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Bielefeld

Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Bielefeld in Nordrhein-Westfalen; zu weiteren Bedeutungen siehe Bielefeld (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Status: Kreisfreie Stadt
Geografische Lage: 52° 01' N, 08° 31' O Koordinaten: 52° 01' N, 08° 31' O
Höhe: 118 m ü. NN
Fläche: 257,8 km²
Einwohner: 324.938 [1] (30. Jun. 2007)
Bevölkerungsdichte: 1.260 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 33501–33739 (alt 4800)
Vorwahlen: 0521, 05202, 05203, 05205, 05206, 05208, 05209
Kfz-Kennzeichen: BI
Gemeindeschlüssel: 05 7 11 000
NUTS: DEA41
UN/LOCODE: DE BFE
Stadtgliederung: 10 Stadtbezirke
Hausanschrift der Stadtverwaltung: Niederwall 23
33602 Bielefeld
Website: www.bielefeld.de
Politik
Oberbürgermeister: Eberhard David (CDU)
Schulden: 49,5 Mio. € (2008)[2]
Bevölkerung (Stand: 31. Dezember 2006)
Ausländeranteil: 12,0 %
Arbeitslosenquote: 10,7 % (1. September 2007)
Altersstruktur: [3]
0–20 Jahre: 19,6 %
20–65 Jahre: 59,8 %
ab 65 Jahre: 20,6 %
Lage

Bielefeld ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Detmold im Nordosten Nordrhein-Westfalens. Mit knapp 325.000 Einwohnern ist sie die größte Stadt der Region Ostwestfalen-Lippe und gilt als ihr wirtschaftliches Zentrum. Zusammen mit seinem dichtbesiedelten Umland in den Kreisen Herford, Lippe und Gütersloh bildet Bielefeld einen der Verdichtungsräume Deutschlands. Prägend ist die Lage an einer der „Döhren“ (Übergänge) des Teutoburger Waldes.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Bielefeld hat Anteil an drei recht unterschiedlichen Naturräumen. Der Norden und Nordosten liegen in der Hügellandschaft der Ravensberger Mulde. Auch das Stadtzentrum gehört noch dazu, es wird aber schon von dem sich unmittelbar südlich anschließenden Teutoburger Wald überragt. Jener durchzieht Bielefeld mittig von Westnordwest nach Ostsüdost. Eine günstige Querungsmöglichkeit des Mittelgebirgszuges und daher von jeher wichtige Verkehrsader ist der Bielefelder Pass, von dem aus sich der Stadtbezirk Gadderbaum (mit Bethel) in die Quertäler hinein erstreckt. Im Süden hat Bielefeld mit den Stadtbezirken Brackwede, Senne und Sennestadt Anteil an der Emssandebene, erwähnenswert ist hier insbesondere das Gebiet der Senne im Südosten.

Der höchste Punkt im Stadtgebiet befindet sich in Lämershagen mit 320 m über Normalnull, der niedrigste in Brake mit 73 m. Das Rathaus liegt auf einer Höhe von 114 m. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 19 und in West-Ost-Richtung 21 km. Es gibt keinen größeren Fluss im Stadtgebiet von Bielefeld. Der nordöstliche Teil der Stadt entwässert über die Aa in die Weser, während das Wasser aus dem südwestlichen Teil der Ems zufließt.

Die nächstgelegenen Großstädte sind Hannover (ca. 100 km nordöstlich), Osnabrück (ca. 45 km nordwestlich), Münster (ca. 65 km westlich), Hamm (ca. 60 km südwestlich) und Paderborn (ca. 40 km südöstlich).

Nachbargemeinden

Bielefeld grenzt an folgende Städte und Gemeinden (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden):
Spenge, Enger, Herford (alle Kreis Herford), Bad Salzuflen, Leopoldshöhe, Oerlinghausen (alle Kreis Lippe) sowie Schloß Holte-Stukenbrock, Verl, Gütersloh, Steinhagen, Halle (Westf.) und Werther (Westf.) (alle Kreis Gütersloh)

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Bielefelds ist in zehn Stadtbezirke eingeteilt. Jeder Stadtbezirk hat eine von der Bevölkerung gewählte Bezirksvertretung, die aus 19 Mitgliedern besteht. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksvorsteher. Die Stadtbezirke sind in Stadtteile untergliedert, bei denen es sich überwiegend um früher selbständige Gemeinden handelt, die im Laufe der Geschichte nach Bielefeld eingemeindet wurden.

Die zehn Stadtbezirke mit ihren Stadtteilen sind:

Blick von der Sparrenburg auf die Bielefelder Innenstadt

Natur

Mitten durch das Bielefelder Stadtgebiet verläuft der Gebirgszug des Teutoburger Waldes. Er ist stark bewaldet und weist in Bielefeld einige Berge, wie die 302 m hohe Hünenburg auf. An seinen Berghängen entspringen zahlreiche Bäche, die sich durch Bielefeld schlängeln und entweder zur Weser oder zur Ems hin entwässern. Über den Teutoburger Wald führen zahlreiche Wanderwege durch das Bielefelder Stadtgebiet, der bekannteste unter ihnen ist der Hermannsweg. Neben dem Teutoburger Wald in der Mitte der Stadt haben die nördlichen Stadtteile Bielefelds auch Anteil am Ravensberger Hügelland, einer flach hügeligen Landschaft mit Feldern, Wiesen, Bächen sowie kleinen Flüssen. Im Süden des Stadtgebietes hat Bielefeld Anteile an der Senne, einem Heidegebiet mit sehr sandigen Böden. Im Norden der Stadt liegt der künstlich angelegte Obersee. Dieser stellt die größte Wasserfläche der Stadt dar und wurde zur Regulierung des Johannesbaches angelegt.

Bielefeld ist die Großstadt mit den meisten Grünflächen pro Einwohner in Deutschland. Es gibt zahlreiche Parks und Grünflächen innerhalb der Stadt, wie zum Beispiel den Nordpark, den Bürgerpark oder den Botanischen Garten.

Geschichte

Stadtgründung und Mittelalter (1214–1500)

Die erste Erwähnung der Stadt Bielefeld stammt aus dem Jahr 1214 und findet sich in einer Vertragsurkunde des Grafen Hermann von Ravensberg und des Klosters Marienfeld. Vorher befand sich an dieser Stelle eine Bauernsiedlung, die bereits 1015 als „Biliuelde“ erwähnt wurde, jedoch kaum Bedeutung hatte. Die neu gegründete Stadt sollte der Landessicherung dienen, da sie an der Südgrenze der Grafschaft Ravensberg lag. Außerdem war beabsichtigt, die Stadt zur Kaufmannsstadt und Hauptstadt der Grafschaft auszubauen. Aufgrund ihrer Lage an der Kreuzung mehrerer alter Handelswege und an einem wichtigen Pass über den Teutoburger Wald entwickelte sie sich schnell zum Wirtschafts- und Finanzzentrum der Grafschaft Ravensberg. Sie zog viele Kaufleute aus dem Umland und dem nahe gelegenen Münster an. Wie in der damaligen Zeit üblich, war auch Bielefeld durch Wassergräben und Mauern vom Umland abgetrennt. Man konnte nur tagsüber durch die Stadttore in die Stadt gelangen. Das Stadtbild wurde durch das damals wichtigste Handelszentrum der Stadt geprägt, den heutigen Alten Markt, sowie das Rathaus und die Altstädter Nicolaikirche.

Ab 1293 entwickelte sich aufgrund des Baubeginns der Sparrenburg parallel neben der Altstadt die Neustadt. Sie beheimatete die Bauarbeiter der Sparrenburg und wuchs, anders als die Altstadt, ungeplant, hatte mit der Neustädter Marienkirche eine eigene Kirche und einen eigenen Rat. Auch die Neustadt verfügte über eine eigene Stadtmauer. In der Neustadt gab es drei Siedlungskerne:

Nachdem die Ravensberger Grafen ausgestorben waren und es keine Nachkommen gab, fiel die Grafschaft und damit auch die Stadt Bielefeld im Jahr 1346 an die Grafschaft Berg (ab 1423 Jülich-Berg).

Frühe Neuzeit (1500–1700)

Im Jahr 1520 wurden die bis dahin eigenständigen Städte „Neustadt“ und „Altstadt“ zu einer Stadt vereinigt. Die nun geeinte Stadt konnte sich frei entwickeln, da sie weit entfernt vom Machtzentrum der neuen Machthaber (Jülich-Berg) lag. Ein wichtiger Schritt für die Stadt war der Beitritt zur Hanse Ende des 15. Jahrhunderts. Das begünstigte ab dem Ende des 16. Jahrhunderts die Entwicklung Bielefelds zur „Leinenstadt“, was in damaliger Zeit vor allem Leinenhandel bedeutete. Die Bauern des Ravenberger Landes bauten auf ihren für einen ausreichenden Getreideertrag zu kleinen Ackerflächen Flachs an und verarbeiteten ihn in Heimindustrie zu Leinwand. Dieses Leinen wurde in der Legge, einer Art Leinenbörse gesammelt und gehandelt. Daraus resultierte auch ein gewisser Wohlstand, von dem heute noch die Patrizierhäuser am Alten Markt zeugen.

1498 wurde am Jostberg ein Franziskanerkloster gegründet, doch schon 1507 zog dies aufgrund von Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung an den heutigen Klosterplatz in die Altstadt. Dieses Kloster wurde 1829 aufgelöst. Am 30. Oktober 1612 ereignete sich ein schweres Erdbeben in der Stadt, das große Schäden anrichtete. Als Folge des Jülich-Klevischen Erbfolgestreites kam die Grafschaft Ravensberg mit Bielefeld erstmalig 1609 zum Kurfürstentum Brandenburg (in Bielefeld unterzeichneter „Recess“), endgültig allerdings erst 1666 im Erbvergleich von Kleve. Für das 1618 erworbene Herzogtum Preußen erhandelten sich die brandenburgischen Hohenzollern 1701 die Königswürde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die (abgesehen vom Kloster) lutherische Stadt von der spanischen Besatzung der oberhalb gelegenen Sparrenburg bombardiert.

Industrialisierung (1700–1900)

Im Jahr 1717 wurde in Bielefeld die erste Straßenbeleuchtung eingeführt. In der Regierungszeit Napoleons bildete der Johannisbach (1929-1973 Nordgrenze der Stadt Bielefeld) mit den anschließenden Flüssen Aa und Werre die Grenze zwischen dem Königreich Westphalen und dem Kaiserreich Frankreich, das damals auch die nordwestdeutsche Küstenregion umfasste.

