Geschichte der Stadt Koblenz
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Geschichte der Stadt Koblenz

Die Geschichte der Stadt Koblenz ist sehr wechselhaft und gekennzeichnet von kriegerischen Auseinandersetzungen sowie einem großen baulichen Wandel. Bereits seit der Steinzeit ist das Gebiet von Koblenz besiedelt. Die Römer bauten hier erstmals eine befestigte städtische Siedlung, die nach dem Rückzug der römischen Truppen im 5. Jahrhundert von den Franken weiter genutzt wurde. Die Stadt gehört somit zu den ältesten Städten Deutschlands. In der folgenden Herrschaft der Erzbischöfe und Kurfürsten von Trier blühte Koblenz weiter auf und es entstanden eine Vielzahl von kulturellen Schätzen in Form von Kirchen, Schlössern und Festungsanlagen. Nach einer kurzen aber prägenden französischen Zeit, setzten im 19. Jahrhundert die Preußen Koblenz ihren Stempel auf. Die Stadt, nun Hauptstadt der preußischen Rheinprovinz, wurde als eines der mächtigsten Festungssysteme in Europa ausgebaut. Das 20. Jahrhundert war von erneuten baulichen Veränderungen geprägt und der erheblichen Erweiterung des Siedlungsgebiets. Einschneidend war die totale Zerstörung von Koblenz im Zweiten Weltkrieg. Nur langsam erholte sich die Stadt wieder davon, das historische Stadtbild blieb aber für immer verloren. Im Jahr 1992 konnte die Stadt Koblenz ihre 2000-jährige Stadtgründung feiern.

Zugehörigkeit von Koblenz:

Inhaltsverzeichnis

Frühgeschichte

Das fruchtbare und verkehrsgünstig gelegene Gebiet am Zusammenfluss von Mosel und Rhein wurde seit der mittleren Steinzeit (ca. 9000 v. Chr.) kontinuierlich besiedelt. Im gesamten Stadtgebiet gibt es Funde von Siedlungsresten und Grabstätten aus der Zeit der Rössener Kultur bis zu den Kelten. Im Jahr 2005 stieß das Koblenzer Amt für archäologische Denkmalpflege bei Grabungen auf der Festung Ehrenbreitstein auf eine frühzeitliche Palisade, die nach hinten mit einem Erdaushub verstärkt wurde und etwa auf 1000 v. Chr. datiert werden kann. Somit befand sich 250 Jahre vor der Gründung Roms nachweislich eine Festung auf dem Plateau des Ehrenbreitstein. In der Nähe von Koblenz befindet sich der Goloring, ein keltisches Erdwerk, das ca. 1000 v. Chr. entstand und wohl ähnlich wie Stonehenge als eine Art Sonnenkalendar genutzt wurde.

Römische Zeit

Hauptartikel: Confluentes

Im Gallischen Krieg gegen die Germanen erreichten römische Truppen unter Julius Caesar 55 v. Chr. den Rhein und errichteten zwischen Koblenz und Andernach einen ersten Rheinübergang. In Koblenz selbst reichen Siedlungsreste in der Nähe des heutigen Münzplatzes bis ins ausgehende erste vorchristliche Jahrhundert zurück. Koblenz zählt somit zu den ältesten Städten Deutschlands. Vermutlich in spättiberisch-frühclaudischer Zeit wurde dann am Zusammenfluss von Mosel und Rhein ein Kastell zur Sicherung der Rheinstraße Mainz-Köln-Xanten erbaut. Die Römer nannten ihre Ansiedlungen „Apud Confluentes“, was so viel wie „Bei den Zusammenfließenden“ bedeutet. Zu dieser Zeit siedelten hier die Treverer, die die gesamte Moselregion beherrschten. Die Siedlung gehörte seit etwa 85 n. Chr. zu der neu gegründeten römischen ProvinzGermania Superior“.

Römische Brücken wurden über Rhein und Mosel errichtet. Eine ca. 350 Meter lange Pfahlbrücke über den Rhein wurde um 49 n. Chr. zwischen dem heutigen Ehrenbreitstein und der Koblenzer Rheinseite erbaut. Sie bestand aus ca. 650-750 Eichenstämmen mit eisernen Spitzen, so genannten Pfahlschuhen, von denen 51 bis heute erhalten geblieben sind. Die Moselbrücke, 50 m neben der heutigen Balduinbrücke gelegen, wurde als Teil der römischen Rheintalstraße erbaut.

Ende des 1./Anfang des 2. Jahrhunderts wurde ein Auxiliartruppenkastell in Niederberg (Kastell Niederberg) zum Schutz des römischen Obergermanischen Limes errichtet. Um 259/260 wurde das rechtsrheinische Bereich nach einer verheerenden fränkischen Offensive wieder geräumt. Nach dem Fall des Limes wurde der Bereich der heutigen Altstadt mit einem mächtigen Mauerring versehen.

