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Unterschwaningen

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 49° 4′ N, 10° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Verwaltungsge-
meinschaft:
Hesselberg
Höhe: 442 m ü. NN
Fläche: 18,57 km²
Einwohner: 892 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91743
Vorwahl: 09836
Kfz-Kennzeichen: AN
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 208
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Hauptstr. 11
91743 Unterschwaningen
Webpräsenz:
www.unterschwaningen.de
Bürgermeister: Friedrich Walter

Unterschwaningen ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Ansbach und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hesselberg mit Sitz in Ehingen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Gemeinde Unterschwaningen liegt zwischen den Städten Gunzenhausen und Wassertrüdingen zwischen den Tälern der oberen Altmühl und der oberen Wörnitz. Das Gemeindegebiet grenzt an die Gemeinden (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Arberg, Gunzenhausen, Wassertrüdingen und Ehingen. Der zum „Fränkischen Seenland“ gehörende Dennenloher See liegt auf dem Gemeindegebiet, der Altmühlsee ist ca. 12 km entfernt. Den Hintergrund des Ortsbildes säumt der nahe Hesselberg.

Ortsteile

Geschichte

Als im Jahre 260 n. Chr. die Alemannen, ein westgermanischer Stamm aus dem Elbgebiet, die Macht über das Gebiet um den Limes von den Römern erkämpften, teilten Sie sich in Schwaben, Deutsch-Schweizer und Elsässer. In dieser Zeit gründete wohl ein Teil von ihnen Unterschwaningen. Hierauf ist auch die Endung "-ingen" des Ortsnamens zurückzuführen. Der Name hat aber nichts, wie man aufgrund des Wappentieres vermuten könnte, mit einem Schwan zu tun. Er stammt auch nicht vom altenglischen Wort "swan", das junger Mann, Knecht oder Hirte bedeutet. Sondern wahrscheinlich von Sweno, dem Urahn eines fränkischen Rittergeschlechtes. Eine alemannische Urkunde von 920 n. Chr. berichtet von einem Ort namens Sweininga der in dieser Gegend lag. In einer weiteren Urkunde von 1053 wird von Heinrick Sweininga erzählt, dessen Rittergeschlecht ein Wasserschloss und Unterschwaningen besaß. Während deren Herrschaftszeit wurde 1388 die erste Unterschwaninger Kirche durch einen eichstätter Bischof geweiht.

Das Adelsgeschlecht der Sweininger starb 1455 mit Hans von Sweiningen aus. Bereits 1429 verkaufte aber Conrad von Sweiningen die Besitztümer von Unterschwaningen an seinen Schwager Conrad von Holzingen. In den folgenden Jahrzehnten wechselte das Gut mehrmals den Besitzer. 1487 verkaufte Sigmund von Holzingen das Rittergut seinem Schwiegersohn Hans von Gundolsheim, dieser übertrug es 1511 als Lehen dem Markgraf von Ansbach. Damit kamen die Ansbacher Markgrafen das erste Mal in Kontakt mit Unterschwaningen. 1517 bekommt der Ritter Ernst von Rechenberg Schloss und Gut übertragen. Im Jahre 1543 bekam Unterschwaningen die folgen der Reformation zu spüren und wurde so in den protestantischen Glauben übergeführt. Da der letzte Besitzer Conrad von Rechenberg 1583 kinderlos starb fielen die Besitzungen wieder an den Lehnsherren zurück. Jetzt lag Unterschwaningen wieder im direkten Zuständigkeitsbereich von Markgraf Georg Friedrich, der dem Gericht von Unterschwaningen 1599 das bis heute erhaltene Gemeindewappen verlieh.

Unter der Herrschaft von Markgraf Joachim Ernst erwirbt 1603 der Kriegsobrist und Geheimrat Johann Philipp Fuchs von Bimbach mit allen Rechten das Lehen Unterschwaningen. Es war jedoch ein Kauf auf Abbruch, das alte Wasserschloss war baufällig, unansehnlich und unmodern geworden. Der neue Besitzer war wohlhabend und konnte für den Bau eines neuen Schlosses an gleicher Stelle den Baumeister Blasius Berwart d.J. gewinnen. Als das Schloss mit wehrhaftem Charakter 1620 fertiggestellt wurde, hätte sich sein Besitzer daran freuen können, aber er hatte andere Pläne.

