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Laufen (Salzach)

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 47° 56′ N, 12° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Berchtesgadener Land
Höhe: 394–412 m ü. NN
Fläche: 35,31 km²
Einwohner: 6645 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 188 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83410
Vorwahl: 08682
Kfz-Kennzeichen: BGL (bis 1972 LF)
Gemeindeschlüssel: 09 1 72 122
Stadtgliederung: 74 amtlich benannte Gemeindeteile
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausplatz 1
83410 Laufen
Webpräsenz:
www.stadtlaufen.de
Bürgermeister: Hans Feil (CSU)
Lage der Stadt Laufen im Landkreis Berchtesgadener Land

Laufen ist eine Stadt im Landkreis Berchtesgadener Land, Regierungsbezirk Oberbayern. Sie liegt etwa 17 km nördlich von Salzburg am Alpenfluss Salzach, der die Grenze zu Österreich bildet. Auf der anderen Flussseite liegt Oberndorf bei Salzburg. Laufen war die Kreisstadt des zum 1. Juli 1972 aufgelösten Landkreises Laufen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Umgebung Laufens gehört zum Alpenvorland und stellt eine flache Moränenlandschaft mit Höhen von 400 bis 460 m und einigen Mooren dar. Der nächste Berg und Laufens Hausberg ist der Haunsberg (836 m), 5 km südöstlich im Salzburger Land; gegenüber von seinem Fuß mündet die Sur in die Salzach.

Geologie

Geologisch liegt das Gemeindegebiet am Rand des Freilassinger Beckens. Bei Laufen wird die

Salzachschleife mit der Halbinsel Laufens, gegenüber liegt Oberndorf

Fließrichtung der Salzach durch eine oberflächennahe Nagelfluh-Schwelle abgelenkt, wodurch die doppelte Flussschlinge entstand. In der Flussschleife liegt die Altstadt Laufens. Das Umland ist sanft hügelig, in weiten Teilen dicht bewaldet, im Westen teilweise moorig. Auwälder entlang der Salzach.

Sanierung von Salzach und Auwäldern

Der früher stark mäandrierende, sedimentreiche Fluss wurde nach 1820 nach einem Staatsvertrag zwischen Bayern und Österreich reguliert und begradigt. Neben dem Hochwasserschutz sollte auch die Landesgrenze fixiert und die Schifffahrt gesichert werden. Zwischen Saalachmündung und Laufen waren diese Arbeiten 1909 abgeschlossen. Seitdem sind aber die negativen Auswirkungen deutlich geworden: eine zunehmende Eintiefung des Flussbettes in den weichen Untergrund, das Absinken des Grundwasserspiegels und eine Austrocknung der Auen. Auf längere Sicht wären sogar die Widerlager der Brücken gefährdet.

Daher wird seit einigen Jahren in deutsch-österreichischer Kooperation ein Konzept für den schonenden Rückbau erarbeitet. Er soll den Fluss und die einmündenden Bachbette stabilisieren, das Vorland reaktivieren und einige Deiche sanieren.
Die Gewässergüte im Unterlauf der Salzach wurde seit 1977 durch Abwasser-Reinigung oberhalb Salzburgs von Güteklasse III-IV auf II (mäßig belastet) verbessert. Auf längere Sicht wird Trinkwasserqualität angestrebt.

Nachbargemeinden

Außer an Österreich grenzt Laufen an folgende Gemeinden, von Norden gegen den Uhrzeigersinn: Kirchanschöring, Petting (beide Landkreis Traunstein), Saaldorf-Surheim (Landkreis Berchtesgadener Land).

Stadtgliederung

Die aus dem 15. Jahrhundert stammende Altstadt liegt, durch den früher ungebändigten Fluss nach drei Seiten geschützt in der Salzach-Flussschleife. Nur die südliche Begrenzung mit dem „oberen Stadttor“ musste durch eine Wehrmauer befestigt werden. Die Altstadt steht heute als Gesamtensemble unter Denkmalschutz. Der Rest des Stadtgebiets wurde überwiegend im 20. Jahrhundert bebaut. Bei der Gebietsreform 1972 erhielt Laufen zahlreiche Eingemeindungen, das größte Dorf ist das neben dem Abtsdorfer See gelegene Leobendorf.