Oberhalb von Koblenz wurde im heutigen Stadtwald unweit der Römerstrasse eine Tempelanlage für den römischen Merkur und die gallische/keltische Rosmerta erbaut. Dort gefundene römische Münzen belegen eine Nutzung der Anlage bis in das 5. Jahrhundert. Am Remstecken finden sich Überreste eines römischen Bauernhofes (Villa rustica), der teilweise ausgegraben und teilrekonstruiert ist.

Beim Abzug der römischen Truppen im 5. Jahrhundert wurden Rhein- und Moselbrücken zerstört. Bis heute zeugen Mauerreste und Straßenzüge in der Koblenzer Altstadt von der spätrömischen Befestigung.

Fränkische Zeit

Mit Zusammenbruch des Weströmischen Reiches Mitte des 5. Jahrhundert wurde Koblenz von den Franken erobert und ein fränkischer Königshof gegründet. Infolge der Reichsteilung Karls des Großen vom 6. Februar 806 in der Divisio Regnorum fiel Koblenz an dessen Sohn Karl der Jüngere. Dieser starb aber früh und so kam Koblenz nach dem Tode von Karl dem Großen 814 an seinen Sohn Ludwig den Frommen.

Wegen Aufständen im Jahr 830 zwischen den Söhnen Ludwigs des Frommen (Lothar I., Karl der Kahle, Ludwig der Deutsche) untereinander und gegen den Vater, kam es zu einer zweiten Reichsteilung und Karl der Kahle erhielt 837 u. a. Koblenz. Durch diese Teilung kam es zu Unruhen im Reich und es fanden 842 in der 836 geweihten Kastorkirche Verhandlungen zwischen den drei Enkeln Karls des Großen statt, die schließlich zur Teilung des Fränkischen Reichs im Vertrag von Verdun 843 führten. Koblenz fiel damit an das nach Lothar I. benannte Mittelreich Lotharingien.

855 wurde das Reich Lothars I. unter seinen drei Söhnen aufgeteilt (Teilung von Prüm) und Koblenz kam an Lothar II. Nach dessen Tod wurde das Mittelreich 870 mit dem Vertrag von Mersen unter den Brüdern Lothars I. (Ludwig der Deutsche und Karl der Kahle) erneut aufgeteilt. Der Ostteil des Reiches mit Koblenz wurde nun von Ludwig dem Deutschen regiert. Von Raubzügen der Normannen blieb auch Koblenz nicht verschont und wurde 882 zerstört. Nach einer kurzzeitigen Unterbrechung gehörte Koblenz schließlich ab 925 ganz zum Ostfränkischen Reich, das spätere Heilige Römische Reich.

Kurfürstliche Zeit

Kaiser Heinrich II. schenkte 1018 dem Trierer Erzbischof Poppo von Babenberg den fränkischen Königshof. Seit 1198 gehörten die Erzbischöfe von Trier zum Kurfürstenkollegium. Kurtrier war eines der ursprünglich sieben Kurfürstentümer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Das weltliche Herrschaftsgebiet des Erzbischofs von Trier gehörte zum kurrheinischen Kreis und umfasste im Wesentlichen die Gebiete links und rechts der Unterläufe von Mosel und Lahn. Seine Hauptstadt war Trier, Residenzstadt wurde im 17. Jahrhundert Koblenz.

Der Ehrenbreitstein kam 1020 mit der neu erbauten Burg an die Trierer Erzbischöfe. Es war ihr Brückenkopf für den rechtsrheinischen Besitz des Kurfürstentums und galt als ihre sicherste Burg. So wurden hier in gefährdeten Zeiten die größten Heiligtümer des Landes aufbewahrt, z.B. der Kopf des heiligen Matthias (Bistumspatron) von 1380 bis 1422 und der Heilige Rock von 1657 bis 1794.

Die heute evangelische Florinskirche wurde um 1100 unter dem Trierer Erzbischof Bruno von Lauffen als romanische dreischiffige Kirche des Stiftes St. Florin erbaut. Im 16. Jahrhundert wurde sie im Stil der Gotik verändert. Um 1180 begann der Bau der romanischen Liebfrauenkirche. Ein Vorgängerbau der Kirche aus dem 5. Jahrhundert ging auf eine spätantike Halle aus der Zeit des Kaisers Valentinian I. (364-375) zurück. Die katholische Liebfrauenkirche wurde im 15. Jahrhundert erweitert. Die von Weitem sichtbaren barocken Hauben stammen aus dem Jahr 1688.

Am 7. März 1138 wurde der Staufer Konrad III. in Lützelkoblenz zum König gewählt. Lützelkoblenz ist eine kleine Siedlung nördlich von Koblenz auf der gegenüberliegenden Moselseite und bedeutet so viel wie Klein-Koblenz. Im ausgetrockneten Moselbett bei Koblenz kam es im Oktober 1198 zur Schlacht zwischen König Philipp von Schwaben und König Otto IV.

