten Abwasserkanäle an der Alten Oper verlegt, bereits 1897 ging die erste Kläranlage in Betrieb. Frankfurt und Hamburg waren die beiden ersten Städte auf dem Kontinent, die so versuchten die latente Seuchengefahr zu bekämpfen.

Die Investitionen, die vergraben unter der Straßendecke allen zugute kommen, entsprechen einem Buchwert von etwa einer halben Milliarde Euro.

Staatliche Einrichtungen und Organisationen

Seit 1957 hat die Deutsche Bundesbank ihren Sitz in Frankfurt. Seit 1998 ist die Europäische Zentralbank, verantwortlich für die Geldpolitik der fünfzehn EU-Länder in der Eurozone, hier beheimatet.

Daneben haben die KfW Bankengruppe und das deutsche International Finance Corporation-Büro (als Teil der Weltbankgruppe) ihren Sitz hier.

Außerdem ist Frankfurt Sitz der Deutschen Nationalbibliothek. Die Gerichtsbarkeit ist mit dem für Hessen zuständigen Oberlandesgericht Frankfurt, dem Hessischen Landesarbeitsgericht, dem Landgericht Frankfurt am Main und dem Amtsgericht Frankfurt am Main vertreten. Bis zur Auflösung Ende 2003 war Frankfurt zudem Sitz des Bundesdisziplinargerichts.

Frankfurt hat ein eigenes Polizeipräsidium und ist Sitz der Oberfinanzdirektion Hessen. Die aus einer 1874 gegründeten Berufsfeuerwehr und 28 Freiwilligen Feuerwehren bestehende Feuerwehr Frankfurt betreibt neun Feuerwachen.

Frankfurt ist zudem Sitz von 88 Konsulaten. Nur New York und Hamburg haben mehr ausländische Vertretungen, ohne dabei Hauptstadt eines Staates zu sein. China und Russland haben gerade Generalkonsulate in Frankfurt eröffnet. Das Generalkonsulat der Vereinigten Staaten von Amerika in Eckenheim ist das größte US-amerikanische Konsulat der Welt.

Medienstandort

Zeitungen und andere Printmedien

Frankfurt, eine der ältesten Zeitungsstädte der Welt, ist Sitz von zwei überregionalen Tageszeitungen. Die liberal-konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung unterhält Redaktion und Verlagshaus an der Mainzer Landstraße im Gallusviertel. Die linksliberale Frankfurter Rundschau hat beides seit Juli 2005 in Sachsenhausen. Zudem erscheint in Frankfurt noch die Börsen-Zeitung. Eine bedeutende (konservative) Regionalzeitung ist die Frankfurter Neue Presse, im Verlag der Frankfurter Societät in direkter Nachbarschaft zur F.A.Z.

Neben den Tageszeitungen gibt es in der Frankfurter Medienlandschaft noch einige Magazine. Das Journal Frankfurt ist wohl die bekannteste Zeitschrift der Stadt für Veranstaltungen, Feste und sogenannte Insidertipps. Wie auch die F.A.Z. und die FNP hat das Journal Frankfurt seine Redaktion im Frankfurter Gallusviertel. Auf „ökologische Zeitschriften“ hat sich der Öko-Test Verlag in Bockenheim spezialisiert. Am bekanntesten ist darunter wohl die gleichnamige Testzeitschrift. Ebenfalls in Bockenheim befindet sich die Redaktion der Satire-Zeitschrift Titanic.

Radio, Film und Fernsehen

Frankfurts ältester Rundfunksender war die 1924 gegründete private Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG. Heute ist das Nachfolgeunternehmen, der öffentlich-rechtliche Hessische Rundfunk mit seinem „Funkhaus am Dornbusch“ eines der wichtigsten Medienunternehmen für Hörfunk und Fernsehen. Hier befinden sich auch die ARD-Sternpunkte, die die Gemeinschaftsprogramme (beispielsweise Das Erste) über ein Hochleistungsnetzwerk auf die einzelnen Sendeanstalten verteilen. Auch der US-amerikanische Soldatensender AFN hatte von August 1945 an sein Hauptquartier in Frankfurt. Im Rahmen der Truppenreduzierung wurde aber auch der AFN-Standort Frankfurt aufgegeben: Seit Oktober 2004 sendet das American Forces' Network sein Europa-Programm aus Mannheim. Der US-amerikanische Medienkonzern Bloomberg TV hat in der Neuen Mainzer Straße in Frankfurts Innenstadt sein Deutschlandstudio. Hinzu kommt noch das Regionalstudio der RTL Group. Auch reine Radiosender senden von Frankfurt aus, etwa Main FM. Ein weiterer privater aber nicht kommerzieller Radiosender ist Radio X. Sein Studio ist unweit der Konstablerwache. Der älteste und größte private Radiosender der Region, Hit Radio FFH, wurde 1989 in Frankfurt gegründet. Seit 2001 hat er seinen Sitz in der an Frankfurt angrenzenden Stadt Bad Vilbel. Des Weiteren befindet sich in Frankfurt die Sendezentrale des Jugendszene- und Musiksenders IM1-TV. In der Darmstädter Landstraße befindet sich die Deutschland-Zentrale des Home Entertainment und Kino-Unternehmens 20th Century Fox. Ebenfalls in Frankfurt befindet sich die deutsche Kino-Abteilung von Universal Pictures.

