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Klimatische Wasserbilanz

Die Klimatische Wasserbilanz (KWB) nach DIN 4049-3 ergibt sich aus der Differenz von Niederschlag (P) und potenzieller Evapotranspiration (PET):

KWB = P - PET

Sie stellt ein Maß für das Wasserangebot dar und kann zur Abschätzung von Grundwasserneubildung oder -zehrung verwendet werden. Bei flurnahen Standorten, an denen die Wassernachlieferung für die "transpirierenden" Pflanzen ständig gesichert ist, ist die potenzielle Evapotranspiration gleich der Evapotranspiration (Verdunstung).

Wie aus der Formel ersichtlich, ist für die Grundwasserneubildung nicht nur die Menge des gefallenen Niederschlages wichtig, sondern auch der Zeitpunkt. So tragen Niederschläge im Sommer, auf Grund dann höherer Verdunstung, in geringerem Maße zur Auffüllung des Bodenwasserspeichers und nachfolgend zur Grundwasserneubildung bei als im Winter, wenn nur wenig verdunstet. Bei entsprechend günstigen Durchlässigkeitsbeiwerten (kf-Werten) des Bodens und geringerer Saugspannung (vereinfacht ausgedrückt also bei Korngrößen größer oder gleich dem sandigen Bereich) vermag ein Boden hingegen im Sommer mehr Wasser aufzunehmen. Im Winter hingegen kann durch Bodenfrost die Fähigkeit eines Bodens zur Wasseraufnahme stark gehemmt sein, so dass es zu Oberflächenabfluss kommt, ohne dass der Boden eigentlich wassergesättigt wäre.