Geschichte

Das historische Laufen

Die Stadt ist ca. 1260 Jahre alt. Urkundlich wird sie erstmals 748 erwähnt. Kaiser Ludwig von Bayern ordnete an, dass das Salz aus Hallein (15 km oberhalb Salzburgs) nur noch auf der Salzach transportiert werden durfte. Da ein Felsen bei Laufen, der so genannte Nocken, die Schifffahrt behinderte, wurde die Fracht in Laufen von kleinen auf größere Schiffe umgeladen; daher stammt auch der Name: castellum ad louffi (das Kastell an den Stromschnellen). Die Laufener profitierten von den Erträgen aus den Übernachtungen, den Zöllen sowie dem Schiffbau. Die Stadt gehörte ursprünglich zum Salzburggau des Herzogtums Baiern. Die Salzburger Erzbischöfe konnten im 13. Jahrhundert das Gebiet des späteren Rupertiwinkels, in dem Laufen liegt, erwerben. Ab 1275 begann mit der Anerkennung der Grenzen durch den Bayernherzog die letzte Phase der Ablösung des Landes Salzburg von Bayern. Im Jahr 1328 war dann Salzburg durch die Erlassung einer eigenen Landesordnung zum weitgehend unabhängigen Staat geworden. Der Nocken wurde 1773 gesprengt. 1816 wurde Laufen zusammen mit dem so genannten Rupertiwinkel von Salzburg getrennt und Bayern zugeschlagen. Damit wurde es Grenzstadt zwischen Bayern und Österreich. Das am rechten Flussufer liegende Oberndorf, das bislang zu Laufen gehörte, wurde österreichisch. Durch den Bau der Eisenbahn ging die Salzachschifffahrt immer mehr zurück. 1866 fand der letzte Salztransport statt. Bei einem Hochwasser 1899 wurde die Brücke weggerissen; eine neue wurde an anderer Stelle gebaut und 1903 eingeweiht. Nach 1945 wuchs die Bevölkerung durch sudetendeutsche und andere Heimatvertriebene.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss als Kriegsgefangenenlager Oflag VII-C für Offiziere genutzt. Im Mai 1942 wurden die Offiziere in ein anderes Lager verlegt und das Schloss wurde als Internierungslager Ilag VII für einige hundert Männer genutzt, die von den Kanalinseln Jersey und Guernsey kamen, sowie für einige amerikanische Zivilisten, die durch die plötzliche deutsche Kriegserklärung an die USA im Dezember 1941 Europa nicht schnell genug verlassen konnten. Auf dem alten Friedhof erinnert eine Gedenktafel an die dort Verstorbenen.

In Laufen endete am 2. Mai 1945 der Todesmarsch der Regensburger KZ-Häftlinge des Außenlagers Colosseum des KZ Flossenbürg nach neun Tagen. Von 500 Häftlingen wurden weniger als 50 Überlebende von den Alliierten befreit. Hieran erinnert eine kleine Gedenkstätte.

Politik

Gemeinderat

Der einschließlich Bürgermeister 21-köpfige Gemeinderat ist seit der Wahl am 3. März 2002 wie folgt zusammengesetzt:

Partei Sitze
CSU 8
Freie-Wähler-Gemeinschaft (FWG) 4
Gemeinwohl Laufen-Leobendorf (GLL) 4
Bündnis 90/Die Grünen 2
SPD 2
ÖDP 1
Summe 21

Die CSU koaliert mit der FWG und der GLL.


Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Salzbachbrücke von Oberndorf nach Laufen

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Hauptsächlich Familienbetriebe, keine größeren Industrieunternehmen.

122 Betriebe in Handel, Gewerbe, Handwerk sowie Freiberufler.

Die Schlossklinik Abtsee betreut Patienten mit Venenerkrankungen.

Verkehr

Öffentliche Einrichtungen

Bildung

Tourismus

Laufen verzeichnet etwa 15.000 Übernachtungen pro Jahr.

Gute Radwanderwege existieren entlang der Salzach sowie im bayerischen und österreichischen Teil des Rupertiwinkels.

Auf dem Fluss finden folkloristische, an die frühere Salzschiffahrt erinnernde Veranstaltungen statt (Himmelbrotschutzen, Piratenschlacht, Schifferstechen, Fahrten mit Plätten usw.).

Beliebtes Naherholungsziel ist der kleine Abtsdorfer See (etwa 1 km²), 3 km im Südwesten mit einem Strandbad.

Zusammen mit den umliegenden Gemeinden bildet Laufen den Touristikverband Abtsdorfer See.

Persönlichkeiten

Literatur