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Zahlenwertgleichung

Die Zahlenwertgleichung ist eine Darstellungsform einer Gleichung, die statt (physikalischer, finanztechnischer usw.) Größen nur ihre Maßzahlen verknüpft. Mit welchen Maßeinheiten sie gültig ist, wird separat angegeben.

Dieses Vorgehen ist systematisch unbefriedigend und nach heute gültigen Konventionen nicht korrekt, aber im praktischen/handwerklichen Bereich immer noch verbreitet.

Inhaltsverzeichnis

Beispiele

Ohm'sches Gesetz

Beispielsweise lautet das ohmsche Gesetz in veralteter Zahlenwertschreibweise:

.

Diese Schreibweise führt vielfach zu Missverständnissen, da heute die eckigen Klammern um das Formelzeichen geschrieben werden mit der Bedeutung „Einheit von …“. In der veralteten Form der Zahlenwertgleichung wird jedoch die Einheit geklammert.

mechanische Leistungsformel

In der Mechanik sind vielfach von den Größen

zwei Werte bekannt.

Die fehlende Größe wird beispielsweise hinreichend genau mit der Zahlenwertgleichung

berechnet, wobei P die Leistung in Kilowatt (kW), n die Drehzahl in Umdrehungen je Minute (min-1) und M das Drehmoment in Newtonmeter (Nm) ist.

Der gerundete Zahlenwert 9550 errechnet sich aus

In der praktischen Anwendung wird vielfach der Wert von π zu 3,1415 gerundet verwendet. Die technische Schulungsliteratur gibt daher den hinreichend genauen Faktor mit 9550 an.

Größengleichungen

Die Größengleichung der oben genannten Zahlenwertgleichung sieht wie folgt aus:

Möchte man diese Gleichung nur mit Zahlenwerten aufbauen, kann die zugeschnittene Größengleichung verwendet werden, in der die physikalischen Größen durch ihre Einheiten geteilt werden:

Dies folgt aus der Schreibweise einer physikalischen Größe:

(sprich: Die Spannung U ist der Zahlenwert von U mal die Einheit von U)

Zu beachten: es steht das Formelzeichen in der eckigen Klammer, nicht die Einheit selbst, da das Formelzeichen in eckigen Klammern die Einheit selbst darstellt, also [U] = V!

Obige Gleichung nach dem Zahlenwert aufgelöst ergibt:

Daraus folgt direkt die Zahlenwertgleichung in heutiger Form:

also eine Gleichung, die nur aus Zahlen besteht!

Diese Gleichung führt aber nur dann zu einem richtigen Ergebnis, wenn zuvor, wie bereits oben angedeutet, mit den zugehörigen Einheiten gerechnet wurde.

Die oben zuerst angeführte Gleichung sieht demnach als zugeschnittene Größengleichung folgendermaßen aus:

.

Es wird jeweils ein Quotient aus der Größe und der gewünschten Einheit geschrieben. Diese Darstellung kann daher so gelesen werden, wie Benutzer der Zahlenwertgleichungen es gewöhnt sind. Sie ist aber nach den heute üblichen Konventionen gültig und verständlich.

Begriff

Die Bezeichnungen „Zahlenwertgleichung“, „Größengleichung“ und „zugeschnittene Größengleichung“ gehen auf Julius Wallot zurück und werden in der Norm DIN 1313 „Physikalische Größen und Gleichungen“ (Erstausgabe 1931: „Schreibweise physikalischer Gleichungen“) behandelt.