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Audoin

Dieser Artikel befasst sich mit dem Langobardenkönig. Für den gleichnamigen Heiligen siehe: Ouen (Heiliger).

Audoin († um 560) war von ca. 545- bis ca. 560 König der Langobarden.

Audoin aus dem Geschlecht der Gausen war zunächst nach dem Tod König Wachos (um 540) Regent für den unmündigen König Walthari aus dem Geschlecht der Lethinger. Um 545 beseitigte Audoin den jungen Walthari und erklärte sich selbst zum König. Gegen ihn erhob Hildigis aus der Gausen-Dynastie erfolglos Thronansprüche. Während das Byzantinische Reich unter Justinian I. in Italien noch mit dem Krieg gegen die Ostgoten beschäftigt war, bedeutete es für Byzanz eine gewisse Entlastung, als die Langobarden daran gingen, die Gepiden, die seit längerem einen Unruheherd an der Donau darstellten, in Schach zu halten. Audoin heiratete Rodelinde, eine Tochter des Thüringerkönigs Herminafried, die mütterlicherseits mit Theoderich dem Großen verwandt war, sodass sich sowohl die Ostgoten als auch die Franken Audoin gegenüber entfremdeten, von dem sie Thronansprüche in Italien bzw. Thüringen befürchteten. 547 brach schließlich der Krieg mit den Gepiden offen aus, wobei die Langobarden durch byzantinische Hilfstruppen unterstützt wurden. Angesichts dieser Übermacht willigte der Gepidenkönig Thurisind in einen Waffenstillstand ein. Dennoch kam es 552 erneut zu Feindseligkeiten, wobei die Langobarden die Gepiden in der Schlacht auf dem Alsfeld besiegten, woraufhin Justinian I. einen Friedensschluss vermittelte. Nunmehr war Audoin bestrebt, die Beziehungen zu den Franken zu verbessern und verheiratete seinen Sohn Alboin mit einer Tochter Chlothars I.. Um 560 starb Audoin. Sein Nachfolger wurde Alboin.

Personendaten
Audoin
Herrscher der Langobarden
um 560