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Cronulla Riots

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Als Cronulla Riots (deutsch: Cronulla-Unruhen) werden die gewalttätigen Unruhen bezeichnet, die im Dezember 2005 in Cronulla, einem Vorort von Sydney (Australien) stattfanden.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Am Sonntag, dem 4. Dezember 2005, wurden im Stadtteil Cronulla, der im Süden von Sydney liegt, die dortigen Surflifesaver (deutsch: Rettungsschwimmer) von gewalttätigen Jugendlichen angegriffen und teilweise verletzt. Die Angreifer waren Einwanderer aus dem Libanon.[1] Der Grund hierfür wurde in der Abneigung gegen die relativ freiheitliche und freizügige australische Lebensweise gesehen.

Da die Lifesaver in Australien als Symbol für die populäre Strandkultur gelten, löste der Vorfall große Empörung aus. Auch gab es Gerüchte über Belästigungen von weißen Australierinnen durch Einwanderer. Stimmen aus dem gewaltbereiten Spektrum riefen dazu auf, den Tätern ihre Taten heimzuzahlen. Als Reaktion darauf warnte der Polizeichef von Sydney alle potenziellen Gewalttäter davor, sich an Unruhen jeglicher Art zu beteiligen. Die Polizei von New South Wales werde darauf zu reagieren wissen.

Unruhen

In dieser nach Ansicht von Beobachtern durch Alkohol noch zusätzlich aufgeheizten Stimmung kam es am Sonntag, den 11. Dezember 2005, zum Zusammenstoß von circa 1500 Zuwanderern aus dem Nahen Osten, vornehmlich Libanesen, und etwa 5000 überwiegend jungen Australiern weißer Hautfarbe. Die Randalierer schwenkten australische Fahnen und riefen nationalistische und rassistische Sprüche. Neben Körperverletzungen kam es zu teils erheblichen Sachschäden an Fahrzeugen und Gebäuden.

Die Polizei, die mit nur etwa 700 Beamten vor Ort war, hatte nicht mit einem solchen Ausmaß an Gewalt gerechnet und konnte die Situation nicht unter Kontrolle bringen. Ihre Maßnahmen beschränkten sich in erster Linie darauf, Unbeteiligte zu schützen. Am folgenden Montag wurden bei Racheakten von arabischstämmigen Jugendlichen erneut mehrere Personen verletzt, Schaufenster eingeschlagen und Fahrzeuge beschädigt.

Reaktion

Der damalige australische Premierminister John Howard sagte zu den Ausschreitungen: „Menschen wegen ihrer Rasse, ihres Aussehens, ihrer Herkunft anzugreifen, ist völlig inakzeptabel“. Er sehe aber auch keinen unterschwelligen Rassismus in der Gesellschaft des Landes. Polizeiminister Carl Scully nannte die Unruhen „ein Gebaren weißen Überlegenheitsdenkens“.

Da Weihnachten und Silvester vor der Tür standen, zwei Feste, die in Australien gerne am Strand verbracht werden, bestand ein enormer öffentlicher Druck auf die Behörden, weitere Ausschreitungen, auch in anderen strandnahen Vororten der Stadt, zu unterbinden.

Am folgenden Dienstag, den 13. Dezember 2005, beschloss das Parlament von New South Wales, der Polizei weitgreifende Rechte zu geben, mit denen weitere Zwischenfälle unterbunden werden sollten. Die neuen Gesetze traten am Donnerstag, dem 15. Dezember 2005, in Kraft und sind vorerst auf drei Jahre beschränkt.

Hauptbestandteil der neuen Befugnisse war das Recht der Polizei, Gegenstände, die von potentiellen Tätern möglicherweise bei weiteren Ausschreitungen verwendet werden könnten, für bis zu 48 Stunden zu beschlagnahmen. Besonderer Augenmerk wurde auf gefährliche Gegenstände (Waffen, aber auch beispielsweise Benzinkanister) und Mobiltelefone gelegt. Auch Autos von vermeintlichen Tätern können einbehalten werden.

Zum Wochenende, am 17. und 18. Dezember 2005, wurden mehrere tausend Polizisten, teilweise auch aus anderen Bundesstaaten, in Sydney zusammengezogen. Neben Cronulla wurden noch weitere Stadtteile in der Umgebung sowie besonders beliebte Strände von der Polizei fokussiert. Der Verkehr auf den Einfallstraßen wurde kontrolliert. Geschäftsinhabern wurde empfohlen, ihre Läden nicht zu öffnen. Von den neuen Befugnissen wurde Gebrauch gemacht. Die Maßnahmen zeigten Erfolg. Ausschreitungen konnten nicht nur an diesem Wochenende verhindert werden. Die Unruhen waren vollkommen abgeebbt und die folgenden Feiertage konnten in Ruhe, wenn auch mit Polizeipräsenz an den Stränden, verlebt werden.

Folgen

In den Wochen nach den Unruhen kam es in der australischen Gesellschaft zu Diskussionen, ob eine multikulturelle Gesellschaft praktikabel sei. Da die weißen Australier sich selbst als Patrioten bezeichneten, wurde anlässlich des Australia Day beispielsweise auch eine öffentliche Diskussion um den in Australien verbreiteten Nationalstolz geführt.

Einzelnachweise

  1. Jackson, Liz. „Riot and Revenge“, Four Corners, 2006-03-13. Zugriff am 2006-08-31.