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Ahmadiyya Muslim Dschamaat

Die Ahmadiyya Muslim Dschamaat (auch: Ahmadiyya Muslim Bewegung, englisch: Ahmadiyya Muslim Community) ist die größere von zwei Religionsgemeinschaften, die in Indien ihren Ursprung haben und sich auf den Islam und Mirza Ghulam Ahmad berufen. In Deutschland ist sie als Ahmadiyya Muslim Jamaat in der Bundesrepublik Deutschland e.V. registriert. (Frankfurt VR 5841) [2]

Inhaltsverzeichnis

Führung

Khalifat-ul Massih   Emir / Missionsleiter Deutschland
  1. Nur-ud-Din (1908-1914)
  2. Mirza Baschir-ud-Din Mahmud Ahmad (1914-1965)
  3. Mirza Nasir Ahmad (1965-1982)
  4. Mirza Tahir Ahmad (1982-2003)
  5. Mirza Masrur Ahmad (seit 2003)
 
  1. Mubarak Ali Bengali, Imam (1922–1924)
  2. Malik Ghulam Farid, Imam (1923–1924)
  3. Chaudry Abdul Latif (1949–1967)
  4. Fazal Ilahi Anweri, Imam (Juni 1964–Dezember 1967)
  5. N.N., Imam (1967–1972)
  6. Fazal Ilahi Anweri, Imam (September 1972–Januar 1977)
  7. Nawab Mansoor Khan, Imam (1977–1984)
  8. Alhaj Attaullah Kaleem (1990er)
  9. Abdullah Uwe Wagishauser, erster Amir von Deutschland (seit 1984) [3]
    Haider Ali Zafar, Imam (seit 1973)

Motto und Symbole

Das Motto, Liebe für alle, Hass für keinen, stammt von Mirza Nasir Ahmad. [4]

Das Symbol der Ahmadiyya-Bewegung ist das Weiße Minarett von Qadian.

Organisation

Die AMJ besteht aus den drei Teilorganisationen Khuddam-ul Ahmadiyya (Männer im Alter von 15–40 Jahren), Ladschna Imaillah (Frauen) und Ansarullah (Männer ab 40 Jahren). Die Mitgliederstärke ergibt sich aus den Mitgliedern der Teilorganisationen, die alle drei gleich aufgebaut sind. Es gibt die vier Ebenen der Lokalgemeinde (Lokal Dschamaat), Regional Dschamaat, National Dschamaat und die internationale Ebene. Auf jeder Ebene gibt es einen Vorsitzenden (Sadr), dazu viele Amtsträger (Aamla), die alle kleinere Aufgaben wahrzunehmen haben: Pressearbeit, Bildung, Erziehung, Literatur, Sport, usw. In großen Dschamaats kann es viele Amtsträger geben, während in kleinen Dschamaats mehrere Funktionen von einer Person wahrgenommen werden.

Jede Teilorganisation verwaltet und führt sich selbst. Besonders ist das bei der Ladschna Imaillah wichtig, wo es auch in der Führung keine Männer gibt. Es gibt allerdings eine Aufgabenteilung. So sind die Khuddam auch für den Aufbau der Veranstaltungen der Ansarullah und der Ladschna zuständig, sowie für Sicherheitsdienste, da die Ahmadiyya Muslim Dschamaat keine fremden Sicherheitsdienste nutzt. Für die Technik sind Männer sowie Frauen zuständig. Frauen bedienen auf ihren Veranstaltungen die Technik selbst. Beim gemeinschaftseigenen Fernsehkanal MTA (Muslim Television Ahmadiyya) gibt es bereits Sendungen, die von Frauen gestaltet, moderiert und technisch umgesetzt werden.

Mitgliedschaft

Mitglied wird man durch Ablegen des Baiat (Treuegelübde) gegenüber dem amtierenden Kalifen. Jeder Ahmadi gehört einer der drei Teilorganisationen Khuddam-ul Ahmadiyya, Ladschna Imaillah oder der Ansarullah an. Stirbt ein Kalif, muss gegenüber dem neugewählten Kalifen das Treuegelübde erneuert werden.

Im Baiat verkündet der gläubige Ahmadi seine Treue gegenüber dem amtierenden Kalifen, die Praktizierung des Islams, das Fernhalten von Sünden jeder Art, und das Bekenntnis zu den Glaubensgrundsätzen der Ahmadiyya. Außerdem verpflichtet man sich 1/16 des monatlichen Einkommens an die AMJ als monatlichen Mitgliedsbeitrag abzuführen.

