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Vorname

Der Vorname ist der Teil des Namens einer Person, der nicht die Zugehörigkeit zu einer Familie ausdrückt, sondern das Individuum innerhalb der Familie bezeichnet. Eine Person kann mehrere Vornamen haben. Als Rufname bezeichnet man den- oder diejenigen Vornamen, unter denen Personen normalerweise angesprochen werden.

Im anglo-amerikanischen Raum sind Zwischennamen gebräuchlich, die auch Mittelnamen (middle name) genannt werden und meistens mit dem Anfangsbuchstaben abgekürzt werden (middle initials).

Im Deutschen und in anderen europäischen Sprachen bildet der individuelle Name bei den heute allgemein üblichen zweigliedrigen Namen den ersten Namensteil als Vorname, während er beispielsweise im Ungarischen, Vietnamesischen, Chinesischen, Japanischen oder Koreanischen hinter dem Familiennamen steht.

Bei der Auswahl, Anzahl und Klangfarbe der gewählten Vornamen spielt der soziale und familiäre Hintergrund der Eltern eine gewichtige Rolle.

Inhaltsverzeichnis

Funktion

In westlichen Kulturen dient der Vorname innerhalb einer Familie zur Unterscheidung zwischen den Familienmitgliedern (im Unterschied zum Familiennamen, der die Zugehörigkeit zu einer Familie ausdrückt). Keine Seltenheit ist es jedoch, wenn derselbe Vorname nach dem Tode des Kindes für ein Nachgeborenes erneut vergeben wird.

Es gibt Gegenden in Deutschland (z. B. in Thüringen), in denen es durchaus möglich war, zwei oder mehrere, ja alle gleichzeitig lebenden Kinder derselben Familie mit demselben Vornamen taufen zu lassen. Man unterschied dann zwischen „Groß-Hans“ und „Klein-Hans“ usw. Manchmal ist die Gleichnamigkeit nur sekundär oder scheinbar, wenn etwa bei einem Doppelnamen wie „Johann Christoph“ ein Namensteil im praktischen Gebrauch ausfiel oder vergessen wurde und nicht selten bei der Heirat oder beim Tode dieser Person dann ein neuer Doppelname erfunden wurde. Genealogische Nachforschungen werden dadurch erschwert (siehe auch Toter Punkt).

Im Ostfriesischen Raum war es bis in die 1970er-Jahre üblich, dem erstgeborenen Sohn den Namen des Großvaters väterlicherseits zu geben. Dem Großvater seinerseits wurde dann der als ehrenvoll empfundene Zusatz „-Ohm“ gegeben. Beispiel: Großvater: Hinrich, Vater: Harm, Sohn: Hinrich. Aus dem Großvater wurde somit „Hinnerk-Ohm“. Bei weiblichen Namen galt das gleiche, nur wurde hier dem Mädchen der Name der Großmutter gegeben, die Ahnin selbst wurde angesprochen durch den Zusatz „-möh“. Beispiel: Großmutter: Gertje, Mutter: Jantje, Tochter: Gertje. Aus der Großmutter wurde dann „Gerthe-Möh“. Diese Regelung wird aber kaum noch praktiziert.

Soziologisch gesehen gibt es einen Ablauf der Namensgebung, der sich in Wellenform immer wiederholt: Die soziale Oberschicht gibt ihren Kindern Vornamen, die besonders erwählt sind und sie vom einfachen Volk unterscheiden sollen. In den folgenden Jahrzehnten gibt die Unterschicht ihren Kindern auch diese Namen. Dadurch werden diese Namen „gewöhnlich“, und die Oberschicht sieht sich veranlasst, neue Vornamen zu geben oder auf sehr alte und ungebräuchlich gewordene Namen zurückzugreifen oder Doppelnamen zu bilden. Um 1600 begann auf diese Weise die Bildung von Doppel-Vornamen. Als schließlich alle Kinder mehrere Vornamen hatten, begann die Oberschicht wieder, nur einen einzigen Vornamen zu vergeben. So folgt seit Jahrhunderten Modewelle auf Modewelle.

Die Namensgebung spielte im deutschen Sprachraum lange auch eine politische Rolle: Zum einen wurden von den Kirchen christliche und hebräische Namen gefördert (so ließ Johannes Calvin zur Taufe nur biblische Namen zu), zum anderen nahm die Zahl der gebräuchlichen unterschiedlichen Vornamen mit der Zeit ab.