Auch in Frankfurt beheimatet sind die Nachrichtenagenturen Reuters Deutschland (im Messeturm) und Associated Press Deutschland.

Onlinemedien

Seit Oktober 2006 befindet sich die Geschäftsstelle der Wikimedia Deutschland in Frankfurt.

Bildung und Forschung

In Frankfurt am Main befinden sich zwei Universitäten sowie mehrere Fachhochschulen. Die bekannteste und älteste Universität der Stadt ist die 1914 gegründete Johann Wolfgang Goethe-Universität mit ihren vier Standorten Bockenheim, Westend, Riedberg und Uni-Klinik Niederrad. Daneben gibt es die Frankfurt School of Finance & Management, (hervorgegangen aus der Bankakademie und der Hochschule für Bankwirtschaft) mit ihrem Campus im Frankfurter Ostend, seit 2001 ein Studienzentrum der Fachhochschule für Oekonomie & Management (FOM) und seit 2002 die private Fachhochschule Provadis School of International Management and Technology.

Im künstlerischen Bereich verfügt Frankfurt zum einen über die Staatliche Hochschule für bildende Künste (Städelschule), gegründet 1817 von Johann Friedrich Städel, die später in Besitz der Stadt gelangte und 1942 zur staatlichen Kunsthochschule der freien bildenden Künste erhoben wurde. Die andere bekannte Kunsthochschule ist die aus der 1878 gegründeten privaten Stiftung Dr. Hoch’s Konservatorium hervorgegangene Hochschule für Musik und Darstellende Kunst.

Die 1971 aus verschiedenen Vorgängereinrichtungen gegründete Fachhochschule Frankfurt am Main bietet Studiengänge mit Schwerpunkt in den angewandten Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften.

Eine weitere besondere Einrichtung ist die Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen. Die private wissenschaftliche Hochschule in Trägerschaft der Deutschen Provinz der Jesuiten sitzt seit 1950 im Stadtteil Sachsenhausen.

Bis September 2003 gab es auch noch die Bibliotheksschule Frankfurt am Main – Fachhochschule für Bibliothekswesen. Sie war eine Verwaltungsfachhochschule für den gehobenen Dienst in wissenschaftlichen Bibliotheken. Zum 30. September 2003 stellte sie ihren Betrieb ein.

Des weiteren existieren in der Stadt die Max-Planck-Institute für europäische Rechtsgeschichte (MPIER), Biophysik und Hirnforschung. Mit der Universität eng verbunden ist das Frankfurt Institute for Advanced Studies, eine von zahlreichen institutionellen und privaten gesponserte interdisziplinäre Einrichtung zur theoretischen Grundlagenforschung in der Physik, Chemie, Biologie, Neurologie und Informatik.

Von der Stadt vergebene Auszeichnungen

Sehenswürdigkeiten

Altstadt

Hauptartikel: Frankfurt-Altstadt

Kaiserdom und Haus zum Engel

Drei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt befinden sich nahe beieinander in der Frankfurter Altstadt: Kaiserdom, Römerberg und Paulskirche.

Der katholische Kaiserdom St. Bartholomäus mit seinem markanten spätgotischen Westturm war die Wahl- und Krönungsstätte der deutschen Kaiser. Vom Dom zum Römer führte der Königsweg, die Prozessionsstrecke der frisch gekrönten Kaiser zum Festbankett im Rathaus. Vor dem Dom befindet sich heute der Archäologische Garten mit Ausgrabungen aus römischer und karolingischer Zeit.

Der Römerberg ist der zentrale Platz der Altstadt mit dem Rathaus (Römer) aus dem 14. Jahrhundert, der frühgotischen Alten Nikolaikirche und der nach Kriegszerstörung rekonstruierten Häuserzeile auf der Ostseite des Platzes. Auf dem Rathausbalkon des Römers, werden die Titelgewinne der regionalen Vereine (z. B. Eintracht Frankfurt, Frankfurt Lions) aber auch Fußballweltmeisterschaften mit den Fans zusammen gefeiert.

Die Paulskirche wurde 1789 bis 1833 anstelle der 1786 abgerissenen mittelalterlichen Barfüßerkirche erbaut und diente bis 1944 als evangelische Hauptkirche Frankfurts. In dem klassizistischen Rundbau des Architekten Johann Georg Christian Hess tagte 1848/49 die Nationalversammlung. Der Paulsplatz ist ein belebter Stadtplatz mit Straßencafés.

Zwischen Römerberg und Liebfrauenberg liegt die Neue Kräme. Am Liebfrauenberg befinden sich die im 14. Jahrhundert erbaute Liebfrauenkirche, der Liebfrauenbrunnen von 1770 und das 1775 errichtete Haus Zum Paradies/Grimmvogel, einer der wenigen erhaltenen Barockbauten in Frankfurt.

