Heim

Eurovision Song Contest

Der Eurovision Song Contest (engl. Liederwettbewerb der Eurovision; kurz ESC), früher auch Concours Eurovision de la Chanson (franz.; bis 1966 Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne, kurz Grand Prix) ist ein internationaler Musikwettbewerb, der seit 1956 jährlich von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) im Rahmen der Eurovision veranstaltet wird. Die Premiere war sehr stark von dem 1951 ins Leben gerufenen San-Remo-Festival beeinflusst. Grundsätzlich können alle Mitgliedsländer der EBU teilnehmen, der auch einige Radio- und Fernsehstationen asiatischer und afrikanischer Staaten angehören. Jedes teilnehmende Land schickt ein Lied in das Rennen.

Der internationale Wettbewerb, seit 2004 bestehend aus Halbfinale und Finale, findet in der Regel im Land des Vorjahressiegers statt. Das Finale gliedert sich in zwei Teile, nämlich die rund zweistündige Präsentation der Finalisten und daran anschließend – nach einem zehn- bzw. fünfzehnminütigen Votingfenster mit Showprogramm – die etwa einstündige Punktevergabe.

Seit 2003 existiert mit dem Junior Eurovision Song Contest eine zweite jährlich stattfindende Variante des Wettbewerbs und seit 2007 auch der Eurovision Dance Contest.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Am ersten Wettbewerb 1956 in Lugano in der Schweiz nahmen nur sieben Länder – darunter das Gastgeberland Schweiz, Deutschland und Frankreich – mit je zwei Beiträgen teil. In den folgenden Jahren hatten immer mehr Länder Interesse am Wettbewerb. Jugoslawien nahm als einziges sozialistisches Land regelmäßig am ESC teil. Seit 1990 können durch die Auflösung der Intervision und der gleichzeitigen EBU-Erweiterung auch die osteuropäischen Länder teilnehmen. Damit der Abend wegen der Vielzahl der Länder nicht zu sehr in die Länge gezogen wird, hatte die EBU, in der Anfangszeit, die Zahl der Teilnehmer begrenzt. Dabei mussten die letztplatzierten Teilnehmer ein Jahr aussetzen, hatten aber dann automatisch die Berechtigung, im darauffolgenden Jahr teilzunehmen. Diese Regel wurde aber immer wieder leicht modifiziert.

1996 wurde beschlossen, dass die vier Mitglieder, die den größten Anteil des EBU-Etats tragen, automatisch für die Teilnahme qualifiziert sind. Der Grund für diese Regeländerung lag darin, dass der deutsche Beitrag 1996 bei einer internen Juryvorauswahl ausgeschieden war. Man befürchtete, die finanzstarken Mitgliedsländer würden auf Dauer der Veranstaltung fernbleiben. Seitdem sind Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich sowie Spanien gesetzt. Diese Ländergruppe wird deshalb auch als Große Vier bezeichnet. Ursprünglich galt diese Sonderregelung auch für Italien, doch die Italiener nehmen schon seit 1994 nicht mehr teil (dazwischen eine Teilnahme 1997).

Seit 2004 wird der internationale Wettbewerb in einer Qualifikations- und einer Finalrunde ausgetragen, die an zwei verschiedenen Abenden stattfinden. An der Vorrunde teilnehmen können alle aktiven Mitglieder der EBU. Für die Finalrunde sind, neben den vier Gesetzten, der Ausrichter sowie die neun Punktbesten des Vorjahres automatisch qualifiziert. Hinzu kommen die zehn bestplatzierten Lieder der Qualifizierungsrunde.

Deutschland ist das Land mit den meisten Beiträgen und das einzige Land, das bisher jedes Jahr, mit Ausnahme 1996, ein Lied zum Eurovisions-Festival entsandt hat. 1996 durfte man nicht teilnehmen, da eine interne Vorausscheidung der Europäischen Rundfunkunion (ERU / EBU / UER) in Genf Leon und das von Hanne Haller komponierte Lied "Blauer Planet" (neben Dänemark, Russland, Mazedonien, Ungarn, Israel und Rumänien) von der Teilnahme ausschloss. Den Sieg konnte Deutschland bisher einmal erringen: Im Jahr 1982 gewann die Sängerin Nicole in Harrogate im Vereinigten Königreich den Wettbewerb mit dem Lied Ein bißchen Frieden, worauf der Wettbewerb 1983 in München stattfand. Deutschland erreichte ferner mehrmals den zweiten bzw. dritten Platz, musste sich jedoch auch fünf Mal mit den letzten Plätzen begnügen.

Bereits 1957 richtete die Bundesrepublik Deutschland den Großen Preis der Eurovision in Frankfurt am Main aus, weil die Regel, dass das Siegerland das Festival im folgenden Jahr präsentieren soll, 1956 noch nicht bestanden hatte. Anders als 1983 mit einer deutsch-englisch-französisch-sprechenden Marlene Charell präsentierte sich die junge Bundesrepublik 12 Jahre nach dem Kriegsende selbstbewusst: Anaïd Iplicjian moderierte im Großen Sendesaal des Hessischen Rundfunks ausnahmslos deutsch. Das überforderte einige Teilnehmerländer bei der Frage "Bitte, können wir Ihre Punkte haben". Die telefonische Stimmabgabe von 1957 hat heute Kultstatus. Danach fand das Festival nur noch zweimal im deutschen Sprachraum statt: 1967 in der Wiener Hofburg (im Vorjahr hatte Udo Jürgens für Österreich mit „Merci Chérie“ gewonnen) und eben 1983 in München. Ferner wurde der Grand Prix Eurovision 1989 im frankofonen Lausanne ausgerichtet, nachdem die Schweiz 1988 mit der Kanadierin Celine Dion und „Ne partez pas sans moi“ gewonnen hatte.