Der Austritt erfolgt durch schriftliches Aufkündigen des Baiats.

Veranstaltungen auf nationaler und internationaler Ebene

Die wichtigste Veranstaltung ist die Dschalsa Salana (spirituelle Jahresversammlung). Das höchste Entscheidungsgremium ist die Schura (organisatorische Jahresversammlung). Die dort gefassten Entschlüsse bedürfen aber noch der Zustimmung des Kalifen.

Unterorganisationen, Stiftungen, Programme

Jamia-Ahmadiyya

Die Jamia-Ahmadiyya ist eine theologische Schule, die am 25. Mai 1928 von Mirza Baschir-ud-Din Mahmud Ahmad in Qadian zur Ausbildung von Ahmadi-Theologen gegründet wurde. Heute unterhält die Ahmadiyya theologische Schulen in Qadian (Indien, Mai 1928),[5] Rabwah (Pakistan),[6] Ghana (März 1966), Indonesien (März 1982), East Mississauga (Kanada, September 2003)[7] und London (Großbritannien).[8] Die AMJ will im September 2008 in Darmstadt eine Jamia eröffnen.[9] Der Khalifat-ul Massih V. hat dem Antrag zu einem mit 90 Zimmern ausgestatteten Gebäude bereits zugestimmt. Damit werden die ersten islamischen Theologen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, in rund 7 Jahren ihre Ausbildung beendet haben.

Tehrik-e-Jadid

Der Tehrik-e-Jadid-Plan wurde am 23. November 1934 mit dem Ziel gegründet, reformerische Aktivitäten und missionarische Arbeit im Ausland voranzutreiben. Mirza Baschir-ud-Din Mahmud Ahmad bezeichnete Tehrik-e-Jadid als „Sprungbrett zur Etablierung der neuen Weltordnung“.[10] Für ihn war „das Fundament des Sieges der Religion und das Fundament der Dominanz von Ahmadiyya von jeher mit Tehrik-e-Jadid verbunden.“[11] So wurden viele Ahmadiyya-Missionsstationen in der gesamten Welt gegründet. Erste Missionen wurden in Großbritannien 1913 in London, in den USA 1921 in Chicago, in Deutschland 1923 in Berlin eröffnet.

Waqf-e-Jadid

Seit 1957 wird das Tehrik-e-Jadid-Programm durch Waqf-e-Jadid ergänzt, ein Programm für die religiöse Bildung in den ländlichen Gebieten des Subkontinents.[12] Die Ahmadiyya legt ihren Mitgliedern nahe, ihre Häuser zu verkaufen, um diese Pflicht zu erfüllen.[13] Auch von Kindern wird Opferbereitschaft verlangt.[14]

Waqf-e-Nau

Das Waqf-e-Nau (wörtlich: Programm der neuen Aufopferung) startete Mirza Tahir Ahmad am 3. April 1987 mit den Worten: „Dies ist eine Zeit, in der das erste Jahrhundert islamischer Überlegenheit nach und nach übergeht in das zweite Jahrhundert islamischer Glorie. Es sollte ihrem (Waqfien-e-Nau) Bewusstsein entspringen, dass sie zu einem bedeutenden Kreuzpunkt der Geschichte geboren wurden. Wir haben um sie gebetet und gefleht bei Allah, dass Er sie zu herausragende Mudschaddids als Lehrer für die nachfolgende Generation mache.“,[15]um den Nachwuchs für einen Dienst in der Dschamaat vorzubereiten und damit die Zukunft der Dschamaat zu sichern. Ahmadi-Eltern empfinden es als eine Ehre, ihre Kinder diesem Programm widmen zu dürfen. Von klein auf bekommen diese „Waqfien-e-Nau“ zusätzlichen Unterricht. Eltern können vor der Geburt ihr Kind schriftlich beim Kalifen zum Waqf-e-Nau widmen. Der Kalif entscheidet über den Antrag. Im Alter von 16 bis 18 Jahren entscheiden die gewidmeten Kinder, ob sie weiterhin Waqf-e-Nau bleiben oder aus dem Programm austreten möchten. Weltweit soll es rund 40.000 Waqfien-e-Nau geben, überwiegend in Pakistan, Indien, Deutschland, Großbritannien, Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika.

