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Oskar II. (Schweden)

König Oskar II., vollständiger Name Oskar Friedrich Bernadotte, (* 21. Januar 1829 in Stockholm; † 8. Dezember 1907 in Stockholm), König von Schweden 1872–1907 und König von Norwegen 1872–1905, Herzog von Östergötland. Dritter Sohn von Oskar I. von Schweden und dessen Gemahlin Josephine Beauharnais, Prinzessin von Leuchtenberg.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Am 12. Mai 1873 wurde Oskar II. in der Storkyrkan in Stockholm zum König von Schweden und am 18. Juli 1873 im Nidarosdom in Trondheim mit dem Jämtländischen Feldjägerregiment als Ehrenwache zum König von Norwegen gekrönt. Es heißt, dass er der majestätischste von allen nordischen Königen gewesen sei. Aber er hatte eine schwere Rolle zu füllen: Sein Vorgänger, sein Bruder Karl XV. war von außerordentlicher Popularität gewesen, und kein König vor oder nach ihm wurde so sehr betrauert, wie es beim Tode Karls XV. der Fall gewesen war.

Der Militär und Politiker Carl Otto Palmstierna schrieb über Oskar II. ein paar Jahre bevor dieser König wurde: „Ungewöhnlich groß gewachsen, schlank und mager; seelenvollen Antlitzes und Laune; versehen mit großen Fähigkeiten, die frühzeitig von wichtigen Dingen angezogen wurden, aber sich bald mehr der schönen Literatur, der Kunst und Musik widmen mußten. Seine Sinnesstärke ist noch unerprobt, aber der Blick ist geradeaus gerichtet.

Oskar II. hatte schon früher in den Kulissen gearbeitet, aber damals bloß als Marionette Karls XV. Das heißt aber nicht, dass er ein willenloser oder unfähiger Mensch war; es gibt viele Schriften, in denen er die Politik seines Bruders kritisierte. Besonders die Außenpolitik war Oskars großes Interesse. Er bewunderte das deutsche Modell und speziell Otto von Bismarck sehr. Er arbeitete auf einen „germanisch-skandinavisch-italienischen Verbund“ hin, dem sich auch Großbritannien hätte anschließen können. Kern seiner Außenpolitik war und blieb die Abkehr vom Osten. Immer mehr Schweden bewunderten die Deutschen (mit einem deutschfreundlichen König war das geradezu unausweichlich). Außerdem war die Königin Sophia eine Deutsche (von Hessen-Nassau), so dass die königliche Familie zu mehreren deutschen Fürstenhäusern in enger Beziehung stand.

Das politische Leben zeigte sich während Oskars Regierungszeit sehr ruhig. Er führte seine konservativen Ideen fort und arbeitete hart daran, den Status des Königtums, den es unter Karl XV. verloren hatte, wiederzugewinnen. Es gelang ihm nur zu einem gewissen Teil: die Zeit der Monarchie als führende Kraft im Lande war bald vorbei. Die größte Frage, die auf ihre Lösung wartete, war die Frage des Wahlrechts. Zu dieser Zeit gab es nach der Wahl von 1896 auch den ersten Sozialdemokraten im Reichstag, Hjalmar Branting. Während seiner dreißigjährigen Regierungszeit wechselte Oskar II. 15 Mal Staatsminister, Außenminister zehnmal und nicht weniger als 112 Mal Staatsräte. Er sah viele Veränderungen in der Staatsverwaltung, zwei Gesetzeskommissionen, die viele Veränderungen bei der Gesetzgebung bewirkten. Im Jahre 1900 wurde die erste juristische Delegation nach Den Haag geschickt, um an dem Ständigen Schiedsgericht teilzunehmen. 1889 wurden fünf Armeedivisionen, die als Friedensverband in der Schwedischen Armee Dienst tun konnten, aufgestellt. Die Marine erhielt 1877 eine eigene Marineverwaltung. Eine Postsparkasse wurde 1883 eingerichtet. Die Vorgänger der heutigen SMHI wurden 1873 und das Statistika Centralbyrån wurde 1886 geschaffen. Ein gemeinsamer Kanzler für die Reichsuniversitäten wurde mit Staatsrat Pehr Jacob Ehrenheim eingesetzt. Das Luleå-Stift wurde 1904 geschaffen. Die Domänendirektion und die Landwirtschaftsdirektion wurden 1882 und 1889, das Patent- und Registrierungsamt 1895 eingerichtet.