Erfolgreichstes Teilnehmerland ist Irland. Siebenmal konnte man bisher den Grand Prix gewinnen – in den Jahren 1992 bis 1994 sogar in Folge. Auch der erfolgreichste Teilnehmer kommt aus Irland: Johnny Logan gewann zweimal als Sänger (1980 mit „What's Another Year“ und 1987 mit „Hold Me Now“) sowie einmal als Komponist (1992: „Why me“).

Anlässlich des 50. Eurovision Song Contests im Jahr 2005 fand in Kiew erstmals auch eine Kunstausstellung unter dem Titel „We, the people of Eurovision…“ statt.

Seit 2001 ist es bisher nur Ländern gelungen zu gewinnen, die noch nie zuvor einen Sieg davon tragen konnten. 2008 gab es erstmals in der Geschichte des Eurovisions-Festivals zwei Halbfinale. Damit sollten Punkte-Schiebereien unter verschiedenen Ländern vermieden werden (siehe Neuregelung ab 2008)

Der ESC 2008 fand am 24. Mai in der Arena der serbischen Hauptstadt Belgrad statt. Russland gewann mit dem Sänger Dima Bilan und dem Song Believe. Der ESC 2009 findet folglich am 16. Mai in Moskau statt.

Bezeichnung

In der deutschen Öffentlichkeit wird der Eurovision Song Contest häufig als Grand Prix bezeichnet, obwohl er in der Anfangszeit und gerade auch 1957 in Frankfurt am Main Großer Preis der Eurovision hieß. Dabei gab es nur acht Veranstaltungen, die offiziell Grand Prix hießen – zuletzt 1967. Auch der Name Grand Prix Eurovision de la Chanson ist in Deutschland gebräuchlich, obwohl diese Bezeichnung bei keiner Veranstaltung verwendet wurde; auch nicht in der Fassung: Grand Prix d’Eurovision de la Chanson.

Ebenso wird oft angenommen, dass die Bezeichnung Eurovision Song Contest eine moderne Neuerung sei. Allerdings trug bereits der fünfte Wettbewerb im Vereinigten Königreich im Jahr 1960 diesen englischen Namen. Insgesamt 32 der bisherigen 52 Veranstaltungen hießen offiziell Eurovision Song Contest, darunter alle seit 1992. Auch in frankophonen Austragungsländern ist die Bezeichnung seit 1973 nicht Grand Prix, sondern entsprechend Concours Eurovision de la Chanson.

Bis 2003 hieß die Auszeichnung, die der Sieger des Wettbewerbs erhielt, Grand Prix (zuletzt: „Grand Prix of the 2003 Eurovision Song Contest“[1]). Seit 2004 ist der Begriff Grand Prix komplett aus dem Regelwerk verschwunden.

Nationale Vorentscheide

Jedem Land steht es frei, wie es seinen Vertreter für den Eurovision Song Contest ermittelt. In der Regel geschieht dies in Form von nationalen Vorentscheiden, bei denen mehrere Künstler gegeneinander antreten. Während früher meist eine Jury den Teilnehmer wählte, geschieht dies heute in der Regel per Televoting.

Der deutsche Vorentscheid hieß lange Zeit „Ein Lied für…“ (ergänzt durch die jeweilige Stadt, in der der Song Contest im betreffenden Jahr stattfand). 2004 und 2005 trug er den Titel „Germany 12 Points!“. Im Jahr 2006 setzte man wieder auf einen seriöseren Titel: Deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2006. Nachdem die Sängerin Gracia mit „Run & Hide“ im Vorjahr den letzten Platz belegte, wurde das Konzept des Vorentscheids umgestellt, weg von erprobter Chartmusik, hin zu anerkannten Künstlern (2006: Vicky Leandros, Thomas Anders und Texas Lightning). Dies sollte sich auch im Titel der Fernsehsendung widerspiegeln.

Der österreichische Vorentscheid wird im ORF ausgetragen und hieß im Jahr 2005 „song.null.fünf“.

Allerdings können die Länder auch auf einen Vorentscheid verzichten und stattdessen einen Künstler direkt nominieren. Von dieser Möglichkeit machten z. B. Deutschland in den Jahren 1993 bis 1995 und die Schweiz in den Jahren 2005 bis 2007 Gebrauch.

siehe auch Deutsche Vorausscheidungen zum Eurovision Song Contest, Finnische Vorausscheidungen, Irische Vorausscheidungen, Norwegische Vorausscheidungen, Polnische Vorausscheidungen, Kroatische Vorausscheidungen, Serbische Vorausscheidungen.