So trat er während des Dreißigjährigen Krieges, der damals über dem deutschen Land lag, in die Armee von Christian IV. von Dänemark ein. Für diesen Verrat wurde er vom deutschen Kaiser Ferdinand II. in die Reichsacht gestellt und für vogelfrei erklärt. Im August 1626 wurde die dänische Armee bei Lutter am Barenberge von den vereinigten Truppen Tilly und Wallensteins geschlagen. Johann Philipp Fuchs von Bimbach fand am 27. August 1626 als dänischer General den Tod.

Nun fiel der Besitz des Geächteten dem Kaiser zu, dieser übergab Schloss und Gut des Verstorbenen an dessen katholischen Vetter Hans Karl von Bimbach. 1628 ließ er den katholischen Glauben wieder einführen. Aber bald darauf endete seine Herrschaft. Finanziell abgefunden, übergab er 1630 Unterschwaningen an den Markgrafen von Ansbach. Im Jahre 1634 zogen nach der Schlacht bei Nördlingen schwedische Truppen in Unterschwaningen ein. Katholische Pfarrer, Lehrer und Gemeindeglieder wurden vertrieben und sämtliche Pfarrregister verbrannt, danach brandschatzten die Truppen den Ort. Als sie ihn verließen, waren neben dem Schloss nur noch vier Häuser verschont geblieben. Als Folge dieser Ereignisse wurde kurz darauf der evangelische Glaube erneut eingeführt.

Nun wurde es lange still um Unterschwaningen. Erst als die Markgräfin Christiane Charlotte 1712 dem Erbprinzen Karl Wilhelm Friedrich am ansbachischen Markgrafenhof das Leben schenkte, hatte die Stagnation ein Ende. Aus Freude über diese Geburt schenkte der Markgraf seiner Frau das Schloss auf Lebenszeit. Ihr war das Schloss allerdings zu altmodisch, zu unbequem und zu nüchtern. Vor allem fehlten die zierlichen Gärten, die gerade jetzt in Mode kamen. So beauftragte Sie den Oberbaudirektor Carl Friedrich von Zocha, den Umbau zu leiten. Das neue Schloss wurde um 1719 fertiggestellt. Jetzt war westlich des alten Schlosses ein mehrflügliger Gebäudekomplex im Stil der französischen Renaissancearchitektur entstanden, der überwiegend als Wirtschaftsgebäude genutzt wurde.

Im Mai 1729 heiratete ihr einziger Sohn Karl Wilhelm Friedrich im Alter von 17 Jahren die 2 Jahre jüngere Friederike Luise von Preußen. In Berlin geboren, war sie die Tochter von Friedrich Wilhelm I., der später auch als Soldatenkönig bekannt wurde. Am 8. April 1733 schenkte Friederike Luise dem Erbprinzen Karl Friedrich August das Leben und bekam bereits einen Tag später das Amt Unterschwaningen als Lehnssitz übertragen. Tatkräftig und kunstverständig stattete sie das graue Schloss mit kostbarem Rokokoprunk aus. Danach erstreckte sich an der Südostseite ein Lustgarten und Park, der nach französischem Muster angelegt wurde. Sie ließ außerdem einen künstlichen Wasserlauf errichten, der sich an den Garten anschloss und nach einer Länge von ca. einem Kilometer hinter einer geschwungenen Brücke endete. Am Südostende war der Kanal zu einem kleinen See erweitert, in dessen Mitte sich eine Insel mit Glaspavillon erhob.

Künstlicher Wasserlauf mit Kirche im Hintergrund

Im Jahre 1734 ging der übermütige und gewalttätige Markgraf (weshalb er auch der Wilde Markgraf genannt wurde) mit der bürgerlichen Elisabeth Wünsch die Ehe zur linken Hand ein. Im Laufe der Zeit gingen aus dieser Beziehung vier Kinder hervor. Deshalb gilt Elisabeth Wünsch als Stammmutter der Freiherren von Falkenhausen auf Gut Wald bei Gunzenhausen.

