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Seleukia Pieria

Seleukia Pieria war die in der Antike höchst bedeutende Hafenstadt von Antiochia am Orontes und liegt ca. 32 km von diesem Ort entfernt am Meer, beim modernen Dorf Çevlik. Der heutige Name ist Samandağ. Die Stadt liegt etwas nördlich der Mündung des Orontes.

Seleukia Pieria wurde um 300 v. Chr. von Seleukos I. Nikator als Hauptstadt gegründet, doch wurde die Residenz schon kurz darauf von seinem Nachfolger Antiochos I. nach Antiochia verlegt. 246 v. Chr. fiel die Stadt im Dritten syrischen Krieg an die Ptolemäer; erst 219 v. Chr. konnte Antiochos III. die Stadt zurückerobern.

Seit 64 v. Chr. war der Hafen römisch. Wegen der regelmäßigen verheerenden Überschwemmungen ließ Kaiser Vespasian einen Tunnel bauen, der das Wasser von der Stadt wegleiten sollte. Der Titus-Tunnel (türkisch Titus ve Vespasian-yus Tüneli), den Vespasians Sohn Titus fertigstellte, ist ein 1300 m langer, 7 m hoher und 6 m breiter Einschnitt im harten Fels; eine beachtliche architektonische Leistung. Er ist heute zum Teil eingestürzt, aber größtenteils noch begehbar.

Von Seleukia aus brach der Apostel Paulus zu seiner ersten Missionsreise auf (Apostelgeschichte 13, 4).

Seit dem 4. Jahrhundert ist Seleukia Pieria als Bistum belegt. Im 5. Jahrhundert verlandete der Hafen immer mehr, und damit begann der langsame Niedergang der Stadt. 526 und 528 wurde die Stadt bei Erdbeben schwer beschädigt. Nach der 540 erfolgten kampflosen Einnahme durch die Perser unter Chosrau I., der bei Seleukia im Mittelmeer badete, wurde die Stadt weitgehend aufgegeben. Mit der arabischen Eroberung um 640 verließen dann die letzten Einwohner die Stadt.

Im Mittelalter war St. Simeon der Hafen von Antiochia.

Ausgrabungen

Ausgrabungen fanden vor allem zwischen 1932 und 1939 statt, als eine Expedition der Princeton University Augrabungen in Antiochia durchführte und dabei auch Seleucia untersuchte. Es wurde vor allem einige reich mit Mosaiken ausgestattet Häuser (z. B. das Haus des Trinkwettstreites) ergraben.

Literatur