Sami wa Basri

Die Abteilung Sami wa Basri (Hören und Sehen) ist verantwortlich für Musikkassetten, CD, Video und DVD. Die MTA-Studios gehören zu dieser Schoba (Abteilung):

Ischat

Die Abteilung Ischat (Publikationen) ist für das Schrifttum verantwortlich, vom internen Bulletin über Werbebroschüren bis hin zu Büchern. Nach außen firmiert diese Abteilung in Deutschland und der Schweiz unter dem Namen „Verlag Der Islam“.

Nusrat Jehan Stiftung

Die Nusrat Jehan Stiftung baut und betreibt Schulen, Krankenhäuser und andere humanitäre Projekte. Der dritte Khalifat-ul Massih unternahm 1970 eine Reise durch Westafrika, um im Rahmen des „Nusrat-Jehan-Plans“ die Förderung des Schul- und Gesundheitswesens in Westafrika voranzubringen.

Islamische Ahmadiyya Studenten Vereinigung

Mitglied in der Islamische Ahmadiyya Studenten Vereinigung e.V. (IASV) ist „satzungsgemäß jedes männliche Mitglied der Ahmadiyya Muslim Jamaat e.V. Deutschland, das die Sekundarstufe II, eine gleichgestellte Schule oder eine andere höhere Bildungsstätte besucht, ausgenommen Auszubildende.“ [16] (Frankfurt VR 11863) [17]

Humanity First

Der Organisation Humanity First („Menschlichkeit zuerst“) ist von der Ahmadiyya Muslim Dschamaat 1992 zu dem Zweck gegründet worden, um in Katastrophenfällen mit anderen Hilfs- und Rettungsdiensten kooperieren zu können. [18] (Frankfurt VR 11185) [19]

Finanzierung

Tschanda (auch Chanda)

Zu den Pflichtabgaben eines Ahmadi zählen:

  1. Der Mitgliedsbeitrag (Tschanda Aam) beträgt für jeden Ahmadi, der über ein Einkommen verfügt, 1/16 des Netto-Einkommens bzw. der Einnahmen, die das Mitglied erhält. Darunter fallen auch jene Gelder, wie bspw. Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, Sozialleistungen wie Sozialhilfe und Kindergeld. Wenn jemand nicht in der Lage ist, dementsprechend seinen Mitgliedsbeitrag zu leisten, kann er sich davon mit einer Bitte an den amtierenden Kalifen befreien lassen. Der Bitte um Befreiung wird in der Regel entsprochen. Es wird den Bittstellern allerdings nahegelegt, zumindest einen symbolischen finanziellen Beitrag zu leisten – z.B. ein Euro – damit das Mitglied jener Segnungen teilhaftig wird, die im Koran den Spendenden verheißen werden.
    Wer dieser Spende nicht nachkommt, dem wird das aktive und passive Wahlrecht entzogen, d.h. er oder sie kann in kein Amt gewählt werden und darf an den Wahlen für Ämter nicht teilnehmen.
  2. Eine weitere Pflichtabgabe ist an die jeweilige Unterorganisation zu zahlen. Für Männer zwischen 15 und 40 Jahren sind 1% vom Netto-Jahreseinkommen an die Khuddam-ul Ahmadiyya, für über 40Jährige sind 1% vom Netto-Jahreseinkommen an die Ansarullah zu zahlen. Frauen der Gemeinde zahlen 2 Euro pro Monat an die Ladschna Imaillah.
  3. Die Tschanda Dschalsa Salana kommt ausschließlich der Finanzierung der Jahresversammlung der Ahmadiyya Muslim Dschamaat zugute. Sie beträgt einmal jährlich 1% eines Netto-Monatseinkommens.
  4. Zum Id-ul-Fitr, d.h. dem Fest am Ende des Fastenmonats Ramadan ist ein Almosen, Fitrana genannt, zu zahlen. Ihre Höhe beträgt den Gegenwert in Geld von 2,75 Kilo Weizen, also ca. 2,50 Euro pro Mitglied des Haushaltes.[20]
  5. Neben diesen Spendenarten besteht die Pflicht Zakat zu entrichten. Die Zakat wird ebenfalls von der AMJ eingezogen und anschließend an Bedürftige verteilt.[21]
Freiwillige Tschanda

Darüber hinaus werden freiwillige Spenden für eine Reihe von Fonds gesammelt. Es wird jedoch beobachtet, dass diese freiwilligen Spenden mehr und mehr zur Pflicht werden.[22]

