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Tampere

Tampereen kaupunki
Wappen Karte
Basisdaten
Staat: Finnland
Provinz: Westfinnland
Landschaft: Pirkanmaa
Verwaltungsgemeinschaft: Tampere
Geographische Lage 61° 30′ N, 23° 45′ OKoordinaten: 61° 30′ N, 23° 45′ O
Höhe: 76 m
Fläche: 687,98 km²
davon Land: 523,48 km²
Einwohner: 204.385 (2006)
Bevölkerungsdichte: 388 Einwohner je km²
Sprache(n): Finnisch
Website: tampere.fi
Stadtansicht

Tampere [ˈtɑmpɛrɛ] ?/Info/IPA (schwedisch Tammerfors [tamərˈfɔrs]) ist eine Großstadt im südwestlichen Finnland. Sie ist die drittgrößte Stadt des Landes (nach Espoo, welches oft auch zu Helsinki gerechnet wird) und wird wegen ihrer vielseitigen Industrie häufig auch Manchester des Nordens genannt (finnischer Spitzname: Manse). Tampere ist die größte Binnenstadt der Nordischen Länder sowie die größte Stadt der Provinz Westfinnland; Verwaltungssitz dieser Provinz ist jedoch Turku.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Tampere liegt zwischen zwei Seen, dem Näsijärvi und dem Pyhäjärvi. Die Seen haben einen Niveauunterschied von 18 Metern und werden durch die 945 Meter lange Tammerkoski-Stromschnelle verbunden, die als Energiequelle genutzt wird.

Die Stadt befindet sich etwa auf einer Breite mit Söderhamn in Schweden und Lillehammer in Norwegen. Am 21. Juni findet der Sonnenaufgang um 03:41, der Sonnenuntergang um 23:12 statt. Am 22. Dezember hingegen geht die Sonne erst um 09:43 auf und verschwindet um 15:04 wieder hinter dem Horizont. Die Stadt ist Zentrum der Region Pirkanmaa, die auch als Tampere-Region bezeichnet wird.

Entfernungen zu anderen finnischen Städten:

Stadt Entfernung Himmelsrichtung
Helsinki 176 km SSO
Jyväskylä 149 km NO
Kotka 241 km SO
Kuopio 293 km NO
Lahti 126 km SO
Lappeenranta 274 km OSO
Oulu 476 km NNO
Pori 114 km W
Turku 157 km SW
Vaasa 242 km NNW

Ausdehnung des Stadtgebiets

Die Gesamtfläche der Stadt beträgt 690,6 km², davon nehmen 522,7 km² Land- und 167,9 km² Wasserflächen ein. Da große Teile des Stadtgebiets ländlich geprägt sind, liegt die Bevölkerungsdichte nur bei 385 Einwohnern je km².

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind im Westen Nokia und Ylöjärvi, im Süden Pirkkala und Lempäälä sowie im Osten Kangasala und Orivesi. Da sich das Gebiet der Stadt sehr weit nach Norden ausdehnt, grenzen dort Kuru und Ruovesi, deren Ortszentren bereits 70 bis 80 Kilometer von Tamperes Innenstadt entfernt sind, an.

Stadtgliederung

Tampere gliedert sich, vereinfacht gesehen, in sechs Stadtbezirke, und zwar in Keskustan piiri (Stadtzentrum), Läntinen piiri (Westbezirk), Pohjoinen piiri (Nordbezirk), Itäinen piiri (Ostbezirk), Eteläinen piiri (Südbezirk) und Kaakkoinen piiri (Südostbezirk).

Die westlich der Stromschnelle Tammerkoski gelegenen Stadtteile Amuri, Pyynikki, Santalahti und Yläpispala erstrecken sich über den Landrücken Pispala und gehören zum Läntinen piiri, also zum westlichen Bezirk.

Nördlich der Innenstadt befinden sich die Stadtteile Lapinniemi, Lappi sowie Petsamo, und östlich Kauppi, Kaleva, Kissanmaa, und Vuohenoja. Obwohl sie sich nach Norden erstrecken, gehören Kolunkylä, Kämmeniemi und Teisko zum Ostbezirk.

