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Hermann Mattern

Dieser Artikel behandelt den Landschaftsarchitekten Herman Mattern, für den Politiker, siehe Hermann Matern.

Hermann Mattern (* 1902 in Hofgeismar; † 1971 in Greimharting) war einer der bedeutendsten deutschen Landschaftsarchitekten des 20. Jahrhunderts.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Hermann Mattern wurde 1902 in Hofgeismar in Hessen geboren. Nach einer Gärtnerlehre von 1919 bis 1921 und mehreren Jahren als Geselle im Garten- und Landschaftsbau nahm er 1924 ein Studium an der Lehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau in Berlin-Dahlem auf. Kurze Zeit war er in der Planungsabteilung der Stadtverwaltung Magdeburg tätig. Auch arbeitete er mit dem Gartenarchitekt Leberecht Migge zusammen.

Nachdem er 1927 das Studium abgeschlossen hatte, übernahm er die Leitung der Entwurfsabteilung im Büro von Karl Foerster und Herta Hammerbacher in Potsdam-Bornim. Er entwickelte Ortsplanungen, Städtebauprojekte, führte aber auch diverse Objektplanungen im Landschaftsbau durch.

1928 heiratete Hermann Mattern Herta Hammerbacher, aus der Ehe ging eine Tochter, Merete Mattern hervor. Die Ehe wird 1935 wieder geschieden. Die Familie beauftragte 1932 Hans Scharoun mit dem Bau eines Hauses, welches 1934 fertiggestellt wurde. Der Kontakt zu Scharoun entstand beim Bau des Haus Schminke in Löbau, wo Herta Hammerbacher den Garten gestaltete.

In den 30er Jahren entwarf Mattern zusammen mit anderen Landschaftsarchitekten und Adolf Loos ein Konzept zum Garten der Müllerova vila.

1935 gründete er sein eigenes Planungsbüro in Planungsgemeinschaft mit Karl Foerster. Noch im gleichen Jahr wurde er trotz großer politischer Widerstände (das Büro galt als politisch "rot") als "Landschaftsanwalt" beim Bau der Reichsautobahnen berufen. Diese Tätigkeit übte er bis 1945 aus.

Von 1936 bis 1939 plante er die Reichsgartenschau in Stuttgart auf dem Killesberg. Das Gelände wurde allerdings seither durch viele Umgestaltungen für weitere Gartenschauen wieder verändert.

Nach Kriegsende betrieb er zusammen mit Ernst Röttger und Arnold Bode 1948 die Wiedereinrichtung der Kunstakademie Kassel (unter dem Namen Werkakademie, später Staatliche Hochschule für Bildende Künste), ab 1948 war er selbst Professor am "Seminar für Landschaftskultur" dieser Hochschule, 1949 wurde daraus eine eigene "Abteilung Landschaftskultur".

Im Jahr 1950 war er verantwortlich für die Planungen zur Vorbereitung des Geländes der Bundesgartenschau in Kassel, ab 1951 für die Planung der dann 1955 stattfindenden Schau selbst. Das stark kriegszerstörte, schuttübersäte Gelände in der Karlsaue gestaltete er hierfür in landschaftlichem Stil um. Auch diese Gestaltung wurde allerdings später im Zuge der Gestaltung der zweiten Kasseler Bundesgartenschau 1981, zugunsten der "Wiederherstellung" von Strukturen der ursprünglich barocken Parkanlage, weitgehend zerstört.

Danach war er auch in Bonn und erneut in Stuttgart tätig.

Im Jahr 1961 nahm er eine Professur für Landschaftsbau und Gartenkunst an der Technischen Universität Berlin an und hatte diese Funktion bis 1970 inne.

1971 starb Hermann Mattern in Greimharting am Chiemsee (Bayern).

Hermann Mattern arbeitete mit vielen bekannten Gartenarchitekten, Architekten und Künstlern zusammen, so z.B. mit Hugo Häring, Hans Scharoun, Hans Poelzig, Oskar Schlemmer, Herta Hammerbacher und Gerhard Graubner.

Typisch für seine Gestaltung war die Bildung von Räumen durch Modellierung des Geländes, meist durch Aufschüttungen (Spitzname bei Berufskollegen: "Hügel-Hermann"; seine Partnerin Herta Hammerbacher, die dazu Vertiefungen bevorzugte, wurde entsprechend "Mulden-Herta" genannt). Weiteres Kennzeichen vieler seiner Gartenanlagen ist, dass Rasen und Pflanzflächen nicht streng getrennt sind, sondern ineinander übergehen. Auch sollten Garten- und Hausgestaltung aufeinander eingehen:

"Mensch und Garten stehen in belebender Wechselbeziehung. Das Haus des Menschen und der Garten des Menschen können, um belebend und unmerkbar eindringlich zu funktionieren, nicht zueinander addiert sein, sondern müssen sich gegenseitig vollkommen ergänzen."

Werke

Literatur

Personendaten
Mattern, Hermann
deutscher Landschaftsarchitekt
1902
Hofgeismar
1971
Greimharting