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Paul Zsolnay Verlag

Der Paul Zsolnay Verlag ist ein von Paul Zsolnay 1923 in Wien gegründeter belletristischer Verlag, der unter anderem Werke von Egmont Colerus, Heinrich Eduard Jacob, Heinrich Mann, Franz Werfel und H. G. Wells veröffentlichte.

1938 war Zsolnay zur Emigration nach England gezwungen, wo er intensive Kontakte zu bedeutenden englischen Autoren wie Graham Greene knüpfte und den Verlag Heinemann & Zsolnay gründete, während im Wiener Paul Zsolnay Verlag Nazi-Literatur, etwa von Erich Kern, verlegt wurde.

Zsolnay kehrte 1946 nach Wien zurück und übernahm wieder die Leitung des Paul Zsolnay Verlags Wien-Hamburg. Das Verlagsprogramm umfasste moderne Weltliteratur, Geschichte, Politik, Zeitgeschichte, Kunst und Kulturgeschichte. Nach seinem Tod 1961 übernahm Hans W. Polak die Unternehmensleitung. Ab 1986 wechselte der Verlag mehrmals den Eigentümer, bis er 1996 vom Carl Hanser Verlag aufgekauft und unter der Leitung von Herbert Ohrlinger als eigenständiges Imprint weitergeführt wurde. Zu den bedeutenden Autoren, die im Zsolnay Verlag seit dieser Zeit veröffentlicht wurden, zählt unter anderem Franzobel. Bestseller der 1990er Jahre waren die Kriminalromane von Henning Mankell sowie Schmetterling und Taucherglocke von Jean-Dominique Bauby. 2004 wurde dem Verlag der Publikumsverlag Deuticke angegliedert.

Zwischen 1975 und 1982 erschien bei Zsolnay die von Franz Rottensteiner betreute Reihe Die Phantastischen Romane. Die Reihe fasste den Phantastik-Begriff ähnlich weit wie die Phantastische Bibliothek des Suhrkamp-Verlags. So wurden - neben den Klassikern der Phantastik - auch Science-Fiction-Romane veröffentlicht. Besondere Bedeutung erlangte die Herausgabe der Gesamtwerke von Leo Perutz und Alexander Lernet-Holenia. Die Perutz-Edition verdient Beachtung auch insofern, als sie wesentlich zur Wiederentdeckung des vergessenen Erfolgsschriftstellers beitrug.

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