1830 geriet die Leinenindustrie in eine schwere Krise, da in Irland mit der Produktion maschinell gewebter Stoffe begonnen wurde. Da konnte der handgesponnene Leinen qualitativ als auch quantitativ nicht mehr mithalten. Verschlimmert wurde die Situation der Einwohner Bielefelds neben der Krise auch durch eine Ernährungskrise im Jahr 1844. Als jedoch 1847 die Anbindung an die Cöln-Mindener Eisenbahn erfolgte, entwickelten sich rasch Fabriken, da nun Rohstoffe und fertige Waren in großen Mengen in die Stadt gelangen bzw. aus der Stadt geschafft werden konnten. Eine der größten Fabriken zur damaligen Zeit entwickelte sich 1854 mit der „Ravensberger Spinnerei“, die sich zur größten Flachsspinnerei Europas entwickelte. Schon im Jahr 1870 war Bielefeld das Zentrum der Textilindustrie in Deutschland. Hier befanden sich etwa 11 % aller Spindeln und Webstühle Deutschlands. Die Anknüpfung der Industrialisierung an ländliche Heimproduktion und die damit verbundene Herkunft der meisten Industriearbeiter aus bäuerlicher Nebenerwerbswirtschaft spiegelt sich in der Stadtstruktur: Man wohnte weder in Mietskasernen noch in planmäßig angelegten Siedlungen, sondern vorzugsweise in vom Westfalenhaus abgeleiteten freistehenden Häusern. So begann die Zersiedlung in und um Bielefeld schon lange vor der Massenmotorisierung.

Am 1. Oktober 1878 wurde die Stadtgemeinde Bielefeld aus dem Kreis Bielefeld ausgegliedert und zur Immediatstadt ernannt. Die Kreisverwaltung des Kreises Bielefeld blieb in der Stadt.

Neben der Textilindustrie entwickelte sich auch der Maschinenbau, womit zum Ende des 19. Jahrhunderts keine Maschinen mehr importiert werden mussten. Auch heute noch ist Bielefeld der fünftgrößte Maschinenbaustandort Deutschlands. Die Nahrungsmittelindustrie entwickelte sich ebenfalls zum Ende des 19. Jahrhunderts. Mit dem Oetker-Konzern entstand einer der größten Nahrungsmittelhersteller Europas. Begonnen hat August Oetker in seiner Apotheke in der Niedernstraße mit dem Verkauf und Weiterentwicklung von Backpulver.

Auch verkehrstechnisch entwickelte sich die Stadt weiter. 1900 fuhr die erste Straßenbahn, von Anfang an elektrisch.
1901 wurden die Bielefelder Kreisbahnen nach Schildesche, Werther und Enger eröffnet (Schmalspurbahn, stillgelegt im Februar 1954).

Entwicklung zur Großstadt (1900–1933)

Dank der florierenden Industrie stieg die Einwohnerzahl stark an. Daran konnte auch der Erste Weltkrieg nichts ändern. Der entscheidende Schritt in Richtung Großstadt aber waren die Eingemeindungen von 1930. In diesem Jahr wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Schildesche, Sieker, Stieghorst sowie Teile von Heepen und Gadderbaum eingemeindet. Die Einwohnerzahl stieg von 89.719 im Jahr 1929 auf 129.963 nach den Eingemeindungen, womit Bielefeld zur Großstadt wurde.

Nationalsozialismus und II. Weltkrieg (1933–1945)

Als im Jahr 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde wie in anderen deutschen Städten auch, der regierende Oberbürgermeister durch einen Mann aus der NSDAP ersetzt. In Bielefeld wohnten 900 Juden, und die Stadt verfügte über eine prächtige Synagoge mit einer weithin sichtbaren Kuppel. Diese wurde 1938 in der Reichspogromnacht zerstört. Die meisten der in Bielefeld lebenden Juden kamen in Vernichtungslagern ums Leben (siehe z.B. Tana Berghausen und Ruben Baer). Nur wenige überlebten die Lager oder hatten rechtzeitig ins Ausland fliehen können. Die Stadt war außerdem Sitz einer übergeordneten Gestapostelle, von der aus Massendeportationen für die Länder Lippe, Schaumburg-Lippe und für den Regierungsbezirk Minden organisiert wurde.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges stellte sich die Industrie in der Stadt auf die Rüstung um. Da immer mehr Männer aufgrund des Krieges eingezogen wurden, mangelte es recht schnell an Arbeitern. Infolgedessen wurden insgesamt 14.721 Menschen, überwiegend Ukrainerinnen und Polen, in die Region Bielefeld verschleppt und zur Zwangsarbeit verpflichtet.

Die ersten Bombenangriffe auf Bielefeld fanden im Juni 1940 statt, richteten jedoch keinen großen Schaden an. Der größte Bombenangriff auf die Stadt ereignete sich am 30. September 1944. Bei diesem Angriff kamen 649 Menschen ums Leben und der Großteil der Altstadt wurde zerstört. Während der Krieg vor diesem Zeitpunkt in Bielefeld recht ruhig verlief, brach nun Chaos aus, da ein großer Teil der Infrastruktur zerstört wurde. Insgesamt kamen in Bielefeld 1.347 Menschen durch Bombenangriffe ums Leben. Allerdings sind hier jene Toten, die im Landkreis durch Bombenangriffe starben, nicht mitgezählt. Es wurden 15.688 Wohnungen beschädigt oder zerstört.

Die Stadt wurde am 4. April 1945 weitgehend kampflos an US-amerikanische Truppen übergeben.

Wiederaufbau (1945–1960)

Die Zeit nach dem Krieg war durch eine große Aufbruchstimmung geprägt. Viel zerstörte historische Bausubstanz wurde durch moderne Bauten ersetzt, die der Stadt ein völlig neues Gesicht gaben. Die Einwohnerzahl stieg durch den Zustrom von Ostvertriebenen sprunghaft an. 1955 betrug sie schon 155.000. Bielefeld übernahm Patenschaften für die Städte Gumbinnen/Ostpreußen (heute Gussew, Russland), Wansen/Schlesien (heute Wiazów, Polen), Münsterberg/Schlesien (heute Ziębice, Polen). Die Textilindustrie verlor immer mehr an Bedeutung, und die Stadt entwickelte sich, wie fast alle Großstädte, zu einem Dienstleistungszentrum. Bielefeld wurde außerdem eine Garnisonstadt der britischen Rheinarmee.

Jüngere und aktuelle Entwicklungen (1960 bis heute)

Im Jahr 1969 wurde die Universität Bielefeld, die einzige in der Region Minden-Ravensberg, gegründet. Seitdem bevölkert zunehmend auch studentisches Publikum die alte Leineweberstadt.

1973 wurden infolge des Bielefeld-Gesetzes der Kreis Bielefeld und die kreisfreie Stadt Bielefeld aufgelöst und (mit Ausnahme weniger Gebiete) zur „neuen“ kreisfreien Stadt Bielefeld zusammengefasst. Die Einwohnerzahl stieg auf über 300.000 an. Verkehrstechnisch war das Jahr 1991 besonders wichtig, da es seitdem ein modernes Stadtbahnsystem, die Stadtbahn Bielefeld, mit unterirdischen Innenstadttunneln gibt. Betrieben wird die Stadtbahn seitdem von der moBiel GmbH, einer Ausgliederung aus den Stadtwerken Bielefeld.

Die wichtigsten Daten im Überblick

Jahr Ereignis
1214 Erste Erwähnung als Stadt
1. Hälfte des 13. Jh. Bau der Sparrenburg, die Sitz der Grafen von Ravensberg wird
1236 Entstehung der Nicolaikirche als Pfarrkirche
Ende des 13. Jh. Entwicklung der Neustadt
1340 Baubeginn der jetzigen Altstädter Nicolaikirche
1346 Die Stadt fällt mit Ravensberg an Berg
Ende des 15. Jh. Beitritt zur Hanse
1502 Gründung eines Franziskanerklosters
1520 Zusammenlegung von Alt- und Neustadt
1530 Bau des Crüwell-Hauses
ab 1533 Ausbreitung der Reformation, Zentrum ist die Marienkirche
1538 Errichtung eines neuen Rathauses am Alten Markt
1540 Der Spiegelshof wird erbaut
1558 Gründung des Ratsgymnasiums
Ende des 16. Jh. Beginn der Leinenindustrie
1632 Die Nicolaikirche wird endgültig lutherisch
1614 Die Stadt fällt an (Brandenburg-)Preußen
1717 Erste Straßenbeleuchtung in Bielefeld
um 1830 Krise der Leinenindustrie
1844 Ernährungskrise
1847 Anbindung an die Köln-Mindener Eisenbahn
1854 Gründung der Ravensberger Spinnerei
1856 Gründung des Ceciliengymnasiums als Mädchenschule
um 1870 Bielefeld ist das Zentrum der Textilindustrie in Deutschland
1878, 1. Oktober Bielefeld wird Immediatstadt
1895 Bau des „Eisernen Antons
1896 Gründung der Helmholtz-Schule
1900, 20. Dezember Die erste Straßenbahn rollt
1901, April Die Bielefelder Kreisbahnen fahren nach Enger und Werther
1904 Fertigstellung des Rathauses
1904 Eröffnung des Stadttheaters
1905, 3. Mai Gründung des DSC Arminia Bielefeld
1910 Der Bielefelder Hauptbahnhof wird in Betrieb genommen
1926 Bau der Bielefelder Alm
1928 Eröffnung des Heimat-Tierparks Olderdissen
1930 Bielefeld wird Großstadt
1930, 31. Oktober Eröffnung der Rudolf-Oetker-Halle
1938, 9. November Zerstörung der Synagoge
1941 Anfang der Judendeportationen
1944, 30. September Größter Bombenangriff auf Bielefeld
1968 Eröffnung der Kunsthalle Bielefeld
1969 Gründung der Universität Bielefeld
1971 Gründung der Fachhochschule Bielefeld
1973, 1. Januar Bielefeld-Gesetz: Zusammenlegung des Kreises Bielefeld mit der kreisfreien Stadt Bielefeld
1990 Eröffnung der Stadthalle
1991, 28. April Eröffnung der Stadtbahn Bielefeld
1993 Eröffnung der Seidensticker Halle
2005 Hundertjähriges Jubiläum des DSC Arminia Bielefeld e.V.

