Unternehmen Felix
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Unternehmen Felix

Das Unternehmen Felix war ein Plan der deutschen Militärführung im Zweiten Weltkrieg. Es war vorgesehen, 1941 den britischen Flottenstützpunkt auf Gibraltar zu erobern, um die Kontrolle der Seeverbindung zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer zu erlangen. Zusätzlich hätten die Deutschen dann auch die Verbindungen zwischen Großbritannien und seinen Stützpunkten im Süden erheblich gestört, wenn nicht sogar unterbunden.

Der Plan zum Unternehmen Felix wurde - bis auf anfängliche verdeckte Aufklärungsmaßnahmen von spanischem Gebiet aus - nicht in die Tat umgesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Ausgangslage

Nach dem Fall Frankreichs im Juni 1940 grenzte der deutsche Machtbereich direkt an das faschistische Spanien. Anknüpfend an die Beziehungen während des Spanischen Bürgerkriegs, trafen sich Adolf Hitler und Generalissimo Franco im Oktober 1940 im baskischen Hendaye und erörterten die Umstände unter denen Spanien in den Krieg eintreten würde. Franco forderte dabei extensive deutsche Hilfe beim Ausbau der Infrastruktur, bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Öl und bei der Aufrüstung der spanischen Armee.

Planung

Trotz der Unklarheit über den Status Spaniens im weiteren Verlauf des Krieges wurden beim Oberkommando der Wehrmacht konkrete Angriffsoperationen auf den Felsen von Gibraltar geplant. Dabei sollten zwei Armeekorps, das XXXIX. (39.) Armeekorps unter General Rudolf Schmidt und das XLIX. (49.) Armeekorps unter General Ludwig Kübler am 10. Januar 1941 über spanisches Territorium nach Süden vorstoßen. Schmidts XXXIX. Armeekorps sollte bei Valladolid, Cáceres und Sevilla Stellung beziehen, um die Flanke des Angriffs gegen eine mögliche britische Intervention zu sichern. Küblers Armeekorps würde den eigentlichen Angriff durchführen, wofür ihm nicht nur zwei Elite-Regimenter (Großdeutschland und das Gebirgsjäger-Regiment 98), sondern auch eine Abteilung der Spezialeinheit Brandenburger sowie eine Spezialeinheit der Abwehr, unterstellt wurden. Zwei weitere Divisionen waren dafür vorgesehen, nach dem gelungenen Angriff nach Afrika überzusetzen und Marokko zu besetzen.

Die Ergebnisse einer Erkundungsreise durch Offiziere des Amtes Abwehr fielen zwar ernüchternd aus, jedoch hielt man die Eroberung des Felsens grundsätzlich für möglich. Der anschließend erstellte Angriffsplan veranschlagte die Dauer der Kampfhandlungen auf drei Tage, wobei man mit einer außerordentlich verlustreichen Aktion rechnete, da die Briten sich in günstigen Verteidigungspositionen befanden und ein Überraschungsvorteil nicht gegeben war, weil vom Überschreiten der französisch-spanischen Grenze bis zum Angriff mit 38 Tagen gerechnet wurde.

Verschiebung

Da Franco seine Zustimmung zum Unternehmen Felix verweigerte, wurde der Angriffstermin zunächst verschoben und im Zuge der Vorbereitungen auf den Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 ganz zurückgestellt. Als Unternehmen Felix-Heinrich sollte der Plan erneut zur Durchführung kommen, wenn der Feldzug gegen die Sowjetunion erfolgreich verlief. Tatsächlich wurden jedoch keine konkreten Operationen mehr vorbereitet, lediglich Pläne für eine etwaige Landung der Alliierten in Spanien wurden noch erstellt.

Die ablehnende Entscheidung Francos ist bis heute in der Geschichtsforschung nicht endgültig geklärt. Zwar äußerte er mehrmals gegenüber Hitler und Mussolini, dass er einem Kriegsbeitritt auf Seiten der Achsenmächte nicht ablehnend gegenübersteht; jedoch stellte er derart offensichtlich unerfüllbare wirtschaftliche Forderungen an das Reich, dass sie auch als Ausdruck des Bestrebens gewertet werden können, sich unter dem Vorwand, dass sein Land eben noch nicht so weit sei, einem Kriegseintritt zu entziehen. Eventuell unterlag man in Madrid aber auch der letztendlichen Fehleinschätzung, dass Deutschland sowieso England besiegen und Gibraltar dann kampflos an Spanien fallen würde.

Siehe auch