Punktevergabe

Im Finale des ESC dürfen neben den Teilnehmern auch alle Länder abstimmen, die an der Vorrunde teilgenommen haben. Die Länder ermitteln seit einigen Jahren per Televoting die zehn beliebtesten Lieder und vergeben Punkte. Seit 1975 gilt folgendes Wertungssystem: Der Song mit den meisten Stimmen erhält 12 Punkte, die darauffolgenden erhalten 10 Punkte, 8 Punkte, 7 Punkte, 6 Punkte, 5 Punkte, 4 Punkte, 3 Punkte, 2 Punkte und 1 Punkt. Für den eigenen Beitrag dürfen keine Punkte vergeben werden. Dieses Verfahren hatte ursprünglich unter anderem den Zweck, dass sogenannte Nullwertungen, also die berüchtigten „Null Punkte“, vermieden werden und somit kein Künstler mit leeren Händen nach Hause gehen muss. Dennoch gab es seit 1975 sehr häufig keinen einzigen Punkt für einen oder gar mehrere Teilnehmer.

Sollte kurzfristig ein Problem auftreten, das die Ermittlung per Televoting verhindert, so werden die Punkte durch eine achtköpfige „Stand-by-Jury“ vergeben. Eine solche Jury vergab im Jahr 2000 die Punkte der Niederlande, als wegen der Explosion einer Feuerwerkskörperfabrik in Enschede am Tag des ESC kein Televoting stattfand.

Vor 1997 wurde die Punktevergabe durch eine Jury bestimmt. Diese bestand pro Land aus 16 Personen – 8 Experten und 8 musikinteressierten Laien, welche zudem aus verschiedenen Generationen sein mussten, um ein objektives Ergebnis zu gewährleisten. 1997 wurde zum ersten Mal in fünf Ländern das Televoting ausprobiert (Deutschland, Schweden, Österreich, Schweiz und Großbritannien), welches beim Publikum auf große Begeisterung stieß. Schon 1998 wurde die Jury durch das neue Wertungssystem abgelöst. Nur wenige Länder, wie Russland und Ungarn, wo es aus technischen Gründen nicht möglich war, führten das Televoting erst etwas später ein.

Gewonnen hat das Land, das am Ende die meisten Punkte bekommt. Um bei Punktegleichstand einen eindeutigen Sieger küren zu können, gelten weitere Kriterien. Wenn zwei oder mehr Länder die gleiche Punktanzahl haben, gewinnt das Land, das von den meisten Ländern Punkte bekommen hat. Sollte auch dieses Kriterium noch zu keinem eindeutigen Gewinner führen, so ergibt sich die Rangfolge gemäß der Anzahl der Bewertung mit 12 Punkten, ggf. mit 10 Punkten und so weiter. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich auch hier kein Unterschied ergeben hat, so haben beide (oder noch mehr) Länder gewonnen. Dieser Katalog von Regelungen fand bisher einmal Anwendung, nämlich beim ESC 1991, als die Schwedin Carola („Fångad av en stormvind“) mehr 10-Punkte-Wertungen erhalten hatte als die punktgleiche Französin Amina („Le dernier qui a parlé“) und zur Siegerin erklärt wurde. Damals gab es den ersten Punkt (das Lied gewinnt, das aus mehr Ländern Punkte bekommen hat) noch nicht, hätte es ihn aber schon damals gegeben, hätte Frankreich gewonnen. Mittlerweile ist dieser Punkt eingeführt worden, so dass 2004 trotz jeweils 50 Punkten Malta einen sicheren Platz im Finale 2005 bekam, während Kroatien erst durchs Semifinale musste.

Vor 1975 kamen verschiedene andere Punktevergabesysteme zum Einsatz. Beim ESC 1969 führte ein Wertungsmodus, der für niedrige Punktzahlen pro Teilnehmer sorgte, dazu, dass vier Länder (Spanien, Großbritannien, Niederlande, Frankreich) punktgleich an der Spitze lagen und zu gleichberechtigten Siegern ernannt wurden.

Aus Zeitgründen wurde 2006 die Verkündung der Punkte dahingehend geändert, dass die Titel mit den Punkten 1 bis 7 en bloc angezeigt werden. Die Titel mit den Punkten 8, 10 und 12 werden jedoch nach wie vor von den nationalen Fernsehansagern durchgegeben. Die Vergabeprozedur konnte so von deutlich über einer Stunde auf etwa 45 Minuten verkürzt werden.

Kritik am Wertungssystem, Reformdiskussion und Neuregelung

Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (Literatur, Webseiten oder Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst gelöscht. Hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Das Wertungssystem des Eurovision Song Contest wird bereits seit langem dafür kritisiert, dass die Punktevergabe zwischen bestimmten Ländern gegenseitigen Sympathiebekundungen näher zu sein scheint als einer Bewertung für die vorgetragenen Musiktitel.

Als Reaktion auf die Feststellung, dass sich beim Contest 2007 ausschließlich Teilnehmerländer aus Osteuropa für das Finale qualifiziert haben und die Teilnehmerländer aus Osteuropa beim Finale sämtliche ersten 16 Plätze belegten, ist – insbesondere ausgelöst durch Rückzugsforderungen in Deutschland und der Schweiz – eine Reformdiskussion in Gang gekommen.[2]

Gegen alle Kritik spricht die Tatsache, dass auch zu Juryzeiten solche Tendenzen vorhanden waren. Die traditionelle Höchstwertung von Zypern an Griechenland (und umgekehrt), sowie der Skandinavische Block sorgten schon damals für Ärgernisse. Hinzu kamen politische Tendenzen, die beim Televoting nicht vorhanden sind. Griechenland vergab zu Juryzeiten nur ein einziges Mal Punkte an die Türkei (1997).

