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Spring Break

Spring Break (engl. etwa: Frühlingsferien) ist eine meist ein-, manchmal auch zweiwöchige Pause des Studienbetriebes (Semesterferien) an den Colleges und Universitäten der USA. Für Hochschulen mit Quartalssystem kommt es zum Ende des Winterquartals und vor Beginn des Frühlingsquartals; für solche mit dem Semestersystem ist es meist mitten im Winter- bzw. Frühlingssemester (das meist Januar bis Mai läuft). In dieser Zeit suchen Studenten oft wärmere Orte der USA, Mexiko oder die Karibik auf, um ausgiebig zu feiern (Party). Oft kommt es bei diesen Feiern zu Alkoholmissbrauch und anderem Drogenkonsum, sexueller Freizügigkeit, Promiskuität und öffentlicher Zurschaustellung von Nacktheit (Exhibitionismus).

Bedeutung

Generell fällt das Spring Break in den Zeitraum von Ende Februar bis Mitte April, bei den meisten Hochschulen insbesondere in eine der Märzwochen. Schon Anfang September werben spezielle Spring-Break-Reiseveranstalter auf dem Campus (Universitätsgelände) für Reisen im kommenden Spring Break.

Die Stadt Fort Lauderdale in Florida war der Ausgangsort und über viele Jahre auch das Hauptziel der Spring-Break-Touristen. Als das Springbreak in Fort Lauderdale 1985 seinen Höhepunkt mit 350.000 Collegestudenten erreichte, waren die dortigen Einwohner so erbost über die Schäden, die von den Urlaubern verursacht wurden, dass die örtlichen Behörden Verordnungen verabschiedeten, die das Feiern beschränkten. Außerdem verkündete der Bürgermeister über die Fernsehshow "Good Morning America": "Ihr könnt hier nicht mehr herkommen." Derzeit kommen jährlich noch etwa 15.000 Studenten nach Fort Lauderdale.

Die Feierwilligen wichen daraufhin in die liberalere Stadt Daytona Beach, (Florida) aus bevor auch diese Stadt ähnliche Restriktionen wie Fort Lauderdale verhängte. Die Anzahl der Studenten (von über 200.000 pro Jahr in den Hochzeiten) sank daraufhin in den letzten Jahren wieder so stark, dass die Stadt inzwischen keine offiziellen Statistiken mehr führt. Panama Beach, Florida und South Padre Island, Texas sind aktuell beliebte Spring Break-Ziele, besonders für Studenten aus dem Süden und Mittleren Westen der USA.

Durch die Anhebung des Mindestalters für Alkoholkonsum (minimum drinking age) auf 21 Jahre 1984 mit einhergehenden Restriktionen in den meisten US-Staaten wurden benachbarte ausländische Ziele (mit niedrigerem Mindestalter und/oder lockeren Kontrollen) sprunghaft populärer. Die beliebtesten Spring-Break-Orte ausserhalb der USA zur Zeit sind Acapulco, Cancún, Cabo San Lucas, Puerto Vallarta in Mexiko, sowie Jamaica und die Bahamas. Etwa 1.000.000 Studenten reisen jährlich zum Spring Break an diese Orte. Die meisten Studenten buchen spezielle Pauschalreisen. Einige Reiseveranstalter chartern Flugzeuge und kaufen große Mengen an Hotelzimmern an, um Rabattpreise anbieten zu können, die von den Studenten gerne angenommen werden. Die Preise rangieren zwischen $ 600 und $ 1400 inklusive Flug, Hotel und 24 Stunden geöffneter Bar.

Alternative Reisen zu Spring Break werden immer populärer. Für sozial engagierte Studenten werden Pauschalreisen angeboten, um Menschen in ärmeren Regionen der Welt zu unterstützen, die Natur in anderen Ländern zu erleben oder um anderen Non-partying-Aktivitäten nachzugehen.

Spring Break in Europa

Es existiert auch eine europäische Variation von Springbreak, namens "Tuttogas". Im italienischen Badeort Lignano Sabbiadoro treffen sich alljährlich zu Pfingsten tausende Studenten und Jugendliche vor allem aus Österreich, um das Ende des Schuljahres bzw. Semester zu feiern. Entstanden ist dieses unorganisierte Zusammentreffen Ende der 80er Jahre und hat sich vom Geheimtipp zum Massenereignis entwickelt. "Tuttogas" ist ein Wortspiel aus dem italienischen "tutto" und dem deutschen Wort "gas", was eigentlich "Vollgas" bedeutet. Es steht für den massenhaften Konsum von Alkohol und der ausgelassenen Stimmung beim Springbreak.

Als bekanntester Treffpunkt gilt die Strandbar "Aurora" nähe dem Zentrum von Sabbiadorro. Hier werden auch oft bekannte österreichische Sportler (Fußball, Eishockey, Skialpin) gesichtet.