Die Kleinmarkthalle, ein Neubau von 1954 nach der Kriegszerstörung 1944, ist das kulinarische Zentrum der Stadt. Über 150 Marktstände bieten an jedem Werktag alle Arten von Lebensmitteln an. In der westlichen Altstadt liegt das Goethe-Haus im Großen Hirschgraben. Der Kornmarkt, heute eine ruhige Nebenstraße, war im Mittelalter eine der Hauptverkehrsadern der Stadt.

Mainufer und Mainbrücken

Frankfurter Mainbrücken, Blick vom Maintower

Die beiden Mainufer entwickeln sich immer mehr zum attraktivsten Stadtraum Frankfurts. Hierzu tragen Projekte wie die Entwicklung des Museumsufers, die Neugestaltung der Uferanlagen, der Aufbau eines neuen Wohn- und Gewerbegebietes im ehemaligen Frankfurter Westhafen oder die architektonisch anspruchsvollen Mainbrücken bei. Die Alte Brücke (1222 erstmals urkundlich erwähnt) galt jahrhundertelang als bedeutendstes Bauwerk der Stadt. Seit 2006 befindet sich auf der Maininsel die Ausstellungshalle Portikus. Der Eiserne Steg, eine 1869 eröffnete Fußgängerbrücke, ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Der Saalhof und die katholische Leonhardskirche am nördlichen Brückenkopf sind zwei Baudenkmäler, deren Ursprünge in die Stauferzeit zurückreichen.

Der Blick von einer der östlichen Innenstadt-Mainbrücken auf Altstadt und Skyline wird in den Medien gern als Illustration für Beiträge aus Frankfurt verwendet. In den letzten Jahren entstanden im Osten der Innenstadt zwei große Beach Clubs am nördlichen und südlichen Mainufer. Die Gerbermühle, als Treffpunkt Goethes mit Marianne von Willemer in die Literaturgeschichte eingegangen, ist heute ein beliebtes Ausflugslokal.

Das Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne ist eine der wenigen Binnendünen Europas und befindet sich nahe dem Main im Westen des Stadtteils Schwanheim. Es umfasst 58,5 Hektar und beherbergt viele seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- sowie Pflanzenarten.

Dotationskirchen

Eine Besonderheit Frankfurts sind die Dotationskirchen. Die Stadt ist seit 1802 Eigentümerin aller neun Kirchen in der Innenstadt und der Dreikönigskirche in Sachsenhausen und zu ihrem Unterhalt verpflichtet. Viermal im Jahr, zu den Hochfesten des Kirchenjahres, findet in den Citykirchen das traditionelle Frankfurter Stadtgeläute statt.

Siehe auch: Historische Kirchen in Alt-Frankfurt

Wolkenkratzer

Hauptartikel: Liste der Hochhäuser in Frankfurt am Main

Seit den 1950er-Jahren etablierte sich Frankfurt als Hochhausstadt. Frankfurt ist damit eine der wenigen Städte Europas mit einer ausgeprägten Skyline. Deswegen wird Frankfurt auch manchmal als „Mainhattan“ bezeichnet – eine Anspielung auf Manhattan in New York City. Die meisten Hochhäuser stehen im sogenannten Bankenviertel in der westlichen Innenstadt.

Der Henningerturm in Sachsenhausen war 1961 das erste Frankfurter Gebäude, das mit seiner Höhe von 120 Metern den Westturm des Kaiserdoms überragte. Davor entstanden etwa das AEG-Hochhaus 1951, das Fernmeldehochhaus 1954 und das Zürich-Haus 1962, die aber „nur“ zwischen 45 und 69 Metern hoch waren. Alle diese wurden inzwischen, teilweise trotz bestehendem Denkmalschutz, abgerissen. Immer noch bestehend ist jedoch das 1951 erbaute Junior-Haus des Nachkriegsarchitekten Wilhelm Berentzen, der auch das inzwischen abgerissene Rundschau-Haus entwarf. Es gilt als erstes in Frankfurt errichtetes „Hochhaus“ und ist nach seinem Bauherrn, einer alteingesessenen Liegenschaftsverwaltung, benannt, die noch heute darin ansässig ist. Die auf knapp 35 Meter verteilten neun Stockwerke mit seinem runden, gläsernen Treppenhaus sind auch heute noch ein „Hingucker“ am Kaiserplatz gegenüber dem Hotel Frankfurter Hof, stellten damals aber architektonisch und technisch (es verfügt als erstes Frankfurter Haus zwei unabhängig voneinander funktionierende Aufzüge) eine Herausforderung dar.

Die höchsten Hochhäuser der Siebzigerjahre (Marriott-Hotel, Dresdner Bank) waren mit rund 160 Metern Höhe die höchsten der Bundesrepublik. 1990 erreichte der Messeturm 257 Meter Höhe und war damit das höchste Gebäude Europas, bis er sieben Jahre später vom 259 Meter (mit Antenne: 300 Meter) hohen Commerzbank-Tower übertroffen wurde. Das höchste Bauwerk der Stadt ist aber mit 337,5 Metern Höhe noch immer der 1974 bis 1978 errichtete Europaturm, der von den Frankfurtern „Ginnheimer Spargel“ genannte Fernmeldeturm der Telekom in der Nähe von Bundesbank, Grüneburgpark und Palmengarten. Die Besucherbereiche des Fernmeldeturmes sind seit 1999 mangels Wirtschaftlichkeit geschlossen. Seit der Schließung des Henningerturms für den Besucherverkehr 2002 hat der Maintower als einziges Hochhaus eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform in 200 Metern Höhe, darüber hinaus gibt es Restaurants im 25. Stockwerk des Japan Centers und im 29. Stock des Eurotheum. Während des sogenannten Wolkenkratzer-Festivals, das in unregelmäßigen Abständen stattfindet, sind aber auch andere Hochhäuser für die Öffentlichkeit geöffnet.

