Limburg an der Lahn
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Limburg an der Lahn

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 23′ N, 8° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Limburg-Weilburg
Höhe: 117 m ü. NN
Fläche: 45,15 km²
Einwohner: 33.775 (30. Juni 2007)
Bevölkerungsdichte: 748 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 65531–65556 (alt: 6250)
Vorwahl: 06431
Kfz-Kennzeichen: LM
Gemeindeschlüssel: 06 5 33 009
Adresse der Stadtverwaltung: Werner-Senger-Str. 10
65549 Limburg
Webpräsenz:
www.limburg.de
Bürgermeister: Martin Richard (CDU)
Lage der Stadt Limburg a.d. Lahn im Landkreis Limburg-Weilburg

Limburg an der Lahn (amtlich: Limburg a. d. Lahn) ist die Kreisstadt des Landkreises Limburg-Weilburg in Hessen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Limburg liegt im Westen Hessens zwischen Taunus und Westerwald am Fluss Lahn.

Geografische Lage

Die Stadt liegt relativ zentral in einem Becken innerhalb des Rheinischen Schiefergebirges, das von den Mittelgebirgshöhen des Taunus und Westerwald umgeben ist und Limburger Becken heißt. Dank seine günstigen Bodens und Klimas bildet das Limburger Becken eine der ertragreichsten Agrarlandschaften Hessens und hat darüber hinaus als günstiger Lahnübergang seit dem Mittelalter hohe verkehrsgeografische Bedeutung. Innerhalb des Beckens weist das sonst recht enge Untertal der Lahn einige deutliche Weitungen auf, so dass die mittlere Höhenlage Limburgs lediglich 117 Meter beträgt.

Nachbargemeinden

Dom mit alter Lahnbrücke

Limburg bildet, in Kooperation mit der Stadt Diez, ein Mittelzentrum mit Teilfunktion eines Oberzentrums im Westen Mittelhessens. Der Siedlungsbereich der Stadt Limburg reicht über die Stadtgrenzen hinaus. Die Orte Elz und Diez schließen sich nahtlos an.

Umliegende Städte und Gemeinden sind die Gemeinde Elz und die Stadt Hadamar im Norden, die Gemeinde Beselich im Nordosten, die Stadt Runkel im Osten, die Gemeinden Villmar und Brechen im Südosten, die Gemeinde Hünfelden im Süden (alle im Landkreis Limburg-Weilburg), die Gemeinde Holzheim im Südwesten, sowie im Westen die Stadt Diez sowie die Gemeinden Aull und Gückingen (alle im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz).

Die nächsten größeren Städte sind Wetzlar und Gießen im Nordosten, Wiesbaden und Frankfurt im Süden und Koblenz im Westen.

Stadtteile

Die Stadt besteht aus acht ehemals selbstständigen Ortsteilen (nach Einwohnerzahl).

  1. Limburg: 18.393
  2. Lindenholzhausen: 3.377
  3. Linter: 3.160
  4. Eschhofen: 2.803
  5. Staffel: 2.656
  6. Offheim: 2.572
  7. Dietkirchen: 1.724
  8. Ahlbach: 1.281

Ebenfalls oft als eigener Stadtteil genannt wird Blumenrod, das jedoch nur ein großes Wohngebiet der Kernstadt ist. Es liegt im Süden von Limburg. Sein Wahrzeichen ist die Domäne Blumenrod, ein ehemaliges Hofgut, das von der Freien evangelischen Gemeinde Limburg saniert und umgebaut wurde.


Etymologie

Der Ursprung des Namens Limburg ist nicht vollständig geklärt und geht wohl auf eine dort gegründete Burg zurück. Im Jahr 910 wurde das erste Mal der Ort unter dem Namen Lintpurc erwähnt. Zwei der populärsten Thesen sind:

Geschichte

Um 800 entstand die erste Burganlage auf dem Limburger Felsen. Es handelt sich um eine Schutzburg, die wahrscheinlich zum Schutze einer Furt des Flusses Lahn errichtet wurde. In den folgenden Jahrzehnten entstand in ihrem Schutz die Stadt. 910 wurde Limburg erstmals unter dem Namen "Lintpurc" urkundlich erwähnt: Ludwig das Kind einen Hof des Ortes an Konrad Kurzbold, damit dieser dort eine Kirche erbauen sollte. Konrad Kurzbold legte den Grundstein der Stiftskirche St. Georg, wo er auch begraben wurde. Der Ort erlangte mit der Gründung des Stifts schnell an Bedeutung und profitierte durch den regen Warentransfer der Höhenstraße (Via Publica).

