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Hans Erni

Hans Erni (* 21. Februar 1909 in Luzern) ist ein Schweizer Maler, Graphiker und Bildhauer. Insbesondere ist er bekannt für verschiedene Illustrationen auf Schweizer Briefmarken, für Kampagnen (z.B. gegen das Waldsterben), Lithographien für das schweizerische Rote Kreuz, für das Olympische Komitee, etc.

Seine Karriere

Nach der Schulzeit begann er eine Lehre als Vermessungstechniker, machte aber anschliessend eine zweite Lehre als Bauzeichner. Damals, 1927, hatte er erstmals Kontakte mit der Kunstliteratur und begann sein Kunststudium in Luzern. 1928 reiste er erstmals nach Paris, wo er den Jahreswettbewerb der Académie Julian gewann. Weil er Ausländer war, wurde ihm der Preis aber nicht ausbezahlt. Zehn Jahre später war er bei diesem Wettbewerb Jurymitglied. Von 1930 bis 1933 hielt er sich abwechselnd in Luzern und Paris auf. In dieser Zeit machte er Bekanntschaft mit der zeitgenössischen französischen Malerei – er war tief beeindruckt von Picasso und Braque.

Er organisierte im Auftrag des Kunstmuseums Luzern eine Ausstellung der damals aktuellen Maler. Selbst Picasso war ihm dankbar für die Gelegenheit, seine Bilder in der Schweiz auszustellen. Aufgrund von ersten öffentlichen Wandbildaufträgen setzte er sich 1936 erstmals mit der abstrakten Malerei auseinander.

Er war 1938 an der Gestaltung einer Banknoten-Serie (Tausender-, Fünfhunderter- und Fünfzigernoten) beteiligt. Die Serie war bereits gedruckt, kam aber nie in den Umlauf, weil ein Luzerner Parlamentarier Einspruch erhob, dass «ausgerechnet ein Kommunist wie Erni» diesen Auftrag erhielt. Erni war in der Politik grundsätzlich unbeliebt, in Zusammenhang mit der Fichenaffäre wurden über 40 Seiten sehr genau über ihn und sein Privatleben geschrieben. Mit diversen Werken wie einem Wandbild für die Schweizerische Landesausstellung wurde er 1939 in der breiten Öffentlichkeit bekannt. Von 1940 bis 1945 absolvierte er seinen Aktivdienst als Tarnungsmaler. 1950 machte er seine ersten Keramiken. Zwischen 1950 und 1952 fanden in mehreren wichtigen Städten Amerikas Einzelausstellungen statt. Nachdem er ein Jahr in Mauretanien und Guinea, Afrika lebte, malte er viele afrikanische Sujets.

Erni gestaltete für das Fürstentum Liechtenstein zwei Briefmarkenserien, „Winterolympiade“ und ein Jahr später „Sommerolympiade“. Er entwarf auch zahlreiche Briefmarkenserien für die UNO und die Schweiz, unter anderem mit Portraits von bekannten Leuten wie Albert Einstein. Am 15. September 1979 wurde im Verkehrshaus in Luzern das Hans Erni Museum eröffnet, das eine sehr grosse Sammlung der Arbeiten des Künstlers umfasst. Für dieses malte er ein 30 Meter langes Wandbild „panta rhei“ („alles fliesst“).

Seine 50er Europamarke „Luft und Wasser“ wurde als beste Marke des Jahres ausgezeichnet. Da sich Erni sehr intensiv für den Sport engagiert (er malte viele Bilder zum Thema Sport und gestaltete zweimal die Medaillen der Ruder- und einmal die der Handballweltmeisterschaften) ernannte ihn die United States Sports Academy zum Sport-Künstler des Jahres 1989. 1993 wurde ein Teil seiner Werke in der Pence Gallery in San Francisco ausgestellt. 2004 verlieh ihm die Stadt Luzern die Ehrenbürgerwürde.

Erni malte Bilder zum Gedenken an die Terroranschläge vom 11. September 2001 und an den Tsunami vom 26. Dezember 2004. Im Jahr 2005 wurde ihm in Saint-Paul-de-Vence die Ehrenmedaille für sein Lebenswerk überreicht. Seit 35 Jahren wohnt Hans Erni zeitweise in dieser Stadt, in der einst Marc Chagall lebte.

Personendaten
Erni, Hans
bedeutender Schweizer Maler und Bildhauer
21. Februar 1909
Luzern