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Performance (Kunst)

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Performance (engl.: Aufführung, Vorstellung, Vortrag, Darstellung, Spiel) ist eine Form der Aktionskunst seit etwa 1960.

Performance als künstlerisches Medium überwindet Auffassungen, nach denen nur dauerhafte, werthaltige, beliebig verschiebbare und verkäufliche Objekte relevante Kunst seien. Performance ist situationsbezogen, handlungsbetont und vergänglich. Sie ist eine Kritik an der Trennbarkeit von Künstler und Kunstwerk. Nicht Geschichten und Rollen wie im Theater oder Bilder und Objekte wie in der bildenden Kunst stehen im Mittelpunkt, sondern Aktionen, Bewegungen und Prozesse. Performance-Künstler geben nicht etwas anderem Gestalt, sondern sich selbst.

Inhaltsverzeichnis

Begriff

Der Begriff Performance ist nicht exakt definiert, was angesichts ihrer konsequenten Überwindung jeglicher Regelästhetik folgerichtig ist. Es kann sich um Körperkunst, Fluxus und anderes mehr handeln. Manche Künstler, wie zum Beispiel die Wiener Aktionisten oder die Neo-Dadaisten, bevorzugen zur Beschreibung ihrer Aktivitäten die Begriffe Live Art, Action Art, Intervention oder auch Manoeuvre.

Manche Zuschauer glauben, Elemente der Darstellenden Kunst, des Zirkus, des Entertainment oder musikalische Experimente in einer Performance zu erkennen, obwohl die jeweiligen Performer diese Elemente aus dem audiovisuellen Kontext der Bildenden Kunst, aus einer Beziehung zu Propaganda und Agitation (Neoismus) oder aus performanceeigenen Konzepten entwickelt haben. Parallel dazu sind tatsächlich Elemente Darstellender Künste, bis hin zu Entertainment in das Medium Performance integriert worden. Unter anderem auch deshalb kann die treffende ästhetische Interpretation einer bedeutenden Performance so komplex sein wie die Interpretation oder Kritik großer Werke in anderen Kunstsparten.

Künstlerische Performance ist, im Unterschied zu Aufführungen der Darstellenden Künste, unaustauschbar an die Person des Künstlers oder der Künstlerin gebunden und wird in der Regel nicht wiederholt. In der digitalisierten Mediengesellschaft stellt sich jedoch die Frage, ob Performance als flüchtiges künstlerisches Medium stärker auf Wiederholbarkeit ausgerichtet werden sollte, da seine Geschichte und das in Performances codierte kulturelle Wissen sonst nicht zur Geltung kommt oder leicht verfälschbar und mißbrauchbar wird (Siehe dazu Marina Abramovic, „Seven Easy Pieces“).

Performance ist häufig ortsgebunden, kann aber überall, zu jeder Zeit und ohne zeitliche Begrenzung stattfinden. Dabei kommen vier Grundelemente ins Spiel: Zeit, Raum, der Körper des Künstlers und eine Beziehung zwischen dem Künstler und dem Zuschauer. Einerseits kann der Ablauf oder das Konzept einer Performance genau bestimmt sein und einer präzisen Dramaturgie folgen, andererseits ist aber gerade die Offenheit (Kontingenz) der Entwicklung ein wesentliches Element. Performances werden manchmal mittels Fotografie, Film oder Video aufgezeichnet und in dieser Form auf dem Kunstmarkt gehandelt, manchmal auch ironisch oder provokativ als Reliquie oder Souvenir.

Geschichte

Ursprünge

Performance hat sich parallel zum Happening aus einer kritischen Haltung gegenüber Kunstbetrieb und Gesellschaft in den 1960er Jahren entwickelt. Sie hat ihre Vorläufer in der künstlerischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts wie dem Futurismus und vor allem dem Dadaismus. Es sind Einflüsse der Populärkultur jener Zeit, etwa des Music Hall, oder von Massenunterhaltern wie dem Entfesselungskünstler Harry Houdini, feststellbar. In der Festkultur der Renaissance sehen Kunsthistoriker vergleichbare künstlerische Ausdrucksformen. Ältere Quellen der Kunstform Performance sind unter Anderem Ritual und Schamanismus.

Erste Generation

Wichtige Performance-Künstler der ersten Generation sind Allan Kaprow (der den Begriff des Happenings einführte), Yves Klein, Piero Manzoni, Vito Acconci, Timm Ulrichs, Hermann Nitsch, Marina Abramovic und Joseph Beuys. In der 68er-Bewegung gestalteten sich oft politische Manifestationen als Performances.

Entwicklungen in Beziehung zum deutschen Sprachraum

In Deutschland bekannte Performancegruppen sind Black Market International (gegründet 1985) oder Anarchistische GummiZelle (AGZ) (vorwiegend 80er Jahre, seit 2002 wieder aktiv).

Es gab und gibt einige Orte und Räume, die für Performance in Deutschland bedeutend sind. Sicher nennenswert ist die Molkerei Werkstatt in Köln.

Eine Spur der auch international vernetzten Performance-Szene im deutschen Sprachraum ist anhand der Performance Konferenzen 1-15 der „ASA European“ von 1995 bis 2007 zu verfolgen, die in Köln, Frankfurt, Hamburg, Berlin, und Essen stattfanden, aber auch in der Schweiz (Glarus), in Thailand (Bangkok), in Vietnam und in Bali.

Seit etwa 1990 beziehen sich vermehrt junge Künstler in teilweise ironischer Weise auf klassische Performance. Vertreter sind David Michael Clarke, Diego Castro, Peter Land, Forced Entertainment oder Jonathan Monk. Ab Mitte der 1990er-Jahre gründeten sich mehrere Gruppen, die den Performance-Begriff in das traditionelle Theater einbrachten. Bekannt im deutschsprachigen Raum sind unter anderem Showcase Beat Le Mot, Gob Squad, She She Pop, Rimini Protokoll. Auch das moderne Tanztheater erhielt Anregungen durch „bildende“ Performance-Künstler.

In Christoph Schlingensiefs Aktionen und Auftritten in eigenen Theaterproduktionen, bei öffentlichen Anlässen und in Fernsehsendungen seit 1998 haben Ansätze und Methoden des Mediums Performance die vermutlich breiteste Wirkung im deutschsprachigen Raum seit Joseph Beuys erfahren. Während bei Schlingensief die überspitzte Selbstdarstellung das Epizentrum eines gesellschaftlichen Prozesses sein soll, entwickeln Jonathan Meese und John Bock Bild- und Text-Arten im Rahmen theaterähnlicher Auftritte: z. B. Bocks „Medusa“ (2006 im Magazin der Staatsoper Unter den Linden, Berlin) oder Meeses Beteiligung als Performer und Bühnenbildner für Frank Castorfs Inszenierung von Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg (2006).

Während Performance-Kunst im öffentlichen Raum in den USA rückläufig ist, erlebt sie in Osteuropa und Asien eine neue Blüte. Im Zusammenhang mit Neuen Medien haben sich weitere Möglichkeiten entwickelt, etwa Aktionen im Internet.

Weitere bekannte Performance-Künstler (Auswahl)

(nach Alphabet)

Siehe auch

Literatur