1150 wurde eine hölzerne Brücke über die Lahn errichtet. Die Fernstraße von Köln nach Frankfurt am Main führte von da an durch Limburg. Anfang des 13. Jahrhunderts wurde die Burg Limburg in ihrer heutigen form errichtet. Kurz darauf ging die Stadt in den Besitz der Herren von Ysenburg über. 1214 erlangte der Ort das Stadtrecht. Reste der Schutzmauer aus den Jahren 1130, 1230 und 1340 mit einer größten Länge von rund 1000 Metern zeigen noch heute die schnelle Entwicklung der aufblühenden Stadt im Mittelalter. Für 1180 ist eine Münzprägung in Limburg verbürgt.

Eine Linie der Herren von Isenburg residierte von 1258 bis 1406 auf der Burg Limburg und nannten sich nach ihrem Sitz Herren von Limburg. Dieser Linie entstammte Imagina von Isenburg-Limburg die Gattin des deutschen König Adolf von Nassau.

Die herrschende Schicht der mittelalterlichen Bürgerschaft waren reiche Kaufmannsfamilien, deren Häuser in unmittelbarer Nähe des Burgtores standen und beim Bau der ersten Stadtmauer von dieser eingehegt wurden. Der Bereich des heutigen Rossmarkts, in dem viele einfache Handwerker lebten, wurde erst beim zweiten Mauerbau in die Befestigung einbezogen. Ihre Bewohner erhielten im Vergleich zur Kaufmanns-Elite kein Mitspracherecht in städtischen Angelegenheiten und durften keine vertreter in den Rat der Stadt entsenden, mussten aber die finanzielle Hauptlast des Gemeinwesens tragen. Erst 1458 durften sie zwei Vertreter in den Rat entsenden.

Rest der Stadtmauer am Eschhöfer Weg

Der auf dem Platz der alten Stiftskirche erbaute Sankt-Georgs-Dom, auch Georgsdom genannt, wurde 1235 geweiht. Am 14. Mai 1289 vernichtete ein verheerender Stadtbrand weite Teile der Limburger Innenstadt, die aber wieder aufgebaut wurde. Eines der damals errichteten Häuser ist der Römer 2-4-6 ist heute eines der ältesten deutschen Fachwerkhäuser. 1337 wurden die Limburger Juden aus der Stadt vertrieben. Erst 1341 durften sie wieder auf königlichen Befehl in der Stadt siedeln. 1344 wurde die Stadt zur Hälfte an Kurtrier verpfändet, 1420 ging sie ganz in kurtrierischen Besitz über. Dieser Vorgang sowie der erneute Stadtbrand (1342) und die Pest (1349, 1356 und 1365) vor allem aber der Aufstieg der Territorialfürsten, führten zum allmählichen Niedergang. 1315 und 1346 wurde, vermutlich in zwei Abschnitten die steinerne Lahnbrücke errichtet.

Im Umfeld des Deutschen Bauernkriegs kam es 1525 auch zu Unruhen in der Limburger Bevölkerung. Nachdem der Trierer Kurfürst verlangt hatte, dass die Bürgerschaft einen lutherischen Prediger aus der Stadt ausweise, überreichte ein Ausschuss aus nicht-ratsfähigen Bürgern am 24. Mai dem Rat eine 30 Punkte umfassende Forderungsliste. Darum ging es vor allem um finanzielle Mitbestimmung und die Gleichbehandlung in Abgaben-, Handels- und Baufragen mit der Kaufmannschaft. Diese Forderungen wurden in den folgenden Tagen in Verhandlungen zwischen Ausschuss und Rat auf 16 Punkte reduziert, die danach wohl mit dem Kurfürsten verhandelt wurden. Am 5. August verfügte Erzbischof Richard jedoch, dass der Rat sämtliche Zugeständnisse der Bürgerschaft gegenüber wieder aufheben sollte. Zudem wurde ein Versammlungsverbot erlassen und die nichts-ratsfähige Bürgerschaft sollte auch ihre beiden Vertreter nicht mehr in den Rat schicken dürfen.