Ebenso sprechen Analysen der Wertungen gegen die Kritikerstimmen – Serbien hätte 2007 auch ohne „die Punkte des Ostens“ gesiegt. Auch die Punkte der „Stand-by-Jury“ (Einsatz im Falle technischer Probleme) bestätigten den serbischen Sieg nach EBU-Angaben.

Anzumerken ist ebenfalls, dass das Juryvotum früher oft für Unmut und Zorn sorgte. Ein Beispiel dafür wäre das Jahr 1996, als die von den Fans favorisierte Gina G aus Großbritannien auf dem achten Rang landete und letztlich die Irin Eimear Quinn gewann. Gina G stieg noch im selben Jahr in die US-Billboard-Charts ein, was für ESC-Titel eine Seltenheit ist.

Neuregelung ab 2008

Die verantwortliche Europäische Rundfunkunion (EBU) stellte am 2. Oktober 2007 ebenfalls aufgrund der zunehmenden Bedeutung dieser Sympathiepunkte [3] Regeländerungen vor: Ab 2008 werden zwei getrennte Halbfinale veranstaltet, über deren Kandidaten-Zusammenstellungen per Los entschieden wird. Abgestimmt werden kann dann nur noch für die Länder, die in dem jeweiligen Semi-Finale gegen das eigene Land antreten, sodass der Anteil an Sympathiepunkten möglicherweise reduziert werden kann.

Ins Finale kommen neben dem Gastgeberland sowie den Vertretern der vier großen EBU-Geldgeber – Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien – aus jedem Semifinale die neun mit den meisten Punkten bewerteten Länder. Eine Jury bestimmt unter den verbleibenden Teilnehmern im jeweiligen Semifinale noch je einen weiteren Finalteilnehmer; somit wurde am 21. November 2007 die Teilnehmerzahl im Finale ab 2008 auf 25 erhöht.

Moderatoren

Der Wettbewerb 1956 war der bislang einzige, bei dem ein einzelner Mann durch den Abend führte. In den Folgejahren waren es immer Moderatorinnen, bis 1978 in Paris erstmals ein Mann und eine Frau gemeinsam Gastgeber waren. Diesem Beispiel folgte Israel 1979. Von 1980 bis 1987, 1993 und 1995 waren es dann wieder einzelne Damen; seit 1996 ist es endgültig zur Tradition geworden, dass es einen männlichen und einen weiblichen Gastgeber gibt. Ausnahme hierbei war der Contest 1999 in Jerusalem, als dem männlichen Moderator gleich zwei Damen zur Seite standen.

Gelegentlich haben auch ehemalige Wettbewerbsteilnehmer/innen durch den Abend geführt: 1976 Corry Brokken, 1979 Jardena Arasi, 1985 Lill Lindfors, 1986 Åse Kleveland, 1991 Gigliola Cinquetti und Toto Cutugno, 1999 Dafna Dekel, 2003 Marie N und Renars Kaupers, 2006 Sakis Rouvas sowie 2008 Željko Joksimović

