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Scheibenwischer

Dieser Artikel befasst sich mit dem Scheibenwischer an Fahrzeugen; für die gleichnamige deutsche Kabarett-Sendung siehe Scheibenwischer (Kabarett)

Ein Scheibenwischer ist ein Gerät zum Säubern der Heck- oder Windschutzscheibe eines Kraftfahrzeuges, Flugzeugs, Schiffes oder eines Schienenfahrzeugs. Er besteht aus einem oder mehreren Antrieben, meist kommt ein Elektromotor zum Einsatz, welche die Wischerarme direkt oder über ein Gestänge antreiben. Es gibt auch pneumatisch angetriebene Scheibenwischer. Es werden ein bis drei Wischerarme für eine Scheibe eingesetzt. Diese sind mit Wischerblättern aus Gummi bestückt und bewegen sich in kreissegmentartigen Bahnen (in seltenen Fällen auch linear) über die Scheibe; in diesem Bereich halten sie die Sicht je nach Wetterbedingung mehr oder weniger gut frei.

Bei starker Verschmutzung kann man zusätzlich mit Hilfe der Scheibenwaschanlage die Scheibe befeuchten.

Damit bei schwachem Regen- oder Schneefall der Scheibenwischer nicht auf der Scheibe zu scheuern beginnt, kann man bei heutigen Fahrzeugen durch einen Intervallschalter den Antrieb im Aussetzbetrieb arbeiten lassen. Es gibt auch so genannte Regensensoren, die erkennen, wie stark die Scheibe durch Regen oder Schnee benetzt wird, und den Einsatz der Scheibenwischer automatisch regulieren.

Inhaltsverzeichnis

Bedienung

In den meisten PKW-Modellen wird der Scheibenwischer durch einen Hebel an der Lenksäule oder über einen Bedienungssatelliten bedient.

Typen

Grundsätzlich lassen sich Wischeranlagen anhand der Varianten ihrer einzelnen Komponenten einteilen. Die wesentlichen varianten Bauelemente sind die Elektromotoren (und deren Ansteuerung) und die Wischerarme. Man unterscheidet bei Wischerarmen seit einiger Zeit zwischen gelenkfreien Flachblattwischern (auch Aero-Wischer genannt) und den klassischen mit Gelenken ausgestattenen Scheibenwischern. Bei den Elektromotoren unterscheidet man zwischen den klassischen Rundläufermotoren (also umlaufenden Elektromotoren), bei den die Wischbewegung aus dem Gestänge (Hebelgetriebe) entsteht und Reversiermotoren, bei denen die Wischbewegungen aus der Motorlaufrichtung kommen. Reversiermotoren benötigen zusätzlich zu dem Wischerhebel ein komplexes Steuergerät. Vorteil dieser Anlagen sind zahlreiche Komfortfunktionen (z. B. „Nachwischen nach Waschvorgang“, „reißfreies Lösen der Wischblätter bei Frost“ etc.), die konventionelle Anlagen nicht bieten.

Zur Verbesserung der Aerodynamik bzw. des cw-Wertes von Fahrzeugkarossen wurden seit Beginn der 1990er Jahren die Scheibenwischerarme so unter einer tiefergezogenen Frontscheibe verbaut, dass sich diese in der Ausgangsposition unter der Motorhaube befinden und keine unnötigen Luftverwirbelungen verursachen. Das erste Serienfahrzeug mit solchen so genannten versenkten Scheibenwischern war der Leyland Princess von 1975. Seit Ende der 1990er Jahre findet man vor allem bei Kleinwagen wie dem Smart, dem Twingo oder dem Mini wieder nicht verdeckt verbaute Scheibenwischerarme.

Eine besondere Methode, Scheiben von Regen zu befreien, wendet die bei Schiffen eingesetzte Schleuderscheibe an.

Geschichte

Im November 1903 erhielt die Amerikanerin Mary Anderson das Patent auf die erste funktionierende Scheibenwischanlage der Welt. Andersons Vorrichtung bestand aus einem in Lenkradnähe angebrachten Hebel, mit dem der Fahrer bei Bedarf auf der Windschutzscheibe einen gefederten Schwingarm mit einem Gummiblatt in Bewegung setzen konnte, der anschließend wieder in die Ausgangsposition zurückkehrte.

1905 meldete Heinrich von Preußen, Bruder von Kaiser Wilhelm II., als erster Deutscher ein solches System zum Patent an. Am 24. März 1908 erhielt er das Patent dafür .[1] Er fuhr seinerzeit einen Opel. Der Scheibenwischer war ebenfalls handbetrieben.

1926 stellte die Firma Bosch erstmals eine Apparatur vor, bei der ein Elektromotor einen Wischarm mit Gummilippe über die Autoscheibe pendeln ließ, um das Regenwasser wegzuschieben. Bis dahin verfügten Autos, wenn überhaupt, über ein von Hand betätigtes "Abstreiflineal".[2]

1929 folgte die Erfindung des elektrisch betriebenen Scheibenwischers durch den Baron Rothschild, den er probeweise in einen Bugatti Typ 35B einbaute.

Quellen

  1. Prinz Heinrich von Preußen – der Tüftler aus dem Alumni-Magazin der Technischen Universität Berlin 3. Jahrgang · Nr. 5 · Dezember 2001
  2. Spiegel.de

Siehe auch