Mitte 2008 gab es in Frankfurt zehn Gebäude mit einer Höhe über 150 Metern und zwei weiteren Gebäuden dieser Kategorie im Bau (Opernturm und Skytower). Die einzige deutsche Stadt, die ebenfalls einen Wolkenkratzer besitzt, ist Bonn mit dem Post Tower.

Um die Hochhäuser bauleitplanerisch zu reglementieren, wurde in Frankfurt ein Hochhausrahmenplan aufgestellt, der festschreibt, wo und wie Hochhäuser gebaut werden dürfen. Der Architekt Jochem Jourdan hat den Auftrag erhalten, diesen Plan zu überarbeiten. Ziel ist es Hochhäuser in Gruppen (Pulks) anzuordnen, allerdings waren und sind einzelne Ausnahmen möglich, wie zum Beispiel der Neubau der Europäischen Zentralbank auf dem Areal der denkmalgeschützten Großmarkthalle im Ostend.

Sachsenhausen

Hauptartikel: Frankfurt-Sachsenhausen

Dreikönigskirche und Main Plaza
Blick vom Goetheturm

Der 1192 erstmals erwähnte Stadtteil Sachsenhausen auf der südlichen Mainseite wird in Frankfurter Mundart auch Dribb de Bach (dribbe = drüben, also andere Seite des Flusses) genannt, im Gegensatz zur Hibb de Bach (diese Seite des Flusses) gelegenen Innenstadt. Seit dem Mittelalter wohnten hier hauptsächlich Fischer, Landarbeiter und Handwerker, deren derbe Sprache und Umgangsformen sprichwörtlich waren. Im 18. und 19. Jahrhundert siedelten sich zunehmend auch wohlhabende Bürger an. Die Sachsenhäuser Altstadt wurde ein beliebtes Ausgeh- und Kneipenviertel, dessen Attraktivität heute nach Ansicht vieler aber durch übermäßige Kommerzialisierung gelitten hat. Besonders der schmerzhafte Besucherrückgang nach dem Wegfall der amerikanischen Militärstandorte machte dem Viertel zu schaffen. Leerstand und Verfall waren seit dem nicht mehr zu übersehen. Es gibt allerdings noch einige traditionelle und teilweise sehr alte Apfelwein-Kneipen. Die Stadt bemüht sich seit einiger Zeit das Viertel wieder voran zu bringen. Dieses Projekt zeigt mit der Renovierung einiger Gebäude bereits erste Erfolge. Ziel ist es neben Kneipen auch kleine Geschäfte und Ateliers zu etablieren um das Viertel auch tagsüber stärker zu beleben.

Das dominierende Bauwerk am Sachsenhäuser Mainufer ist die 1875 bis 1881 errichtete Dreikönigskirche. Entlang des Mains liegen die Museen des Museumsufers. Hier findet auch jeden Samstag einer der größten wöchentlich veranstalteten Flohmärkte Deutschlands statt, der sich im Flair zumindest abschnittsweise mit Flohmärkten internationaler Metropolen messen kann.

Die Altbauten im nördlichen Sachsenhausen rund um den Schweizer Platz sind eines der beliebtesten Wohnviertel Frankfurts und dementsprechend teuer. Hier stimmt die gewachsene Mischung aus Einzelhandel und Gastronomie. Neben von Touristen als typisch empfundenen Apfelweinlokalen wie dem Wagner und dem Gemalten Haus (echte sind ein paar Straßen weiter östlich) finden sich moderne Cocktailbars. Weiter im Süden finden sich Villenviertel wie der Lerchesberg, der in den 60er-Jahren entstand. Seit den 1990er Jahren entstand auf dem ehemaligen Schlachthofgelände östlich der Sachsenhäuser Altstadt das Deutschherrnviertel, das sich inzwischen zum beliebten Wohngebiet entwickelt hat. Wahrzeichen des neuen Viertels ist das Hochhaus Main Plaza.

Auf Sachsenhäuser Gebiet stehen auch der Goetheturm, eines der höchsten Holzbauwerke in Deutschland, und der Henninger-Turm.

Hauptbahnhof und Bahnhofsviertel

Hauptartikel: Frankfurt (Main) Hauptbahnhof und Frankfurt-Bahnhofsviertel

Hauptbahnhof

Der Hauptbahnhof, eröffnet 1888, ist nach der Anzahl der Fernverkehrszüge und am Passagieraufkommen gemessen einer der größten seiner Art in Europa. Die riesige fünfschiffige Bahnsteighalle, deren Tragwerk und Dach zurzeit fast vollständig restauriert in neuem Glanz erscheint, das stilgleich erhaltene Empfangsgebäude und das unüberschaubare Gewirr über- und unterirdischer Anlagen macht ein beeindruckendes Bauwerk aus, das eine Sehenswürdigkeit für sich ist.