Oskar II. von Schweden (Gemälde von Anders Zorn)

Oskar spielte seine Rolle als geliebter Landesvater so gut, dass er Leute zuhause besuchte. Aber man wahrte eine gewisse Distanz: Sicherlich konnte er sehr liebenswert sein, aber er verlor leicht die Geduld, und dann hagelte es Flüche. Einer von Oskars besten Wesenszügen war es, dass er treu und loyal zu denen war, die er einmal lieb gewonnen hatte. Er mochte es sehr gern, Geschenke und Beiträge zu geben, zum Beispiel für verschiedene Forschungsprojekte. Nordenskiöld bekam königliche Gelder, als er sich auf die Glück verheißende Fahrt mit der Vega begab, die zur Entdeckung der Nordostpassage führte. Als Nordenskiöld im Stockholmstrom ankerte, wartete König Oskar II. im Schloss mit einer Erhebung Nordenskiölds zum Freiherrn und einer großzügigen Leibrente von viertausend Kronen im Jahr.

Oskars größte Schwäche war seine Empfänglichkeit für Schmeicheleien und Kriecherei. Er lebte in der Überzeugung, dass der König Gottes Gesandter war, um das Reich zu regieren, und dafür der Respekt gezeigt werden sollte, den er verdiente. Der Marquis Claes Lagergren sagte: „Er mochte Lob und erlag der Illusion, dass es echt wäre.

Der König widmete sich auch sehr viel dem Vorlesen und dem Orgelspiel. Er spielte so gut wie täglich und improvisierte gerne. Zu den königlichen Vergnügungen zählte auch die Jagd. Prinz Wilhelm erzählte danach einmal: „Hinter Großvater saß im Versteck der geschickteste Schütze des Landes, Erik von Eckermann, aufgrund seines buschigen Bartes ‚Waldteufel‘ genannt.“ Eckermann schoss, sobald der König seine Büchse abfeuerte, und gratulierte, wenn die Beute fiel, Oskar mit „Ein schöner Schuss Eure Majestät“.

Auf den Reisen des Königs mit der Drott nach Marstrand hatte er immer einen Hoffotografen mit. Der Hoffotograf, der Oskar am längsten und häufigsten begleitete, war Aron Jonason, vielleicht bekannter als Vater der Göteborger Witze. Er schilderte einen gewöhnlichen königlichen Tag an Bord: Schlag acht Uhr begann der König mit Choral und patriotischen Liedern, zum Mittagessen – damals Frühstück genannt –, und beim Abendessen um 18 Uhr spielte immer Tafelmusik. Zwischen den Mahlzeiten las der König Staatspapiere und Zeitungen, schrieb Briefe und hielt manchmal Staatsrat an Bord. Er ging auch manchmal von Bord, um Tennis zu spielen oder ein Bad im Meer zu nehmen, und nach dem Mittagessen war die Zeit reserviert für das Gesellschaftsleben – an Bord oder an Land.


Oskar II. Unterschrift

Einer der meistbekannten Witze, für den die Nachwelt sich Jonasons erinnert, ist dieser:

„Vad är det för fågel, kan du säga det?“ „Ja, Ers majestät,“ svarade skämtaren, „det är den mest musikaliska fågeln som finns.“ „Hur så? Vad menar du med det?“ „Jo,“ sa Aron, „det är en Mozart (måsart).“ Kungen skrattade och utropade: „Idag är du så kvick så det blixtrar om'et.“ Varpå Aron under en sirlig bugning genmälde: „Blixtrar den ene, så – Oscar den andre.“
„Was ist das für ein Vogel, kannst Du mir das sagen?“ „Ja, Eure Majestät,“ antwortete der Spaßmacher, „das ist der musikalischste Vogel, den es gibt.“ „Wie das? Wie meinst du das?“ „Ja,“ sagte Aron, „das ist ein Mozart ("måsart" = "Möwenart").“ Der König lachte und rief: „Heute bist Du so geistreich, dass es ringsum blitzt.“ Worauf Aron unter einer zierlichen Verbeugung entgegnete: „Wenn der eine blitzt, dann – Oskar II.“ (Wortspiel:"åskar den andre" = "donnert der andere")

