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Annales regni Francorum

Die Annales regni Francorum, deutsch Reichsannalen, waren eine schriftliche Auflistung von Ereignissen (vgl. Annalen), die von 741 bis 829 reichen und dabei vor allem eine Art Tatenbericht Karls des Großen darstellen. So erwähnen die Annales für das Jahr 772 die Eroberung der Eresburg und die Zerstörung der Irminsul. Fortsetzungen waren u. a. die Annales Fuldenses (Fortsetzung für das ostfränkische Reich, in Fortsetzungen bis 902) und die Annales Bertiniani (Fortsetzung für das westfränkische Reich bis 882). Die Bezeichnung geht auf Leopold von Ranke zurück; zuvor waren sie nach dem Fundort der ältesten Handschrift als Große Lorscher Annalen bekannt.

Die Autoren der Reichsannalen sind nicht namentlich bekannt. Der erste Verfasser begann sein Werk wohl in den Jahren zwischen 788 und 793, konnte sich aber auf ältere Annalen stützen. Die ersten ca. 50 Jahre ab 741 sind also rückblickend geschildert, seit 788/793 erfolgte die Berichterstattung in den Reichsannalen aber annähernd gleichzeitig. Zu einem Wechsel des Verfassers kam es 795, 808 und wohl auch 820.

Man kann die Reichsannalen als ein Instrument der fränkischen Herrscher des Mittelalters interpretieren, um ihre Vorgehensweisen politischer als auch militärischer Natur zu rechtfertigen. Die Annales regni Francorum wurden wohl meist dazu benutzt, nicht existierende Entscheidungsgrundlagen zu schaffen, beispielsweise angebliche Provokationen anderer Herrscher, um etwa einen Krieg nicht wie Angriffskrieg aussehen zu lassen.

Sie sind trotz ihrer oft zweifelhaften Glaubwürdigkeit heute eines der wichtigsten überlieferten Schriftstücke des Mittelalters und unverzichtbar für die Mittelalterforschung.

Quellen

Literatur