Das Bahnhofsviertel ist ein Schmelztiegel der Kulturen. Dort befinden sich in einer ganz eigenen Mischung unzählige Geschäfte und Restaurants verschiedenster Art aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen. Das Bahnhofsviertel lebt 24 Stunden am Tag, nicht nur wegen des Rotlicht-Milieus, das sich vor allem rund um die Taunusstraße erstreckt. Das Viertel kann auch als ein Musterbeispiel für urbane Gegensätze angesehen werden, die so eine internationale Endstation mit sich bringt. Bettler, Alkoholiker und Junkies sind dort neben den Strömen angestellter Berufspendler ebenso gegenwärtig wie Banker im feinen Zwirn, internationale Messegäste und Tagestouristen vom Lande. Die Kaiserstraße, auf die der Besucher direkt vom Haupteingang des Hauptbahnhofs aus blickt, ist ein städtischer Boulevard, auf dem Reichtum und Elend, multikultureller Einzelhandel, moderne Bankhochhäuser in nächster Nachbarschaft zu Rotlichtbetrieben in gründerzeitlichen Altbauten zu beobachten sind.

Weiteres siehe unter Liste der Sehenswürdigkeiten in Frankfurt am Main.

Kultur

Hauptartikel: Kultur in Frankfurt am Main

Museen und Galerien

Die Stadt bietet ein vielfältiges kulturelles Programm. Dazu zählt die einzigartige Museumslandschaft mit über 60 größeren und kleineren Museen und Ausstellungshäusern, die sich auf beiden Seiten des Mains angesiedelt hat.

Das Museumsufer auf der Sachsenhäuser Mainseite umfasst bekannte Häuser wie das Städel, das Liebieghaus, das Museum für Kommunikation (ehemals: Postmuseum), das Deutsche Architekturmuseum (DAM), das Deutsche Filmmuseum, das Museum der Weltkulturen und das Museum für Angewandte Kunst (ehemals: Kunstgewerbemuseum). Hier findet auch alljährlich das Museumsuferfest statt.

An Kunstmuseen und Galerien finden sich das Städel (Gemälde), das Liebieghaus (Skulpturen), das Museum für Moderne Kunst (MMK), die Kunsthalle Schirn, das Deutsche Architekturmuseum (DAM), das Deutsche Filmmuseum und das Museum für Angewandte Kunst.

Historische Museen sind das Archäologische Museum im Karmeliterkloster, das Historische Museum (Stadtgeschichte) und das Jüdische Museum.

Technikmuseen sind das Museum für Kommunikation, das Frankfurter Feldbahnmuseum, das Verkehrsmuseum Frankfurt und die Technische Sammlung Hochhut. Im Nordend ist die EXPLORA, ein Museum für optische und andere Täuschungen zu finden. Dort können viele Anaglyphenbilder, Stereobildpaare, SIRDs, Hologramme und andere Formen der optischen Wahrnehmung ausprobiert werden.

Ein Naturwissenschaftliches Museum ist das weltberühmte Naturmuseum Senckenberg, in dem unter anderen Fossilienfunde aus der Welterbestätte Grube Messel zu sehen sind, ein ethnologisches Museum das Museum der Weltkulturen.

Die Kunstszene trifft man im Frankfurter Kunstverein gegenüber der Schirn, der Städelschule (Staatliche Hochschule für Bildende Künste Städelschule), privaten Kunstgalerien und auch in einer Reihe von alternativen Ausstellungsräumen. Die Galerien zeigen Kunst von Alter Kunst über verschiedene Spezialgebiete bis hin zur Gegenwart. Von den alternativen Ausstellungsräumen werden viele von Künstlern oder jungen Kunstwissenschaftlern betrieben, u. a. die Ausstellungshalle in Sachsenhausen oder der ausstellungsraum EULENGASSE 65 in Bornheim.

Oper, Konzerthäuser und Bühnen

Frankfurt weist eine lebendige Theaterszene auf. Die Städtischen Bühnen vereinen mehrere Sparten unter einem Dach: Die Oper Frankfurt zählt weltweit zu den renommiertesten Häusern und erhielt mehrmals (zuletzt im Jahr 2003) die Auszeichnung Opernhaus des Jahres. Das Schauspiel Frankfurt machte vor allem in den sechziger durch Harry Buckwitz, in den siebziger und achtziger Jahren durch sein Mitbestimmungsmodell von sich reden. Das ehemalige städtische Ballett Frankfurt und das Theater am Turm (TAT) mussten im Jahr 2004 schließen, jedoch kann man das berühmte Forsythe-Ballet in der Metropole noch erleben.

Die Alte Oper, eröffnet 1881, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1981 als Konzerthaus wiedereröffnet. Die Alte Oper besitzt einen sehr schönen Konzertsaal und hat heute große Bedeutung als ein wichtiges Musikzentrum in Europa. Weitere bekannte Konzerthäuser sind die Jahrhunderthalle in Unterliederbach, die Festhalle in Bockenheim und der Sendesaal der Hessischen Rundfunks.