Weiter südlich liegt der Stadtteil Hervanta, der zum Kaakkoinen piiri gehört. Zum Eteläinen piiri gehören Härmälä, Hatanpää, Järvensivu, Nekala und Viinikka.

Klima

Im Januar 2003 lag die Durchschnittstemperatur bei -11,4 °C, die Höchsttemperatur bei +4,8 °C und die Tiefsttemperatur bei -32 °C. Im Juli 2003 erhöhte sich die durchschnittliche Temperatur auf +20,2 °C, wobei das Quecksilber eine Höchsttemperatur von +30,6 °C sowie eine Tiefsttemperatur von +8,8 °C erreichte. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge lag im Jahr 2002 bei 500 mm.

Geschichte

Bereits um 1000 n.Chr. war die Region besiedelt. Ab dem 15. Jahrhundert gab es Gutshöfe und Mühlen, im 17. Jahrhundert wurde erstmals ein Marktplatz genannt.

Am 1. Oktober 1779 wurde die heutige Stadt als Nahtstelle zwischen Süd- und Mittelfinnland vom schwedischen König Gustav III. gegründet. Ziel war es, eine neue Handels- und Fabrikstadt zu errichten. Bereits wenige Jahre später, 1783, siedelte hier die erste finnische Papierfabrik, und 1820 gründete der Schotte James Finlayson eine Baumwollfabrik an den damals noch ungenutzten Stromschnellen zwischen Näsijärvi und Pyhäjärvi, die Grundstein für die spätere Textilindustrie wurde und in deren umgebauten Backsteinfabrikhallen sich heute einige Museen, Cafés und ein Kino befinden. Schon im 19. Jahrhundert war Tampere das finnische Innovationszentrum schlechthin. So nahm 1842 die erste finnische Papiermaschine in der Fabrik J. C. Freckell & Son. ihre Produktion auf, und 1882 wurden bei Finlayson die ersten Glühbirnen Skandinaviens hergestellt.

Die erste Eisenbahnstrecke erreichte Tampere am 22. Juni 1876 aus Richtung Hämeenlinna. Am 29. September 1883 folgte eine Verbindung über Orivesi nach Vaasa und am 4. November 1895 nach Pori.

1865 wütete in Tampere ein Stadtbrand, der das Wachstum jedoch nicht aufhalten konnte. Als Folge der starken Industrialisierung war dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts Tampere das finnische Zentrum der Arbeiterbewegung. 1905 und 1906 nahm hier Lenin an Konferenzen der Bolschewiki teil.

Tampere war eine der strategisch wichtigen Städte während des Finnischen Bürgerkriegs (28. Januar bis 15. Mai 1918). Am 6. April nahm die Weiße Armee bei der Einnahme der Stadt etwa 10.000 Soldaten der Roten Armee gefangen.

1923 wurde Tampere Bischofssitz. In den 1960er Jahren begann der Niedergang der Textilindustrie, die den Anforderungen des Weltmarktes nicht mehr gewachsen war. Ab etwa 1970 wurden die alten Fabriken allmählich stillgelegt und für andere Zwecke genutzt.

Eingemeindungen

1947 wurden Messukylä, 1950 Lielahti, 1966 Aitolahti und schließlich 1972 Teisko eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

Interessant ist, dass die Stadt trotz der wirtschaftlichen Umstrukturierung in den 1970er Jahren nie von Abwanderung und einem daraus resultierenden Bevölkerungsrückgang betroffen war, wie das in jener Zeit beispielsweise bei den ähnlich stark industrialisierten Städten des Ruhrgebiets typisch war.

Dennoch gibt es zwei Phasen in der Geschichte der Stadt, die das Wachstum zumindest hemmten. Neben der erwähnten Zeit der wirtschaftlichen Umstrukturierung wären das die Jahre der Revolution und des Bürgerkriegs.

