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Einschlagkrater

Ein Einschlagkrater, auch Impaktkrater genannt, ist eine zumeist annähernd kreisförmige Senke auf der Oberfläche eines erdähnlichen Planeten oder eines ähnlich festen Himmelskörpers, die durch den Einschlag – den Impakt – eines anderen Körpers wie eines Asteroiden oder eines hinreichend großen Meteoriten entsteht. Man spricht daher bei solch einem Krater mitunter auch von einem Meteoritenkrater.

Für Einschlagkrater auf der Erde hat der US-amerikanische Geophysiker Robert Dietz 1960 die Bezeichnung Astroblem („Sternwunde“) vorgeschlagen, die sich teils auch eingebürgert hat.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Alle Himmelskörper des Sonnensystems mit fester Oberfläche besitzen solche Krater. Ein gutes Beispiel dafür ist der Mond, dessen Oberfläche von Einschlagkratern übersät ist. Auf der Erde, deren Oberfläche ständigen Veränderungen durch Erosion, Sedimentation und geologische Aktivität unterworfen ist, lassen sich Einschlagkrater nicht so leicht erkennen wie auf davon weniger betroffenen Himmelskörpern. Ein extremes Beispiel dafür ist Io, ein erdmondgroßer Satellit von Jupiter, dessen Oberfläche aufgrund großer Gezeitenkräfte von sehr aktivem Vulkanismus geprägt ist und dadurch als Ausnahme von der Regel so gut wie keine Einschlagkrater hat.

Entstehung

Entstehung eines Kraters mit
zentraler Ringstruktur

Kleinere Meteoroide, die die Erde treffen, verglühen oder zerplatzen in der Atmosphäre. Größere Objekte mit der Masse von einigen Tonnen werden vom Luftwiderstand kaum abgebremst. Diese Projektile erreichen mit Geschwindigkeiten von 10 bis 70 Kilometern pro Sekunde die Erdoberfläche. Daher werden solche Einschläge als Hochgeschwindigkeitseinschläge bezeichnet. Beim Aufprall können sie bis zu einer Tiefe von 100 Metern in das Gestein eindringen. Da die kinetische Energie dabei in Sekundenbruchteilen in thermische Energie umgewandelt wird, kommt es zu einer Explosion. Das umliegende Material wird dadurch weggesprengt, und es entsteht, unabhängig vom Einschlagwinkel, eine kreisrunde Senke, an deren Rändern das ausgeworfene Material einen Wall bildet. Um den Krater herum findet sich ausgeworfenes Material, die sogenannten Ejekta. Diese Ejekta können Sekundärkrater um den primären Krater hervorrufen.

Kleinere Krater haben im Allgemeinen eine schüsselartige Form und werden als einfache Krater bezeichnet. Ab einer bestimmten Größe, die mit der Gravitation des jeweiligen Himmelskörpers abnimmt und außerdem vom Zielgestein abhängt, entstehen komplexe Krater. Auf dem Mond liegt dieser Grenzdurchmesser bei 15 bis 20 km, auf der Erde bei 2 bis 4 km. Mit zunehmendem Durchmesser des Kraters bildet sich zunächst ein Zentralberg, der dann zur zentralen Ringstruktur wird, schließlich entsteht eine Multiringstruktur. Diese kann als innersten Ring im Grenzfall auch immer einen Zentralberg enthalten. Ursache ist das Rückfedern des Kraterbodens, das zunächst einen Zentralberg in der Kratermitte bildet und das anschließende Kollabieren dieses instabil tiefen Primärkraters. Dieses findet innerhalb weniger Minuten nach dem Einschlag im Bereich der bereits von der Stoßwelle zertrümmerten Kraterumgebung statt. Der Kraterdurchmesser vergrößert sich dabei erheblich.

Große und bekannte Einschlagkrater

Krater der Erde

Wie bereits erwähnt heißen (größere) Einschläge von Asteroiden oder Meteoriten Einschlagkrater (Impaktkrater), von denen auf der Erde neben zahlreichen kleineren Einschlagsstrukturen über 100 Einschlagkrater mit 5 bis 200 km Durchmesser entdeckt wurden. Allerdings trifft die Bezeichnung Krater für viele der aufgezählten Strukturen nicht mehr zu, da der eigentliche Krater längst abgetragen (erodiert) wurde (zum Beispiel Vredefort-Krater) oder vollständig von jüngeren Sedimenten überdeckt wurde (zum Beispiel Chicxulub-Krater). Man spricht dann neutraler von einer Impaktstruktur.

Weitere Impaktstrukturen der Erde

Siehe auch: Liste der Einschlagkrater der Erde

Krater anderer Himmelskörper

Siehe auch

 Commons: Einschlagkrater – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Meteoritenkrater – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik