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Schlacht von Appomattox

Soldaten der Union vor dem Appomattox Courthouse
Schlacht von Appomattox
Konflikt Amerikanischer Bürgerkrieg
Datum 9. April 1865
Ort Appomattox, Virginia, USA
Ergebnis Sieg der Union
Kontrahenten

USA

CSA
Kommandeure
Irwin McDowell
P. G. T. Beauregard
Joseph E. Johnston
Truppenstärken
Potomac-Armee, James-Armee
Nord-Virginia-Armee
Verluste
260
440 (27,805 kapituliert)
Appomattox-Feldzug
Lewisfarm - White Oak Road - Schlacht von Appomattox

Die Schlacht bei Appomattox Courthouse war das letzte Gefecht der Armee des konföderierten Generals Robert E. Lee, bevor er sich der Armee des Unionsgenerals Ulysses S. Grant ergeben musste. Diese Kapitulation gilt als das nominelle Ende des Sezessionskriegs.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Am 1. April 1865 umfasste die Kavallerie des Nordstaaten-Generalmajors Philip Sheridan General Lees Flanke in der Schlacht bei Five Forks. Am nächsten Tag beendete der Unionsgeneral Ulysses S. Grant mit seiner Armee die Belagerung von Petersburg. Lee war gezwungen, seine Truppen aus Petersburg und Richmond abzuziehen und bewegte sich nun westlich zur Appomattox Station, wo ein Versorgungszug auf ihn wartete. Er hoffte sich weiter südlich mit der Tennessee-Armee unter Joseph E. Johnston vereinen zu können. Am 8. April 1865 erbeutete oder zerstörte dort jedoch eine Kavallerie-Division der Unionsarmee unter Brigadegeneral George A. Custer drei Versorgungszüge.

Der Weg nach Appomattox

Lee war nun gezwungen auf die in Lynchburg wartenden Versorgungszüge zurückzugreifen. Die Unionsarmee hatte mittlerweile zwischen Lee und Lynchburg eine Kavallerieeinheit unter Sheridan postieren können. Lee hoffte diese Sperre durchbrechen zu können, bevor es der Union gelänge sie mit Infanterie zu verstärken. Diese Hoffnung veranlasste ihn eine Nachricht an Grant zu senden, die besagte, dass er noch nicht vorhabe zu kapitulieren, aber dennoch willens war mit ihm zu verhandeln. Grant konstatierte: „It looks as if Lee still means to fight. [Es sieht so aus, als würde Lee immer noch kämpfen wollen.]

"Die letzte Schlacht"

In der Dämmerung des 9. April griff das zweite Korps der konföderierten Nord-Virginia-Armee unter John Brown Gordon Sheridans Kavallerie an und schlug erfolgreich deren erste Linie zurück. Die konföderierte Kavallerie unter Fitzhugh Lee umfasste indessen die Flanke der Union. Die nächste Linie der Unionskavallerie, gebildet von Ranald Slidell MacKenzies und George Crooks Truppen, fiel ebenfalls zurück. Gordons Truppen preschten durch die Unionslinien und nahmen einen Hügelkamm. Von der Höhe des Hügels konnten sie erkennen, dass sich das gesamte XXIV. Korps der Unionsarmee, in Schlachtlinie mit dem V. Korps zu ihrer Rechten aufstellte. Diese Einheiten waren unter General Edward Otho Cresap Ord in 21 Stunden 48 km marschiert, um ihre Kavallerie gegen die Konföderation unterstützen zu können. Fitz Lees Kavallerie trat sofort den Rückzug Richtung Lynchburg an. Die Infanterie begann gegen Gordon vorzurücken, während das II. Korps der Union ebenfalls im Nordwesten begann gegen die konföderierte Infanterie unter James Longstreet vorzurücken. Bald würden Longstreet und Gordon Rücken an Rücken kämpfen müssen. Lee konstatierte: „...there is nothing left, but to go and see General Grant, and I had rather die a thousand deaths (etwa: ...es bleibt nichts mehr, als General Grant zu treffen, aber lieber würde ich tausend Tode sterben)“.

Viele von Lees Offizieren, Longstreet eingeschlossen, kamen überein, dass eine Kapitulation jetzt noch der einzige Weg war. Der Kommandeur von Lees Artillerie, Edward Porter Alexander, meinte jedoch, dass wenn Lee kapitulieren würde, dies eine Kapitulation aller Konföderationsarmeen zur Folge hätte („every other Confederate army will follow suit“). Um 8:00 morgens signalisierte Lee Verhandlungsbereitschaft. Die Schlacht lief indessen weiter, die Union kesselte die Konföderation immer weiter ein. Nach einigen Stunden Verhandlungen zwischen Grant und Lee, die über Boten geführt wurden, wurde ein Waffenstillstand vereinbart und man begann die Kapitulationsbedingungen auszuhandeln. Lees Berater, Colonel Charles Marshall, wurde damit beauftragt einen Treffpunkt für Grant und Lee zu finden. Marshall wählte das Haus von Wilmer McLean, ironischerweise der selbe Mann, der sein Haus schon General P.G.T. Beauregard in der Ersten Schlacht am Bull Run, der ersten großen Schlacht des Krieges, zur Verfügung stellte.

Die Kapitulation

Gekleidet in eine tadellose Uniform erwartete Lee die Ankunft Grants. Grant kam in seiner vollkommen dreckigen und verstaubten Uniform; nur ihre Schulterstücke entsprachen seinem Rang. Grant vermied erst das eigentliche Thema des Treffens, und man unterhielt sich über eine vormalige Begegnung im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg. Lee brachte die Unterhaltung zurück auf die Kapitulationsbedingungen, woraufhin Grant Lee anbot, dass sich die Offiziere und Männer von Lees Armee ergaben und alle Waffen, mit Ausnahme der Schwerter der Offiziere und der sich in Privatbesitz befindenden Pferde von der Union beschlagnahmt, dafür die Männer aber nicht gefangen gesetzt würden. Nach der Niederschrift dieser Bedingungen unterschrieben beide Generäle die Kapitulationsvereinbarungen. Als Lee das Haus verließ und weg ritt, buhten und verhöhnten Grants Offiziere ihn, woraufhin Grant sie dazu auffordern musste, Lee den Respekt zu zollen, der ihm gebührte.

Die formale Kapitulation

Am 10. April verabschiedete sich Lee von seiner Armee und obwohl kein Konföderationsoffizier dies wollte, fand die Kapitulation in einer offiziellen Zeremonie statt. Brigadegeneral der Union Joshua Lawrence Chamberlain leitete die Zeremonie und als General John B. Gordon gefolgt von der berühmten Stonewall Brigade vorübermarschierte, gab Chamberlain den Befehl zu salutieren. Gordon führte sein Pferd zu Chamberlain und erwiderte den Gruß (Gordon: „It was honor answering honor.“). 27.805 konföderierte Soldaten schritten vorüber und streckten ihre Waffen.

Folgen

Ungefähr 175.000 Konföderierte waren zu diesem Zeitpunkt noch auf den Schlachtfeldern. Genau wie Porter Alexander es vorausgesehen hatte, führte die Nachricht von Lees Kapitulation dazu, dass sich auch diese nach und nach ergaben. General Johnstons Armee in North Carolina, mit der Lee anfangs hoffte sich vereinen zu können, ergab sich William T. Sherman am 26. April. Unter Edmund Kirby Smith ergab sich das konföderierte Trans-Mississippi Department im Mai und Stand Watie kapitulierte mit den letzten bemerkenswerten konföderierten Truppen am 23. Juni 1865.

Siehe auch

Quellen