Kurfürst Theoderich von Wied rief 1216 die Ritter des Deutschen Ordens nach Koblenz und schenkte ihnen einen Teil des Geländes der Kastorkirche mitsamt dem dort befindlichen St.-Nikolaus-Hospital. Eine Motivation für die Ansiedlung des Ordens war in dessen Eignung für die Krankenpflege zu sehen. Unmittelbar an der Ecke, wo die Mosel in den Rhein fließt, entstand bald danach die Deutschordensballei. Diese Ballei war dem Hochmeister des gesamten Ordens direkt unterstellt. Seit dieser Niederlassung des Deutschen Ordens trug diese Stätte zunächst die Bezeichnung „Deutscher Ordt“ und dann „Deutsches Eck“.

1242 bis 1259 wurde Burg Stolzenfels vom Trierer Kurfürst Arnold II. von Isenburg als eine kurtrierische Zollburg gegenüber der kurmainzischen Burg Lahneck errichtet. Der noch heute erhaltene fünfseitige Bergfried entstand 1248. Die Burg wurde von den Kurfürsten Kuno und Werner von Falkenstein in den Jahren 1388 bis 1418 mit einem Wohnturm sowie dem Palasbau auf der Rheinseite erweitert. Im Jahr 1632 wurde Burg Stolzenfels erst von den Schweden und anschließend zweimal für jeweils zwei Jahre (1634 und 1646) von den Franzosen besetzt. Nach ihrer Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch die Franzosen 1688 lagen die Ruinen 150 Jahre lang brach.

Um 1250 wurde mit dem Bau einer Stadtmauer begonnen. 1276 wird erstmals ein Koblenzer Stadtrat erwähnt. Kurfürst Heinrich II. von Finstingen ließ ab 1277 die Alten Burg als eine Zwingburg gegen die nach mehr Unabhängigkeit strebenden Bürger anlegen. Kurfürst Diether von Nassau unterwarf die Stadt 1304 nach heftigen Kämpfen, und Koblenz musste zukünftig auf die Bildung eines Stadtrats verzichten.

Kaiser Ludwig der Bayer hielt 1338 in Anwesenheit des englischen Königs Eduard III. einen Hoftag in der Kastorkirche ab. Der Bau der Balduinbrücke wurde unter Kurfürst Balduin von Luxemburg um 1342 begonnen und in 85-jähriger Bauzeit vollendet. In der Grenzauer Fehde werden 1347 kurtrierische Truppen aus Koblenz bei Grenzau vernichtend geschlagen. Der Jesuitenorden siedelte sich 1580 in den Gebäuden des ehemaligen Zisterzienserkloster am heutigen Jesuitenplatz an. Zwischen 1613 und 1617 wurde die Jesuitenkirche als dreischiffige Säulenbasilika erbaut.

Kurfürst Philipp Christoph von Sötern erbaute 1629 in Ehrenbreitstein das Schloss Philippsburg und machte es zu seinem Amtssitz. Ehrenbreitstein war von nun an Residenz der Trierer Kurfürsten. Im Dreißigjährigen Krieg schlug sich Kurfürst Philipp Christoph von Sötern auf die Seite Frankreichs, und französische Truppen besetzten am 5. Juni 1632 die Festung Ehrenbreitstein. Drei Wochen später kapitulierte die Stadt und wurde ebenfalls besetzt. Nachdem der Kurfürst 1635 von kaiserlichen Truppen gefangen genommen und Trier erobert worden war, besetzten diese im Mai 1636 auch Koblenz. Die französische Besatzung des Ehrenbreitstein kapitulierte erst nach über einjähriger Belagerung am 27. Juni 1637. Louis-François de Boufflers belagerte im Pfälzischen Erbfolgekrieg die Stadt Koblenz im Oktober/November 1688 erneut. Durch den Beschuss der französischen Truppen entstanden enorme Zerstörungen.

Von 1680 bis 1819 versah die so genannte „Fliegende Brücke“ den Fährbetrieb zwischen Koblenz und Ehrenbreitstein über den Rhein. Diese Gierseilfähre muss ein Meisterwerk der damaligen Technik gewesen sein. Sie bestand aus zwei aneinander gekoppelten großen Kähnen mit einem aus Balken und Brettern gezimmerten Belag, auf dem Platz für acht Fuhrwerke und hundert Fahrgäste war. Wie eine Fähre war sie im Rhein verankert, dabei liefen Taue und Ketten, an denen sie hing, über neun Kähne.

Am 23. November 1786 zog Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen vom Schloss Philippsburg in Ehrenbreitstein in das neuerbaute Kurfürstliche Schloss in Koblenz um. Im darauffolgenden Jahr wurde das neue Theater eingeweiht. Wenzeslaus ließ zwischen 1783 und 1786 die erste Wasserleitung errichten, die vom Kimmelberg in Metternich über die Balduinbrücke nach Koblenz führte. Der 1791 errichtete Clemensbrunnen steht heute noch vor dem klassizistischen Theatergebäude.

