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Widerspruch (Dialektik)

Dieser Artikel ist mehrdeutig. Für weitere Bedeutungen siehe Widerspruch und Antagonist.

Der Begriff Widerspruch oder lat. Antagonismus ist ein wichtiger philosophischer Terminus der Hegelschen wie auch der marxistischen Dialektik. Im Kontext der Dialektik wird der Begriff allerdings nicht im Sinne des Satzes vom Widerspruch verwendet, sondern im Sinne sich polar gegenüberstehender Gegensätze bzw. Widersprüche von Erscheinungen, Begriffen, Ideen, aber auch von historischen Kräften und Entwicklungen.

Inhaltsverzeichnis

Verwendung bei Hegel

Bei jeglicher Entwicklung gibt es zunächst einen Widerspruch aus These und Antithese. Hegel fasst diesen Widerspruch beweglich auf. Er vergleicht ihn in der Vorrede zur Phänomenologie des Geistes mit einer sich entwickelnden Pflanze. Dialektik ist eine Aufhebung dieses Widerspruches in einer so genannten Synthese. Hegels Philosophie ist eine Geschichte des Geistes, der sich durch die Widersprüche hindurch entwickelt.

Verwendung bei Marx

Karl Marx und seine Nachfolger übernahmen den Hegelschen Begriff und wandten die Dialektik Hegels auf materialistischer Grundlage als Untersuchungsmethode für gesellschaftliche und wirtschaftliche Prozesse an (vgl. Dialektischer Materialismus und Historischer Materialismus). Besonders bekannt ist der Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital oder zwischen dem Gebrauchswert und dem Tauschwert einer Ware. Auch Marx verwandte den Begriff Widerspruch nicht im Sinne des Satzes vom Widerspruch, sondern ebenso wie seine Nachfolger im Sinne von Gegensatz, auch Feindschaft der sozialen Klassen im Klassenkampf und in der Revolution gleichbedeutend.

Sonstiges

Es gibt auch Ansätze, Aufhebung von Widersprüchen anders auszudrücken oder zu formalisieren:

Siehe auch

Literatur

Dieter Wolf: Zum Verhältnis von dialektischem zu logischem Widerspruch (104 KB)