Der Fotoapparat hatte seinen Durchbruch am Hof während der Regierungszeit Oskars II., und so auch die Filmkamera. Der erste Film mit den Königlichkeiten wurde auf der großen Jubiläumsausstellung in Stockholm 1897 gezeigt. Andere faszinierende Erfindungen, denen Oskar zur Etablierung verhalf, waren der elektrische Telegraf 1853, das erste Gaslicht in der Hauptstadt 1855, und im selben Jahr die erste Porträtbriefmarke Skandinaviens mit dem Profil Oskars I. Um 1880 kamen das Telefon, das elektrische Licht, das Fahrrad und die Dampfstraßenbahn. Das Schloss in Stockholm unterhielt eine eigene Elektrizitätsmaschine. Aber ein Telefon zu haben, galt noch nicht als wirklich fein. Erst 1904 wurde das erste Telefon im Stockholmer Schloss installiert. Einige Sensationen waren der moderne Heißluftballon, der Kinematograph, das Automobil, der elektrische Zug und der erste motorgetriebene Bus des Landes. (Dieser wurde relativ schnell wieder aus dem Verkehr gezogen, vermutlich wegen der Schäden, die seine Eisenräder in den gepflasterten Straßen anrichteten). Aber was den König am meisten faszinierte, war der Phonograph und dessen Aufkommen in Schweden 1879. Der König machte mehrere Probeaufnahmen, und die Zeitungen schrieben sehr viel darüber. Der Preis für diese Neuheit waren zu dieser Zeit 700 Kronen, eine kräftige Summe im Jahr 1879.

Oskar hatte wie sein Bruder Karl XV. ein großes Interesse für Literatur und Poesie, und 1857 wurde er mit einer Silbermedaille von der Svenska Akademien für ein anonym eingereichtes Manuskript ausgezeichnet. Danach blieb sein Werk weniger anonym. Aber er bevorzugte es weiterhin, sich zur aktuellen politischen Debatte anonym in der Presse zu äußern, häufig unterzeichnet mit O**** oder Oskar Fredrik. Er betrachtete sich selbst seit seiner Thronfolge als der Oberpriester der schwedischen Literatur und achtete darauf, dass Verfasser, die er sehr mochte, reichlich mit Auszeichnungen und Beiträgen belohnt wurden. Aber der größte zeitgenössische Autor, August Strindberg, und Oskar vertrugen sich nicht miteinander: Oskar dachte sehr schlecht von Strindberg wegen dessen wiederholter Kritik und dessen Hass auf die Aristokratie, und Strindberg dachte sehr schlecht vom Etablissement im Allgemeinen. Oskar wütete gegen fast alles, was Strindberg schrieb: beispielsweise Röda rummet (1879), Det nya riket (1882) und Giftas (1884).

Oskars größte Handlung und Niederlage als Regent Schwedens war der Unionsbruch 1905. Norwegen hatte die Personalunion mit Schweden nie wirklich gemocht. Mehrfach während der Union gab es im norwegischen Storting und in den Beziehungen zwischen der schwedischen und der norwegischen Führung eine Krise nach der anderen. Die erste Krise kam 1821, als das Storting den Adel in Norwegen abschaffte – gegen das Veto Karl XIV. Johanns. Danach kam es mehr oder weniger zu ständigen Fehden. In den 1870ern begann der politische Aufmarsch in Norwegen. Das soll heißen, dass es bis etwa 1880 Chancen für Kompromisse und Teillösungen in empfindlichen Fragen gegeben hatte, aber Oskar II. bestand darauf, seinen eigenen Weg zu gehen, und schuf so große Irritation zwischen den Ländern. Triebfeder der norwegischen Offensive war die Forderung nach einer eigenen Auslandsvertretung. Die Norweger meinten, dass sich die schwedische Außenpolitik nicht um norwegische Interessen kümmerte und sie selbst ihre Sache besser führen könnten als ein anderer. Die Irritationen zwischen den Ländern steigerten sich und Oskar II. drohte mit einer regelrechten Militäraktion. Das zwang die sehr viel weniger gerüsteten Norweger an den Verhandlungstisch. Oskar suchte ausländische Unterstützung für seine Maßnahmen, und der deutsche Kaiser Wilhelm II. hatte ein eigenes Interesse daran, dass der Norden einig und ruhig blieb. Aber Wilhelm II. betrachtete den schwedischen König als unentschlossen und weich, und als der Bruch schließlich kam, hatte er nicht mehr als Gerede beigetragen und schob die ganze Schuld auf die unentschlossenen Punsch trinkenden Schweden.

An Neujahr 1898 verabschiedete das Storting zum dritten Mal das Gesetz über eine „reine Flagge“ ohne die schwedischen Farben. Der König erwog, das Gesetz zu sanktionieren, aber ein dreifach gefasster Beschluss hob nach dem Grundgesetz das Veto des Königs auf. Die Unterschrift des Königs unter das Gesetz zur norwegischen Flagge machte die Regierung in Schweden und die Mitglieder der königlichen Familie betroffen. Ein müder Oskar II. bat um Verzeihung und schwor, dass er niemals wieder etwas Ähnliches tun könne.

Die schwedische Regierung wackelte und Staatsminister Boström trat zurück (April 1905). Der neue Staatsminister Johan Ramstedt war Jurist und Beamter, und die neue Regierung bekam den Charakter eines Expeditionskabinetts. Da schlugen die Norweger zu.

Am 23. Mai nahm das Storting einstimmig eine Gesetzesvorlage über ein eigenes norwegisches Konsulatswesen an, und einige Tage später kam Oskars Weigerung, das Gesetz im norwegischen Staatsrat anzuerkennen. Daraufhin legte die norwegische Regierung ihre Arbeit nieder. Das Storting erklärte nun, dass der Staatsrat an die Stelle des Königs treten könne. Mittwoch, den 7. Juni 1905, um 10:35 Uhr, versammelte sich das Storting. Staatsminister Christian Michelsen erklärte, dass sämtliche Mitglieder der Regierung ihr Amt niedergelegt hätten. Dann wurde ein Gesetzesantrag vorgelegt, der ohne Debatte angenommen wurde. Er lautete:

Da Statsraadets samtlige Medlemmer har nedlagt sine Embeder, da Han Majestæt Kongen har erklært sig ude af Stand til at skaffe Landet en ny Regjering, og da den konstitutionelle Kongemakt saaledes er traadt ut af Virksomhed, bemyndiger Storthinget Medlemmerne af det idag aftrådte Statsraad til indtil videre som den Norske Regjering at udøve den Kongen tillagte Myndighed i Overensstemmelse med Norges Riges Grundlov og gjældende Love – med de Ændringer, som nødvendiggjøres derved, at Foreningen med Sverige under én Konge er opløst som følge af, at Kongen har ophørt at fungere som norsk Konge.
„Da sämtliche Mitglieder des Staatsrates ihre Ämter niedergelegt haben, da Seine Majestät der König sich außerstande erklärt hat, dem Land eine neue Regierung zu geben und da die konstitutionelle Monarchie auf diese Weise unwirksam geworden ist, bemächtigt das Storting Mitglieder des heute abgetretenen Staatsrates, bis auf weiteres als Norwegische Regierung die dem König eigene Macht in Übereinstimmung mit dem Norwegischen Reichsgrundgesetz und den geltenden Gesetzen auszuüben – mit der Änderung, dass notwendigerweise die Union mit Schweden unter einem König aufgelöst ist, als Folge davon, dass der König aufgehört hat, als norwegischer König zu fungieren.“

Oskar schrieb später in seinen Memoiren, dass der Unionsbruch „meinem Hirn eine tiefe, ja, unheilbare Wunde verursacht hat“. Seine Gesundheit verschlechterte sich kurz danach, 1906 und 1907 begann man, eine Verschlechterung seines sonst so brillanten Redevermögens zu merken. Die Diagnose lautete, dass der König an einer gewissen Arterienverkalkung im Sprachzentrum litt. Der König wurde auch sehr von einem Prostataleiden geplagt, und seine Müdigkeit steigerte sich auffallend. Nach einiger Zeit blieb er dauernd bettlägerig mit Fieber. Um neun Uhr am Morgen des 7. Dezembers 1907 entschlief Oskar still im Alter von 78 Jahren.

Stockholm den 8 December 1907.
„Konungen avled lugnt och stilla i dag efter en tids sjukdom kl.09.10 fm. Omedelbart efter höll Drottningen en kort, gripande bön vid konungens dödsbädd. Kung Oscar var vid sitt frånfälle 78 år gammal. Vårt land har fått landssorg. Den gamle älskade och ärade monarken finns icke mer. Vid sitt guldbröllop fick kung Oscar stora bevis för sitt folks högaktning av sin konung. Han förmäldes 1856 med Sofia av Nassau och besteg tronen efter Karl XV:s död 1872. Kung Oscar framträdde även som författare till en diktcykel, som han under pseudonymen ‚Oskar Fredriksson‘ utgav och kallade ‚Ur svenska flottans minne‘. Denna diktcykel blev prisbelönt av Svenska Akademien.“
Hans Majestät Konung Oscar II har denna dag kl. 9.10 på morgonen fridfullt insomnat å Stockholms Slott i en ålder av 78 år, 10 månader och 17 dagar till följd av förkalkning i hjärnans och hjärtats blodkärl. Intygas härmed under edlig förpliktelse.
Stockholms Slott den 8 December 1907.
John Berg, J.G. Edgren, C. Flensburg.
Stockholm, den 8. Dezember 1907.
Der König ist heute nach einer längeren Krankheit um 9:10 Uhr vormittags ruhig und still verstorben. Unmittelbar danach hielt die Königin ein kurzes, ergreifendes Gebet am Totenbett des Königs. König Oskar war bei seinem Hinscheiden 78 Jahre alt. Unser Land ist in Landestrauer. Den alten, geliebten und geehrten Monarchen gibt es nicht mehr. Bei seiner Goldenen Hochzeit bekam König Oskar viele Beweise für die Hochachtung seines Volkes für seinen König. Er vermählte sich 1856 mit Sophia von Nassau und bestieg den Thron 1872 nach dem Tod Karls XV. König Oskar tat sich auch als Verfasser eines Gedichtzyklus hervor, den er unter dem Pseudonym „Oskar Fredriksson“ herausgab und „Aus der Erinnerung der Schwedischen Flotte“ nannte. Dieser Gedichtzyklus wurde von der Schwedischen Akademie mit einem Preis belohnt.
Seine Majestät König Oskar II. ist am heutigen Tag um 9:10 Uhr morgens friedlich im Schloss Stockholm eingeschlafen im Alter von 78 Jahren, 10 Monaten und 17 Tagen in Folge einer Verkalkung im Hirn- und Herzblutkreislauf. Dieses Zeugnis ist eine edle Verpflichtung.
Schloss Stockholm, den 8. Dezember 1907.
John Berg, J.G. Edgren, C. Flensburg.

Freimaurerei

Sein Vater Oskar I. führte ihn in die Freimaurerloge Nordiska Första ein. Bis zu seiner Thronbesteigung war er Landes-Großmeister, dann Ordensmeister der Großloge Große Landesloge von Schweden. 1877 brachte Oskar II. den späteren König Gustav zur Freimaurerei. 1882 erschienen seine Reden, die er als Wortführender Meister der St. Eriks-Loge in Stockholm hielt. Die Freimaurerei war seiner Meinung nach ein „Boden, auf den sich der geistig Höherstehende aus allen Sonderstellungen und Kämpfen des Lebens retten kann, ein heiliges Asyl des Friedens, wo in brüderlicher Gemeinsamkeit das rein Menschliche erkannt und gelehrt wird.“[1]

Nachkommen

Oskar II. war mit Sophia von Nassau verheiratet, die ihm vier Söhne schenkte:

König Oskar II. liegt in der Stockholmer Riddarholmskyrkan begraben.

 Commons: Oscar II of Sweden – Bilder, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Eugen Lennhoff, Oskar Posner, Dieter A. Binder: Internationales Freimaurer Lexikon. 5. Auflage 2006, Herbig Verlag, ISBN 978-3-7766-2478-6, S. 632
Personendaten
Oskar II.
Oscar II., Oscar Fredric
König von Schweden 1872–1907 und König von Norwegen 1872–1905
21. Januar 1829
Stockholm
8. Dezember 1907
Stockholm