Die Komödie in der Neuen Mainzer Straße und das Fritz-Rémond-Theater im Zoo-Gesellschaftshaus sind zwei bekannte Boulevardtheater Frankfurts. Das Volkstheater Frankfurt pflegt neben klassischen Mundartstücken auch mundartliche Bearbeitungen von Klassikern und zeitgenössischen Dramen. Das English Theatre ist die größte englischsprachige Bühne auf dem Kontinent. Neben dem Tigerpalast, dem Künstlerhaus Mousonturm, dem Stalburg-Theater und dem Gallus Theater finden sich im Bereich Kabarett und Kleinkunst u. a. Die Schmiere (seit 1950 „das schlechteste Theater der Welt“) im Karmeliterkloster, das Neue Theater im Stadtteil Höchst sowie das TiTS-Theater. Weitere freie Theater sind Die Dramatische Bühne im Café Exzess, das Theater Willy Praml und die experimentelle Bühne teAtrum VII in der Naxoshalle im Frankfurter Ostend oder das Frankfurter Autorentheater in der Brotfabrik im Stadtteil Hausen. Ein besonderes Kindertheater hatte Frankfurt mit dem Klappmaul-Puppentheater.


Orchester und Chöre

In Frankfurt haben zwei große symphonische Orchester ihre Heimat, das 1808 gegründete Frankfurter Museumsorchester der städtischen Bühnen und das hr-Sinfonieorchester. Bekannte Chöre sind der 1818 gegründete Cäcilien-Chor, die Frankfurter Singakademie und die Frankfurter Kantorei.

Buchmesse

Die seit dem 15. Jahrhundert stattfindende Frankfurter Buchmesse ist nicht nur ein wirtschaftliches (als größte Buchmesse der Welt), sondern auch ein bedeutendes kulturelles Ereignis. Während der alljährlichen Messe finden in Frankfurt zahlreiche Begleitveranstaltungen statt, als Höhepunkt die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Paulskirche.

Dialekt

Die Frankfurter Stadtmundart in ihrer ursprünglichen Form zählt zu den Rheinfränkischen Dialekten. Die eng verwandten Dialekte, die im Rhein-Main-Gebiet gesprochen werden, decken nur einen kleinen Raum ab. Im restlichen Hessen wird merklich anders gesprochen. Noch bis mindestens in die 1980er-Jahren hinein konnte man bei älteren Einwohnern deutlich unterscheiden, ob sie aus der ursprünglichen Kernstadt stammten oder zum Beispiel aus den nördlichen, eingemeindeten Stadtteilen. Es gibt ferner zahlreiche Berichte darüber, dass die Einwohner der Altstadt am Sprachklang hören konnten, ob jemand aus Bornheim stammte oder aus Bockenheim.

Wie in vielen anderen Großstädten vermischte sich die Frankfurter Stadtmundart, vor allem infolge der Bevölkerungsverschiebungen nach der vollständigen Zerstörung der Frankfurter Altstadt im Zweiten Weltkrieg, mit benachbarten Varianten und aufgrund der intensiveren Hörfunk- und Fernsehnutzung seit den 1950er-Jahren auch mit dem Hochdeutschen, wodurch ein Regiolekt entstand, der häufig als Neuhessisch oder selbstironisch als RMV-Hessisch bezeichnet wird.

Nachtleben

Sport

Hauptartikel: Sport in Frankfurt am Main

Frankfurt am Main ist Heimat zahlreicher bekannter Sportvereine:

Bedeutende, jährlich stattfindende, sportliche Ereignisse sind

Die wichtigsten Sportstätten der Stadt sind

Frankfurt ist außerdem Sitz der wichtigsten deutschen Sportverbände, u. a.:

Regelmäßige Veranstaltungen

Museumsuferfest
Weihnachtsmarkt auf dem Römerberg

Das seit 1988 jährlich im August veranstaltete Museumsuferfest mit seiner Mischung aus Musik und Kultur ist das größte Volksfest im Rhein-Main-Gebiet. 2007 kamen an drei Tagen etwa 3,5 Millionen Besucher. Am Wäldchestag, dem Dienstag nach Pfingsten, ziehen viele Besucher zu einem Volksfest in den Frankfurter Stadtwald. Bis in die 1990er Jahre hatten an diesem Tag nachmittags die meisten Frankfurter Geschäfte geschlossen, und die Arbeitnehmer hatten ab 12 Uhr frei. Deshalb wurde der Wäldchestag scherzhaft im Volksmund auch als Frankfurts Nationalfeiertag bezeichnet. Ein weiteres traditionelles Volksfest ist die „Dippemess“, die zweimal jährlich, von April bis Mai und dann noch einmal im September, gefeiert wird. Beliebt sind zudem die Nacht der Museen im April mit etwa 40.000 Besuchern und die „Nacht der Clubs“.

Der 1393 erstmals urkundlich erwähnte Frankfurter Weihnachtsmarkt wird immer in der Adventszeit abgehalten. Er ist heute mit rund 3 Millionen Besuchern einer der größten Weihnachtsmärkte in Deutschland. Über 200 Stände erstrecken sich vom Mainkai über den Römerberg und den Paulsplatz nach Norden bis zur Zeil. Glühwein und Heißer Apfelwein werden dabei in Keramiktassen mit wechselnden Frankfurter Motiven ausgeschenkt.