Übersicht über die Veranstaltungen seit 1956

Jahr Veranstaltungsort
und -bezeichnung
Teil-
nehmer
Siegerlied Siegernation Zweit- und Drittplazierte
1956 Gran Premio Eurovisione della Canzone Europea / Lugano /  Schweiz 7 [4] Refrain / Lys Assia  Schweiz wurden nicht bekannt gegeben
1957 Grand Prix Eurovision / Frankfurt am Main /  Deutschland 10 Net als toen / Corry Brokken  Niederlande 2. La belle amour / Paule Desjardins /  Frankreich
3. Skibet skal sejle i nat / Birthe Wilke & Gustav Winckler /  Danemark Dänemark
1958 Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne / Hilversum /  Niederlande 10 Dors mon amour / André Claveau  Frankreich 2. Giorgio / Lys Assia /  Schweiz
3. Nel blu, dipinto di blu / Domenico Modugno /  Italien
1959 Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne / Cannes /  Frankreich 11 Een beetje / Teddy Scholten  Niederlande 2. Sing Little Birdie / Pearl Carr & Teddy Johnson /  Vereinigtes Königreich
3. Oui, oui, oui, oui / Jean Philippe /  Frankreich
1960 Eurovision Song Contest / London /  Vereinigtes Königreich 13 Tom Pillibi / Jacqueline Boyer  Frankreich 2. Looking High, High, High / Bryan Johnson /  Vereinigtes Königreich
3. Ce soir-là / François Deguelt /  Monaco
1961 Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne / Cannes /  Frankreich 16 Nous les amoureux / Jean-Claude Pascal  Luxemburg 2. Are You Sure / The Allisons /  Vereinigtes Königreich
3. Nous aurons demain / Franca di Rienzo /  Schweiz
1962 Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne / Luxemburg /  Luxemburg 16 Un premier amour / Isabelle Aubret  Frankreich 2. Dis rien / François Deguelt /  Monaco
3. Petit bonhomme / Camillo Felgen /  Luxemburg
1963 Eurovision Song Contest / London /  Vereinigtes Königreich 16 Dansevise / Grethe & Jørgen Ingmann  Danemark Dänemark 2. T'en va pas / Françoise Hardy /  Schweiz
3. Uno per tutte / Emilio Pericoli /  Italien
1964 Grand Prix Eurovision / Kopenhagen /  Danemark Dänemark 16 Non ho l'età / Gigliola Cinquetti  Italien 2. I Love The Little Things / Matt Monro /  Vereinigtes Königreich
3. Où sont-elles passées / Romuald /  Monaco
1965 Gran Premio Eurovisione della Canzone / Neapel /  Italien 18 Poupée de cire, poupée de son / France Gall  Luxemburg 2. I Belong / Kathy Kirby /  Vereinigtes Königreich
3. N'avoue jamais / Guy Mardel /  Frankreich
1966 Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne / Luxemburg /  Luxemburg 18 Merci Chérie / Udo Jürgens  Osterreich Österreich 2. Nygammal vals eller hip man svinaherde / Lill Lindfors & Svante Thuresson /  Schweden
3. Intet er nytt under solen / Åse Kleveland /  Norwegen
1967 Grand Prix de la Chanson / Wien /  Osterreich Österreich 17 Puppet On A String / Sandie Shaw  Vereinigtes Königreich 2. If I Could Choose / Sean Dunphy /  Irland
3. Il doit faire beau là-bas / Noëlle Cordier /  Frankreich
1968 Eurovision Song Contest / London /  Vereinigtes Königreich 17 La, la, la … / Massiel Spanien 2. Congratulations / Cliff Richard /  Vereinigtes Königreich
3. La source / Isabelle Aubret /  Frankreich
1969[5] Gran Premio de la Canción de Eurovision / Madrid / Spanien 16 Vivo cantando / Salomé
Un jour, un enfant / Frida Boccara
De troubadour / Lenny Kuhr
Boom bang a bang / Lulu
Spanien
 Frankreich
 Niederlande
 Vereinigtes Königreich
(entfällt, da vier Erstplatzierte)
1970 Eurovisie Songfestival / Amsterdam /  Niederlande 12 All Kinds Of Everything / Dana  Irland 2. Knock, Knock, Who's There / Mary Hopkin /  Vereinigtes Königreich
3. Wunder gibt es immer wieder / Katja Ebstein /  Deutschland
1971 Eurovision Song Contest / Dublin /  Irland 18 Un banc, un arbre, une rue / Séverine  Monaco 2. En un mundo nuevo / Karina / Spanien
3. Diese Welt / Katja Ebstein /  Deutschland
1972 Eurovision Song Contest / Edinburgh /  Vereinigtes Königreich 18 Après toi / Vicky Leandros  Luxemburg 2. Beg, Steal Or Borrow / New Seekers /  Vereinigtes Königreich
3. Nur die Liebe lässt uns leben / Mary Roos) /  Deutschland
1973 Concours Eurovision de la Chanson / Luxemburg /  Luxemburg 17 Tu te reconnaîtras / Anne-Marie David  Luxemburg 2. Eres tú / Mocedades / Spanien
3. Power To All Our Friends / Cliff Richard /  Vereinigtes Königreich
1974 Eurovision Song Contest / Brighton /  Vereinigtes Königreich 17 Waterloo / ABBA  Schweden 2. Si / Gigliola Cinquetti /  Italien
3. I See A Star / Mouth & McNeal /  Niederlande
1975 Eurovision Song Contest / Stockholm /  Schweden 19 Ding-a-dong / Teach-In  Niederlande 2. Let Me Be The One / The Shadows /  Vereinigtes Königreich
3. Era / Wess & Dori Ghezzi /  Italien
1976 Eurovisie Songfestival / Den Haag /  Niederlande 18 Save Your Kisses For Me / Brotherhood of Man  Vereinigtes Königreich 2. Un, Deux, Trois / Catherine Ferry /  Frankreich
3. Toi, la musique et moi / Mary Cristy /  Monaco
1977 Eurovision Song Contest / London /  Vereinigtes Königreich 18 L'oiseau et l'enfant / Marie Myriam  Frankreich 2. Rock Bottom / Lynsey de Paul & Mike Moran /  Vereinigtes Königreich
3. It's Nice To Be In Love Again / The Swarbriggs Plus Two /  Irland
1978 Concours Eurovision de la Chanson / Paris /  Frankreich 20 A-Ba-Ni-Bi / Yizhar Cohen & The Alpha-Beta  Israel 2. L'amour ca fait chanter la vie / Jean Vallée /  Belgien
3. Il y aura toujours des violons / Joel Prévost /  Frankreich
1979 Eurovision Song Contest / Jerusalem /  Israel 19 Hallelujah / Gali Atari & Milk and Honey  Israel 2. Su canción / Betty Missiego / Spanien
3. Je suis l'enfant-soleil / Anne-Marie David /  Frankreich