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1820 bis 1904

  • 1820 – 1.000
  • 1850 – 4.000
  • 1876 – 12.100
  • 1881 – 13.800
  • 1886 – 16.100
  • 1889 – 18.100
  • 1891 – 20.500
  • 1896 – 26.700
  • 1900 – 34.100
  • 1904 – 40.261

1910 bis 1987

  • 1910 – 45.100
  • 1915 – 45.200
  • 1926 – 51.700
  • 1941 – 81.000
  • 1960 – 132.673
  • 1970 – 158.380
  • 1975 – 166.338
  • 1978 – 165.519
  • 1980 – 166.228
  • 1983 – 167.344
  • 1985 – 169.026
  • 1987 – 170.533

1990 bis 2003

  • 1990 – 172.560
  • 1993 – 176.149
  • 1995 – 182.742
  • 1996 – 186.026
  • 1997 – 188.726
  • 1998 – 191.254
  • 1999 – 193.174
  • 2000 – 195.468
  • 2001 – 197.774
  • 2002 – 199.823
  • 2003 – 200.980
  • 2004 – 202.932

Gilt nur für die Einwohner innerhalb der Stadtgrenzen. In der städtischen Siedlung Tampere wohnen 281.092 Einwohner (Schätzung für den 1. Januar 2005).

Von den 199.823 Einwohnern am 31. Dezember 2002 waren 104.540 (52,3 %) Einwohner weiblich und 95.283 (47,7 %) männlich. Lediglich 990 Einwohner, das entsprach einem Anteil von 0,5 % an der Gesamtbevölkerung, waren schwedischsprachig.

Bevölkerungsgruppe Anteil (1980) Anteil (2002) Anteil (2020)
0–15 Jahre 20 % 16 % 16 %
16–64 Jahre 67 % 69 % 64 %
über 64 Jahre 13 % 15 % 20 %

Die natürliche Bevölkerungsentwicklung wies im Jahre 2002 einen Geburtenüberschuss von 215 Einwohnern auf. Auch der Wanderungssaldo war mit 1.445 Einwohnern positiv. Diese Entwicklung ist auf die in Finnland weiterhin anhaltende Urbanisierung zurückzuführen. Ein Vergleich mit der Entwicklung in anderen Groß- und Mittelstädten des Landes befindet sich in der Liste der Städte in Finnland.

Nach Schätzungen wird Tampere im Jahre 2020 229.000 Einwohner haben.

Politik

Unter finnischer Präsidentschaft fand am 15. und 16. Oktober 1999 in Tampere ein Sondergipfel der EU zum Bereich „Justiz und Inneres“ statt. Zentrales Thema war die Asyl- und Migrationspolitik.

Stadtrat

Partei Stimmen Sitze* Sitze**
Konservative 28,5 % 19 20
Sozialdemokraten 23,7 % 16 17
Linker Flügel 15,1 % 10 9
Grüne 11,9 % 8 8
Die Unabhängigen 8,9 % 6 5
Zentrumspartei 5,2 % 3 3
Christliche Liga 4,2 % 3 3
Kommunisten 1,7 % 1 1
Schwedische Volkspartei 0,6 % 1 1
Andere 0,2 %

Zusammensetzung für den Zeitraum von 2001 bis 2004:

Der Stadtrat ist die höchste Entscheidungsinstanz in Tampere. Die 67 Abgeordneten werden auf vier Jahre gewählt. Die letzte Wahl fand bei einer Wahlbeteiligung von 53,6 % im Oktober 2000 statt. Vorsitzende des Stadtrats war 2003 Frau Sirkka Merikoski (Sozialdemokraten).

Bemerkenswert war bei der Wahl von 2000 der Wiedereinzug der Kommunisten in den Stadtrat. Das Ergebnis von 1,7 % wurde allerdings von dem 7 %-Ergebnis in der Nachbarstadt Nokia in den Schatten gestellt.