1806 fiel Limburg an das neu gegründete Herzogtum Nassau. 1818 wurde die Stadtmauer niedergelegt. 1827 wurde die Stadt zum katholischen Bischofssitz erhoben. 1866 fiel das Herzogtum und damit Limburg als Folge des Deutschen Krieges an Preußen. Ab 1862 war Limburg Knotenpunkt wichtiger Eisenbahnstrecken und ab 1886 Kreisstadt. 1892 ließen sich die Pallottiner, 1895 die Pallottinerinnen in der Stadt nieder.

Von 1919 bis 1923 war Limburg „Hauptstadt“ und Gerichtssitz des Freistaat Flaschenhals weil es die nächste unbesetzte Stadt der Weimarer Republik war.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 52,6 23 49,6 22
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 24,5 11 28,3 13
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 9,0 4 6,2 3
FDP Freie Demokratische Partei 4,3 2 1,5 1
FWG Freie Wähler Gemeinschaft Limburg 5,9 3 10,7 5
BZL Bürgervereinigung Zukunft Limburg 3,7 2 3,7 1
Gesamt 100,0 45 100,0 45
Wahlbeteiligung in % 42,6 49,7

Bürgermeister

Bürgermeister der Stadt ist derzeit Martin Richard (CDU).

Städtepartnerschaften

Patenschaft

Wirtschaft

Verkehr

Limburg ist ein traditioneller Verkehrsknoten. Bereits im Mittelalter kreuzte die Via Publica hier die schiffbare Lahn. Heute durchqueren die Stadt die Bundesautobahn 3 (Emmerich-Oberhausen-Köln-Frankfurt-Nürnberg-Passau) und die Bundesstraße 8 die dem Verlauf der Via Publica weitestgehend folgen. Die B 49 verbindet Limburg nach Westen mit Koblenz und nach Osten mit Wetzlar und Gießen. Der Abschnitt zwischen Limburg und Wetzlar wird zur Zeit vierspurig ausgebaut. Dieser Abschnitt wird bis Obertiefenbach auch als Die lange Meil bezeichnet. Die B 54 verbindet Limburg einerseits in Richtung Norden mit Siegen und andererseits über Diez nach Wiesbaden in südlicher Richtung. Über die B 417 (Hühnerstraße) ist ebenfalls Wiesbaden zu erreichen.

Bereits im Jahr 1248 bestand eine hölzerne Lahnbrücke die nach dem Hochwasser 1306 durch eine steinerne Brücke (Alte Lahnbrücke) ersetzt wurde. Weitere Straßenbrücken sind die Lahntalbrücke Limburg (1964) der A3, die Lahnbrücke bei Staffel und Neue Lahnbrücke von 1968. Auf der Neuen Lahnbrücke überqueren die Bundesstraßen die Lahn bevor sie im Schiedetunnel die Innenstadt unterqueren.

Mit dem Bau der Lahntalbahn (KBS 625) wurde Limburg 1862 an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Der Bahnhof entwickelte sich zu einem zentralen Verkehrsknoten. Weitere Bahnlinien sind die Unterwesterwaldbahn (KBS 629) und die Oberwesterwaldbahn (KBS 461) sowie die Main-Lahn-Bahn (KBS 627). Am Bahnhof Niedernhausen an der Main-Lahn-Bahn kann in die Ländchesbahn (KBS 627) nach Wiesbaden umgestiegen werden. Mit Ausnahme des oberen Abschnittes der Lahntalbahn, der noch von der DB bedient wird, werden alle Bahnlinien von der in Limburg ansässigen Vectus Verkehrsgesellschaft mbH betrieben.

Mit dem Bau der ICE-Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main erhielt Limburg einen ICE-Bahnhof. Dieser ist der einzige Bahnhof in Deutschland, an dem ausschließlich ICEs halten. Die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main überquert die Lahn mit der Lahntalbrücke und taucht anschließend im Limburger Tunnel ab.