Eingemeindungen

Folgende Städte und Gemeinden bzw. Gemeindeteile wurden nach Bielefeld eingegliedert:

Einwohnerentwicklung

Siehe auch: Einwohnerentwicklung von Bielefeld

Die Bevölkerungszahl Bielefelds überschritt 1930 (in den damals gültigen Grenzen) die Marke von 100.000 und machte die Stadt damit zur Großstadt. 1950 hatte sie über 150.000 Einwohner. Bis 1973 verdoppelte sich diese Zahl durch die Eingemeindung der meisten zum Kreis gehörenden Orte, darunter Brackwede (39.856 Einwohner 1970), Sennestadt (20.187 Einwohner 1970) und Senne I (17.421 Einwohner 1970), auf rund 320.000. Am 31. Dezember 2006 betrug die „ Amtliche Einwohnerzahl“ für Bielefeld nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 325.846 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Damit steht die Stadt unter den deutschen Großstädten an 18., innerhalb Nordrhein-Westfalens an achter Stelle.

Religion

Bielefeld gehörte seit der Gründung zum Bistum Paderborn und war dem Archidiakonat in Lemgo unterstellt. Die erste katholische Kapelle wurde 1236 von der Kirche in Heepen abgetrennt. Um 1553 fasste die Reformation Fuß. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis. Doch gab es nach dem Übergang der Stadt an Preußen ab 1682 auch eine reformierte Gemeinde mit einer eigenen Pfarrkirche. Die Stadt war somit überwiegend protestantisch. Nachdem in ganz Preußen 1817 die Union der lutherischen und reformierten Gemeinden vollzogen wurde, vereinigten sich auch in Bielefeld beide protestantischen Gemeinden zu einer evangelischen Gemeinde. Bielefeld wurde im 19. Jahrhundert auch Sitz einer Kreissynode mit einem Superintendenten innerhalb der Evangelischen Kirche in Preußen bzw. dessen westfälischer Provinzialkirche. Hieraus entstand der heutige Kirchenkreis Bielefeld. 1949 wurde die Verwaltung der nunmehr als Evangelische Kirche von Westfalen bezeichneten Landeskirche von Münster (Westfalen) nach Bielefeld verlegt. Heute umfasst der Kirchenkreis Bielefeld 33 evangelische Kirchengemeinden innerhalb der Stadt Bielefeld. Einige Gemeinden im südlichen Stadtgebiet Bielefelds (Brackwede, Senne und Sennestadt) gehören zum Kirchenkreis Gütersloh.

Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. Sie gehörten und gehören bis heute zum 1821 neu umschriebenen Bistum Paderborn, das 1930 zum Erzbistum erhoben wurde. Bielefeld wurde Sitz eines Dekanats, zu dem bis 2006 alle Pfarrgemeinden der Stadt gehörten. Am 1. Juli 2006 wurden die bisherigen Dekanate Bielefeld und Lippe zum neuen Dekanat Bielefeld-Lippe mit Sitz in Bielefeld zusammengelegt.

In Bielefeld waren im Mai 2002 insgesamt 152.092 Personen evangelisch, 52.965 römisch-katholisch, und 117.556 gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder waren konfessionslos.

Ein besonderes Merkmal von Bielefeld sind die zahlreichen diakonischen Werke, die dort seit der Mitte des 19. Jahrhunderts tätig sind. Dazu gehören beispielsweise die Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, das Evangelische Johanneswerk und die Evangelische Stiftung Ummeln.

Neben den evangelischen und katholischen Gemeinden in Bielefeld gibt es auch noch verschiedene Freikirchen, darunter eine Freie Evangelische Gemeinde (Christengemeinde – Philadelphia- Kirche), Baptistengemeinden, die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, die Jesus Freaks (Kraftwerk-Gemeinde), die Christusgemeinde Bielefeld, mehrere Mennonitengemeinden und die Koinonia-Gemeinde Bielefeld e. V.

Im Stadtteil Sieker findet jeden Sonntag Nachmittag ein spanischer Gottesdienst in der Ev. Freikirche Sieker statt.

In Schildesche hat die Christengemeinschaft, orientiert an den anthroposophischen Weltanschauungen nach Rudolf Steiner, ihren charakteristischen Kirchenneubau, in der Nähe der Waldorfschule gebaut.

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) ist seit 1896 in Bielefeld vertreten und zählt heute etwas 360 Mitglieder. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Bielefeld mit 15 Gemeinden vertreten. Für sie ist Bielefeld eine historische Keimzelle und wichtiger Startpunkt ihrer Ausbreitung in Deutschland. Eine katholisch-apostolische Gemeinde kommt jeden Sonntag zu Gottesdiensten zusammen.

Bielefeld hat eine jüdische Gemeinde mit rund 250 Mitgliedern: die Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld K.d.ö.R..

Politik

An der Spitze der Altstadt Bielefeld stand zunächst der vom Landesherrn ernannte Bürgermeister. Doch ist seit 1243 auch ein Rat nachweisbar, der zugleich das Schöffenkollegium bildete. Vorsitzender war ein eigens eingesetzter Richter. Der Rat trat zunächst als „sitzender Rat“ auf. Ab 1520 gab es einen sitzenden und einen „geheimen Rat“. In der Neustadt ist seit 1317 ein Rat und ab 1336 ein Bürgermeister genannt. Der Rat hatte 7 bis 9 Mitglieder. Nach der Zusammenlegung beider Städte 1510 wurde 1520 auch die Verwaltung neu organisiert. Danach wurde jährlich der Bürgermeister ernannt und der Rat gewählt. Ab dem 16. Jahrhundert waren Teile des Rats zugleich Schöffen. Vermutlich hat es ab 1590 eine weitere Umbildung des Rates gegeben. Es erscheinen zwei Bürgermeister, von denen einer als „regierender Bürgermeister“ auftrat. 1719 wurde vom preußischen König eine Neuordnung des Magistratskollegiums verfügt. Der Magistrat bestand danach aus zwei Bürgermeistern, einem Kämmerer, einem Sekretär, vier Ratsherren und sechs Vorstehern. Diese Verwaltungsorganisation wurde erst mit der Einführung der revidierten Städteordnung 1831 geändert. An der Spitze der Stadt stand danach der Bürgermeister, der später den Titel Oberbürgermeister erhielt.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein, und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, der ehrenamtlich tätig war. Außerdem wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1994 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.

Bürgermeister, ab 1930 Oberbürgermeister

  • 1780–1812: Florens Consbruch
  • 1812–1817: Conrad Wilhelm Delius
  • 1817–1831: Ernst Friedrich Delius
  • 1831–1834: Adam Junkermann (kommissarisch, da Johann Dietrich Kurlbaum nicht anerkannt wurde)
  • 1835–1853: Friedrich Wilhelm Eduard Körner
  • 1853–1857: Friedrich Clairant Krohn
  • 1857–1881: Ludwig Huber
  • 1881–1910: Gerhard Bunnemann
  • 1910–1932: Rudolf Stapenhorst
  • 1932–1934: Paul Prieß
  • 1934–1945: Friedrich Budde, NSDAP
  • 1945–1946: Josef Niestroy
  • 1946–1952: Artur Ladebeck, SPD
  • 1952–1954: Dr. Hermann Kohlhase, FDP
  • 1954–1961: Artur Ladebeck, SPD
  • 1961–1962: Dr. Rudolf Nierhoff, CDU
  • 1963–1975: Herbert Hinnendahl, SPD
  • 1975–1989: Klaus Schwickert, SPD
  • 1989–1994: Eberhard David, CDU
  • 1994–1999: Angelika Dopheide, SPD
  • 1999 bis heute: Eberhard David, CDU

In der Stichwahl zum Oberbürgermeisteramt am 10. Oktober 2004 erhielt Eberhard David (CDU) 50,06 % der abgegebenen Stimmen und damit 137 Stimmen mehr als SPD-Kandidat Pit Clausen, für den 49,94 % stimmten.

Oberstadtdirektoren 1946–1994

Stadtrat

Der Rat der Stadt Bielefeld hat gegenwärtig 61 Mitglieder, die sich auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen (Kommunalwahl vom 26. September 2004):

Wappen

Das Wappen der Stadt Bielefeld ist golden, belegt mit einer roten Zinnenmauer mit zwei runden Zinnentürmen und breitem offenen Torbogen [als Teil der ehemaligen Stadtbefestigung], in diesem ein fünfmal von Silber und Rot gesparrter Schild [von der Grafschaft Ravensberg].

In der Grundform gibt es dieses Wappen seit 1263; damals galt es als Wappen der Altstadt. Als 1520 die Alt- mit der Neustadt vereinigt wurde, wurde das Wappen offizielles Wappen der nun vereinigten Stadt. Bis ins 19. Jahrhundert hat sich daran nichts geändert, doch dann kamen Löwen innerhalb von Wappen immer mehr in Mode, so dass das Wappen von da an von zwei Löwen getragen wurde. Seit 1973 ist das Wappen in Schildform und ohne Löwen das offizielle Wappen der Stadt Bielefeld.

Städtepartnerschaften

Bielefeld unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Öffentliche Einrichtungen

Es gibt einige öffentliche Einrichtungen in Bielefeld aus den unterschiedlichsten Kategorien. Beispielsweise hat die Evangelische Kirche von Westfalen hier ihren Sitz. Daneben gibt es noch zahlreiche andere kirchliche Einrichtungen, wie die Von Bodelschwinghschen Anstalten im Stadtteil Bethel oder das Evangelische Johanneswerk e.V. Abgesehen von den Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft existieren zahlreiche Einrichtungen in staatlicher Trägerschaft, so etwa die ortsansässige Handwerkskammer Ostwestfalen - Lippe und die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld. Auch gibt es zahlreiche Kliniken in der Stadt (insgesamt 11). Hiervon zu nennen wären zum Beispiel die Städtischen Kliniken Mitte einschließlich den dazugehörigen Kliniken an der Rosenhöhe. Außerdem das Evangelische Krankenhaus Bielefeld, welches aus dem Johanneskrankenhaus und den Kliniken Gilead und Mara besteht. In katholischer Trägerschaft existiert das Franziskushospital Bielefeld.

Infrastruktur und Wirtschaft

Verkehr

Luftverkehr

Der nächstgelegene internationale Flughafen ist der Flughafen Paderborn/Lippstadt (ca. 45 km süd-südwestlich von Bielefeld), der über die A 33 zu erreichen ist.

Daneben verfügt Bielefeld im Stadtbezirk Senne in unmittelbarere Nähe der B68 / A2 über einen eigenen kleinen Flugplatz, den Verkehrslandeplatz Bielefeld (EDLI), der vornehmlich von ostwestfälischen Geschäftsleuten, aber auch von Hobbypiloten und Segelfliegern genutzt wird. Über den mittlerweile abgeschlossenen Ausbau der Start- und Landebahn auf 1.300 Meter Länge wurde jahrelang heftig gestritten.