1980 Eurovisie Songfestival / Den Haag /  Niederlande 19 What's Another Year / Johnny Logan  Irland 2. Theater / Katja Ebstein /  Deutschland
3. Love Enough For Two / Prima Donna /  Vereinigtes Königreich
1981 Eurovision Song Contest / Dublin /  Irland 20 Making Your Mind Up / Bucks Fizz  Vereinigtes Königreich 2. Johnny Blue / Lena Valaitis /  Deutschland
3. Humanahum / Jean Gabilou /  Frankreich
1982 Eurovision Song Contest / Harrogate /  Vereinigtes Königreich 18 Ein bißchen Frieden / Nicole  Deutschland 2. Hora / Avi Toledano /  Israel
3. Amour on t'aime / Arlette Zola /  Schweiz
1983 Eurovision Song Contest / München /  Deutschland 20 Si la vie est cadeau / Corinne Hermès  Luxemburg 2. Chai, Chai, Chai / Ofra Haza /  Israel
3. Främling / Carola Häggkvist /  Schweden
1984 Concours Eurovision de la Chanson / Luxemburg /  Luxemburg 19 Diggi-loo diggi-ley / Herreys  Schweden 2. Terminal 3 / Linda Martin) /  Irland
3. Lady Lady / Bravo /  Spanien
1985 Eurovision Song Contest / Göteborg /  Schweden 19 La det swinge / Bobbysocks  Norwegen 2. Für alle / Wind /  Deutschland
3. Bra vibrationer / Kiki Danielsson /  Schweden
1986 Eurovision Song Contest / Bergen /  Norwegen 20 J'aime la vie / Sandra Kim  Belgien 2. Pas pour moi / Daniela Simons /  Schweiz
3. L'amour de ma vie / Sherisse Laurence /  Luxemburg
1987 Concours Eurovision de la Chanson / Brüssel /  Belgien 22 Hold Me Now / Johnny Logan  Irland 2. Lass' die Sonne in Dein Herz / Wind /  Deutschland
3. Gente di mare / Umberto Tozzi & Raf /  Italien
1988 Eurovision Song Contest / Dublin /  Irland 21 Ne partez pas sans moi / Céline Dion  Schweiz 2. Go / Scott Fitzgerald /  Vereinigtes Königreich
3. Ka' du se hva' jeg sa' / Hot Eyes /  Danemark Dänemark
1989 Concours Eurovision de la Chanson / Lausanne /  Schweiz 22 Rock Me / Riva  Jugoslawien 2. Why Do I Always Get It Wrong / Live Report /  Vereinigtes Königreich
3. Vi maler byen rød / Birthe Kjær /  Danemark Dänemark
1990 Eurovision Song Contest / Zagreb /  Jugoslawien 22 Insieme 1992 / Toto Cutugno  Italien 2. White & Black Blues / Joëlle Ursull /  Frankreich
2. Somewhere In Europe / Liam Reilly /  Irland
1991 Concorso Eurovisione della Canzone / Rom /  Italien 22 Fångad av en stormvind / Carola  Schweden 2. Le dernier qui a parlé / Amina /  Frankreich
3. Kan / Duo Datz /  Israel
1992 Eurovision Song Contest / Malmö /  Schweden 23 Why Me / Linda Martin  Irland 2. One Step Out Of Time / Michael Ball /  Vereinigtes Königreich
3. Little Child / Mary Spiteri /  Malta
1993 Eurovision Song Contest / Millstreet /  Irland 25 In your eyes / Niamh Kavanagh  Irland 2. Better The Devil You Know / Sonia /  Vereinigtes Königreich
3. Moi tout simplement / Annie Cotton /  Schweiz
1994 Eurovision Song Contest / Dublin /  Irland 25 Rock'n Roll kids / Paul Harrington & Charlie McGettigan  Irland 2. To nie ja / Edyta Gorniak /  Polen
3. Wir geben 'ne Party / Mekado /  Deutschland
1995 Eurovision Song Contest / Dublin /  Irland 23 Nocturne / Secret Garden  Norwegen 2. Vuelve conmigo / Anabel Conde /  Spanien
3. Se på mig / Jan Johansen /  Schweden
1996 Eurovision Song Contest / Oslo /  Norwegen 23 The Voice / Eimear Quinn  Irland 2. I evighet / Elisabeth Andreassen /  Norwegen
3. Den Vilda / One More Time /  Schweden
1997 Eurovision Song Contest / Dublin /  Irland 25 Love shine a light / Katrina and the Waves  Vereinigtes Königreich 2. Mysterious Woman / Marc Roberts /  Irland
3. Dinle / Şebnem Paker & Gruppe Etnik /  Turkei Türkei
1998 Eurovision Song Contest / Birmingham /  Vereinigtes Königreich 25 Diva / Dana International  Israel 2. Where Are You / Imaani /  Vereinigtes Königreich
3. The One That I Love / Chiara /  Malta
1999 Eurovision Song Contest / Jerusalem /  Israel 23 Take Me To Your Heaven / Charlotte Nilsson  Schweden 2. All Out Of Luck / Selma /  Island
3. Reise nach Jerusalem (Kudüs'e seyahat) / Sürpriz /  Deutschland
2000 Eurovision Song Contest / Stockholm /  Schweden 24 Fly On The Wings Of Love / Olsen Brothers  Danemark Dänemark 2. Solo / Alsou /  Russland
3. My Star / Brainstorm /  Lettland
2001 Eurovision Song Contest / Kopenhagen /  Danemark Dänemark 23 Everybody / Tanel Padar & Dave Benton  Estland 2. Never Ever Let You Go / Rollo & King /  Danemark Dänemark
3. Die For You / Antique /  Griechenland
2002 Eurovision Song Contest / Tallinn /  Estland 24 I Wanna / Marie N  Lettland 2. 7th Wonder / Ira Losco /  Malta
3. Runaway / Sahlene /  Estland
2003 Eurovision Song Contest / Riga /  Lettland 26 Everyway That I Can / Sertab Erener  Turkei Türkei 2. Sanomi / Urban Trad /  Belgien
3. Ne ver, ne boisja / t.A.T.u. /  Russland
2004 Eurovision Song Contest / Istanbul /  Turkei Türkei 24 (+12) Wild Dances / Ruslana  Ukraine 2. Lane Moje/ Željko Joksimović / Serbien und Montenegro
3. Shake It / Sakis Rouvas /  Griechenland
2005 Eurovision Song Contest / Kiew /  Ukraine 24 (+15) My Number One / Helena Paparizou  Griechenland 2. Angel / Chiara /  Malta
3. Let Me Try / Luminiţa Anghel & Sistem /  Rumänien
2006 Eurovision Song Contest / Athen /  Griechenland 24 (+13) Hard Rock Hallelujah / Lordi  Finnland 2. Never let you Go / Dima Bilan /  Russland
3. Lejla / Hari Mata Hari /  Bosnien und Herzegowina
2007 Eurovision Song Contest / Helsinki /  Finnland 24 (+18) Molitva / Marija Šerifović  Serbien 2. Dancing Lasha Tumbai / Verka Serduchka /  Ukraine
3. Song #1 / Serebro /  Russland
2008 Eurovision Song Contest / Belgrad /  Serbien 25 (+18) Believe / Dima Bilan [6]  Russland 2. Shady Lady / Ani Lorak /  Ukraine
3. Secret Combination / Kalomira /  Griechenland
2009 Eurovision Song Contest / Moskau /  Russland