Durch Heranrücken der französischen Revolutionsarmee im 1. Koalitionskrieg war Kurfürst Wenzeslaus gezwungen, am 7. Oktober 1794 endgültig aus seinem Territorium zu fliehen. Zwei Wochen danach wurde Koblenz von den Franzosen unter General François Séverin Marceau eingenommen. Die Festung Ehrenbreitstein konnte sich noch bis zum 27. Januar 1799 halten, musste dann aber auch kapitulieren. Diese Ereignisse markierten das Ende des Trierer Kurstaats und Frankreich dehnte sein Herrschaftsgebiet bis zum Rhein aus.

Französische Zeit

Im Frieden von Lunéville fiel Koblenz am 9. Februar 1801 nun auch formal an Frankreich und wurde Hauptstadt des französischen DépartementRhin-et-Moselle“. Da die Franzosen aber durch den Friedensvertrag die rechtsrheinischen Gebiete räumen mussten, sprengten diese vorher die alte kurtrierische Festung auf dem Ehrenbreitstein. Das darunter liegende Schloss Philippsburg wurde bei der Sprengung so in Mitleidenschaft gezogen, dass es abgebrochen werden musste. Erster Präfekt des neuen Département wurde Adrien de Lezay-Marnesia. Hohen Besuch erhielt die Stadt vom 17.-19. September 1804, als sich Napoléon Bonaparte und seine Gattin Joséphine in Koblenz aufhielten. 1806 wurde eine Rechtsschule (Universität) im Metternicher Hof, dem Geburtshaus des österreichischen Staatsmannes Fürst von Metternich, eingerichtet.

Adrien de Lezay-Marnesia wurde am 1. März 1810 unvermutet nach Straßburg versetzt. Sein Nachfolger Jules Doazan bescherte Koblenz ein einzigartiges Denkmal. Im Jahr 1812 ließ er vor der Kastorkirche einen klassizistischen Brunnen aus Basaltquadern errichten, dessen (zudem orthographisch falsche) französische Inschrift an den erfolgreichen Russlandfeldzug Napoléons erinnern sollte. In der Neujahrsnacht auf das Jahr 1814 überquerte jedoch das vorwiegend russische Armeekorps St. Priest, das den rechten Flügel von Blüchers Schlesischer Armee bildete, den Rhein auf der Breite von Neuwied bis zur Lahnmündung mit Schwerpunkt Koblenz. Die Franzosen hatten die Stadt kurz zuvor geräumt und überließen sie kampflos den Russen. Ihr Befehlshaber bewies jedoch Humor und ließ weder Doazans Brunnen noch die erste Inschrift entfernen, sondern eine zweite darunter setzen. Sie lautet:

„Vue et approuvé par nous, Commandant Russe de la Ville de Coblence.“
(dt.: Gesehen und genehmigt von uns, dem russischen Kommandanten der Stadt Koblenz.)

In dieser Zeit der Zugehörigkeit zu Frankreich entstand der Begriff des Schängel, mit dem bis heute jeder bezeichnet wird, der in Koblenz geboren ist. Er leitet sich von dem Spitznamen der Franzosen Schang (nach dem französischen Namen Jean) ab. Schängel ist die Verkleinerungsform, mit der man die Kinder titulierte, die aus der Beziehung zwischen Koblenzerinnen und Franzosen hervorgingen.

Preußische Zeit

Durch den Wiener Kongress 1814/15 gingen die rheinischen Besitztümer des Trierer Kurstaates und damit auch Koblenz auf das Königreich Preußen über. Koblenz wurde zunächst Hauptstadt der preußischen Provinz Großherzogtum Niederrhein, ab 1822 Hauptstadt der Rheinprovinz (bis 1945). Neben den staatlichen Verwaltungsbehörden für diese Provinz waren hier das VIII. preußische Armeekorps sowie das Konsistorium der evangelischen Landeskirche (bis 1934) beheimatet.

Am 11. März 1815 ging die „Order zur Neubefestigung der Stadt Coblenz und der Festung Ehrenbreitstein“ durch König Friedrich Wilhelm III. aus. In den folgenden Jahren entstand die Festung Koblenz, eines der umfangreichsten Festungssysteme Europas, gebaut nach modernsten Erkenntnissen, der so genannten „Neupreußischen“ oder „Neudeutschen Befestigungsmanier“. Die Stadt erhielt eine neue Stadtumwallung und die Höhenzüge um die Stadt wurden mit massiven Festungsbauten versehen. An der Stelle der alten kurfürstlichen Festung auf dem Ehrenbreitstein, die flächenmäßig größer war als der Nachfolgerbau, errichteten die Militäringenieure Gustav von Rauch und Ernst Ludwig von Aster eine weitläufige Zitadelle, die bis heute das Stadtbild beherrscht. Es entstand das größte militärische Bollwerk am Rhein, eine der stärksten Bastionen, die heute noch fast vollständig erhalten ist.

Als weitere Festungsanlagen entstanden in Koblenz das Fort Asterstein im heutigen Stadtteil Asterstein, die Feste Kaiser Franz in Lützel und die Feste Kaiser Alexander mit dem vorgelagerten Fort Konstantin auf der Karthause. Von den zu den Festungen gehörenden Fleschen ist heute nur noch ein Teil der Neuendorfer Flesche in Neuendorf und der Moselflesche in Lützel erhalten geblieben.

Mit dem Bau der Festung Koblenz mit ihren weit auseinander liegenden Festungen und Forts, besonders auf der linken Rheinseite, genügte der einzige Rheinübergang mittels der alten „Fliegenden Brücke“ nicht mehr den Ansprüchen. So wurde 1819 eine gebogene Schiffbrücke zwischen Koblenz und Ehrenbreitstein erbaut. Auf 36 hölzernen Kähnen überspannte die Fahrbahn den Rhein in einer Länge von 325 Metern. Es wurden zwei oder drei Joche ausgefahren, um Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Von 1841 bis zur ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1945 überbrückte eine gerade Schiffbrücke den Rhein.

Die Stadt Koblenz schenkte 1815 dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm IV. die Ruinen der Burg Stolzenfels, die der jedoch erst 1823 annahm. Drei Jahre später ließ er von dem Architekten Johann Claudius von Lassaulx die klassizistisch-neuromanische Pfarrkirche errichten. Dieser ließ die Burg als Sommersitz wieder aufbauen und bis 1842 entstand unter Mitwirken Karl Friedrich Schinkels das heutige Schloss. Unverkennbar sind die Einflüsse der englischen Neugotik und Schinkels romantischer Stil. Am 14. September 1842 zog König Friedrich Wilhelm IV. schließlich ein.

Von 1823 bis 1911 war das Kurfürstliche Schloss am Rheinufer Sitz des Oberpräsidenten der preußischen Rheinprovinz und des Friedensgerichts. In den Jahren 1850 bis 1858 amtierte hier als preußischer Militärgouverneur Prinz Wilhelm, der spätere Kaiser Wilhelm I., mit seiner Gattin Augusta. Augusta ließ ab 1856 die später nach ihr benannten Rheinanlagen als Park anlegen. Sie war auch Gönnerin des kath. Pfarrer Kraus und unterstützte tatkräftig seine Bestrebungen, in Arenberg einen Wallfahrtsort zu begründen. Dieses brachte der liberal eingestellten Augusta in Berlin viel Kritik ein. In Arenberg entstanden schließlich von 1845 bis 1872 eine Wallfahrtskirche und die nach ihrem Begründer benannten „Pfarrer-Kraus-Anlagen“, einer Landschaftsbilderbibel als Naturpark angelegt. Kaiserin Augusta besuchte alljährlich bis wenige Wochen vor ihrem Tod im Januar 1890 das Schloss und die Stadt Koblenz, ihr „rheinisches Potsdam“.

Die erste Eisenbahn der Rheinischen Eisenbahngesellschaft fuhr am 11. November 1858 über die neu erbaute Moseleisenbahnbrücke auf der linken Rheinstrecke in Koblenz ein. Ab 1864 wurde das Eisenbahnnetz weiter ausgebaut und die Pfaffendorfer Brücke über den Rhein in Anwesenheit des preußischen Königspaares eingeweiht. Sie war zunächst eine reine Eisenbahnbrücke und verband die linke mit der rechten Rheinstrecke. Die letzten Eisenbahnzüge überquerten die Pfaffendorfer Brücke am Anfang des Ersten Weltkrieges im August 1914. Im Jahre 1932 wurde der völlige Umbau der Pfaffendorfer Brücke begonnen, welches sich zu einem kompletten Neubau entwickelte. Im Oktober 1878 erfolgte die Einweihung der Gülser Moseleisenbahnbrücke und im Jahr darauf konnte mit Vollendung der Horchheimer Eisenbahnbrücke über den Rhein der Ausbau des Koblenzer Eisenbahnnetzes abgeschlossen werden. Die erste Straßenbahn der Coblenzer Straßenbahn-Gesellschaft verkehrte ab 1887 in der Stadt. Zunächst war sie eine Pferdebahn, wurde dann aber ab 1899 elektrifiziert und erhielt die Gelegenheit, ihr Verkehrsnetz über die Pfaffendorfer Brücke auf der rechten Rheinseite auszubauen.

Die Stadtbefestigung wurde ab 1890 wegen der fortschreitenden Kriegstechnik aufgegeben und vollständig abgerissen. Die Festungen in Koblenz verloren an militärischer Bedeutung, blieben aber bis zum Ersten Weltkrieg in Funktion. Danach wurden sie zum Teil geschleift oder verwahrlosten. Vollständig erhalten blieb nur die Festung Ehrenbreitstein. Das Siedlungsgebiet der Stadt konnte nun erstmals aus den engen Stadtgrenzen ausbrechen. Die städtebauliche Entwicklung der nächsten Jahre war wesentlich durch den Stübben-Plan von 1889 geprägt. Der bedeutende preußische Städteplaner sah in seinem Plan eine Erweiterung der Stadt Koblenz nach Westen (Goldgrube, Rauental) und nach Süden (Südliche Vorstadt) hin vor. Große Teile seines Plans, vor allem die großzügigen Verkehrsachsen im Westen, wurde aber nicht umgesetzt.