Es gibt Spenden für das Dschamaat-Fernsehen MTA; Waqf-e-Jadid und Tehrik-e-Jadid für die Verbreitung des Islam bzw. den Unterhalt von neuen Moscheen in aller Welt; Spenden für Moscheenbauprojekte in Deutschland, Spenden zur Vergabe von Stipendien an begabte, aber arme Studenten und vieles mehr. Es gibt Sonderspenden wie Tschanda Bosnien, Tschanda Afrika, Tschanda für Tsunami-Opfer usw. Für die 100-Jahr-Feier im Jahre 1989 wurde 16 Jahre lang eine Sonderspende gesammelt. Derzeit wird eine Sonderspende für die Festlichkeiten zum 100 jährigen Jubiläum des Kalifats im Jahre 2008 gesammelt. Des Weiteren soll „als Beweis für den Dank der Barmherzigkeit Allahs, dem 5. Khalifat-ul Massih von der Gemeinde aus eine angemessene Summe als Dankeschön“ geschenkt werden, „mit der Bitte, diese Summe […] anzunehmen und nach eigenem Belieben auszugeben.“ [23]

Wasiyyat

Ein weiteres Spendenprogramm, für das besondere Segnungen und eine Beerdigung auf einem speziellen Friedhof in Rabwah, der „Himmlischer Frieden“ genannt wird, versprochen werden, heißt Wasiyyat (das Testament). Eine Person, ob Mann oder Frau, die eine Wasiyyat-Erklärung abgibt, wird Musi genannt, der dann (statt der o.g. 1/16) 1/10 bis 1/3 des Netto-Einkommens monatlich spendet. Darüber hinaus verpflichtet er sich 10% seines Erbes für die Ziele des Islam zu spenden (d.h. an die AMJ abzutreten) und ein spirituell sehr hohes moralisches Leben zu führen.

Am 1. August 2004 äußerte der Khalifat-ul Massih V. in der Abschlussrede der Dschalsa Salana England den Wunsch, dass bis 2008 in jedem Land sich mindestens 50% der Mitglieder mit eigenem Einkommen diesem Nizam-e-Wasiyyat anschließen. In einer weiteren Ansprache am 14. April 2006 machte der Kalif die Aussage, dass alle Amtsinhaber zu 100% an dem Programm teilnehmen sollten.[24]

Webpräsenz

Die erste Webseite der AMJ startete 1994 und unter den freiwilligen Mitarbeitern gab es die Überzeugung, dies sei ein Gottesgeschenk für ihre Gemeinschaft, die sich immer missverstanden fühlte. Zögern und der Widerstand ihrer Führung führte schließlich zum Schließen aller Internet-Präsenzen bis auf eine offizielle Webseite, Diskussionen (Foren) wurden unterbunden. Mirza Tahir Ahmad – und auch sein aktueller Nachfolger – verfügten ein Moratorium für das Diskutieren über und Argumentieren mit Gegnern. Nach den aktuellen Internet-Richtlinien sind nationale Web-Präsenzen erlaubt, gleiches gilt für Unterorganisationen wie Humanity First, MTA, Khuddam-ul Ahmadiyya, doch unterliegen sie alle zentraler Kontrolle und Genehmigung.[25]

Im April 2007 wurde die Webpräsenz stark verkleinert, nachdem öffentlich über einen Artikel des „Jugend Journal (der) Jamaat“ (JJJ) diskutiert wurde[26], in dem ein Zusammenhang zwischen „Schweinefleischverzehr“ und einem „zunehmenden Hang zur Homosexualität“ hergestellt wurde.[27] Dafür wurden andere Webseiten ausgebaut.[28]

Ziele

Vorherrschaft des Islam

Ahmadis glauben fest an die bevorstehende Vorherrschaft des Islam. Die Ahmadiyya sieht keinen Unterschied zu anderen islamischen Bewegungen, außer in ihren Anstrengungen „die ursprüngliche Schönheit und Einfachheit des Islam“ wiederherzustellen und den absoluten Verzicht auf Gewalt bei der Verfolgung ihrer Ziele. Der Missionseifer der Ahmadiyya gründet sich in der Vision des Mirza Ghulam Ahmad von der „Eroberung Europas für den Islam“. Angesichts der Schwemme von christlichen Missionaren auf dem indischen Subkontinent genügte es Mirza nicht, die Angriffe der Christen auf den Islam nur passiv abzuwehren. Sein Ehrgeiz war es zur Offensive überzugehen, den Islam nach Europa zu tragen und die Invasoren in die Defensive zu drängen. Er war vollkommen überzeugt, dass „der Islam blühen und die Welt beherrschen“ werde und hat diesen Wunsch in die Herzen seiner Anhänger eingepflanzt. In ihrem „Glauben und Enthusiasmus“ und der „Opferbereitschaft“ für dieses Ziel läge das „Geheimnis für den Erfolg der Ahmadiyya-Bewegung“.[29]

