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Kanalraster

Mit Kanalraster (Kanalbandbreite) wird in der Funktechnik der Abstand zwischen benachbarten Kanälen in einem Frequenzband bezeichnet. Innerhalb eines Frequenzbandes sind die Kanäle gleich breit.

Inhaltsverzeichnis

Ultrakurzwelle Band II

UKW Band II (Hörfunk) Frequenzbereich in Deutschland 87,5 - 108 MHz. 300 kHz Kanalraster bei am gleichen Ort empfangbaren Sendern. Abstand der Sendefrequenzen ansonsten im Raster von 100 kHz.

Fernsehfunk

In Deutschland und Westeuropa liegen die Kanäle in den Bändern VHF Band I (Kanal 2 bis 4, Abstand 7 MHz) und Band III (Kanal 5 bis 12, Abstand 7 MHz) sowie UHF Band IV und V (Kanal 21 bis 69, Abstand 8 MHz). Siehe hierzu Frequenzen der Fernsehkanäle

Flugfunk

Bis vor einigen Jahren war im Flugfunk (Sprechfunk) der Abstand zwischen zwei benachbarten Frequenzen (Kanalraster) 25 kHz (also 0,025 MHz). Der Sprechfunk hat im Flugverkehr den Frequenzbereich 117,975 MHz bis 137,000 MHz.

Beispielsweise ergeben sich folgende mögliche Frequenzen:

Diese Frequenzen sind auf den Flugplatzkarten und Flugkarten veröffentlicht, bzw. werden sie von der Flugsicherung zugewiesen. Bei der Frequenzzuweisung über Funk wird die letzte Stelle nicht mit angesagt, weil sie sich von selbst versteht. Beispiel: "Rufen Sie den Tower auf 118.32".

Die Zunahme des Flugverkehrs erforderte eine Kapazitätserhöhung im Flugverkehrsmanagement. Um die für den Flugfunk verfügbaren Frequenzen zu vervielfachen, wurde seit 1999 im europäischen Luftraum das 8,33 kHz Kanalraster im Luftraum oberhalb Flugfläche 245 (24.500 Fuß = ca. 8 km) verbindlich eingeführt. Dazu benötigten die Flugzeuge (hauptsächlich hochfliegende Airliner) entsprechende neue Funkgeräte (minimum zwei je Flugzeug).

Im unteren Luftraum bleibt es zunächst beim herkömmlichen 25 kHz Kanalraster. Ausnahmen von der Ausrüstungspflicht für 8,33 kHz können nur für den individuellen Flug, nicht aber für das Flugzeug selber beantragt werden. Zuständig für die Erteilung von Ausnahmen ist die Flugsicherung.

Im Flugplan ist im Feld 10 der Buchstabe Y einzutragen, wenn Funkgeräte mit einem 8,33 kHz Kanalraster vorhanden sind. Wenn keine entsprechenden Funkgeräte vorhanden sind, aber eine Ausnahmegenehmigung vorliegt, dann ist STS/EXM833 einzutragen.

Ab 2007 soll das 8,33 kHz Kanalraster auch schon oberhalb von FL 195 eingeführt werden, sowie in ausgewählten Terminal Control Areas (TMAs) und Kontrollzonen (CTRs).

Ab 2009 soll für bestimmte Lufträume auch das 8,33 kHz Kanalraster eingeführt werden.

Betriebsfunk

Im Betriebsfunk beträgt das Kanalraster 20 kHz. Man spricht vom ungeraden Raster, weil die Frequenzen alle mit 10, 30, 50, 70 oder 90 kHz enden. Bsp 150,250; 150,270; 150,290 MHz.

BOS-Funk

Im BOS-Funk gibt es kein einheitliches Kanalraster. So hat das 8 m-Band ein gerades 20-er Raster. Die Frequenzen sind also z. B. 34,360; 34,380; 34,400 MHz. Im 4 m-Band gibt es das ungerade 20-er Raster mit 5-er Endung. Z. B. 74,215; 74,235; 74,255 MHZ. Im 2 m-Band gibt es sowohl das ungerade als auch das gerade 20-er Raster. Bsp. 165,210; 165,230; 165,250 MHz und 167,560; 167,580; 167,600 MHz. Im 70 cm-Band gilt das 12,5 kHz-Raster, also 443,6000; 443,6125; 443,6250 MHz usw.

Seefunk

Auch im UKW-Seefunk gibt es kein einheitliches Raster, die Kanalabstände sind zwar stets 50 kHz zwischen zwei folgenden Kanalnummern, jedoch befinden sich teilweise zwei unterschiedliche Kanäle auf benachbarten Frequenzen auch im Abstand von nur 25 kHz. Bsp.: Kanal 60: 156,025 MHz Kanal 1: 156,050 MHz Kanal 61: 156,075 MHz Kanal 2: 156,100 MHz Diese zerhackte Kanalzuteilung ist historisch bedingt, als die höheren Kanäle erst später zugeteilt wurden und einfach zwischen die bestehenden zwischengeschoben wurden.

Amateurfunk

Auch im Amateurfunk gibt es kein einheitliches - sofern überhaupt vorhanden - Kanalraster. Bedingt durch die schmalbandingen Betriebsarten wie CW und SSB auf Kurzwelle und die in der Regel durchgehend abstimmbaren Funkgeräte, ergibt sich keine Notwendigkeit, ein Kanalraster einzuführen. Man sucht sich einfach eine freie Stelle möglichst in der Mitte zwischen zwei benachbarten Stationen um zu senden. Bedingt durch die Bandbreite, die eine Modulationsart belegt, spricht man in diesem Sinne von Kanal, wenn man den belegten Frequenzbereich meint. Bei CW sind das einige 100 Hz, bei SSB ca. 2,7 kHz. Auf höheren Bändern, wo man auch mit breiteren Modulationsarten arbeitet, hat sich eine Empfehlung durchgesetzt, sich an ein "Kanalraster" zu halten, das durch die Bandbreite der Modulationsart diktiert wird. So beträgt das Kanalraster im FM-Bereich von 10 m in der Regel 10 kHz. Im UKW-Bereich, wo PLL-abgestimmte Geräte die Regel sind, wird das Kanalraster durch die Schrittweite der Abstimmung diktiert. Auf 2 m und 70 cm waren somit traditionell 25 kHz als Kanalraster definiert. Bedingt durch eine bessere Ausnutzung der Frequenzen und die Fähigkeiten neuerer Geräte, wurde das Raster im 2 m Band auf heutzutage 12,5 kHz halbiert – was aber oft Probleme aufwirft, da die Bandbreite der meisten Geräte und der Hub nicht an die geringen Kanalabstände angepasst sind. Bei Bändern die noch nicht so lange von Funkamateuren genutzt werden wie das 6-Meter-Band versucht man bei Frequenzmodulation 20 kHz (statt 25 kHz) als Kanalraster einzuführen, als schmalbandige Betriebsart 10 kHz (statt 12,5 kHz), entsprechend wie bei 25/12,5 mit 5 und 2,5 kHz Hub.

Freenet

Im Bereich des Freenet CB-Funks sind nur 6 Frequenzen zugeteilt mit einem Kanalabstand von 12,5 kHz. Die Frequenzen sind somit: 149,0250; 149,0375; 149,0500; 149,0875; 149,100; 149,1125 MHz.