Polder
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Polder

Dieser Artikel befasst sich mit als Polder bezeichneten Arealen. Daneben gibt es das Pseudonym Markus Polder des Schriftstellers James Krüss

Ein Polder ist ein eingedeichtes niedrig gelegenes Gelände in der Nähe von Gewässern. Dabei gibt es in Bezug auf den Hochwasserschutz zwei gegensätzliche Bedeutungen.

Inhaltsverzeichnis

Klassische Bedeutung

In der klassischen niederländischen Bedeutung, besonders in der Gegend um die Emsmündung auch im Deutschen verwendet, ist ein Polder ein Gebiet, das selber durch Deiche vor Hochwasser geschützt wird. Bei den meisten dieser Polder liegt der Wasserspiegel benachbarter größerer Gewässer (Meer oder Flüsse) oft oder dauerhaft über dem Bodenniveau. Darum muss das Wasser aus den Entwässerungsgräben des Polders über den Deich gepumpt werden, in heutiger Zeit zumeist mit Motorkraft, in vorindustrieller Zeit mit Windkraft. Die Gruppen von Windmühlen auf den Deichen des Rheindeltas, ein Wahrzeichen der Niederlande, sind alte Wasserpumpen. Diese klassischen Polder werden regional auch als Koog (Schleswig-Holstein) oder Groden (Niedersachsen) bezeichnet.

Klassische Polder gibt es nicht nur an der Küste. Das Oderbruch ist ein Polder, seit durch die Eindeichung im 18. Jahrhundert die Oder, deren Wasserspiegel nun höher liegt als der Boden der Oderniederung, am Ostrand dieser Niederung daran vorbei geführt wird.

Hochwasserpolder

Ein Hochwasserpolder ist dagegen ein Retentionsgebiet, das bei Flusshochwassern geflutet werden kann, um die Wasserführung flussabwärts gelegener Flussabschnitte zu vermindern und dadurch den Gipfel einer Flutwelle zu erniedrigen. Derartige Polder unterliegen Nutzungsbeschränkungen, beispielsweise einem Bebauungsverbot. Sie sind sowohl vom Flussbett als auch von benachbarten intensiver genutzten Flächen durch Deiche getrennt.

Die Deiche zu intensiver genutzten Nachbarflächen verhindern, dass jene bei Flutung des Polders mit geflutet werden. Deiche zum Gewässer verbessern die Nutzbarkeit des Poldergeländes, indem sie verhindern, dass der Polder schon bei geringeren Hochwassern geflutet wird, die in anschließenden Flussabschnitten keine Bedrohung darstellen. Sie ermöglichen, das dem Fluss entzogene Wasser länger zurückzuhalten, als in einer unkontrolliert überfluteten Flussaue. Derartige Polder werden vor allem zum Hochwasserschutz von Großstädten und engen Tälern in oberhalb gelegenen geräumigen Talabschnitten angelegt, beispielsweise am Oberrhein bei Ingelheim.

Bei weniger großen Gewässern werden Hochwasserpolder als – außerhalb des Bedarfsfalls leere – Rückhaltebecken ausgeführt, wie im Leinetal zwischen Northeim und Einbeck-Salzderhelden. Hier sperrt ein Staudamm die Flussniederung, durch den der Fluss normalerweise durch ein geöffnetes Sieltor an der Basis ungehindert hindurchfließt. Bei Hochwasser wird die Flutwelle hier gestaut und der Abfluss auf ein für den Unterlauf verträgliches Maß reguliert.

Polder von Deponien

In der Abfalltechnik bezeichnet Polder innerhalb einer Deponie eine Grube oder eine Aufschüttung, in bzw. auf die Abfälle zur Ablagerung eingebracht werden.