Schienen- und Busverkehr

Bielefeld liegt an der elektrifizierten zwei- bis viergleisigen Hauptbahn KölnDortmundHannover (KBS 370 und KBS 400, siehe auch Bahnstrecke Hamm–Minden), der historischen Köln-Mindener Eisenbahn. Im Stadtteil Schildesche überquert die Strecke auf dem nördlichsten Viadukt Deutschlands das Tal des Johannisbaches. Am Hauptbahnhof zweigt die Begatalbahn nach Lemgo über Oerlinghausen und Lage ab. Am Bahnhof Brackwede zweigen die eingleisigen Nebenbahnen Haller Willem nach Osnabrück über Halle (Westf) und die Senne-Bahn nach Paderborn über Sennestadt ab. Im Stadtgebiet gibt es 11 Bahnhöfe bzw. Haltepunkte.

Für die Zugverbindungen im Fern- und Nahverkehr siehe Hauptartikel Bielefeld Hauptbahnhof.

Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen vier Stadtbahnlinien, Regionalbahnen und Stadtbusse. Die Stadtbahn Bielefeld fährt im Innenstadtbereich unterirdisch. Alle Stadtbahnen halten an den U-Bahnhöfen Hauptbahnhof und Jahnplatz sowie am Rathaus. Am Wochenende (Fr/Sa, Sa/So) und vor Feiertagen fahren Nachtbusse auf einem besonderen Nacht- und Frühverkehrsnetz (sonntags bis ca. 8.30 Uhr).

Siehe auch: Nahverkehr in Bielefeld.

In allen Stadtbahnen, Regionalbahnen und Bussen (ausgenommen Nachtbusse und NachtExpress) gilt der Sechser-Tarif des Verkehrsverbundes OstWestfalenLippe.

Straßen

Durch das Stadtgebiet Bielefelds führen die Bundesautobahnen A 2 und A 33 sowie die Bundesstraßen B 61, B 66 und B 68, wobei letztere voraussichtlich mit der Fertigstellung der A 33 im Bereich Bielefeld nicht mehr als Bundesstraße gewidmet sein wird.

In den 1950er Jahren plante man für die Hauptverbindungen in Richtung Gütersloh, Herford, Lippe und Werther leistungsfähige Straßen, die zum Teil bestehende Straßenzüge verwenden und zum Teil über neue Trassen verlaufen sollten. Die Neubaustücke waren weitgehend anbaufrei vorgesehen.

Etwa ein Jahrzehnt später ging man noch einen Schritt weiter, indem man die geplanten Straßenzüge als Autobahn vorsah. Bislang wurde davon lediglich der Ostwestfalendamm im Zuge der B 61 zwischen den Stadtteilen Brackwede und Mitte verwirklicht. Nach Fertigstellung der A 33 wird er ebenso als Autobahnzubringer für Bielefeld-Zentrum genutzt werden können. Immer noch vorgesehen, aber durchaus umstritten, sind Schnellstraßen im Zuge der B 66 im Osten und der L 712N (Ostwestfalenstraße) im Nordosten der Stadt. Weitergehende Planungen wurden verworfen und sollen in der nächsten Zeit aus dem Flächennutzungsplan gestrichen werden.

Fahrradverkehr

Bielefeld ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. Am Bahnhof befindet sich eine Fahrradstation mit Parkhaus, ein Rad-Center mit Werkstatt und Verkauf sowie eine Geschäftsstelle des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club.

Wirtschaftsprofil

Bielefeld war lange Zeit das Zentrum der Leinenindustrie. Doch die Industriezweige haben sich gewandelt. Heute ist Bielefeld vor allem Standort der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, der Druck- und Bekleidungsindustrie, sowie der Bauwirtschaft und des Maschinenbaus.

34 % der Beschäftigten sind im verarbeitenden Gewerbe tätig, 18 % im Handel und 48 % im Dienstleistungssektor. In Bielefeld arbeiten 11 % der Beschäftigten im Gesundheitssektor, das ist über Landes- und Bundesdurchschnitt. Größter Arbeitgeber in Bielefeld sind die v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel.

Handel

Neben Großhändlern wie EK, AVA und Beauty Alliance hat Bielefeld als Oberzentrum in OWL auch im Einzelhandel eine wichtige Rolle. Der erste SB-Markt stand z.B. in Bielefeld. Wichtige Einzelhändler der Innenstadt sind sowohl im EHV OWL engagiert, wie auch in zahlreichen Werbegemeinschaften. Hier sind besonders die Werbegemeinschaft in der City Bahnhofstraße sowie die Werbegemeinschaft Altstadt zu nennen.

Medien

In Bielefeld hat der WDR ein Studio eingerichtet. Hier werden die Regionalprogramme in Radio und Fernsehen für Ostwestfalen-Lippe produziert und ausgestrahlt.

Als Tageszeitungen erscheinen in Bielefeld die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt. Das Lokalradio Radio Bielefeld ist in der ganzen Stadt auf 98,3 MHz und 97,6 MHz zu empfangen. Mit 50 Watt sendet außerdem das Campusradio Hertz 87,9 in weite Teile der Stadt und das nichtkommerzielle Einrichtungsradio Antenne Bethel ist im Stadtteil Gadderbaum werktäglich von 18 bis 19 Uhr auf 94,3 MHz zu hören. Am 17. November 2005 startete der lokale Fernsehsender Kanal 21. Das „Bielefelder Bürgerfernsehen“ kann mit einer Lizenz als so genannter Offener Kanal mehr als 80.000 Kabelhaushalte erreichen.

Seit 1989 erscheint alle 14 Tage die Stadtillustrierte ULTIMO, seit 1996 auch in Form einer Internetausgabe. Im Jahr 2000 startet das Internetangebot WebWecker, das ebenfalls Themen rund um das Bielefelder Stadtleben behandelt. Auch einige Blogs befassen sich mit dem Bielefelder Stadtgeschehen, etwa das Sparrenblog von Mischael-Sarim Verollet, sowie das hauptsächlich auf Themen rund um den Bundesligisten Arminia Bielefeld spezialisierte blog05.

Ortsansässige Unternehmen

Siehe Liste der Unternehmen in Bielefeld

Bildung

Staatliche Hochschulen

Die Universität Bielefeld ist die einzige Universität in der Region Minden-Ravensberg und mit 18.000 Studenten die größte Hochschule in Bielefeld. Sie wurde 1969 gegründet.

Die Fachhochschule Bielefeld unterhält eine Abteilung in Bielefeld selbst, sowie eine weitere in Minden. Sie bietet zahlreiche Studiengänge aus den Feldern Ingenieurwissenschaften, Gestaltung, Soziales/Pflege/Gesundheit und Wirtschaft an. Die FH beherbergt heute 6.800 Studenten und wurde 1971 gegründet.

Die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW unterhält in Bielefeld eine von insgesamt sechs Abteilungen. Der Bielefelder Abzweig wurde 1976 gegründet und beinhaltet die Fachbereiche Kommunaler Verwaltungsdienst, Staatlicher Verwaltungsdienst und Polizeivollzugsdienst.

Kirchliche Hochschulen

Die Kirchliche Hochschule Bethel wurde 1905 gegründet und ist Teil der von Bodelschwinghschen Anstalten und staatlich anerkannt. Sie geht auf die Ideen Friedrich von Bodelschwinghs zurück. Die Studiengänge für Evangelische Religion (Lehramt) und zum Evangelischen Pfarramt laufen demnächst aus. Die „KiHo“ wird als Hochschule für Diakonie weitergeführt.

Private Hochschulen

Es gibt in Bielefeld zurzeit vier private Hochschulen:

Die Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld (kurz FHM), wurde im Jahr 2000 gegründet und bietet speziell auf den Mittelstand ausgerichtete, staatlich anerkannte Studiengänge aus den Bereichen Medien, Informatik und Wirtschaft an.

Die Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) wurde 1993 in Paderborn durch das Bildungszentrum für informationsverarbeitende Berufe gegründet. Die staatlich anerkannte Schule unterhält seit 2001 einen Standort in Bielefeld mit dem einzigen Fachbereich Wirtschaft. Weitere Standorte befinden sich in Bergisch Gladbach, Hannover, Paderborn, Celle und Gütersloh.

Das Euro Business College gibt es in Bielefeld seit 2001. Die staatlich nicht anerkannte Schule unterhält zahlreiche weitere Standpunkte über ganz Deutschland und Europa verteilt. Es werden Studiengänge aus den Bereichen Wirtschaft, Tourismus, Marketing und Logistik angeboten.

Die Fachhochschule der Diakonie (FHdD) wurde 2006 in Bielefeld durch die v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, dem Johanneswerk sowie weiteren diakonischen Trägern gegründet; der Lehrbetrieb wurde im Oktober 2006 aufgenommen. Die FH bietet Studiengänge im Sozial- und Gesundheitsbereich sowie eine Ausbildung zum Diakon an.

Andere Schulen

Daneben gibt es ein breites Spektrum an allgemein bildenden und beruflichen Schulen, und zwar 47 Grundschulen, elf Hauptschulen, 15 Sonderschulen, zehn Realschulen, vier Gesamtschulen, zehn Gymnasien, eine Waldorfschule, sieben Berufsbildende Schulen, neun Privatschulen, eine Musikschule, eine Kunstschule, zwei Staatliche Versuchsschulen (Oberstufen-Kolleg und Laborschule) und zwei Fachschulen (Diätlehranstalt, Fachschule für Altenpflege).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke und weitere Hauptsehenswürdigkeiten

Kirchen

Die Altstädter Nicolaikirche ist die älteste der Bielefelder Stadtkirchen. Sie war ursprünglich eine dreischiffige gotische Hallenkirche, die Anfang des 14. Jahrhunderts vergrößert und zur Bürger-/Kaufmannskirche ausgebaut wurde. Zuvor wurde sie 1236 vom Paderborner Bischof Bernard zur eigenständigen Pfarrkirche erhoben. Dreimal täglich (um 9.00, 12.30 und 18.00 Uhr) gibt es ein Glockenspiel zu hören. Der wertvollste Besitz dieser Kirche ist ein Antwerpener Retabel, das mit neun geschnitzten Szenen und über 250 Schnitzfiguren verziert ist. In ihrer heutigen Form ist die Kirche bis auf den unteren Teil des Turmes ein Neubau, der in Anlehnung an die am 30. September 1944 zerstörte Vorgängerkirche entstanden ist. Die Kirche verfügt über ein kleines Museum, in dem unter anderem Überbleibsel aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg sowie alte Fotografien und diverse andere Ausstellungsstücke gezeigt werden.