Einige Wochen nach dem Tode Kaiser Wilhelms I. im Jahre 1888 wurde in Koblenz und zugleich auch in der preußischen Provinzialverwaltung der Gedanke geboren, dem „verewigten Fürsten“ als besonderen Dank ein Denkmal zu errichten. Die letzte Entscheidung für den Standort des Denkmals überließ man dem jungen Kaiser Wilhelm II., der sich 1891 für den Zusammenfluss von Mosel und Rhein als Errichtungsstelle des Denkmals entschied. Die kleine Insel in der Rhein-Mosel Mündung, mit deren Hilfe Mitte des 19. Jahrhunderts ein kleiner Sicherheitshafen mit Molenverbindung zum Festland angelegt worden war, wurde als Gebiet für die Denkmalsgründung ausgewiesen. Durch Zuschüttung dieses Hafens wurde das notwendige Gelände geschaffen. In der Zeit von 1893 bis 1897, nachdem eine Million Mark zur Verfügung stand, wurde das Monument nach Entwürfen von Professor Emil Hundrieser und des Architekten Bruno Schmitz errichtet. Die Gesamthöhe beträgt 37 Meter und ist somit sogar 1 m höher als das Niederwalddenkmal in Rüdesheim. Am 31. August 1897 wurde das Kaiser-Wilhelm-Denkmal der Rheinprovinz am Deutschen Eck in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. seiner Bestimmung übergeben. Von nun an verlagerte sich im allgemeinen Sprachgebrauch der Name Deutsches Eck von der Deutschordensballei auf das neue Denkmal.

20. Jahrhundert

Gleich zu Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Koblenz große bauliche Veränderungen. Nach der Aufgabe der preußischen Stadtbefestigung entstanden an Stelle des Walls zwei große Ringe, der Kaiserin-Augusta-Ring (heute Moselring) und der Kaiser-Wilhelm-Ring (heute Friedrich-Ebert-Ring). Direkt am ehemaligen Löhrtor wurde von 1900 bis 1903 nach Plänen des späteren Mainzer Dombaumeisters Ludwig Becker die katholische Herz-Jesu-Kirche im neuromanischen Stil erbaut. Südlich des ehemaligen Walls wuchs rasch ein neues Siedlungsgebiet heran. Rund um die 1897 erbaute katholische St.-Josef-Kirche und dem ersten evangelischen Kirchenneubau der Stadt, der 1904 erbauten Christuskirche, entstanden schmuckvolle Bürgerhäuser der Gründerzeit. Der kleine Rheinbahnhof in der Fischelstraße wurde aufgegeben und in der neuen Südlichen Vorstadt entstand von 1899 bis 1902 nach Plänen von Fritz Klingholz ein prächtiger Hauptbahnhof.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges kam es im November 1918 in Koblenz zur Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrats. Noch im Dezember 1918 marschierten amerikanische Truppen in die Stadt ein. 1919 wurden erstmals Frauen in den Koblenzer Stadtrat gewählt. Kurioses erlebte Koblenz als Separatisten das Kurfürstliche Schloss besetzten und vom 25. Oktober 1923 bis 9. Februar 1924 die Rheinische Republik ausriefen. Der Übergang der militärischen Befehlsgewalt von den Amerikanern auf die Franzosen erfolgte am 27. Januar 1923, die am 30. November 1929 die Stadt wieder verließen. Im Jahr darauf besuchte Reichspräsident Paul von Hindenburg die Stadt anlässlich der Befreiungsfeiern. Am 26. Mai 1926 wurde die Schreibweise des Namens der Stadt von „Coblenz“ in „Koblenz“ geändert. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde am 15. März der Oberbürgermeisters Dr. Hugo Rosendahl abgesetzt.

Die historische Balduinbrücke blieb bis in die jüngste Zeit die einzige Verbindung über die Mosel. Sie konnte auf Dauer dem wachsenden Verkehrsaufkommen nicht mehr genügen. Eine zunehmende Verbreitung der Kraftwagen, aber auch bessere linksrheinische Verkehrswege stellten schließlich die Stadt Koblenz in den dreißiger Jahren vor die Frage einer zusätzlichen Überquerung der Mosel durch einen neuen Brückenbau. Nach zweijähriger Bauzeit war die zweite Moselbrücke fertig. Die Einweihung und die Verkehrsübergabe der Neuen Moselbrücke (heute Europabrücke) erfolgte am 22. April 1934 unter dem Namen Adolf-Hitler-Brücke. Infolge der Wiederbesetzung des Rheinlands wurden auch in Koblenz erneut deutsche Truppen im Jahre 1936 stationiert. Am 15. Juni 1941 erfolgte die Einweihung des Schängelbrunnens auf dem Rathausplatz. Er wurde damit zum neuen Wahrzeichen der Stadt.