Funktion (erster Teil eines zusammengesetzten Namens) und Bedeutung (Unterscheidungsname zwischen Familienmitgliedern) fallen in westlichen Kulturen zusammen. In vielen asiatischen und afrikanischen Kulturen wird allerdings erst der Familienname und danach der Familienmitgliedsname genannt. Das ist auch im Ungarischen der Fall. Im süddeutschen Sprachraum ist es gängige Praxis in der Umgangssprache. Beispiel: „der Köhlers Werner“ oder auch „der Köhler Werner“. Obwohl der Familienmitgliedsname in diesen Fällen nicht mehr vor dem Familiennamen steht, wird er trotzdem von Mitgliedern westlicher Kulturen Vorname genannt.

In einigen Ländern gibt es zwischen Vornamen und Familiennamen noch den Vatersnamen, wie zum Beispiel in Russland. Als Rufnamen dienen dann oft Vor- und Vatersnamen gemeinsam, zum Beispiel Iwan Wassiljewitsch.

Aus einigen Vornamen haben sich im Laufe der Zeit auch Familiennamen entwickelt.

Die wissenschaftliche Disziplin der Namenforschung beschäftigt sich mit der Bedeutung, Herkunft und Verbreitung von Namen. Erklärungen in Buchform hat unter anderem der Dudenverlag herausgebracht.

Namensgebung im deutschsprachigen Raum

Deutschland

Das Recht der Vornamensgebung ist nicht gesetzlich geregelt. Es handelt sich um reines Gewohnheits- und um Richterrecht. Ausnahmen bestehen bei Vornamensänderungen im Rahmen einer Adoption (§ 1757 Abs. 4 BGB) sowie im Rahmen des Transsexuellengesetzes (§ 1 TSG).

Nach der Geburt eines Kindes wird dessen Vorname von den Eltern (oder dem allein Sorgeberechtigten) bestimmt. In Deutschland gibt es bestimmte Richtlinien für die Namensgebung:

Der Vorname …

Eine Person kann mehrere Vornamen, muss aber mindestens einen Vornamen besitzen. Nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes ist es verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn bei einem Neugeborenen maximal fünf Vornamen zugelassen werden.[2] Bei Verwendung mehrerer Vornamen wird der Vorname, mit dem die Person hauptsächlich angeredet („gerufen“) wird, als Rufname bezeichnet. Die Reihenfolge der Vornamen stellt keine Rangfolge dar. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung (u. a. OLG Düsseldorf 3 Wx 90/98) steht es in Deutschland dem Namensträger frei, zwischen seinen standesamtlich eingetragenen Namen zu wählen. Ein Rufname ist also nicht unveränderlich festgelegt.

Die Namen eines Kindes müssen sich von denen seiner Geschwister unterscheiden. Wenn mehrere Vornamen vergeben werden, darf einer dem der Geschwister entsprechen (BayObLGZ 1985, 362-368). Drei Vornamen dürfen nicht durch Bindestrich zu einem Vornamen verbunden werden (Jan-Marius-Severin; StAZ 1982, 46-47).

In Deutschland besteht in Ausnahmefällen die Möglichkeit, seinen Vornamen im Nachhinein ändern zu lassen. Dies fällt in den Zuständigkeitsbereich der Namenänderungsbehörde, die entweder beim Standesamt, der Kreisverwaltung oder beim Ordnungsamt angesiedelt ist. Damit der Vorname geändert werden kann, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Zum Beispiel können ausländische Vornamen nach der Einbürgerung eingedeutscht werden, oder falls dies nicht möglich ist, neue Vornamen gewählt werden (Art. 47 EGBGB). Außerdem gibt es die Möglichkeit, den Vornamen ändern zu lassen, wenn jemand schon immer anders genannt wurde und sich mit seinem exotischen Vornamen nicht abfinden kann.

Des Weiteren können Transsexuelle nach dem Transsexuellengesetz ihren Vornamen ändern lassen, so dass er dem gefühlten Geschlecht entspricht.

Die alleinige Verwendung des Vornamens genügt grundsätzlich nicht, wenn es um die Rechtsverbindlichkeit einer Unterschrift geht. Ausnahmen können bei Fürsten und Bischöfen sowie beim Rechtsverkehr unter Verwandten bestehen.