Die Neustädter Marienkirche ist eine hochgotische Hallenkirche mit zwei Türmen von 1293. Die Türme wurden jedoch erst Anfang des 16. Jahrhunderts mit gotischen Turmhelmen vollendet. Die gotischen Turmhelme wurden bei einem Sturm zerstört und durch barocke Hauben ersetzt. Diese Kirche ist das kunsthistorisch gesehen wertvollste Baudenkmal Bielefelds und hat eine Länge von 52 m, sowie eine Höhe von 78 m. Im Jahr 1553 war sie Ausgangspunkt der Bielefelder Reformation. Sie verfügt über einen wertvollen Flügelaltar mit 13 verschiedenen Bildern, den sogenannten Marienaltar. Die Bilder wurden von einem anonymen Maler im Jahr 1400 geschaffen. Auf ihnen sind Situationen, die Himmel und Erde, Gott und Mensch, Christus und Maria deuten, zu sehen. Die Kirche diente eine Zeit lang als Grablege der Grafen von Ravensberg. An der Nordseite des Chores befindet sich die Tumba des Grafen Otto III. von Ravensberg und seiner Gemahlin Hedwig zur Lippe, die wohl kurz nach 1320 entstanden ist. Auf der Südseite Tumba des Grafen Wilhelm II. († 1428) und seiner Gemahlin Adelheid von Tecklenburg († 1429). Zur weiteren Ausstattung gehören ein spätgotischer Kruzifixzus vom Anfang des 16. Jh. und eine geschnitzte Kanzel von 1681–83 vom Bielefelder Meister Bernd Christoph Hattenkerl. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche schwer beschädigt. Unter anderem wurden bei einem Luftangriff die bis dato barocken Turmhelme zerstört. Nach dem Krieg wurden diese 1965 in gotischer Form neu errichtet und erhielten ihre extrem spitze Form.

Mitten in der Altstadt steht die im 16. Jahrhundert entstandene Süsterkirche. An dieser Stelle wurde es im Jahr 1491 zwölf Augustinerinnen gestattet, ein eigenes Kloster zu gründen. Sie widmeten sich der Kranken- und Armenversorgung. Im Jahr 1616 jedoch, wurde das Kloster auf Grund von mangelnder Wirtschaftlichkeit aufgegeben und an die Stadt übergeben. Heute ist sie die Kirche der einzigen evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Bielefelds. Von den anschließenden Gebäuden des ehemaligen Klosters zum Marienthal blieb nur Süsterplatz 2 erhalten. Der quadratische zweigeschossige Bau mit Satteldach entstand im Kern bereits zwischen 1500 und 1600 und dient heute als Pfarrhaus. Im 18./19. wurde er durchgreifend umgebaut unter Veränderung der Geschosshöhen. Der Vordergiebel zum Süsterplatz wurde dabei in neugotischen Formen dekoriert.

Die katholische Pfarrkirche St. Jodokus war ursprünglich die Kirche eines Franziskanerklosters und wurde 1511 erbaut. Zunächst (ab 1498) befand sich dieses Kloster am Jostberg, wurde dort jedoch schon 1507 aufgrund von Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung wieder aufgegeben und an den heutigen Klosterplatz verlegt. Von diesem alten Kloster am Jostberg sind teilweise noch Ruinen erhalten. Das Kloster in der Altstadt wurde 1829 aufgelöst. Im Innern der Kirche befinden sich die „Schwarze Madonna“ von 1220, eine Holzplastik des hl. Jodokus von 1480 sowie die Ikonenwand von Saweljew aus dem Jahr 1962.

Die Kirche Heilig Geist an der Spandauer Allee im Bielefelder Ortsteil Dornberg gilt als ein Kleinod unter den modernen Kirchen im ostwestfälischen Raum. Sie wurde Anfang der 1990er Jahre in Bielefeld-Dornberg als Nachfolgekirche für die beiden für die wachsende Gemeinde zu klein gewordenen Kirchen Heilig Geist im Wellensiek und Heilige Familie, Bielefeld-Uerentrup, erbaut.

Profanbauten

Der Alte Markt bildet das Herzstück der Bielefelder Altstadt. An seiner Nordseite befindet sich das Theater am Alten Markt. Der äußerlich unscheinbare Bau lässt kaum erahnen, dass in ihm noch umfangreiche Reste des mittelalterlichen Rathauses stecken. Das Altstädter Rathaus wurde 1424 erstmals urkundlich erwähnt. Der erste Rathausbau war an dieser Stelle vermutlich wohl bereits im 13. Jh. entstanden. Von diesem dürften noch Teile im jetzigen Kellergeschoss vorhanden sein. Ab 1538 begann man mit einem Neu-, bzw. Erweiterungsbau, der erst gegen 1569 vollendet worden sein dürfte. Hiebei handelte es sich um einen zweigeschossigen Bruchsteinbau über hohem Sockelgeschoss mit zwei in Werkstein aufgeführten Schaugiebeln. Der auf einer Zeichnung des 19. Jh. überlieferte westliche Staffelgiebel war in Anlehnung an das Münsteraner Rathaus und das nahe gelegene Crüwellhaus noch in spätgotischen Formen gestaltet. Über dem schon Renaissanceformen aufweisenden Hauptportal an der Niedernstraße war ein 1562 bezeichnetes Adam und Eva-Relief (jetzt im Foyer des Neuen Rathauses) angebracht. 1820–1821 erfolgte ein durchgreifender Umbau und die Erhöhung des Wandkastens, um das Innere besser nutzen zu können. Dabei wurde der Abbruch der beiden Giebel vorgenommen. Anschließend kam es zu einer Dekorierung des Außenbaus in einfachen klassizistischen Formen und zur Verlegung des Haupteingangs mit Freitreppe an die Marktseite. Das hohe Satteldach wurde außerdem durch ein niedriges Krüppelwalmdach ersetzt. Nach der Erbauung des Neuen (heute: Alten) Rathauses am Niedernwall im Jahre 1904 diente es nur noch als Sitz untergeordneter Behörden und der Stadtbibliothek. 1906 Einbau eines Arkadenganges an der Niedernstraße (so genannter Hochzeitsbogen) für den Fußgängerverkehr. Am 30. September 1944 wurde der Bau mehrfach von Brandbomben getroffen. Nach dem völligen Ausbrennen des Alten Rathauses erfolgte ab 1949 der Wiederaufbau durch Hanns Dustmann unter weitgehender Verwendung des spätmittelalterlichen Wandkastens. Seitdem wird es als „Theater am Alten Markt“ und als Volkshochschule „Die Brücke“ genutzt. Um beiden Einrichtungen unterbringen zu können, wurde im Norden ein niedrigerer Erweiterungsbau angefügt. Bei der Wiederherstellung der Fassaden kam es zu einer Entfernung des klassizistischen Dekors und der Gestaltung des Äußeren in schlichten Formen, so dass das noch weitgehend aus dem Spätmittelalter stammende Gebäude heute wie ein kompletter Nachkriegs-Neubau erscheint, der noch deutliche Anklänge an die so genannte Heimatschutzarchitektur zeigt. Der jetzige Bau ist ein zweigeschossiger Putzbau von sieben Achsen mit hohem, von zahlreichen Gauben belebtem Walmdach. An der zur Niedernstraße hin orientierten Schmalseite befindet sich der als Laubengang gestaltete Hochzeitsbogen, an der Marktseite ein schlichtes Portal mit doppelläufiger Freitreppe. Die östlichen drei Joche des Kellergewölbes 1995 wurden saniert und dienen seitdem als Weinstube. Die Kreuzgratgewölbe sind noch zum Teil mit den alten Schlusssteinen versehen, die sich allerdings nicht mehr an ursprünglicher Stelle befinden.

Bürgerliche Wohnbauten

Von den noch zu Beginn des Zweiten Weltkrieges in größerer Zahl vorhandenen bürgerlichen Wohnbauten des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit sind nur wenige erhalten:

Das derzeit älteste bekannte Bürgerhaus ist Obernstraße 51. Es wurde nach dendrochronologischer Datierung 1485 errichtet. 1592 kam es zu einem umfassenden Umbau, bei dem es u. a. mit einem neuen reich beschnitzten Fachwerk-Giebel versehen wurde. Von 1991 bis 1993 wurde das Gebäude durchgreifend erneuert und durch einen modernen Anbau ergänzt. Damals wurden wichtige historische Befunde zerstört. Die ursprüngliche Aufteilung des Inneren mit Diele, den seitlichen Stubeneinbauten und dem unterkellertem Saal ist bis heute nachvollziehbar geblieben.

Ebenfalls noch aus dem Spätmittelalter stammt Obernstraße 32. Das schlichte zweigeschossige Giebelhaus mit Krüppelwalmdach wird im Äußeren wesentlich durch einen Umbau geprägt, der wohl zur Mitte des 19. Jahrhunderts durchgeführt wurde. Die ältesten Teile entstanden aber bereits im frühen 16. Jahrhundert.

Eines der bekanntesten Wohnbauten ist das ab 1530 errichtete Crüwell-Haus (Obernstraße 1). Der spätgotische Stufengiebel entstand nach dem Vorbild münsteraner Bauten. Ähnliche, jedoch später entstandene Beispiele befinden sich in Herford (Bürgermeisterhaus, bezeichnet 1538) und Lemgo (Haus Wippermann 1576). Die Front wurde im 19. Jh. überarbeitet und im Erdgeschoss durch Ladeneinbauten verändert. Im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt, wurde das Haus 1949 unter Erhaltung der historischen Fassade neu errichtet. Beim Wiederaufbau wurden anstelle der großen Schaufenster kleinere Kreuzstockfenster eingesetzt. Im Treppenhaus befinden sich ca. 7000 historische Delfter Kacheln aus dem 16. bis 18. Jh. Es handelt sich wohl um die größte Sammlung dieser Art in Nordwestdeutschland.

Vom Battig-Haus (Alter Markt 3) blieb nach schwerer Kriegszerstörung nur der 1680 bezeichnete Volutengiebel erhalten, der in den Komplex der Lampe-Bank einbezogen wurde. Die Schaufront ist noch stark von der so genannten „Weserrenaissance“ beeinflusst, die Art der Staffelfüllungen ist jedoch schon dem Barock verpflichtet. Der nach 1945 durchgeführte Wiederaufbau erfolgte unter Erhaltung der Fassade, wobei die Schaufenster durch kleinere Öffnungen ersetzt wurden.

An der Obernstraße 38 befindet sich ein Fachwerkbau mit klassizistischem Massivgiebel, der dem älteren Hauskörper wohl in der 1. Hälfte des 19. Jh. vorgeblendet wurde. Die Erdgeschosszone ist in jüngerer Zeit durch Ladeneinbauten einschneidend verändert worden.