Welches Ziel die Ahmadiyya mit ihrem Missionseifer verfolgt, geht u.a. aus dem Kommentar zu Sure 30 Vers 58 hervor:

„Beim ersten Aufstieg des Islams war der Untergang der christlichen Völker nicht endgültig, aber sein Wiederaufstieg in unserer Zeit wird die vollständige Verdrängung des heutigen Christentums herbeiführen.“

Koran – Der Heilige Qur-ân: Anmerkung 153 [30]

Missionsarbeit

Um die „Vorherrschaft des Islam“ Wirklichkeit werden zu lassen unternimmt die Ahmadiyya erhebliche Missionsanstrengungen. Dazu gehört die Entsendung von Missionaren in alle Welt (siehe Wilmersdorfer Moschee), die Produktion großer Mengen von Publikationen in eigenen Verlagen (Verlag Der Islam) und die Verbreitung missionarischer Fernsehsendungen mit einem eigenen Sender (MTA). Bereits 1934 wurde der „Tehrik-e-Jadid-Plan“ mit dem Ziel gegründet, missionarische Arbeit im Ausland voranzutreiben, den Mirza Baschir-ud-Din Mahmud Ahmad als „Sprungbrett zur Etablierung der neuen Weltordnung“ bezeichnete. [10] Für diese Aktivitäten (MTA, Tehrik-e-Jadid) gibt es eigene Spendenaktivitäten.

100-Moscheen-Plan

Das Ziel, 100 Moscheen in Deutschland zu bauen, steht im Rahmen der weltweiten Missionsanstrengungen. Das „100-Moscheen Projekt“ wurde anlässlich der „100-Jahr-Feier“ 1989 vom 4. Kalifen, Mirza Tahir Ahmad, bekannt gegeben und sollte ursprünglich in 10 Jahren umgesetzt werden.[31] Der zwischenzeitlich auf 2010 verschobene Termin wird bei jährlich 4-6 Moschee-Neubauten ebenfalls nicht erreicht werden. Das Ziel ist Hinterhofmoscheen und angemietete Objekte aufzugeben und damit etwa 40% der 250 Ortsgemeinden mit einer Moschee auszurüsten. In Berlin wird zurzeit in Heinersdorf die Chadidscha-Moschee gebaut.

Vereinigung der Religionen im Islam

Die Ahmadiyya lehrt, dass Buddha, Krishna, Abraham und Jesus Christus islamische Propheten waren, sich aber durch Vergessen, Manipulationen und Hinzufügungen die Religionen Buddhismus, Hinduismus, Judentum und Christentum entwickelt haben. Sie wollen in all diesen Religionen Anzeichen dafür gefunden haben, dass sie in der „Endzeit“ einen „Reformer“ erwarten, der im Islam als Mahdi erwartet wird. Mirza Ghulam Ahmad verstand sich als die prophezeite Wiederkunft von Jesus, Krishna und Buddha in einer Person. Mirza Ghulam Ahmad beanspruchte die Eigenschaften all dieser Propheten in sich zu vereinen und im Geist und der Kraft der früheren Propheten erschienen zu sein.[32] Er will die Ahmadiyya-Bewegung im göttlichen Auftrag gegründet haben,[33] damit sich alle Religionen unter dem Banner des Islams vereinigen, was sich innerhalb von 300 Jahren erfüllen soll.[34] Diese Vorstellungen werden im interreligiösen Dialog teils als vereinnahmend teils als synkretistisch verstanden.