Anmerkungen zur rechten Tabelle:

* gewählt

** Stand: 31. Dezember 2002

Städtepartnerschaften

Tampere unterhält seit 1960 mit Essen, seit 1961 eine Städtepartnerschaft mit Chemnitz und seit 1995 mit dem österreichischen Linz sowie mit Olomouc in Tschechien.

Die Städtepartnerschaften mit den beiden deutschen Städten wurden nicht wahllos geknüpft: sowohl Essen als auch Chemnitz zeigen in ihrer industriellen Entwicklung Parallelen zu Tampere auf.

Weitere Partnerstädte sind:

Wirtschaft und Infrastruktur

Die einstigen Hauptindustriezweige, namentlich die Textil-, Schuh-, Leder-, Papier- und Holzindustrie, sind bis heute weitestgehend durch „Zukunftsindustrien“ verdrängt worden. Die meisten industriell Beschäftigten gab es 2001 mit 9.828 Personen (51,9 %) in der Metall- und Elektroindustrie.

Zwischen 1980 und 2001 ging der Anteil der in der Industrie beschäftigten Personen von 42,1 % auf 27,1 % zurück, während der Dienstleistungssektor mit 70,9 % gegenüber 53,9 % im Jahre 1980 auf dem Vormarsch war.

Sehr nachteilig ist die Entwicklung der Arbeitslosenquote verlaufen. Während sie 1970 nur 1,5 % betrug, lag sie auch nach Überwindung der Wirtschaftskrise Anfang der 1990er im Jahr 2001 mit 13,7 % noch über dem finnischen Gesamtdurchschnitt (9,2 %).

Verkehr

Neben Helsinki ist Tampere der wichtigste Verkehrsknotenpunkt Finnlands. Die PKW-Dichte lag 2002 bei 381 Kraftfahrzeugen je 1.000 Einwohner.

Im Oktober 2000 wurde das letzte Teilstück der Autobahn nach Helsinki fertiggestellt. Diese Autobahn gehört zur Europastraße 12, in die in Tampere die Europastraße 63 aus Richtung Nordostfinnland einmündet.

Blick auf den Pyhäjärvi-Hafen (Laukontori)

Tampere besitzt zwei Häfen, einen am Pyhäjärvi und einen am Näsijärvi. Die Tammerkoski-Stromschnelle selbst ist nicht schiffbar, deswegen beginnt und endet auch am Pyhäjärvi-Hafen die Silberlinie sowie am Näsijärvi-Hafen der Dichterweg.

Südwestlich der Stadt, bei Pirkkala, befindet sich der Flughafen Tampere-Pirkkala, von dem auch eine Ryanair-Verbindung nach Frankfurt-Hahn und Bremen besteht. Weitere Fluggesellschaften, die den Flughafen anfliegen, sind Finnair und die SAS-Tochtergesellschaft Blue1.

Die schnellsten landgebundenen Verbindungen nach Helsinki werden mit weniger als anderthalb Stunden durch die von der VR betriebenen Züge vom Typ Sm3 angeboten. Dabei handelt es sich um fahrplanmäßig bis zu 200 km/h schnelle Pendolinozüge. Der Bahnhof von Tampere verfügt über eine Verladestelle[2] für Autoreisezüge. Einen Güterbahnhof gibt es in Viinikka.

Der Stadtbereich selbst wird von einem dichten Stadtbusnetz mit 27 Linien und einer Gesamtlänge von 370,5 Kilometern erschlossen. 2002 wurden 160 Stadtbusse unterhalten. Überlandbusse fahren fast alle finnischen Städte an. Sie beginnen und enden am Busbahnhof (linja-autoasema), der südwestlich vom Bahnhof liegt. Eine Straßenbahn existiert nicht, jedoch wird der Bau einer neuen Stadtbahn untersucht (Eröffnung der ersten Stufe möglicherweise 2015). Das 342 Millionen Euro teure Bahnprojekt würde im Endausbau ein 56,7 Kilometer langes Netz umfassen, von denen 2,7 Kilometer Tunnelstrecken wären. Als Spurweite ist die in Finnland übliche Breitspur von 1.524 Millimetern vorgesehen. Das Stromsystem würde eine Kombination aus 25 kV Wechselspannung und 750 V Gleichspannung sein.

