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Oberneisen

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 20′ N, 8° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Hahnstätten
Höhe: 135 m ü. NN
Fläche: 4,54 km²
Einwohner: 786 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 173 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65558
Vorwahl: 06430
Kfz-Kennzeichen: EMS
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 102
Adresse der Verbandsverwaltung: Austraße 4
65623 Hahnstätten
Webpräsenz:
www.oberneisen.de
Ortsbürgermeister: Peter Pelk

Oberneisen ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Oberneisen liegt im Taunus am Fluss Aar acht Kilometer südlich von Limburg an der Lahn. In Oberneisen mündet der südöstlich von Kaltenholzhausen entspringende Kaltenbach in die Aar. Des Weiteren münden bei Oberneisen die kleineren Fließgewässer Welsbach, welcher von Lohrheim her kommt und der Herbach von Mensfelden her kommend ebenfalls in die Aar.

Geschichte

Oberneisen wurde 790 erstmals in einer Schenkungsurkunde Karls des Großen als Nasonia urkundlich erwähnt. Diese Urkunde dokumentiert die Schenkung Oberneisens sowie mehrerer umliegender Dörfer an die Abtei Prüm. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort vollständig zerstört und später wieder aufgebaut. Im Zuge der napoleonischen Neuordnung durch die Rheinbundakte wurde Oberneisen im Jahre 1806 vom Herzogtum Nassau übernommen. Nach der Annexion durch Preußen war der Ort von 1866 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau und kam danach zum Land Rheinland-Pfalz.

In Oberneisen befindet sich die Ruine der Vogtei Oberneisen. Das Rittergeschlecht hatte die Vogtei des Stifts St. Alban vor Mainz inne. Erhalten geblieben sind nur die Grundmauern des einst vierstöckigen Turms.

Bergbau

In der Gemarkung Oberneisen fand Bergbau auf Roteisenstein und Phosphorit im Tiefbau statt (Grube Rothenberg). Reste der Betriebsgebäude und der Halden sind noch erhalten. Sehr schöne Fundstücke von Manganspat/Himbeerspat (Rhodochrosit) aus der aktiven Bergbauzeit sind in Wiesbaden im Museum Wiesbaden zu sehen.

Polititk

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Flacht setzt sich aus zwölf Ratsmitgliedern sowie dem ehrenamtlichen und vorsitzenden Ortsbürgermeister zusammen.

SPD FWG Gesamt
20041 8 4 12 Sitze

1 Ergebnis der Gemeinderatswahlen vom 13. Juni 2004. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,8%.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Burg Oberneisen

Das 1288 erstmals erwähnte Bauwerk war des Sitz der Herren von Nesen. Von der 1288 erwähnten Burg ist lediglich die frühere westliche Außenwand erhalten, eine etwa 20 Meter lange, ein Meter dicke und vier Stockwerke hohe Mauer, die sich gegenüber der Rundkirche befindet.

Evangelische Kirche Oberneisen

Eine Kirche in Oberneisen wurde bereits 881 erwähnt. Der Altarraum dieser Kirche wurde 1525 vollständig neu gebaut. Trotz Erneuerungsarbeiten 1733 war die Kirche am Ende des 18. Jahrhunderts in einem schlechten Bauzustand. 1812 wurde die Alte Kirche bis auf den Turm abgerissen.

1816 bis 1819 wurde eine neue sogenannte Rundkirche im klassizistischen Stil, geplant von Johann Schrumpf und finanziert von den Gemeinden Lohrheim, Netzbach und Oberneisen, neu gebaut. Der romanische Westturm aus dem 12. Jahrhundert wurde in den Neubau mit einbezogen. Die „Dom des Aartals“ genannte Kirche ist, soweit bekannt, die einzige Rundkirche nördlich der Alpen, in der sich der Altar in der Mitte des Raums befindet. Der runde Altar besteht aus einer Marmorplatte mit 1,75 m Durchmesser. Die Kirche hat im Erdgeschoss 230 Sitzplätze und bietet auf der Empore weiteren 350 Menschen Platz.


Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Westlich des Ortes Oberneisens verläuft in Nord-Süd-Richtung die B 54. Die nächsgelegene Autobahnanschlussstellen sind an der A 3 bei Limburg an der Lahn etwa neun Kilometer nordöstlich von Oberneisen.

Oberneisen hat einen Bahnhof an der auf diesem Streckenabschnitt seit 1983 für den Personenverkehr stillgelegten Aartalbahn. Der nächsgelegene Fernbahnhof ist der Bahnhof Limburg Süd in Limburg an der Lahn.