Im Jahr 1942 wurden aus der Region 870 Juden über den Bahnhof Koblenz-Lützel in die Todeslager der Nazis deportiert. Ein Jahr später folgten 149 Koblenzer Sinti, die über den Hauptbahnhof nach Auschwitz verschleppt und dort vergast wurden. Am 6. November 1944 näherte sich um 19.28 Uhr ein Kampfverband von Lancaster-Bomber der englischen Royal Air Force und legte das Zentrum von Koblenz in Schutt und Asche. Das Stadtzentrum, von 153.392 Stabbrandbomben, 456 Flammstrahlbomben und 130 Luftminen getroffen, brannte nieder. Der Feuersturm machte alle Löschversuche aussichtslos. Die Stadt als geordnetes Gemeinwesen existierte nicht mehr. Die schweren Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg von 1944 und 1945 zerstörten Koblenz zu 87 %. Das historische Stadtbild ist für immer verloren. Der Luftkrieg auf Koblenz hatte 1.016 Tote und 2.925 Verwundete gefordert. 2 Millionen Kubikmeter Schutt und Trümmer prägten das Stadtbild. Vom Rhein hatte man ungehinderten Durchblick bis nach Moselweiß.

Von den 94.417 Einwohnern (1943) lebten zum Kriegsende noch ca. 9.000 im gesamten Stadtgebiet. Sie hatten seit Wochen in den großen Betonbunkern der Innenstadt vegetiert und waren in der Hauptsache Personen, die aus kriegswichtigen Gründen in Koblenz bleiben mussten. Der Rest der Koblenzer Bevölkerung wurde schon bis Ende 1944 nach Thüringen evakuiert. Amerikanische Truppen näherten sich im März 1945 von der Eifel her der Stadt und überquerten bei Güls die Mosel. Am 19. März 1945 wurde der Stadtkern von amerikanischen Soldaten erobert und das Sternenbanner auf dem Rathaus gehisst. Acht Tage später wurden auch die rechtsrheinischen Teile der Stadt besetzt. Amerikanische Pioniere bauten noch vor dem offiziellen Kriegsende eine Pontonbrücke über den Rhein an der Stelle der zerstörten Schiffbrücke, die nur durch Passierschein und vorherige Entlausung benutzt werden durfte. Die Entlausung war auch die erste Hürde der zurückströmenden Koblenzer Bevölkerung, die meist zu Fuß nach Koblenz zurückkehrten, weil öffentliche Verkehrsmittel und die Eisenbahn zerstört waren oder kein Treibstoff vorhanden war. Die amerikanische Pontonbrücke sank wenig später bei einem Hochwasser. Die französische Armee wiederholte den Bau, gab die Pontonbrücke aber 1947 auf.

Gemäß den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz ging am 15. Juli 1945 die Besatzungshoheit von den Amerikanern auf die Franzosen über. Damit wurde auch die Entlausung abgeschafft. Die französische Militärverwaltung übernahm vier von der US-Militärverwaltung eingerichtete DP-Lager ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons. Am 30. August 1946 wurde das Land Rheinland-Pfalz gegründet; am 22. November fand im Koblenzer Theater die konstituierende Sitzung der „Beratenden Landesversammlung“ statt. Die konstituierende Sitzung des ersten rheinland-pfälzischen Landtags erfolgte am 4. Juni 1947 im großen Rathaussaal von Koblenz, welches nun die erste Hauptstadt des neuen Landes war. Dr. Wilhelm Boden wurde hier zum ersten Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz gewählt. Schon einen Monat später aber folgte ihm Peter Altmeier in diesem Amt. Auf der Rittersturz-Konferenz vom 8. bis 10. Juli 1948 in Koblenz wurde eine der grundsätzlichen Entscheidungen für den Zusammenschluss der drei westlichen Besatzungszonen zur Bundesrepublik Deutschland und damit für die einstweilige Trennung von der Sowjetzone getroffen. Der rheinland-pfälzische Landtag beschloss 1950 die Verlegung der Landesregierung von Koblenz nach Mainz. Bundespräsident Theodor Heuss erklärte 1953 das Denkmal am Deutschen Eck zum „Mahnmal der deutschen Einheit“. Auf dem Denkmal stand nun statt des 1945 durch amerikanischen Artilleriebeschuss zerstörten Reiterstandbildes Kaiser Wilhelms I. die Bundesflagge. 1957 zogen wieder deutsche Soldaten in Koblenzer Kasernen ein und machen Koblenz zur größten Garnisonstadt im Kalten Krieg. Bis heute ist Koblenz der wichtigste Truppenstandort des Heeres.

Koblenz überschritt 1962 die Marke von 100.000 Einwohnern und wurde damit Großstadt. Am 17. September 1969 werden die letzten französischen Truppen aus Koblenz verabschiedet. Von 1969 bis 1975 wurde das größte Brückenbauprojekt in Angriff genommen. Es entstand die Südbrücke über den Rhein. Bei den Bauarbeiten kam es zu zwei schweren Unglücken. Am 10. November 1971 knickte eine Brückenhälfte in den Rhein ab und riss 13 Arbeiter in den Tod. Das zweite Unglück ereignete sich am 21. September 1972 bei der Hangbrücke im Laubachtal und kostete sechs Menschenleben.