Einzelnachweise

  1. Symbolik: „Nach den Sunna wird der Mahdi in den Letzten Tagen mit einer schwarzen Fahne erscheinen.“
    Lexikon des Islam, S. 678, Th. P. Hughes, Orbis-Fourier 1995.
  2. Handelsregister: Vereinsregisterauszug Frankfurt/Main VR 5841
  3. AMJ: Emir Abdullah Wagishauser
  4. Das Motto „Love for All, Hatred for None“ erwähnte Mirza Nasir Ahmad in seiner Rede zur Grundsteinlegung der Bascharat-Moschee in Spanien auf englisch. Siehe „Pathway to Paradise“, Kapitel 7
  5. Biographie – Mirza Bashir-ud-Din Mahmood Ahmad, Khalifatul Massih II
  6. Rabwah Teachers Gallery
  7. Jamia Ahmadiyya Canada, Jamia Ahmadiyya Canada
  8. Jamia Ahmadiyya UK
  9. AMJ: Deutsches Ahmadiyya Bulletin, August 2006, S. 19
  10. a b AMJ: Deutsches Ahmadiyya Bulletin, November 2006, S. 35
  11. AMJ: Deutsches Ahmadiyya Bulletin, Februar 2006, S. 26
  12. AMJ: A Brief History of Ahmadiyya Movement in Islam, Seite 72
  13. Ansprache des Kalifen zu Waqf-e-Jadid am 5. Januar 1957, Freitagsansprache Haider Ali Zafar vom 12. Dezember 2003. Quelle: Deutsches Ahmadiyya Bulletin, Dezember 2006, S. 20
  14. Der Kalif forderte in der Freitagsansprache am 7. Januar 2005 die Ahmadi-Mütter dazu auf, ihre Kinder in dem Waqf-e-Jadid einzuschreiben. Quelle: Deutsches Ahmadiyya Bulletin, Juli/August 2005, Seite 29
  15. AMJ: Introduction to Department of Waqf-e-Nau
  16. IASV - Islamische Ahmadiyya Studenten Vereinigung e.V., abgelesen am 31. Mai 2008
  17. Handelsregister: Vereinsregisterauszug Frankfurt/Main VR 11863
  18. Humanity First Deutschland e.V.
  19. Handelsregister: „Humanity First Deutschland e.V.“, Vereinsregisterauszug Frankfurt/Main VR 11185
  20. Die Fitrana ist schon für Neugeborene zu zahlen. Quelle: Ahmadiyya Muslim Bulletin, Oktober 2006, Seite 15
  21. Quelle: Deutsches Ahmadiyya Bulletin, November 2006, Seite 37/38
  22. Answering-Ahmadiyya.com: Ein Ex-Ahmadi erzählt
  23. Deutsches Ahmadiyya Bulletin, März 2006, S. 14. Die AMJ Deutschland hat versprochen, dem Kalifen 250 000 Euro zu schenken. Ahmadiyya Muslim Bulletin, Oktober 2006, Seite 16
  24. Deutsches Ahmadiyya Bulletin, Dezember 2006, S. 21/22; Januar 2007, S. 19; Sonderausgabe 2005
  25. AMJ: Policy Governing Internet, Websites und E-Mail, Stand: Juli 2004
  26. Ahmadiyya-Jugend: Schweinefleisch macht schwul, Berliner Morgenpost am 12. April 2007
  27. AMJ: Glücksschwein oder arme Sau? Warum auch Nicht-Muslime auf Schweinefleisch verzichten sollten, Jugend Journal der Jamaat, Nr. 26, Frühjahr 2005
  28. AMJ: Khuddam-ul Ahmadiyya Deutschland, IASV – Islamische Ahmadiyya Studenten Vereinigung Deutschland
  29. AAIIL: True Conception of the Ahmadiyya Movement, Seite 44f
  30. Koran – Der Heilige Qur-ân, Verlag der Islam, 1996, ISBN 978-3-921458-00-6
  31. AMJ: 100-Moschee-Plan
    Evangelische Informationsstelle: Ahmadiyya-Bewegung – Das 100-Moscheen-Projekt
  32. „Revelation, Rationality, Knowledge & Truth“, Kapitel 7: „Future of Revelation“, Islam International Publications Ltd., ISBN 978-1-85372-640-8
    „Truth about Ahmadiyya“, Kapitel 8: „Reflection of all the Prophets“
  33. A Life Sketch of the Promised Messiah
  34. „Da die Epoche der Vorherrschaft des Glaubens an die Kreuzigung Christi vorbei ist und die Welt ihr Gesicht geändert hat, so wird dieser Glaube den Weisen verleidet sein, und bevor drei Jahrhunderte vergangen sind, werden alle, die auf Jesus warten, die Muslime und die Christen, verzweifelt und mißtrauisch diesen Glauben aufgeben. Es wird in dieser Welt nur eine Religion geben und nur einen Propheten, der uns leitet.“, Mirza Ghulam Ahmad, Tazkirah, Seite 462-463

Siehe auch

 Wiktionary: Ahmadiyya – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
weitere Weblinks siehe: Ahmadiyya Weblinks