Adelshöfe

Von den noch im Jahre 1718 genannten 17 Adelshöfen sind noch einige erhalten:

Als Keimzelle der Stadt gilt der an der Welle gelegene Waldhof. Er soll aus einem der Höfe hervorgegangen sein, die bereits vor der Stadtgründung bestanden. Das lang gestreckte Gebäude stammt im Kern noch aus dem Mittelalter und wurde im 16. Jahrhundert umgebaut. Damals entstand die 1585 bezeichnete Utlucht mit Volutengiebel.

Am Klosterplatz befindet sich der auch als Wörmanns Hof bezeichnete Korff-Schmisinger Hof. Das mit Fächerrosetten reich beschnitzte Obergeschoss soll um 1640 entstanden sein. Beim Bau der Klosterplatzschule wurde der ehemals etwa doppelt so lange Bau erheblich verkürzt.

In unmittelbarer Nähe liegt der Wendtsche Hof (Hagenbruchstraße 8). Der zweigeschossige Bau entstand ebenfalls im 16. Jh. und wurde im 19. und frühen 20. Jh. mehrfach verändert. Die rückwärtigen Teile wurden weitgehend in Fachwerk erneuert. Im Innenhof befindet sich ein wohl noch aus der Bauzeit stammender polygonaler Treppenturm.

Der 1540 bezeichnete Spiegelshof ist ein zweigeschossiger verputzter Bruchsteinbau im Stil der so genannten Weserrenaissance. Die Schmalseiten werden von Radzinnengiebeln geschmückt. Das Treppenhaus wurde 1682 angefügt. Das Innere wurde im Laufe der Zeit immer wieder verändert; im hinteren Teil des Gebäudes blieb dennoch ein unterkellerter Saal mit Balkendecke erhalten. Heute beherbergt Spiegels Hof das Naturkundemuseum.

Als zweigeschossiger Putzbau präsentiert sich Meinders Hof (Obernstraße 40). Das originelle barocke Eingangportal ist 1669 bezeichnet. Weitere Veränderungen erfolgten in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Inneren des Erdgeschosses blieben ein 1670 datierter Kamin und Reste von barocken Stuckdecken erhalten.

Der Grest'sche Hof wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wohl auf den Fundamenten eines Stadtmauerturmes erbaut. Der prachtvolle Renaissancebau bildet heute den Nordflügel des Ratsgymnasiums.

Wiederverwendete Reste abgebrochener bzw. zerstörter Bauten: Alter Markt 5. Den schlichten Nachkriegsbau ziert ein 1593 bezeichneter Volutengiebel in Formen der Weserrenaissance, der ursprünglich zu Obernstraße 29 (Brünger)gehörte. Der kriegsbeschädigte Ursprungsbau wurde 1962 unter Sicherstellung des Giebels abgebrochen. Zunächst auf den städtischen Bauhof verbracht, fand dieser 1976 an seinem jetzigen Standort Aufstellung. Er ist in Einzelformen mit Markt 32 in Bad Salzuflen verwandt.

Niedernstraße 3. In den schlichten Nachkriegsbau wurde ein mittelalterlicher Keller mit Tonnengewölbe integriert.

Obernstraße 36 (Sparkasse). Dem 1975 entstandenen Gebäude wurde ein Dreiecksgiebel (bezeichnet 1606) vom ehemaligen Haus Obernstraße 9 vorgeblendet.

Die 55er Kaserne an der Hans-Sachs-Straße wurde 1775/77 auf dem Gelände des Hatzfeldschen Adelshofes errichtet. Dabei verwendete man Verblendsteine von den Festungsmauern der Sparrenburg. Es ist ein lang gestreckter Massivbau, dessen Mittelrisalit ein Wappen krönt. Bei der Erweiterung von 1850 wurde der Hauptflügel um einMezzaningeschoss erhöht.

Von der im 13. Jh. errichteten Stadtmauer der Altstadt sind noch wenige Fundamentreste im so genannten Welle-Haus sichtbar. Im ehemaligen Wohnhaus des Grest'schen Hofes (siehe dort) sind Teile eines sehr starken viereckigen Mauerturmes verbaut. In der seit dem frühen 14. Jh. befestigten Neustadt ist außerdem der Stumpf eines mittelalterlichen Schalenturmes im Garten eines Hauses an der Kesselstraße und ein längeres, jetzt als Böschungsmauer der Lutter dienendes Mauerstück nahe der 55-Kaserne vorhanden. Mit dem Aufkommen der Feuerwaffen kam es zur Anlage eines einheitlichen Befestigungssystems um Alt- und Neustadt mit mehreren Rondellen zwischen 1539 und 1545. Hiervon bleib ein mehrere Meter langes Mauerstück hinter dem Haus Kreuzstraße 3 (z. Zt. Verwaltungsgebäude des Naturkundemuseums) erhalten, das die Einmündung von Vossbach und Lutter in den Stadtgraben sichern sollte. Auf der Mauerkrone stehen zwei letzte Vertreter der ab 1856 angeschafften Gaslaternen.

Weitere Bauten

Die Sparrenburg ist das bekannteste Baudenkmal und Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde - neuesten Erkenntnissen zufolge - wohl um 1200 erbaut und verfügt über einen 37 m hohen Burgturm sowie über „unterirdische“ Gänge, die im Rahmen einer Führung besichtigt werden können. Der Turm kann von April bis Oktober von 10 bis 18 Uhr bestiegen werden. Am 22. September 2006 belegte die Sparrenburg Platz 17 bei einem, vom ZDF ausgelobten Wettbewerb, in dem die beliebtesten deutschen Plätze gewählt wurden. Einen Platz hinter der Sparrenburg, auf der 18, Schloss Neuschwanstein

Das Alte Rathaus wurde 1904 erbaut und ist heute repräsentativer Sitz des Bielefelder Oberbürgermeisters. Der größte Teil der Verwaltung befindet sich heutzutage im Neuen Rathaus, das direkt neben dem Alten liegt. An der Fassade des Alten Rathauses finden sich verschiedene Baustile, unter anderem Elemente der Gotik und der Renaissance.

Das Stadttheater bildet baulich eine Einheit mit dem Alten Rathaus. Es wurde ebenfalls im Jahr 1904 eingeweiht und verfügt über eine bemerkenswerte Jugendstilfassade. Es ist das größte Theater der Stadt. 2005–2006 wurde es von Grund auf renoviert.

Auf dem Altstädter Kirchplatz befindet sich das 1909 von Hans Perathoner geschaffene Leineweberdenkmal, eine Brunnenanlage, die an Bielefelds wirtschaftliche Anfänge in der Leinenverarbeitung erinnern soll.

An ein Schloss erinnert die Architektur der Ravensberger Spinnerei (von 1855 bis 1857 erbaut), die im 19. Jahrhundert Europas größte Flachsspinnerei war. Heutzutage sind die Volkshochschule, das Historische Museum Bielefeld, ein städtisches Medienzentrum und eine Diskothek in ihr untergebracht. Ihr vorgelagert befinden sich der Rochdale- und der Ravensberger Park, die als Open-Air-Bühne dienen.

Ehem. Werkkunstschule, Am Sparrenberg 2. 1913 von Stadtoberbaurat Fr. Schultz im Sinne der Reformschulbauten des Henry van de Velde errichtet.

Haus der Technik (Stadtwerke), Jahnplatz 5. Der Stahlskelettbau in Backsteinverblendung wurde 1929 von dem Berliner Architekten Heinrich Tischer als erstes „Hochhaus“ der Stadt im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet. Der flach gedeckte turmartige Hauptbau wurde ursprünglich von einem gläsernen Aufsatz bekrönt. Bei einem Luftangriff am 24. Februar 1945 wurde das Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen. Die oberen Geschosse des Turmbaus wurden wegen Einsturzgefahr wenige Wochen später gesprengt. Der bis 1950 erfolgte Wiederaufbau geschah in Anlehnung an die ursprüngliche Form unter Verzicht des gläsernen Turmaufsatzes. Der obere Abschluss wurde leicht verändert und um ein Geschoss erhöht.

Gloria-Palast, Niedernstraße 12. Ehem. Filmtheater, 1927–1928 von Wilhelm Kreis im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet. 1944 durch Bombeneinwirkung stark beschädigt. Bei der Wiederherstellung 1948 das große Milchglasfenster über dem Eingang durch drei Fenstertüren mit vorgelegtem Balkon ersetzt. Das Innere später in mehrere Kinosäle unterteilt, dabei die qualitätvolle Innenausstattung komplett zerstört. Im Jahr 2000 Schließung des Kinos und nochmaliger Umbau für die anschließende Nutzung als Ladengeschäft, wobei die Fassade in den ursprünglichen Zustand zurück versetzt wurde. Einer der wenigen Vertreter der Neuen Sachlichkeit in Bielefeld, zudem der erste Kinobau der Stadt, dessen Zweckbestimmung auch äußerlich klar erkennbar ist.

Die Kunsthalle wurde von 1966 bis 1968 nach den Plänen des internationalen Stararchitekten Philipp C. Johnson erbaut. Das Gebäude selbst ist ein roter Sandsteinkubus. Ihr Eigenbesitz zeigt die Kunst des 20. Jahrhunderts, daneben finden jedoch regelmäßig Wechselausstellungen zu den verschiedensten Themen statt. Die Kunsthalle verfügt über eine vorgelagerte kleine Parkanlage mit Wasserspiel und verschiedenen Plastiken. Ebenfalls gibt es ein Café mit einer Außenterrasse.

Theater

Das städtische Theater Bielefeld bietet Musiktheater, Tanztheater und Schauspiel. Spielstätten sind das 1904 eingeweihte Stadttheater des Architekten Bernhard Sehring mit einer bemerkenswerten Jugendstilfassade und das Theater am Alten Markt (TAM). Bis September 2006 wurde das Stadttheater modernisiert, in dieser Zeit fand der Spielbetrieb im Theater am Alten Markt und in der Rudolf-Oetker-Halle statt - und ab der Spielzeit 2006/2007 wieder im restaurierten Stadttheater. Im TAM zwei (früher TAM oben) im Dachgeschoss des TAM werden hauptsächlich Stücke zeitgenössischer Autoren aufgeführt.

Das Alarmtheater im Westen Bielefelds spielt seit 1993 Stücke für Kinder und Jugendliche, es werden aber auch andere Stücke präsentiert. Überregional bekannt geworden ist das Alarmtheater durch seine aufsehenerregenden Inszenierungen mit großen Gruppen von Jugendlichen zu den Themen Sucht- und Gewaltprävention und Migration.

