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Endingen am Kaiserstuhl

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 48° 8′ N, 7° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Emmendingen
Höhe: 186 m ü. NN
Fläche: 26,72 km²
Einwohner: 9079 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 340 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79346
Vorwahl: 07642
Kfz-Kennzeichen: EM
Gemeindeschlüssel: 08 3 16 012
Stadtgliederung: Kernstadt und
3 Ortschaften
Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 6
79346 Endingen am Kaiserstuhl
Webpräsenz:
www.endingen.de
Bürgermeister: Hans-Joachim Schwarz
Lage der Stadt Endingen am Kaiserstuhl im Landkreis Emmendingen

Endingen am Kaiserstuhl ist eine Kleinstadt im Landkreis Emmendingen, im Südwesten Baden-Württembergs.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Luftbild von Endingen

Geografische Lage

Das Städtchen Endingen mit den Winzerdörfern Amoltern, Kiechlinsbergen und Königschaffhausen liegt im Norden des Kaiserstuhles. Höchster Punkt der Gemeinde ist der im Süden der Kernstadt liegende Katharinenberg, auf dessen Spitze eine Kapelle steht. Mit 492 m Höhe ist er der dritthöchste Gipfel des Kaiserstuhls.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind (von Westen im Uhrzeigersinn): Sasbach, Wyhl am Kaiserstuhl, Forchheim, Riegel, Bahlingen, alle im Landkreis Emmendingen, und Vogtsburg, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.

Klima

Die Stadt liegt in einer der wärmsten Gegenden Deutschlands, am Kaiserstuhl. Das mediterrane Klima zeigt sich in der Qualität der angebauten Weine.

Ortsteile

Zur Stadt Endingen gehören die Ortschaften Amoltern, Kiechlinsbergen und Königschaffhausen.

Geschichte

Endingen

Endingen wird erstmals 862 urkundlich erwähnt. Es gehörte mehrere Jahrhunderte zum Besitz der Herren von Endingen, bis es an die Herren von Üsenberg überging, die Endingen 1290 die Stadtrechte verliehen. Nach dem die Üsenberger 1379 ausstarben, kam die Stadt in habsburgischen Besitz und wurde Vorderösterreich zugeordnet, wobei sie Anfang des 15. Jahrhunderts kurzzeitig den Status einer freien Reichsstadt hatte.

1751 findet in Endingen einer der letzten Hexenprozesse in Europa statt: am 24. April wird Anna Schnidenwind auf dem Scheiterhaufen verbrannt. – Nach dem Friede von Pressburg 1805 kam Endingen mit dem gesamten bisher vorderösterreichischen Breisgau an Baden.

Mit Ausnahme von Kiechlinsbergen, das vor der Eingemeindung zum ehemaligen Landkreis Freiburg gehörte, war die Stadt seit der Zugehörigkeit zum Land Baden Teil des Landkreises Emmendingen.

siehe auch Koliburg, Burg Amoltern, Burg Kiechlinsbergen

Eingemeindungen

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:

Endinger Bürgergemeinschaft (EBG) 38,3 % +0,7 8 Sitze ±0
CDU 37,1 % −3,8 9 Sitze ±0
SPD 24,6 % +2,9 5 Sitze ±0

Städtepartnerschaften

Seit 1970 pflegt Endingen eine Partnerschaft mit der elsässischen Stadt Erstein in Frankreich, nur etwa 30 Kilometer rheinabwärts auf der anderen Seite des Rheins. Freundschaftliche Beziehungen gibt es auch zur französischen Gemeinde Coulonges sur l'Autize in der Region Poitou-Charentes im Westen Frankreichs. Zur Gemeinde Colonia Tovar in Venezuela werden ebenfalls Kontakte gepflegt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Endingen ist durch die Kaiserstuhlbahn (Riegel am KaiserstuhlBreisach am Rhein) in Riegel an das überregionale Schienennetz angebunden.

Entfernungen:

Ansässige Unternehmen

Der Weinbau spielt, wie überall im Kaiserstuhl, eine herausragende Rolle. In jeder Ortschaft und in der Kernstadt gibt es eine Winzergenossenschaft. Ferner sind in der Gemeinde mehrere unabhängige Weingüter ansässig.