Deutsche Gerichtsentscheidungen über Vornamen

Positive Entscheidungen über Eintragungsfähigkeit von Vornamen
Vorname Entscheidungsinhalt Fundstelle
Aiwara als weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1989, 381
Birkenfeld als männlicher Vorname eintragungsfähig NJW-RR 2000, 1170-1171
Büb als männlicher Vorname eintragungsfähig StAZ 2001, 110
Cheyenne Emma Katharina als weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1995, 300
Cosma-Shiwa als weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1994, 117
Dior als weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1995, 299-300
Domino Carina als weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1991, 321
Emanuele als alleiniger männlicher Vorname eintragungsfähig StAZ 2006, 171
Emily-Extra als weiblicher Vorname eintragungsfähig Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht 2 W 110/03
Fanta als weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1999, 147-148
Galaxina als weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1994, 117
Ibanez Sophie als weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1997, 40
Jasmin Heide Kaur als weiblicher Vorname eintragungsfähig OLG Stuttgart 8 W 566/87
Jazz als männlicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1999, 149-150
Jedida als weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1989, 381
Kai als alleiniger Vorname für einen Jungen eintragungsfähig OLGR Hamm 2005, 51-53
Kiana Lemetri als weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1999, 147
Lafayette als männlicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1992, 378
Latoya als weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1993, 357, gegenteilige Entscheidung StAZ 1994, 195
LouAnn als weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 2004, 45-46
Luka/Luca als alleiniger männlicher Vorname eintragungsfähig NJW-RR 2005, 874-876, OLGR Frankfurt 2004, 322-323
Maitreyi Padma als weiblicher Vorname eintragungsfähig NJW-RR 1988, 74-74
Max Amos Soma Xam als männlicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1984, 129-129
Merle als alleiniger weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1998, 346-347
Michael Cougar als männlicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1992, 144
Nicola Andrea als männlicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1983, 15-16, NJW-RR 1995, 773-774
Nikita Katharina als weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1995, 298
November als Vorname für beide Geschlechter eintragungsfähig LG Bonn 4 T 202/06
Oleander als männlicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1983, 351-352
Marie Jasmin Pepples als weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1993, 356-357
Pumuckel als männlicher Vorname eintragungsfähig NJW 1984, 1360-1362
Ranjo als männlicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1986, 355-355
Rike Leontes Klarissa als weiblicher Vorname eintragungsfähig AG Karlsruhe UR III 155/86
Roi als männlicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1998, 345-346
Sascha als alleiniger männlicher Vorname eintragungsfähig NJW-RR 1990, 9-10
Sundance als männlicher Vorname eintragungsfähig StAZ 2001, 177-178
Sunshine als weiblicher Vorname eintragungsfähig OLG Düsseldorf 3 Wx 437/88
Sweer als männlicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1998, 346
Tamy Sarelle als weiblicher Vorname eintragungsfähig NJW-RR 1988, 712-713
Tanisha als weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1996, 47
Wannek als männlicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1992, 72
Windsbraut als weiblicher Vorname eintragungsfähig StAZ 1985, 166-167
Eingeschränkt positive Entscheidungen über Eintragungsfähigkeit von Vornamen
Vorname Entscheidungsinhalt Fundstelle
Alpha als männlicher Vorname eintragungsfähig, wenn ein zweiter, eindeutig männlicher Vorname hinzugefügt wird StAZ 1984, 281-282
Eike als männlicher Vorname eintragungsfähig, wenn ein zweiter, eindeutig männlicher Vorname hinzugefügt wird NJW-RR 1989, 1030-1032
Gerrit als männlicher Vorname eintragungsfähig, wenn ein zweiter, eindeutig männlicher Vorname hinzugefügt wird StAZ 1998, 322-323
Godot als männlicher Vorname eintragungsfähig, wenn ein zweiter, eindeutig männlicher Vorname hinzugefügt wird NJW-RR 1997, 834-835
Gor als weiblicher Vorname eintragungsfähig, wenn ein zweiter, eindeutig weiblicher Vorname hinzugefügt wird OLG Düsseldorf 3 Wx 170/95
Jona/Jonah für beide Geschlechter mit weiteren geschlechtseindeutigen Vornamen eintragungsfähig StAZ 2002, 42-43
Lynik als weiblicher Vorname eintragungsfähig, wenn ein zweiter, eindeutig weiblicher Vorname hinzugefügt wird StAZ 1992, 312-313
Mikado als männlicher Vorname eintragungsfähig, wenn ein zweiter, eindeutig männlicher Vorname hinzugefügt wird StAZ 1998, 209-210
Mike als weiblicher Vorname eintragungsfähig, wenn ein zweiter, eindeutig weiblicher Vorname hinzugefügt wird OLGR Frankfurt 1996, 247-248
Prestige als weiblicher Vorname eintragungsfähig, wenn ein zweiter, eindeutig weiblicher Vorname hinzugefügt wird MDR 1998, 416
River mit einem zweiten, geschlechtseindeutigen Vornamen eintragungsfähig StAZ 1998, 208-209
Sonne als weiblicher Vorname eintragungsfähig, wenn ein zweiter, eindeutig weiblicher Vorname hinzugefügt wird BayObLGZ 1994, 191-195
Tjorven als männlicher Vorname eintragungsfähig, wenn ein zweiter, eindeutig männlicher Vorname hinzugefügt wird OLGR Hamm 2001, 195-197
Uragano als weiblicher Vorname eintragungsfähig, wenn ein zweiter, eindeutig weiblicher Vorname hinzugefügt wird BayObLGR 1997, 39
Zeta als weiblicher Vorname eintragungsfähig, wenn ein zweiter, eindeutig weiblicher Vorname hinzugefügt wird StAZ 1990, 197-198
Zooey als männlicher Vorname eintragungsfähig, wenn ein zweiter, eindeutig männlicher Vorname hinzugefügt wird StAZ 2005, 18