Der nächstgelegene Verkehrsflughafen ist der Flughafen Frankfurt am Main mit einer Entfernung von 63 Kilometer über die BAB 3. Die Fahrzeit mit dem ICE beträgt ca 20 Minuten. Der Flughafen Köln/Bonn ist 110 Kilometer entfernt und mit dem ICE in 44 Minuten zu erreichen.

Die Lahn ist zwischen Lahnstein und Wetzlar eine Bundeswasserstraße. Seit dem Ausbau der Lahntalbahn ist die Bedeutung als Wasserstraße jedoch rückläufig. Genutzt wird die Wasserstraße vorwiegend touristisch durch kleinere Motorboote sowie Kanus und Ruderboote. Limburg ist Anlegestelle des Fahrgastschiffs Wappen von Limburg.

Ansässige Unternehmen

Öffentliche Einrichtungen

Bildungseinrichtungen

Limburg hat vier Schulen, die als Abschluss unter anderem eine allgemeine Hochschulreife (Abitur) anbieten:

Berufsbildende Schulen:

Haupt- und Realschulen:

Bibliotheken:

St. Vincenz-Krankenhaus

Das über der Stadt auf dem Schafsberg gelegene Krankenhaus verfügt über 433 Betten und 15 Fachabteilungen.


Freizeit- und Sportanlagen & Firmen

In Limburg gibt es verschiedene Sportvereine, einige sind sogar in verschiedenen Bundesligen und sogar in der Weltspitze vertreten.

Jugendtreff in Limburg

Die evangelische Kirche bietet mit der Jugendfreizeitstätte Limburg (kurz: JFS) einen Treffpunkt für Jugendliche mit zahlreichen Veranstaltungen. Mit Kicker, Internet-Cafe und vielen Events ist diese Einrichtung nicht nur kirchlich geprägt. Dabei unterstützen 2 Mitarbeiter und ein Zivildienstleistender die Besucher nicht nur bei ihren Problemen.

Mütterzentrum Limburg

Das Mütterzentrum Limburg ist eine familiäre Begegnungsstätte für Menschen mit oder ohne Kinder in der Hospitalstraße. Der Verein wird von der Stadt Limburg und dem Land Hessen unterstützt und bietet unter anderem einen Elternservice der Kinderbetreuung vermittelt, ein vielfältiges Kursangebot für Kinder und Erwachsene, einen Minikindergarten und ein Café.

Freiwillige Feuerwehren

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Die Kleinkunstbühne „Thing“, gegründet vor über 25 Jahren, wechselte nach einiger Zeit aus ihrem anfänglichen Domizil im Stadtteil Staffel in die Stadthalle Limburg (Josef-Kohlmaier-Halle), wo sich heute ihre Bühne in den Clubräumen der Stadthalle findet. Die Bühne wird von einem selbständig agierenden Verein getragen. Zum Programm gehören Chanson, Kabarett, Literatur und Jazz sowie Folk, Rock und Auftritte von Liedermachern. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Förderung junger Künstler. Pro Monat werden zwei oder drei Veranstaltungen angeboten.

Das Engagement von "Thing" wurde am 6. Dezember 2003 durch die Verleihung des „Kulturpreises Mittelhessen“ gewürdigt.

Museen

In Limburg gibt es mehrere Museen. Die wichtigsten sind:

Bauwerke

Nur wenigen Städten blieb, wie Limburg, das gesamte Ensemble mittelalterlicher Bebauung nahezu unversehrt erhalten. Deshalb steht heute der ehemals ummauerte Stadtkern zwischen St. Georg-Dom, Grabenstraße und der 600 Jahre alten Lahnbrücke als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.

Siehe auch

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Ehrenbürger

Sonstige Persönlichkeiten

Einzelquellen

  1. Peter Paul Schweitzer: Nur ein hölzerner Fisch auf dem Limburger Fischmarkt in Jahrbuch 2004 des Landkreises Limburg-Weilburg, ISBN 3-927006-38-6 S. 177-179

Literatur

 Commons: Limburg – Bilder, Videos und Audiodateien