Am 8. Mai 1737 starb der Sohn von Friederike Luise. Der Markgraf und die ansbachische Hofgesellschaft gaben ihr die Schuld daran, deshalb wurde sie unter Anführung des Marschalls von Seckendorf nach Unterschwaningen in die Verbannung geschickt.

Auf Wunsch der Markgräfin sollte die baufällige gotische Ortskapelle durch ein neues Gotteshaus ersetzt werden. Als geeigneten Bauplatz befand man den höchsten Punkt Unterschwaningens. Nachdem der vormalige Besitzer gewichen war, konnte der Grundstein im September 1738 gelegt werden. Der Bau, der von Schlossbaumeister Leopoldo Retti geleitet wurde, ging schnell voran. Bereits 1739 war das Kirchenschiff fertiggestellt worden. Zwischenzeitlich brach der Siebenjährige Krieg gegen Österreich aus und so verzögerten sich die Arbeiten am Turm. Deshalb konnte die Weihe erst am 9. Mai 1743 gefeiert werden. An der Stelle eines ruinösen Gebäudes wurde darüber hinaus ein Pfarrhaus, im Stil des Barock, 1753 fertiggestellt.

Zu dieser Zeit starb auch der Markgraf, aber Friederike Luise verblieb in Unterschwaningen, bis sie am 4. Februar 1784 an einer Lungenentzündung starb. Jedoch sollte das Schloss nicht lange ohne Herrin bleiben. Im Juni des selben Jahres schenkte der letzte Markgraf Christian Friedrich Karl Alexander seiner Frau Friederika Carolina das Schloss und Amt. Die kränkliche Markgräfin verstarb bereits am 18. Februar 1791 im Alter von 55 Jahren. Der Markgraf verkaufte die Liegenschaften in Unterschwaningen an seinen Vetter, den König Friedrich Wilhelm III., bevor er mit seiner Geliebten, Lady Graven, nach England auswanderte.

Die Säle des Schlosses blieben unbenutzt, die große Bibliothek, deren Werke Friederike Luise gesammelt hatte, bekam die Universität Erlangen, sonstige wertvolle Gegenstände wurden in die Ansbacher Residenz gebracht. Was zurückblieb, wurde gestohlen oder vernichtet.

Aber das Schloss sollte nochmals für kurze Zeit adelige Bewohner bekommen. 1795 zogen 63 Flüchtlinge, die vor den Wirren der tobenden Französischen Revolution flohen, in die Räume. Erst der Friede von Lunéville 1801 brachte dem Land wieder Ruhe. 1802 kehrten die Flüchtlinge und der Fürst von Oettingen-Wallerstein, der ebenfalls vor den französischen Truppen Schutz suchte, in ihre Heimat zurück.

Innenhof mit Rathaus

Im Jahr 1806 fiel Franken und alle preußischen Besitztümer an das neue Königreich Bayern. Da sich das Königreich weigerte für den weiteren Unterhalt des Schlosses aufzukommen wurden 1807 sämtliche Liegenschaften mit Ausnahme von Wald, Park und Schloss versteigert. Nach vergeblichen Versuchen in Teilen des Schlosses einen Kornspeicher und ein königliches Rentamt einzurichten, wurden 1811 die restlichen Gebäude verkauft. Der neue Besitzer, der Sekretär Wirtmann aus Ansbach, ließ das Ballgebäude und die Verbindungstrakte der hufeisenförmig angeordneten Eckpavillons abreißen. Die vier Eckpavillons eigneten sich zu Wohnzwecken und entgingen so der Zerstörung. Aus den kunstvollen Parkanlagen wurden Wiesen und Felder, der Kanal diente einer nahen Mühle als Wasserspeicher. In die ehemaligen Wirtschaftsgebäude zogen später eine Brauerei, Schule, Kindergarten und Gemeindekanzlei ein.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Unterschwaningen hat (ohne Bürgermeister) 8 Mitglieder.

Freie Wähler Wählergruppe "Ortsteile Gesamt
2002 5 3 8 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 3. März 2002)

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: Geviert von Silber und Schwarz, überdeckt mit einem schreitenden, rot bewehrten silbernen Schwan mit ausgebreiteten Flügeln.


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