Negative Entscheidungen über Eintragungsfähigkeit von Vornamen
Vorname Entscheidungsinhalt Fundstelle
Ana als männlicher Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1984, 129-129
Aora als Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1984, 282-282
Beauregard als männlicher Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1989, 379-380
Borussia als Vorname nicht eintragungsfähig AG Kassel 765 III 56/96
Bräunche (Geburtsname der Mutter) als Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1986, 286-287
Cezanne als Vorname nicht eintragungsfähig OLGR Karlsruhe 1999, 226-227
Christin als Vorname für einen Jungen auch in Kombination mit eindeutig männlichen Vornamen nicht eintragungsfähig FamRZ 1993, 357
Frieden Mit Gott Allein Durch Jesus Christus als Vorname nicht eintragungsfähig LG Bremen 1995
Heike als alleiniger Vorname für den süddeutschen Raum abgelehnt, da das Geschlecht nicht hinreichend zu erkennen ist NJW 1982, 2262-2262
Hemmingway als Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1985, 250-251
Heydrich als Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1994, 317
Holgerson als Vorname nicht eintragungsfähig, weil er in Schweden als typischer Familienname gebräuchlich ist OLGZ 1992, 45-47
Jedidja als weiblicher Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1989, 380-381
Jenevje als Eindeutschung des französischen Vornamens "Genevieve" als weiblicher Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1994, 288
Josephin als alleiniger Vorname für ein Mädchen nicht eintragungsfähig NJW-RR 1994, 580-581
Lafayette Vangelis als männlicher Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1984, 130-131
Lindbergh als Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 2007, 179-180
Lord als Vorname nicht eintragungsfähig FamRZ 1993, 1242-1243
Marey als männlicher Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1995, 330
Mechipchamueh als Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1999, 44-45
Micha als alleiniger männlicher Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1993, 355
Mika als alleiniger männlicher Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 2007, 179
Moewe als Vorname nicht eintragungsfähig BayObLGZ 1986, 171-174
Moon Unit als Vorname nicht eintragungsfähig AG Schöneberg 70 III 387/87
Navajo als Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1995, 45-46
Pan als Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1978, 184-185
Peterson, Petersohn, Laurens-Peterson als Vornamen nicht eintragungsfähig StAZ 1987, 139-139
Pfefferminze als Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1997, 40
Puschkin als weiblicher Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1983, 351-351
Ronit als alleiniger weiblicher Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1993, 321-322
Rosa als männlicher Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1993, 50
Rosenherz als Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1994, 118
Schröder als Vorname nicht eintragungsfähig OLGZ 1985, 154-156
Stompie als Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1990, 73-74
Stone als Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1994, 195
Tom Tom als Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1991, 255
Verleihnix als Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1990, 200
Wegwanipiu als Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1997, 380
Woodstock als Vorname nicht eintragungsfähig StAZ 1990, 74-75

Österreich

Eine Person darf mehrere Vornamen tragen. Für die Namenswahl gelten diese Einschränkungen:[3]

Zur Wahl des Vornamens eines Kindes sind die Eltern berechtigt, bei unehelicher Geburt ist es das Recht der Mutter. Beim zuständigen Standesamt muss dafür schriftlich die Erklärung des Vornames eingereicht werden; sie ist Voraussetzung für die Ausstellung der Geburtsurkunde. Wird die Erklärung nicht gleich bei der Anzeige der Geburt abgegeben, muss sie spätestens innerhalb eines Monats nach der Geburt beim Standesamt erfolgen. Können sich die Eltern eines ehelich geboren Kindes nicht auf die den oder die Vornamen einigen, oder geben sie keinen oder unzulässige Vornamen an, wird das Pflegschaftsgericht verständigt.