Ansässige Unternehmen

Tampere ist heute Sitz mehrerer High-Tech-Betriebe. Einige von ihnen haben sich ganz der Tradition verschrieben und in den einstigen Finlayson-Fabrikhallen einquartiert. Zu nennen wäre da beispielsweise das Unternehmen Media Tampere, das eine neuartige Sauna mit eigenem Internetzugang entwickelt. Daneben sind in Tampere auch Unternehmen zu finden, welche in den klassischen Industriezweigen tätig sind. Zu nennen wäre hier zum Beispiel die M-real-Papierfabrik im Zentrum der Stadt.

Medien

Zu Beginn der 1920er Jahre wurde die erste finnische Radiosendung in Tampere ausgestrahlt. Heute ist die Stadt Standort des Zweiten Fernsehprogrammes.

Die auflagenstärkste Tageszeitung der Stadt ist das Aamulehti.

Bildung

Im Schuljahr 2002/2003 gab es 57 Volksschulen und zehn Gymnasien.

Tampere verfügt über zwei Universitäten, die je 10.000 Studenten haben. Neben der 1925 gegründeten Universität Tampere an der Südostseite des Bahnhofs befindet sich im Stadtteil Hervanta die Technische Universität Tampere. Hervanta selbst ist eine typische Satellitenstadt mit 11.000 Wohnungen. Von den etwa 26.000 Einwohnern sind 4.500 Einwohner Studenten. Der bekannteste Wohnkomplex in Hervanta ist das „Mikontalo“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Das berühmteste Freilichttheater Finnlands befindet sich im Pyynikki-Park (siehe Parks). Es besitzt eine drehbare Tribüne, die sich immer parallel zu einer Szene dreht.

Die beiden bedeutendsten Theater der Stadt sind jedoch das Stadttheater, auch als TT-Theater bekannt, sowie das TTT-Theater. Beide Einrichtungen verfügen über drei Bühnen und bieten sowohl internationale Klassiker als auch lokale Uraufführungen dar. 2004 beging das TT-Theater, ursprünglich ein Arbeitertheater, sein hundertjähriges Jubiläum.

Museen

Nennenswerte Museen sind das Puppen- und Kostümmuseum, das Turn- und Gymnastikmuseum, das Eishockeymuseum sowie das Spionagemuseum. Ein Bild von den Lebensverhältnissen in der alten Arbeiterstadt Tampere vermittelt ein sozialgeschichtliches Museum, in dem die damaligen beengten Wohnverhältnisse anhand eines Häuserblocks dargestellt werden.

Beliebt ist das „Muumilaakso“-Museum, das dem Werk der finnlandschwedischen Künstlerin und Autorin Tove Jansson gewidmet ist.

Neben dem TTT-Theater befindet sich ein Lenin-Museum. In den beiden Räumen, in denen man etwas über sein Leben im allgemeinen sowie über seine Zeit in Finnland im besonderen erfahren kann, hat sich Lenin tatsächlich aufgehalten. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass 1903 Lenin hier erstmals mit Josef Stalin zusammentraf.

Im Särkänniemi-Park (siehe Bauwerke) befindet sich das Sara Hildén Art Museum. Dabei handelt es sich um ein Museum für zeitgenössische Kunst.

Musik

Die Stadt besitzt mit der Tampere-Halle das größte Konzert- und Kongresszentrum Skandinaviens. Sie liegt gegenüber der Universität. Bekanntestes Stück, das in der Tampere-Halle aufgeführt wird, ist die Oper „Die letzten Versuchungen“ von Joonas Kokkonen.

Aus Tampere kommen einige, auch international bekannte, Bands, wie beispielsweise Negative oder Lovex.