Weitere Unternehmen:

Bildung

Das Endinger Schulzentrum umfasst die Grundschule am Erle, die Engelsberg-Hauptschule, sowie die Stefan-Zweig-Realschule. Die Maria-Sibylla-Merian-Grundschule in Kiechlinsbergen nimmt Grundschüler aus den Dörfern Kiechlinsbergen und Königschaffhausen auf. Dort befindet sich auch eine Grundschulförderklasse. Darüber hinaus gibt es noch die Albert-Schweitzer-Förderschule, die sich um lernschwache Schüler kümmert und deren Bildungsangebot seit dem Jahr 2005 zur Ganztagsschule ausgebaut wurde.

Gerichte

Die Stadt Endingen gehört zum Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Kenzingen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Endingen ist eine Haltestelle der Museumsbahn Rebenbummler.

Musik

Die Stadtmusik Endingen ist ein Sinfonisches Blasorchester. 1982 besuchte die Stadtmusik Colonia Tovar in Venezuela. Von 1928–1960 war Albert Witzenhausen Dirigent der Stadtkapelle. 1960 wurde Witzenhausen von Johannes Meybrunn aus Hochdorf abgelöst, der dieses Amt bis zum Jahre 1989 innehatte. Im Jahre 2003 feierte die Stadtmusik ihr 250-jähriges Jubiläum. Dirigiert wird die Stadtmusik seit 1991 von Martin Baumgartner. 2008 unternahm die Stadtmusik eine 10-tägige Konzertreise nach Japan. Gastdirigenten waren schon Jan van der Roost aus Belgien (2003 Uraufführung von Vulcano) und Otto Schwarz aus Österreich (2007 Dragon Fight). Präsident des Orchesters ist der jeweils amtierende Bürgermeister. Angeschlossen ist auch eine Jugendkapelle, in der die Kinder und Jugendlichen auf das gemeinsame Musizieren vorbereitet werden. Das Jahreskonzert findet jedes Jahr eine Woche vor Ostern am Palmsamstag statt.

Der Bürgerwehr-Spielmannszug ist besetzt mit Querflöten in CES, Alt- und Tenorflöten, Lyra, Trommeln, Kesselpauken, Naturtonfanfaren und Bassfanfaren in ES, Standartenträger und enthält eine Marketenderinnen- und Bürgerfrauengruppe.

Regelmäßige Veranstaltungen

In der ehemals vorderösterreichischen Stadt hat sich altes Fasnetbrauchtum erhalten, das sich durch die Jahrhunderte hindurch zurück verfolgen lässt. An den närrischen Tagen dreht sich alles um den Jokili, die zentrale Gestalt der historischen Fastnachtsfeier. Der Endinger Jokili zählt zweifelsohne zu den ältesten Narrenfiguren am Oberrhein. Bereits für das Jahr 1782 ist die Brauchfigur und mit ihr eine Fasnetszunft belegt.

Unter dem Titel „Sag, wem gehört die schöne Stadt“ führen Endinger Bürger unter der Leitung von Georg A. Weth (Künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerschauspiele) und Annette Greve (Direktorin der Deutschen Kammerschauspiele) eine gespielte Stadtgeschichte auf verschiedenen Plätzen auf.

Am Sonntag nach dem Feiertag Christi Himmelfahrt treffen sich in der Altstadt die Bücher- und Musikfreunde Badens beim „Endinger Büchermarkt“. Der seit 2006 aus Anlass des 150-jährigen Jubiläums einer ortsansässigen Buchhandlung durchgeführte Markt gilt heute als der wohl größte Büchermarkt Badens. Die Veranstaltung, der eine CD- und Schallplattenbörse angeschlossen ist, wird regelmäßig von rund 10.000 Bücherfreunden besucht. Die Marktbeschicker kommen aus Baden, Württemberg, dem Elsass und der Schweiz.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Personen mit Bezug zur Stadt

 Commons: Endingen – Bilder, Videos und Audiodateien