Internationale Erfolge

Der Eurovision Song Contest brachte im Laufe seiner mehrere Jahrzehnte umspannenden Geschichte zahlreiche Lieder hervor, die zu internationalen Erfolgen und bisweilen zu Evergreens wurden. Aus der Frühphase seien hier Italiens Beiträge „Nel blu dipinto di blu (Volare)“ und „Piove (Ciao ciao bambina)“ genannt, beide vorgetragen von Domenico Modugno in den Jahren 1958 und 1959. Auch wenn sie nicht zum Wettbewerbssieger gekürt wurden, erreichten sie danach doch zig-fache Millionenverkäufe weltweit und wurden von Showgrößen wie Paul Anka oder Dean Martin adaptiert.

Seine kommerzielle Hochphase erlebte der Grand Prix ab Mitte der Sechziger bis in die späten Siebziger Jahre. „Puppet on a string“ avancierte 1967 für Sängerin Sandie Shaw zum weltweiten Radio- und Hitparadenerfolg und wurde in Werbespots (z.B. Kunert Feinstrumpfhosen) oder auf Modenschauen jener Zeit als Untermalung eingesetzt. Seine simple Eingängigkeit und der unmittelbare Wiedererkennungswert machten den Titel auf der Stelle zum Evergreen. Aus demselben Jahrgang eroberte der Luxemburger Beitrag von Vicky (Vicky Leandros) „L'amour est bleu“ in einer Instrumental-Version von Paul Mauriat Platz 1 der US-Billboard-Charts. 1972 gewann Vicky Leandros mit „Après toi“ den Wettbewerb und verkaufte von der Single in mehreren Sprachversionen (u.a. „Dann kamst Du“, „Come what may“) weltweit über 5,5 Millionen Exemplare. ABBAs „Waterloo“ übertraf diese Marke 1974 und verkaufte sich rund 6 Millionen mal. Übertrumpft wurden die vier Schweden 1976 von der britischen Gruppe Brotherhood Of Man, deren Schlagerpop „Save your kisses for me“ es auf 6,5 Millionen weltweit abgesetzte Tonträger brachte. Als Beispiele weiterer internationaler Tophits seien noch erwähnt: „Congratulations“ von Cliff Richard (GB, 1968), „All kinds of everything“ von Dana (Irland, 1970), „Beg, steal or borrow“ von den New Seekers (GB, 1972), „Eres tú“ von Mocedades (Spanien, 1973), „Si“ von Gigliola Cinquetti (Italien, 1974), „Dschinghis Khan“ von Dschinghis Khan (D, 1979), „What's another year“ von Johnny Logan (Irland 1980), Ein bißchen Frieden von Nicole (D, 1982), „Gente di mare“ von Umberto Tozzi/Raff (Italien 1987), „Insieme 1992“ von Toto Cutugno (Italien 1990), „Diva“ von Dana International (Israel 1998) und „Fly On The Wings Of Love“ von den Olsen Brothers (Dänemark 2000).