In eben diesem linksrheinisch gelegenen Laubachtal befand sich die im Jahre 1840 von einer Aktiengesellschaft gegründete "Kaltwasserheilanstalt Laubbach". Sie war unter der Leitung des Koblenzer Bezirksbauinspektors Ferdinand Nebel errichtet worden und stand bis 1872 unter der ärztlichen Leitung des Hydrotherapeuten Dr. Wilhelm Petri. Im Jahre 1882 wurde die Anstalt nach Liquidation der Aktiengesellschaft(1881) vom Baden-Badener Arzt Dr. Heinrich Averbeck(1844-1889) erworben und zur ersten deutschen Wasserheilanstalt für physikalische Heilmethoden unter dem Namen "Bad Laubbach am Rhein" umgewandelt. Im Jahre 1902 wurde die Anstalt, zuletzt als Lungenheilanstalt unter Dr. Wilhelm Achtermann aufgelöst. Das letzte Gebäude dieses einst weit über die Grenzen hinaus bekannten Sanatoriums, das große Kurhaus, in dem auch der norddeutsche Dichter Fritz Reuter behandelt worden war, wurde im Zuge des Südbrückenbaues Mitte der 1970er Jahre abgerissen.

Ein spektakulärer Bankraub auf eine Geschäftsstelle der Sparkasse Koblenz ereignete sich am 5. Oktober 1982. Bei der 15 stündigen Geiselnahme wurde ein Bankangestellter angeschossen und verstarb zwei Wochen später an den Folgen. Mit der Eröffnung des Löhr-Centers, dem ersten innerstädtischen Einkaufszentrum in Deutschland, konnte 1984 eine große Lücke, die der Zweite Weltkrieg verursacht hat, geschlossen und das Zentrum von Koblenz belebt werden. Die Einweihung der jüngsten Brücke über die Mosel, der Kurt-Schumacher-Brücke, fand am 20. August 1990 statt. Im Jahr 1992 konnte die Stadt Koblenz ihre 2000-jährige Stadtgründung feiern. Das „Roermond-Beben“ vom 13. April 1992 mit 5,9 auf der Richterskala war auch in Koblenz mehr als deutlich zu spüren. Am 25. September 1993 wurde nach jahrelangen kontroversen Diskussionen das nachgegossene Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. am Deutschen Eck enthüllt.

Hochwasser sind in Koblenz keine Seltenheit, da die Stadt an zwei Flüssen liegt. So kommt es beinahe alljährlich zur Schneeschmelze zu ausgedehnten Überschwemmungen. An Weihnachten 1993 kam es aber besonders schlimm, da der Rhein-Pegel Koblenz die Marke von 9,52 Meter erreichte. Dieses so genannte Jahrhunderthochwasser überschwemmte 25 Prozent des Kernstadtgebiets und verursachte einen Schaden von geschätzt 200 Mio. DM. 10.000 Wohnungen standen unter Wasser und 25.000 Einwohner waren betroffen.

Bei dem größten Bombenfund nach 1945 wurde am 20. Mai 1999 eine britische 1850 kg schwere Fliegerbombe bei Ausschachtungsarbeiten für den Neubau eines Zentralgebäudes der Universität Koblenz-Landau gefunden. Bei der Entschärfung der Bombe vier Tage später kam es zur größten Evakuierung in Koblenz, bei der etwa ein Viertel des Stadtgebietes geräumt werden musste.

21. Jahrhundert

Das „Obere Mittelrheintal“ wurde von der UNESCO am 27. Juni 2002 zum „Weltkulturerbe der Menschheit“ erklärt. Dieser Teil des Rheins mit seinen Burgen, Schlössern und Weinhängen erstreckt sich auf einer Länge von etwa 65 Kilometern zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz. Die Stadt Koblenz gehört aber nur zu Teilen zum Weltkulturerbe, wie z. B. die historische Altstadt, das Kurfürstliche Schloss, Schloss Stolzenfels, die Alte Burg, das Deutsche Eck oder die ehem. preußischen Festungen.

Der Stadtrat beschloss am 27. Januar 2005 die Ausrichtung der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz. Am 15. Juli 2005 wurde von der UNESCO der 550 km lange obergermanisch-raetische Limes in die Liste des Weltkulturerbes mit aufgenommen. In Koblenz-Niederberg gehört das Hilfstruppenkastell aus dem 1. bis 3. Jahrhundert zu diesem Bodendenkmal.

Bei dem versuchten Bombenanschlag vom 31. Juli 2006 wurde ein Koffer mit Sprengsatz in einem Regionalzug aus Köln entdeckt, der einen Tag später im Koblenzer Hauptbahnhof entschärft werden konnte.

Literatur