Bauwerke

Bemerkenswert ist die schachbrettartige Anlage der Innenstadt (siehe Bild rechts). Die übrigen Stadtteile behielten dieses Muster nicht konsequent bei. Der Entwurf der Innenstadt stammt von dem deutsch-finnischen Architekten Carl Ludwig Engel. Er sah u.a. die breite Esplanade Hämeenpuisto vor, die damals im Notfall die Ausbreitung von Feuer verhindern sollte und heute von vielen über 100 Jahre alten Bäumen gesäumt wird. Die meisten Gebäude der Innenstadt stammen allerdings aus der Zeit nach 1900, wozu beispielsweise auch der Dom von Tampere gehört. Eine Ausnahme stellt dabei die Alte Kirche (Vanha Kirkko) dar. Diese gelbe Holzkirche entstand 1824 im Empirestil. Der vier Jahre später hinzugefügte Glockenturm, dessen Uhr nur einen Zeiger aufweist, geht auf Pläne von Carl Ludwig Engel zurück. Die Kirche steht am Zentralplatz (Keskustori), an dem sich auch das Stadttheater befindet. An der Westseite des Zentralplatzes, der noch bis in 1930er die Funktion des Marktplatzes besaß, befindet sich auch das Rathaus, das heute allerdings nur noch repräsentativen Zwecken dient. Von dem 1890 fertiggestellten Bau herab wurde 1905 das Manifest gegen die russische Unterdrückung verlesen.

Dom von Tampere

Über den Zentralplatz verläuft die Hämeenkatu, die wichtigste Straße und damit die „Lebensader“ der Stadt. Sie beginnt im Westen an der Hämeenpuisto, an der sich auch die 1986 erbaute Stadtbibliothek, die architektonisch der Form des Auerhahns nachempfunden wurde, und die 1881 errichtete Alexander-Kirche (Aleksanderinkirkko) befindet. Ihr östliches Ende findet sich am Bahnhof (asema), der bereits am anderen Ufer des Tammerkoskis liegt. An der Hämeenkatu 13 liegt die 1901 erbaute und unter Denkmalschutz stehende Markthalle Kaupahalli der Stadt. Die Hämeensilta-Brücke, mit deren Hilfe die Hämeenkatu den Tammerkoski überquert, ist mit vier Statuen von Wäinö Aaltonen verziert. Sie stammen von 1929, bilden eine finnische Jungfrau, einen Jäger, einen Händler sowie einen Steuereintreiber nach und stellen damit das früher im Stadtgebiet ausgeübte Gewerbe dar.

Südlich des Zentralplatzes liegt der Laukontori, der Hafen des Pyhäjärvi und heutige Marktplatz. Unmittelbar neben dem Laukontori mündet der Tammerkoski in den Pyhäjärvi. Der Tammerkoski selbst fließt durch zwei Wehre mit sich anschließenden Turbinenhallen. An der nördlichen Schleuse befinden sich die ehemaligen Fabrikhallen von Frenckell, Finlayson (mit der hübschen Finlayson-Kirche) und Tampella.

Der Dom von Tampere (Tuomiokirkko) ist die Kathedrale des Bistums Tampere. Er wurde zwischen den Jahren 1902 und 1907 im Stil der finnischen Nationalromantik gebaut und ist ein blau-grauer Granitbau. Der Dom befindet sich am Rande des Zentrums, nördlich des Bahnhofs. Sehr interessant ist der asymmetrische Außenbau, der die Kirche wie ein Zauberschloss aussehen lässt. Das Altarfresko „Auferstehung“ ist ein Werk von Magnus Enckell, die übrigen Fresken sowie die bunten Fenster stammen von Hugo Simberg.

Noch neueren Datums (1964 bis 1966) ist die Kaleva-Kirche (Liisankatu) im gleichnamigen Stadtteil Kaleva, die als Grundriss das alte christliche Symbol des Fisches hat. Der Betonbau wirkt von außen zwar nicht besonders einladend, jedoch ist der hohe und helle Innenraum sehr beeindruckend.