Der ESC machte im Laufe der Jahre einige Interpreten zu internationalen Stars, allen voran die bereits genannte schwedische Popgruppe ABBA, die 1974 mit dem Song „Waterloo“ den Wettbewerb gewann. Auch die franko-kanadische Sängerin Céline Dion wurde durch ihre Teilnahme am Eurovision Song Contest 1988, bei dem sie für die Schweiz startete und mit „Ne partez pas sans moi“ siegte, in Europa bekannt. Die Belgierin Lara Fabian (später durch „I will love again“ zu Charts-Ehren gelangt) tat beim Grand Prix für Luxemburg ihren ersten internationalen Schritt, und schließlich die Polin Edyta Górniak. Ebenfalls durch den ESC zu Weltruhm gelangt ist die irische Folkloregruppe Riverdance, welche 1994 als Pausenfüller auftrat.

Am häufigsten war die Schweizer Musikgruppe Peter, Sue & Marc dabei, welche ihr Heimatland viermal vertrat (1971, 1976, 1979 und 1981), jedes Mal in einer anderen Sprache.

Die Teilnahme eines bereits international bekannten Interpreten ist hingegen kein Garant dafür, dass dessen Titel den Wettbewerb auch gewinnt. So erreichte Cliff Richard als prominentestes Beispiel mit „Congratulations“ 1968 nur den zweiten, 1973 mit „Power to All Our Friends“ den dritten Platz, obwohl diese anschließend in den Verkaufshitparaden höher platziert waren, als die jeweiligen Eurovisionsgewinner. Auch das international erfolgreiche russische Duo t.A.T.u. konnte beim Eurovision Song Contest 2003 mit „Ne wer, ne bojsja, ne prosi“ nicht gewinnen und belegte nur den dritten Platz. Ebenso wenig erreichten beispielsweise italienische Top Acts wie Ricchi e Poveri und Baccara (beide 1978), Matia Bazar (1979), Alan Sorrenti (1980), Alice und Franco Battiato (1984) oder Al Bano und Romina Power (1976 und 1985) das Siegertreppchen, obwohl in den frühen 1980ern durch viele Länder Europas eine Italo-Pop-Welle schwappte. Auch die erfolgreiche Band Vanilla Ninja kam 2005 nicht über den Rang 8 (für die Schweiz) hinaus. Kate Ryan scheiterte 2006 bereits im Halbfinale, ebenso DJ BoBo 2007.

50-jähriges Jubiläum

Am 22. Oktober 2005 fand in Kopenhagen eine Jubiläumsshow mit dem Titel Congratulations (englisch für: Herzlichen Glückwunsch) statt. Damit wurde das 50-jährige Jubiläum des Eurovision Song Contest gefeiert. Das Ziel der Show war, das beste Lied des Grand Prix unter allen Titeln, die jemals teilgenommen haben zu ermitteln. Auf der offiziellen Internetseite eurovision.tv konnte jeder seine Stimme für seinen Lieblingstitel des ESC abgeben. Die zehn Lieder mit den meisten Stimmen kamen ins Semifinale. Zusätzlich wählte eine Jury der Europäischen Rundfunkunion vier weitere Titel ins Halbfinale. Im Halbfinale wurden per Telefonvoting die fünf besten Lieder ermittelt. Im zweiten Durchgang, also dem Finale, wurde durch ein weiteres Telefonvoting die Platzierung dieser fünf Lieder festgelegt.

Moderiert wurde die Show von der britischen ESC-Siegerin Katrina Leskanich (von Katrina & The Waves, ESC-Sieg 1997 mit Love Shine A Light) und dem lettischen Eurovision Song Contest-Drittplatzierten Renars Kaupers (von Brainstorm, ESC-Teilnahme 2000 mit My Star). Die Sendung wurde in Deutschland vom WDR und vom SWR, in Österreich von ORF 2, und in der Schweiz von SF 1 übertragen.

Hier ist das Ergebnis:

Platz Jahr Land Interpret Titel
1 1974 Schweden ABBA Waterloo
2 1958 Italien Domenico Modugno Nel blu dipinto di blu (Volare)
3 1987 Irland Johnny Logan Hold Me Now
4 2005 Griechenland Helena Paparizou My Number One
5 1976 Vereinigtes Königreich Brotherhood of Man Save Your Kisses For Me
6 2000 Dänemark Olsen Brothers Fly On The Wings Of Love
7 1982 Deutschland Nicole Ein bißchen Frieden
8 1968 Vereinigtes Königreich Cliff Richard Congratulations
9 2003 Türkei Sertab Erener Everyway That I Can
10 1988 Schweiz Céline Dion Ne partez pas sans moi
11 1973 Spanien Mocedades Eres Tú
12 1980 Irland Johnny Logan What's Another Year
13 1998 Israel Dana International Diva
14 1965 Luxemburg France Gall Poupée de cire, poupée de son

Teilnahmeregeln

Statistik

Siehe Artikel Statistik des Eurovision Song Contests

Literatur

Siehe auch

Fußnoten

  1. Rules of the 2003 Eurovision Song Contest, Article XV.1
  2. Bericht der FAZ
  3. Regeländerungen
  4. jedes Land schickte 2 Lieder
  5. 1969 gab es vier Sieger
  6. AFP Agence France-Presse GmbH: Russland triumphiert beim Eurovision Song Contest, vom 25.05.2008, Abgerufen am 25.05.2008