Das Theaterhaus in der Feilenstraße bietet anspruchsvolle Stücke für Kinder und Jugendliche, aber auch Stücke für Erwachsene. Es wird, neben Gastauftritten, von zwei Theatergruppen bespielt.

Das Theaterzentrum Tor 6 ist ein Theaterlabor, das seit 1983 eigenständig Theaterstücke entwirft.

Im Zentrum Bielefelder Puppenspiele finden Aufführungen für Kinder statt. Die Bühne wird von zwei Theatergruppen bespielt.

Hallen

Bielefeld verfügt über mehrere moderne Hallen. Diese werden vielfältig genutzt, zum Beispiel für Konzerte, Messen, Ausstellungen oder Opern. Die größte Halle ist die Seidensticker Halle, die über eine Zuschauerkapazität von 7.500 Zuschauern verfügt. Sie wurde 1993 als moderne Großsporthalle eröffnet und bietet neben diversen Sportveranstaltungen (Hallenfußball, Handball, etc.) auch Platz für Konzerte internationaler Stars.

Eine der modernsten Hallen ihrer Art ist die Stadthalle Bielefeld mit Platz für bis zu 4.500 Zuschauer. Sie bietet sich durch ihre Multifunktionalität für Veranstaltungen jeglicher Art an. Von Konferenzen über Messen und Kabarettveranstaltungen bis hin zu Konzerten findet hier fast jede Veranstaltungsart statt.

Im Westen Bielefelds liegt die Rudolf-Oetker-Halle. Sie gilt als eines der schönsten Konzerthäuser der Welt für klassische Musik und wird für ihre Akustik gerühmt. Die Halle wurde 1930 eröffnet und verfügt über 1.561 Plätze im Großen Saal und 300 Plätze im Kleinen Saal.

Der Ringlokschuppen ist in seiner heutigen Nutzungsform noch recht neu. Er eröffnete 2003 als Halle für Konzerte und viele andere Veranstaltungen. An Wochenenden fungiert er als Diskothek. Das Gebäude an sich wurde schon 1905 als Wartungsschuppen für Dampf- und später auch Diesellokomotiven erbaut. Gerade dies macht das Flair der Halle aus, denn sie verbindet alte mit moderner Baukunst. Die Zuschauerkapazität beträgt 3.000.

Kinos

Bielefeld hat, neben 2 Multiplexen (CinemaxX, mit 2648 Plätzen gleichzeitig das größte Kino in der Region Ostwestfalen-Lippe, und Cinestar-Filmpalast mit einer Kapazität von 2315 Zuschauerplätzen), nur noch wenige kleinere Kinos. Die „traditionellen“ haben inzwischen allesamt geschlossen (so z. B. das „Movie“ am Bahnhof im Leineweberhaus, das heute eine kleine Disco/Tanzlokal mit selbem Namen ist). Die bis 2006 einzige Neueröffnung war das „Melodie-Filmtheater“ in Brackwede, wo seit 1998 an 2 Tagen die Woche eine Schul-Aula bespielt wird. Etwas älter ist das „Miniplex“ Astoria, das sich gerade zum „Arthouse“ des CinemaxX-Konzerns wandelt. An unabhängigen Kinos gibt es noch die Kamera (drei Säle), eines der höchst dekorierten Programm-Kinos der Republik, und das im Januar 2006 in der Nachfolge des alten Lichtwerks (Kino im Filmhaus) neu eröffnete Lichtwerk im Ravensberger Park (drei Säle). Dort gibt es auch sommers Open-Air-Kino. Das kleinste Kino ist das AJZ-Kino im selbstverwalteten ArbeiterInnen-Jugend-Zentrum.

Musik

Orchester

Die Bielefelder Philharmoniker haben ihren Sitz im Theater Bielefeld. Das offizielle Orchester der Stadt Bielefeld wurde 1901 gegründet.

Das Ziel, Skeptiker klassischer Musikmusik für diese zu begeistern, hat sich das 2002 gegründete Laienorchester Freies SinfonieOrchester Bielefeld gesetzt.

Der ebenfalls gemeinnützige Verein Cooperative neue Musik wurde 1989 gegründet, musikalischer Schwerpunkt des Orchesters ist moderne Musik ab dem 20. Jahrhundert.

Die Jungen Sinfoniker sehen sich der Förderung junger Musiker in der Region Ostwestfalen verpflichtet.

Sitz in Bielefeld hat das Posaunenwerk in der evangelischen Kirche von Westfalen, die Dachorganisation der 306 kirchlichen Posaunenchöre mit rund 5.500 Mitgliedern im gesamten Kirchenkreis.

Chöre

Der 1977 von Prof. Werner Hümmeke gegründete Universitätschor Bielefeld der Universität Bielefeld inszeniert überwiegend Chor- und Solowerke mit orchestraler Begleitung. Seit einigen Jahren finden etwa zwei Mal im Jahr Konzerte in der wegen ihrer besonderen Akustik beachteten Rudolf-Oetker-Halle statt. Von ehemaligen Mitgliedern des Universitätschor wurde 2006 der Konzertchor Bielefeld gegründet.

Ein weiterer regelmäßiger Gast in der Rudolf-Oetker-Halle ist der Musikverein der Stadt Bielefeld. Der seit 1820 bestehende Chor tritt drei Mal in der Saison mit europäischen Oratorien auf.

Der 1890 gegründete Oratorienchor Bielefeld hat 1947 einen Vertrag mit der Stadt Bielefeld über die freie Nutzung der Rudolf-Oetker-Halle und dessen Orchester geschlossen. Die angehörige Bielefelder Singschul kümmert sich seit 1991 um den musikalischen Nachwuchs.

Überregionale, bis in die USA reichende Bekanntheit erzielt der Bielefelder Kinderchor. Der 1932 gegründete Chor ist besonders für seine Weihnachtskonzerte und -aufnahmen bekannt. Das unter Mitwirkung des Chors entstandene Weihnachtsalbum der Mannheim Steamroller, „Christmas In The Aire“ erzielte Platz 3 der US-Billboardcharts[4].

Museen

Bielefeld verfügt über eine reichhaltige und breit gefächerte Museumslandschaft.

Galerien

Art d'Ameublement, Artists Unlimited, Beaugrand Kulturkonzepte, Galerie 61, Galerie Baal, Galerie David, Galerie im Atelier des BBK (Bund bildender Künstler), Galerie im Ratscafé, Galerie im Studio (WDR), Galerie in der alten Vogtei, Galerie in der Zentralverwaltung der Fachhochschule Bielefeld, Galerie Jesse, Galerie Stefan Reinke, Galerie Werkstatt Johannistal, Galerieladen, Kommunale Galerie, Künstlerhaus Lydda, Lutz Teutloff Galerie, Samuelis Baumgarte Galerie, Stadtbibliothek

Parks, Friedhöfe, Denkmäler, Naturschutz

Parks

Der Bürgerpark war früher eine innenstadtnahe Tongrube, aus der jedoch nichts mehr gefördert wurde. Jedoch ließ man sie zunächst offen. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg entschied man sich daraus eine Erholungsanlage zu gestalten. Nach dem Krieg wurde der Bürgerpark nach und nach durch mehrere Umgestaltungen zu einer Art Landschaftspark umgestaltet. Er ist mit Rhododendron bepflanzt und beinhaltet auch einen Rosengarten. Die Anlage befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Rudolf-Oetker-Halle.

Eine der größten Parkanlagen der Stadt ist der Botanische Garten Bielefeld. Er liegt am Berghang des Teutoburger Waldes und beherbergt ein Alpinum, Bambusgärten, einen Steingarten, eine Rhododendron- und Azaleensammlung, einen Arznei- und Gewürzgarten, einen Heidegarten, Buchenwaldflora und vieles mehr. Des Weiteren kann man hier rund 200 Arten der roten Liste sehen.

Der Heimat-Tierpark Olderdissen wurde 1928 angelegt. Er hat sich auf heimische Tierarten spezialisiert, von denen es über 430 Tiere in 100 Arten zu sehen gibt. Der Park ist jeden Tag im Jahr durchgehend, auch nachts, geöffnet. Der Besuch ist kostenlos – die Parkplatzgebühren und Spenden werden zur Finanzierung verwendet.

Der Nordpark ist eine große Parkanlage mit altem Baumbestand. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er als Kartoffelacker genutzt. Nach mehreren Umgestaltungen ist er heute ein großer Landschaftspark. In diesem Park befindet sich auch ein steinerner Pavillon, der von einem Schüler Schinkels 1830 errichtet wurde.

Der Ravensberger Park und der Rochdale Park bilden eine Einheit. Sie liegen rund um die Ravensberger Spinnerei. Der südliche Teil des Parks ist Bielefelds Partnerstadt Rochdale gewidmet.

Der Obersee ist ein Stausee im Norden (Schildesche) der Stadt. Rund um diesen See befindet sich eine 80 Hektar große Grünanlage. Die aus historischen Gebäuden bestehende Gaststätte Seekrug ist ein beliebtes Ausflugsziel. Geplant war auch ein Untersee auf der östlichen Seite des Eisenbahnviadukts als Freizeitanlage. Diese Planungen werden zurzeit unter anderem aus Kosten- und Naturschutzgründen nicht weiter verfolgt.

Seit dem Jahr 2003 gibt es in Bethel den Japanischen Garten Bielefeld. Er wurde von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Bielefeld zu Ehren des Besuchs des Japanischen Kaiserpaares im Jahr 1993 bei den von Bodelschwinghschen Anstalten eingerichtet. Der Garten ist ein Trockenlandschaftsgarten (Kare-san-sui) mit dem Teutoburger Wald als geborgte Landschaft, in unmittelbarer Nähe zum Ausbildungshotel Lindenhof gelegen.

Der Brackweder Stadtpark ist der wichtigste Park im Südwesten Bielefelds. Er beinhaltet zahlreiche Blumenbeete und Spielanlagen.

Friedhöfe

Einige der Friedhöfe in den Außenbezirken befinden sich in kirchlicher Trägerschaft. Darüber hinaus ist der 1912 eröffnete Sennefriedhof erwähnenswert. Mit knapp 100 ha Fläche gehört er zu den drei größten Friedhöfen Deutschlands. Nur in Hamburg (Friedhof Ohlsdorf) und München finden sich vergleichbare Anlagen. Durch seine besondere Lage in der Naturlandschaft Senne und die außergewöhnliche Größe sind in vielen Bereichen des Sennefriedhofes ökologische Nischen entstanden. So stehen hier 20 der 98 kartierten Moosarten zur Roten Liste des Landes NRW. Grabmäler von Künstlern wie Käthe Kollwitz, Georg Kolbe, Peter August Böckstiegel und Hans Perathoner deuten auch auf den kulturellen Wert hin.