Eine Touristenattraktion ist der Särkänniemi-Park, der nicht nur über umfangreiche freizeitparkspezifische Einrichtungen verfügt, sondern auch ein Delfinarium, ein Planetarium und einen 173 Meter hohen Turm mit Drehrestaurant (Näsinneula) beherbergt. Er steht auf dem Pispala-Landrücken, am Ufer des Näsijärvi.

Parks

Ufer des Tammerkoskis

Größter Park der Stadt ist der Pyynikki-Park. Er befindet sich im gleichnamigen Stadtteil, im Süden des Pispala-Landrücken, und beherbergt den 30 Meter hohen Pyynikki-Aussichtsturm, der allerdings vom Näsinneula in den Schatten gestellt wird.

Einen beliebten Treffpunkt stellen die Parks am linken und rechten Ufer des Tammerkoskis dar. Sie sind im Sommer mit roter Blumenpracht ausgeschmückt und bieten einen hervorragenden Blick auf den stattlichen Schornstein von 1870 sowie auf die heute noch teilweise als Wasserkraftwerke fungierenden Hallen der früheren Papierfabrik Frenckell.

Im Stadtteil Hatanpää, auf einem in den Pyhäjärvi hineinreichenden Landvorsprung, erstreckt sich ein elf Hektar großes Arboretum. Es besteht aus einer alten Parkanlage eines Gutshofs, einem Park mit etwa 500 Pflanzenarten sowie einem Steingarten. Auch ein Rosengarten, der seine volle Pracht im Spätsommer entfaltet, wurde angelegt.

Sport

Der Sport wird am stärksten durch die zwei Eishockeymannschaften Tappara und Ilves geprägt. Beide haben einen großen Einfluss auf die finnische Eishockeykultur. Sie gelten als die überhaupt erfolgreichsten Mannschaften in Finnland. Auch der Fußball braucht sein Licht nicht unter einen Scheffel zu stellen. So gewann das 1998 gegründete Tampere United in den Jahren 2001 und 2006 die finnische Veikkausliiga. Allerdings findet die Mannschaft international, wie alle übrigen Fußballmannschaften des Landes auch, nur wenig Beachtung. Sie spielt in dem Stadion hinter dem Busbahnhof, gegenüber dem Pyhäjärvi-Hafen. Weiter bedeutende Mannschaften sind die Zweitligisten Tampere PV, PP-70 Tampere und der ehemalige Meister Ilves-Kissat Tampere.

1967 trug Tampere gemeinsam mit Helsinki die Basketball-Europameisterschaft aus, und 1995 war die Stadt Austragungsort der Ruderweltmeisterschaften. In den Jahren 1979 und 2001 wurden in Tampere die Orientierungslaufweltmeisterschaften ausgetragen. Eine Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 1976 blieb hingegen erfolglos.

In Tampere gibt es insgesamt zehn Strandbäder. Am nächsten zum Zentrum liegt das Strandbad am Näsijärvi-Ufer in Onkiniemi, unweit westlich des Särkenniemi-Vergnügungsparks, gefolgt von dem Strandbad am Sommertheater von Pyynikki. Es gibt vier Hallenbäder, davon eines in Hervanta.

2008 war Tampere Gastgeber der Ringer-Europameisterschaften. Im Jahr 2009 wird Tampere das European Youth Olympic Festival organisieren.

Regelmäßige Veranstaltungen

Kulinarische Spezialitäten

Die bekannteste Spezialität in Tampere ist die Schwarzwurst (Mustamakkara), eine Grützwurst mit Blut, die heiß mit Preiselbeermarmelade gegessen wird. Man erhält sie u.a. in der Markthalle, am Hafen des Pyhäjärvi oder auf dem Zentralplatz. Eine weitere lokale Spezialität ist auch das Hefebrot, genannt „riävä“.

Persönlichkeiten

Raimo HelminenVäinö Linna – Kalle Päätalo - Matti Nykänen

Söhne und Töchter der Stadt

Quellenangaben

  1. Geoklima 2.1
  2. Information Autoreisezüge Finnland

Literatur

 Commons: Tampere – Bilder, Videos und Audiodateien