Entwicklung in Deutschland

In Deutschland dominierten seit dem Mittelalter Vornamen christlicher und deutscher Herkunft.[4] Erst seit den 1950er-Jahren änderte sich dies massiv. Besonders anglophone und romanische Vornamen wie Jennifer, Mike oder aber Natalie und Marco gewannen an Bedeutung. Obwohl in beiden Teilen Deutschlands verschiedene Namen die größte Beliebtheit hatten (Peggy, Mandy und Cindy sind oft zitierte Beispiele für die DDR), war die Tendenz in beiden Staaten gleich. Ende des 20. Jahrhunderts besaßen knapp zwei Drittel der Vornamen weder einen christlichen noch einen deutschen Hintergrund.

Vor allem folgende Faktoren sind für diese Änderungen verantwortlich:

Einflussfaktoren, die ausgeschlossen werden können:

Bei der Übernahme fremder Namen war von jeher eine lautliche Anpassung zu beobachten. Zuerst wurden Namen adaptiert, die an traditionelle phonetische Gewohnheiten anschlussfähig waren. So wurde im Mittelalter aus Johannes Hans, aus Christian Christen und aus Marcus zunächst Marx. Manche Namen wurden auch in ihrer geschriebenen Form übernommen, obwohl die Aussprache in den Herkunftsgebieten eine andere war: So wurde span. Xavier als Xaver übernommen und nicht als Schabier und norweg. Harald als Harald und nicht als Harall.

Siehe auch Liste deutscher Vornamen aus der Bibel

Abhängigkeit der Vornamenswahl von der Bevölkerungsschicht

Eine Einteilung von Namensvergebung in einzelne „Bevölkerungsschichten“ bleibt schwierig, jedoch haben Studien eine Tendenz festgestellt. Demnach richtet sich die sogenannte „Oberschicht“, also die wohlhabende Bevölkerung mit einem Bruttogehalt von etwa 4000 Euro im Monat, vor allem nach religiösen Namen wie Michael, (E-)Manuel oder Maria und Anna. Ebenso werden hier häufiger „klassische“ Namen wie Caspar, Christian, Katharina und Elisabeth vergeben.

Die sogenannte „Mittelschicht“ mit einem Einkommen von über 3000 Euro bevorzugt demnach exotische Namen und solche, die auch von Prominenten vergeben werden. So sind hier beispielsweise Kevin und Justin sowie Lucy und Shania beliebt.

Eltern der sogenannten finanziellen „Unterschicht“ (Menschen mit unter 2000 Euro brutto Einkommen monatlich) ließen sich eher von englischen Namen inspirieren. So sind dort Lee und Robbie als Jungen- oder Cassidy und Sky als Mädchennamen populär. Aus diesen Namenstrends wurden die Begriffe Kevinismus und Chantalismus entwickelt.[6] [7] [8]

So könnte die Namensgebung auch Rückschlüsse auf die Herkunft zulassen. In der Wissenschaft wird teilweise vermutet, dass Vornamen manchmal grob der Herkunft „zuzuordnen“ seien oder zumindest gesellschaftlich in einer bestimmten Weise angesehen werden. So würden für manche Firmenleiter Namen wie Heiko und Kerstin, die besonders in den 60er Jahren populär waren, eher auf eine Herkunft aus der „Unterschicht“ hindeuten. Ebenso könne dies später auf Kevins oder Chantals zutreffen. Durch diese These bekannt wurde der umstrittene Leipziger Professor Jürgen Udolph, der in Deutschland den einzigen Lehrstuhl für Onomastik innehat.[9] [10] [11]

Literatur

Siehe auch

 Wiktionary: Vorname – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

Einzelnachweise

  1. Entscheidung des Bundesverfassungsgericht 1 BvR 691/03 von 2005 zur Zulassung des Namen "Anderson"
  2. 1 BvR 994/98, Entscheidung von 2004 über Chenekwahow Tecumseh Migiskau Kioma Ernesto
  3. Namensrecht auf help.gv.at (abgerufen am 26. Mai 2008)
  4. Beispiel der Namensgebung im 15. Jahrhundert in Süddeutschland
  5. http://www.uni-leipzig.de/~kuwi/forsch_C_02.html
  6. "Was Kindernamen über Papas Gehalt verraten" - ariva.de
  7. http://www.welt.de/politik/article1727650/Wie_Namen_die_Zukunft_von_Kindern_beeinflussen.html
  8. http://www.dw-world.de/dw/article/0,1564,1602911,00.html
  9. "Mandy, Sindy und Rocco haben schlechte Karten" - WELT.de
  10. http://www.beliebte-vornamen.de/geschaeftsleben.htm
  11. http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/2006/10.12-11.20.html


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