  • Alter Friedhof Brake
  • Neuer Friedhof Brake
  • Alter Friedhof Sennestadt
  • Friedhof Altenhagen
  • Friedhof Kirchdornberg
  • Friedhof Ummeln
  • Friedhof Heepen
  • Friedhof Lämershagen
  • Friedhof Quelle
  • Friedhof Schildesche
  • Friedhof Sieker
  • Friedhof Sudbrack
  • Friedhof Jöllenbeck
  • Friedhof Theesen
  • Friedhof Ubbedissen
  • Friedhof Vilsendorf
  • Johannisfriedhof
  • Nicolaifriedhof
  • Friedhof Brackwede
  • Pellafriedhof
  • Sennefriedhof
  • Waldfriedhof Sennestadt
  • Kriegsgräberstätte
    Buschkamp
  • Jüdischer Friedhof

Denkmäler

Zur Erinnerung an die Massendeportationen vom Bielefelder Bahnhof werden 1.849 Menschen auf dem Mahnmal namentlich gewürdigt. Die Übergabe an die Öffentlichkeit erfolgte in Form einer Gedenkfeier am 16. August 1998.

Naturschutzgebiete

In Bielefeld gibt es 39 Naturschutzgebiete (7,5 Prozent des Stadtgebietes). Den höchsten Flächenanteil hat der Teutoburger Wald. Größere geschützte Flächen liegen besonders in den angrenzenden Gebieten von kleinen Bachläufen und in Teilen der Senne.

Naturdenkmäler

Hauptartikel: Liste der Naturdenkmäler in Bielefeld

In Bielefeld gibt es zahlreiche, mehrere hundert Jahre alte Bäume, darunter Eichen, Buchen, Platanen und Ahornbäume. Eindrucksvollster Baum ist die 1742 am heutigen Niederwall gepflanzte Platane mit einem Stammumfang von fünfeinhalb Metern. Des Weiteren finden sich einige Findlinge im Stadtgebiet, der größte mit vier Metern Höhe und einem Gewicht von einhundertsiebzehn Tonnen befindet sich Am Wellbach. Alle offiziell ausgewiesenen Denkmäler stehen unter besonderem Schutz und werden regelmäßig durch das Umweltamt der Stadt gepflegt.

Regelmäßige Veranstaltungen

Kulinarische Spezialitäten

In Bielefeld gibt es traditionell die westfälischen Spezialitäten. Dazu gehört zum Beispiel Pumpernickel, ein Roggenbrot, das nicht gebacken, sondern im Dampf gegart wird. Weitere typisch westfälische Spezialitäten sind der westfälische Pickert, westfälischer Schinken und der Weizenkorn.

Spezielle Bielefelder Spezialitäten sind dagegen Bielefelder Luft, ein Schnaps aus Korn und Pfefferminz, Pudding, aufgrund des hier beheimateten Oetker-Konzerns, sowie traditionell Zigarren.

Sport

In Bielefeld gibt es folgende Sporteinrichtungen bzw. -vereine: Freibad Jöllenbeck, Freibad Schröttinghausen, Freibad Dornberg, Familienbad Heepen, Ishara, Wiesenbad, Freibad Gadderbaum, AquaWede, Freibad Hillegossen, Freibad Brackwede, Senner Waldbad, Oetker Eisbahn, Elixia Bielefeld, Sportland Dornberg, Tennis- und Hockeyclub, Bielefelder Turngemeinde 1848, Turn- und Sportverein Einigkeit 1890 Bielefeld.

Fußball ist auch in Bielefeld die beliebteste Sportart. Es gibt viele Sportvereine, in denen Fußball gespielt werden kann. Derzeit in der höchsten Liga spielt Arminia Bielefeld. Jedes Jahr im Januar veranstaltet der TuS Jöllenbeck unter dem Motto „Weltklasse in Jöllenbeck“ eines der bestbesetzten Hallenfußballturniere Europas, an dem nationale und internationale Spitzenvereine des Frauenfußballs teilnehmen. Der VfL Theesen im Bielefelder Norden sorgt mit der größten Fußball-Jugendabteilung im Kreis für den Nachwuchs. Beachtenswert ist dort das regelmäßige internationale Pfingst-Jugendturnier, zu dem Jugendmannschaften aus Bundesligavereinen und sogar Jugend-Nationalmannschaften aus der ganzen Welt anreisen.

Auch der Radsport ist in Bielefeld stark vertreten. Das zeigt unter anderem die häufige Beteiligung an der Deutschland Tour als Etappen- (11 mal), Start- (1 mal) oder Zielort (10 mal).

Zudem kommen die Basketballer des TSVE Bielefeld, die zur Zeit in der Pro B spielen und ihre Heimspiele in der Sporthalle der Carl-Severing-Schule austragen.

Fußballstadien

Die SchücoArena, bis 2004 „Alm“ genannt, verfügt seit dem Abschluss der Umbauarbeiten im Jahre 2008 über 28.008 Plätze und ist damit das größte Stadion der Stadt. Hier spielt der DSC Arminia Bielefeld, der der ersten Fußball-Bundesliga angehört.

Das zweitgrößte Stadion ist das Stadion Russheide, in dem der Landesligaklub VfB Fichte Bielefeld sowie der American-Football-Regionalligaklub, die Bielefeld Bulldogs, spielen. Es verfügt über 12.000 Zuschauerplätze.

Weitere Sportanlagen

Im Westen der Stadt befindet sich der Golfplatz des Bielefelder Golfclubs. Er liegt am Teutoburger Wald.

Ebenfalls im Westen der Stadt befindet sich das Sportland Dornberg, eine der größten Sport- und Freizeitanlagen der Region. Hier werden folgende Sportarten angeboten: Tennis, Fitness, Badminton, Squash und Soccer (Fußball) im sog. Soccer Dome, einer speziellen Traglufthalle.

Mit dem Leineweberring, einer Anlage für Motorrad-Grasbahnrennen, sowie der alternden Bielefelder Radrennbahn befinden sich gleich zwei Anlagen für Zweiradsport im Bielefelder Stadtteil Heepen.

Im Süden der Stadt im Stadtteil Senne liegt der „Flugplatz Bielefeld“. Er verfügt über eine 1256 m lange, befestigte Start- und Landebahn (MTOW 5700 KG) sowie über eine Startstrecke für den Segelflug. Neben mehreren Luftsportvereinen wird der Flugplatz von einigen großen Firmen Bielefelds für den Geschäftsflugverkehr benutzt. Neben der offiziellen Bezeichnung wird der Landeplatz auch Flugplatz Windelsbleiche nach einem Bezirk des Bielefelder Stadtteils Senne genannt. Ebenfalls im Süden der Stadt im Stadtteil Quelle befindet sich die Kartbahn B68 in einer Halle und die Oetker Eisbahn im Stadtteil Brackwede.

Schach

Die folgenden Bielefelder Schachvereine sind im Schachverband OWL im Bezirk Bielefeld zusammen mit Vereinen u. a. aus Gütersloh oder Rheda-Wiedenbrück organisiert: Brackweder SK, Heeper SK, TuS Hillegossen, SK Sieker, SV Ubbedissen, SK Domovina Bielefeld, TuS Brake, Bielefelder SK, Laskers Erben Bielefeld.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Bielefeld

Die Stadt Bielefeld hat seit 1856 neun Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen.

Söhne und Töchter der Stadt

Folgende Persönlichkeiten wurden in Bielefeld geboren:

Weitere Persönlichkeiten

Folgende Persönlichkeiten sind keine gebürtigen Bielefelder, wirken oder wirkten aber hier:

Sonstiges

Besondere Aktionen

Wahlspruch

Das selbst gegebene Motto der Stadt lautet: „Bielefeld – die freundliche Stadt am Teutoburger Wald“ (Viele Bielefelder persiflieren dieses Motto auch mit dem leicht abgeänderten Slogan „Bielefeld – Die freundliche Baustelle am Teutoburger Wald“).

Bekanntes aus Bielefeld

Die Stadt ist heutzutage vor allem bekannt als Stammsitz des Oetker-Konzerns, der von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, sowie durch den „Rekordaufsteiger“ (7 mal) Arminia Bielefeld. Über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind der Schauspieler und Moderator Ingolf Lück und der Komiker Ingo Oschmann.

Kurioses

Als Running Gag hat im Usenet sowie später auch im übrigen Internet eine Verschwörungstheorie große Bekanntheit erreicht, die die Existenz der Stadt anzweifelt, die so genannte Bielefeldverschwörung.

Ebenfalls zu kurioser Bekanntheit gelangte der Bielefelder Flitzer Ernst Wilhelm Wittig, der sogar als Avatar im Computer-Spiel Anstoss 2005 – Der Fußballmanager ein Spielereignis darstellt, bei dem ein Flitzer namens Ernie über das virtuelle Spielfeld rennt und so zu einer Spielverzögerung führt[5].

In dem Stück „Der Gesang im Feuerofen“ von Carl Zuckmayer fällt[Anm. 1] der Satz „Seh'n wir uns nicht in dieser Welt, dann seh'n wir uns in Bielefeld“, welcher durch ein Lied von Udo Lindenberg (1976) weitere Verbreitung fand.

Literatur

Allgemeine Darstellungen

Geschichte

Bau- und Kunstdenkmäler

Kunst

Bildbände

Kirchen

Profanbauten

Industriearchitektur

Theater und Kino

Natur und Umwelt

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Einzelnachweise

  1. http://www.lds.nrw.de/statistik/datenangebot/regionen/amtlichebevoelkerungszahlen/rp7_juni07.html
  2. http://www.bielefeld.de/de/rv/haushalt/schulden/
  3. http://www.bielefeld.de/de/si/zahlen_und_daten/volk/
  4. billboard.com, abgerufen am 29. April 2007
  5. Bericht „Nackt verknackt“ bei rp-online.de

Anmerkungen

  1. „Der Gesang im Feuerofen“, 3. Akt:
    Major Mühlstein:
    [...] Wir sehen uns wieder – so Gott will. Er gibt ihm die Hand.
    Peter:
    Und wenn nich in dieser Welt, dann vielleicht in Bielefeld. [...]
    Ob diese Mantra-artige Formel, wie Soldaten oder Skatspieler ähnliche verwenden, von Zuckmayer erfunden wurde oder vorher schon gebräuchlich war, ist bislang nicht ersichtlich. Der ältere Spruch am beliebten Bitterfelder Gasthaus mag der eigentliche Ursprung sein.


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