Die seit 2003 jährlich im Sommer stattfindende „Parade der Kulturen“ ist ein Demonstrationszug durch die Innenstadt, bei dem die kulturelle Vielfalt der Stadt Frankfurt und ihrer Bewohner im Mittelpunkt steht und ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen soll. Rund 30.000 Besucher begleiteten den Umzug 2007.

Ebenfalls seit 2003 findet das Down-Sportlerfestival, eine Veranstaltung, bei der sich mehrere hundert Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21) in verschiedenen Wettbewerbssportarten messen können, in Frankfurt statt.

Weitere regelmäßige Veranstaltungen sind das Mainfest, das Rosen- und Lichterfest, der Christopher Street Day (CSD), das Opernplatzfest, der Rheingauer Weinmarkt in der Freßgass und das Stoffchefest.

Zu den genannten Festen gibt es noch Stadtteilfeste wie das Höchster Schloßfest, das Berger Straßenfest in Bornheim oder das „Schweizer Straßenfest“ in Sachsenhausen.

In unregelmäßigen Abständen findet das sogenannte Wolkenkratzer-Festival statt, zuletzt im Mai 2007 nach einer sechsjährigen Pause. Dabei waren 15 Hochhäuser in der Innenstadt für die Öffentlichkeit zugänglich und lockten 1,2 Millionen Besucher an. Eine Fortsetzung soll es nicht vor 2010 geben.

Das 1994 bis 2004 alljährlich organisierte Musikfestival Sound of Frankfurt zog bis zu 500.000 meist jüngere Besucher an.

Skurriles

Wie zwischen vielen benachbarten Städten besteht von jeher auch zwischen Frankfurt und Offenbach am Main eine gutnachbarliche Rivalität, die ihren Ausdruck unter anderem in zahlreichen Witzen über die Bewohner der jeweils anderen Stadt findet.

Hintergrund ist hier, dass die beiden Städte Frankfurt und Offenbach unterschiedlicher nicht sein können. Bereits seit dem Mittelalter bestanden Territorialkonflikte zwischen der Reichsstadt Frankfurt und ihren Nachbarstaaten. Nach der Reformation lagen das lutherische Frankfurt und das reformierte Offenbach in konfessionellen Streitigkeiten. Seit dem 18. Jahrhundert förderten die Grafen von Isenburg zudem die Ansiedlung von Manufakturen, die im bürgerlichen Frankfurt nicht erwünscht waren. Auch im 19. Jahrhundert sah sich Frankfurt weiterhin als reine Handelsstadt, während sich die Industrie in den umliegenden Gemeinden Fechenheim, Griesheim, Höchst und Offenbach ansiedelte. Erst nach der Annexion durch Preußen zog auch Frankfurt mit der Industrialisierung nach und überflügelte bald seine Rivalen. Im 20. Jahrhundert wuchs Frankfurt vor allem durch Eingemeindungen preußischer Vororte, während Offenbach keine Ausdehnungsmöglichkeiten hatte. Bis 1945 bildete die Grenze zwischen beiden Nachbarstädten immer zugleich auch eine Landesgrenze.

Eine langjährige sportliche Rivalität pflegen die beiden Fußballvereine Kickers Offenbach und Eintracht Frankfurt sowie ihre jeweiligen Anhänger. Im Laufe der Jahre standen sich beide Mannschaften häufig in einem Derby gegenüber, besonders häufig in den fünfziger Jahren (z. B. im Finale um die Deutsche Fußballmeisterschaft 1959), im DFB-Pokal (zuletzt 2007) und in der Fußball-Bundesliga bis zum Abstieg der Kickers 1984.

Kulinarische Spezialitäten

Apfelwein im Gerippten

In Frankfurt entwickelte sich infolge der zahlreichen wohlhabenden Gäste, die während der Kaiserkrönungen und der Messen in die Stadt strömten, bereits im 17. und 18. Jahrhundert eine hochentwickelte Gastronomie- und Hotelkultur. Im 19. Jahrhundert galt Frankfurts Küche neben der Hamburger und der Wiener als führend in Deutschland.[28]

Heute ist Frankfurt vorwiegend für deftige Spezialitäten wie Apfelwein, Rippchen mit Kraut und Handkäs mit Musik bekannt, die aus keiner traditionellen Apfelweinwirtschaft wegzudenken sind. Zu den ältesten und bekanntesten Delikatessen gehören die seit dem Mittelalter hergestellten Frankfurter Würstchen aus Schweinefleisch, denen sich seit dem 19. Jahrhundert die Frankfurter Rindswurst zugesellte. Die Frankfurter Metzger[29] durften bis zur Einführung der Gewerbefreiheit 1864 jede Woche nur eine Sorte Vieh schlachten. In einer Verordnung von 1628 hieß es: „waß er eynen Tag geschlachtet, es sey Viehes Rind, Hammel oder Schwein, er die gantze woche bey stehen bleiben und keine Schaaf bei Hammel schlachte. Er hat aber Macht, alle woch eyn ander Viehe zu schlachten.“ Somit konnten, da es noch keine Kühltechniken gab, auch keine Fleischerzeugnisse aus unterschiedlichen Fleischsorten hergestellt werden.

Eine besondere Spezialität Frankfurts ist die Grüne Sauce, die traditionell aus sieben Kräutern hergestellt wird: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Bekannte Süßigkeiten aus der Frankfurter Küche sind die Frankfurter Brenten und die Bethmännchen, der Haddekuche und der Frankfurter Kranz. Weniger bekannt ist, dass Frankfurt mit dem Lohrberger Hang auch eine Weinlage besitzt. Sie ist die kleinste und östlichste Weinlage im Rheingau und wird vom Weingut der Stadt Frankfurt bewirtschaftet. Jährlich werden in dieser Lage rund 10.000 Flaschen Riesling erzeugt, der meist trocken ausgebaut wird und in guten Jahren Spätlese-Qualität erreicht.

Persönlichkeiten

Prominente Bewohner und Söhne und Töchter der Stadt sind in der Liste der Persönlichkeiten der Stadt Frankfurt am Main aufgeführt, Ehrenbürger in der Liste der Ehrenbürger von Frankfurt am Main. Auch liegen viele bekannte Persönlichkeiten auf dem Hauptfriedhof Frankfurt und anderen Frankfurter Friedhöfen.

Siehe auch: Liste der Stadtoberhäupter von Frankfurt am Main

Siehe auch

 Portal: Frankfurt Rhein-Main – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Frankfurt Rhein-Main

Literatur

Geschichte

Architektur

Verschiedenes

Einzelnachweise

  1. Elsbet Orth, Frankfurt am Main im Früh- und Hochmittelalter, in: Frankfurter Historische Kommission (Hrsg.): Frankfurt am Main – Die Geschichte der Stadt in neun Beiträgen. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1991, ISBN 3-7995-4158-6, S. 11
  2. MGH Scriptores rerum Germanicarum, Nova series 9: Die Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg und ihre Korveier Überarbeitung (Thietmari Merseburgensis episcopi Chronicon). Herausgegeben von Robert Holtzmann. Berlin 1935, S. 490 (Digitalisat).
  3. Barbara Dölemeyer: Helenopolis – Frankfurt am Main in Mythos und Chronik (16.-18. Jahrhundert), in: Bernhard Kirchgässner, Hans-Peter Becht (Hrsg.): Städtische Mythen. Stuttgart 2003. Tagungsbericht (PDF)
  4. Hauptsatzung, §7 (PDF)
  5. Vom Reichsadler zum gerupften Spatz
  6. Geoklima 2.1, Daten siehe http://www.dwd.de/de/FundE/Klima/KLIS/daten/online/nat/index_mittelwerte.htm
  7. Institut für Stadtgeschichte
  8. Das Klima in Frankfurt (Main)
  9. Mit 33:29 Stimmen im Parlamentarischen Rat, mit 200:176 Stimmen am 3. November 1949 im Bundestag.
  10. Quellen: Online-Datenbank des Rates der Gemeinden und Regionen Europas, Referat für Internationale Angelegenheiten der Stadt Frankfurt
  11. Rede der Oberbürgermeisterin Petra Roth in der Stadtverordnetenversammlung am 14. September 2006 anlässlich der Debatte um die Senkung des Gewerbesteuer-Hebesatzes von 490 v.H. auf 460 v.H. (PDF, 44 kB, Zugriff am 2. November 2006)
  12. Produkthaushalt 2007
  13. FAZ Artikel über ungewöhnlich höhere Gewerbesteuereinnahmen als geplant im Jahr 2007
  14. Solide Vermögenslage, Bericht in der F.A.Z. vom 14. Juni 2008
  15. Nick Swift: European cities outperform their English counterparts. citymayors.com (Zugriff am 1. November 2006)
  16. [1]
  17. INSM Städteranking – Frankfurt, Daten aus 2005
  18. Die höchste Wirtschaftskraft pro Arbeitnehmer der Republik hat Frankfurt
  19. Highlights from the 2007 Quality of Livings – Mercer Human Resource Consulting
  20. Quelle: Kriminalitätsstatistik des BKA 2006, Ranking: Platz 435 im Regionalranking der INSM
  21. Die Bank: Top 100 der deutschen Kreditwirtschaft 2006
  22. 2007 – Master Card Worldwide Centers of Commerce
  23. Zweiter im Niveau-Ranking mit den höchsten Einkommen
  24. Kaufkräftigste Deutschen wohnen im Raum Frankfurt am Main
  25. Quelle: Informations- und Statistikseite der Deutschen Bahn auf www.bahnhof.de
  26. Frankfurt ist Telekommunikations-Hauptstadt
  27. Startschuss zum größten Stadtlauf der Welt, FAZ.net, 13. Juni 2007
  28. Literatur zu diesem Abschnitt: Siehe Wolfgang Klötzer: Zu Gast im alten Frankfurt, Heinrich Hugendubel-Verlag, München 1990, ISBN 3-88034-493-0. Norbert Brieke, Köstlichkeiten aus Frankfurts Küche und Keller, Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-7829-0409-5.
  29. Im Jahr 1831 waren in Frankfurt 154 Metzgerbetriebe ansässig.
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